Erfahrungsbericht
von Lisa S.

Diese Geburt, die Geburt meiner Tochter am 6. Dezember 2025, war meine zweite Geburt. Schon bei der Geburt meines Sohnes im Februar 2023 habe ich mich mit der friedlichen Geburt vorbereitet und habe die Geburt im Geburtshaus geplant. Alles hatte damals genauso geklappt wie erhofft und geplant, daher habe ich alles wieder genau wie bei der ersten Geburt aufgebaut – Geburtshaus und friedliche Geburt. Und mein Mann als bester Geburtshelfer an meiner Seite natürlich!

Ich brauche oft einen genauen Plan. Daher waren mir, sowohl bei der ersten, als auch bei der zweiten Schwangerschaft die Angaben von Kristin bezüglich der Häufigkeit der Hypnosen, alles viel zu ungenau. Ich brauchte einen genauen Zeitplan, wann ich was zu erledigen hatte! Den habe ich mir dann auch in mühevoller Arbeit in beiden Schwangerschaften selbst erstellt – und natürlich nicht so durchgezogen.

Trotzdem hat es mir Orientierung gegeben, ich habe Hypnosen mit einer Mischung aus meinem Plan und meinem Gefühl gemacht und so habe ich mich gut gewappnet gefühlt.
Den Kurs habe ich nochmal in doppelter Geschwindigkeit angesehen, ich konnte mich an alles noch sehr gut erinnern und bin daher schnell zu den Hypnosen übergegangen.

Am Tag der Geburt, ein Samstag, bin ich morgens um ca. 6 Uhr durch leichte Wehen wach geworden. Ich war 10 Tage über dem Geburtstermin – Also ich war bereit! Ich habe meinen Mann kurz geweckt, um ihm Bescheid zu sagen und mir direkt die Geburtshypnose angemacht. So sind wir dann noch weiter im Bett geblieben – mein Mann schlafend, mein Sohn schlafend und ich mit leichten Wehen, Hypnose und immer wieder einschlummernd. Es war sehr friedlich, ich freute mich auf die kleine Maus und die Geburt!

Um ca. halb acht wachte mein Sohn auf (er hatte die zwei Tage davor Magen-Darm, wir dachten, es war vorbei) und übergab sich leider noch einmal. Mein Mann und er gingen daraufhin duschen. Ich hörte weiterhin die Hypnose, veratmete die Wehen und nahm dabei meinen Sohn entgegen, um ihn abzutrocknen. Mein Mann erklärte ihm, warum ich manchmal stoppte und atmete. Er hatte mich aber auch schon bei den Übungen manchmal dabei beobachtet und kannte es auch, trotzdem war es jetzt „in echt“ natürlich viel aufregender.

Ich ging wieder ins Bett, kontaktierte meine Schwiegermutter, die die Betreuung unseres Sohnes übernahm, sowie die Hebamme und konnte dann wunderbar friedlich in Hypnose, zu Hause in meinem Bett die Wehen veratmen. Mein Mann brachte mir Essen und ich schrieb übers Handy, wenn ich etwas brauchte. Ich wusste, ich werde in Ruhe gelassen, aber ich bin nicht allein.

Gegen halb zwölf Uhr mittags beschlossen wir dann, ins Geburtshaus zu fahren und waren um halb eins dort (meine Schwiegermutter war schon den ganzen Vormittag bei uns). Die Wehen wurden während der Autofahrt sehr stark und als wir im Geburtshaus ankamen, hatte ich schon bald das Gefühl, pressen zu müssen, traute mich aber noch nicht, etwas zu sagen. Ich dachte, so weit bin ich sicher noch nicht, das ist nur Wunschdenken.

Ich ging in die Badewanne und veratmete weiter. Ich war so bei mir, die Atmung von der friedlichen Geburt, die mir bei der ersten Geburt gar nicht mehr geholfen hat, weil ich irgendwann so verloren war in dem Schmerz, konnte ich diesmal richtig gut einsetzen. Ich war unglaublich ruhig und vollkommen bei mir (Hypnose lief weiterhin – ich kann nur gar nicht mehr sagen, ob mit Lautsprecher oder ob ich Kopfhörer hatte).

Die Hebammenstudentin meinte danach, dass sie es faszinierend fand und so noch nicht gesehen hatte, wie „entspannt“ ich nach außen war.

Irgendwann fragte ich dann, wann ich endlich pressen dürfte und die Hebamme (die übrigens die gleiche war wie bei der ersten Geburt, ein durch und durch wunderbarer Mensch!) meinte, ich bin weit genug offen, ich könne es ruhig probieren.

Letzten Endes hatte ich wie bei der ersten Geburt wieder kurz davor den Drang, aus der Wanne zu steigen. Das Pressen war viel kontrollierter, viel gezielter, ich habe die Presswehen gespürt und habe gespürt, wann ich wie viel pressen darf oder muss. Es war beeindruckend zu sehen, wie viel mehr Erfahrung mein Körper bei der zweiten Geburt hatte und wie er mich geleitet hat.
Meine Tochter kam um 14:33 Uhr gesund und munter im Geburtshaus auf die Welt.

Ein Wort noch zu meinem Mann. Er hat bei beiden Geburten zu 100% das verfolgt, was Kristin im Kurs empfiehlt: er hat mich nur angesprochen, wenn es nötig war, hat mir ohne großen Kommentar etwas zu essen oder trinken gereicht, alles von mir fern gehalten, sich um die Organisation und den Großen gekümmert und mir dann einfach die Hand gehalten, wenn ich sie gebraucht hab. Und genau das ist die beste Unterstützung, die ich bei einer Geburt brauche. Ich bin sehr glücklich, ihn bei beiden Geburten an meiner Seite gehabt zu haben.


Zwei Geburten – zweimal Geburtshaus – zweimal die Friedliche Geburt – zweimal ein toller Geburtshelfer/Mann. Ich kann nicht alles beeinflussen, doch das sind die Punkte, die ich, zumindest in der Planung, beeinflussen kann und das kann ich auf jeden Fall wärmstens empfehlen!

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Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
Hebamme
Nina