Erfahrungsbericht
von Lisa

Triggerwarnung: Regenbogenschwangerschaft nach stiller Geburt

Gerne würde ich an dieser Stelle von einer unkomplizierten vaginalen Geburt nach zwei Kaiserschnitten und der Geburt eines Sternenkindes berichten. Es kam alles anders – und doch bin ich so dankbar für die Erfahrung, die ich machen durfte und dafür, dass wir alle gesund aus dieser Geburt heraus gegangen sind.

Auch Dank der friedlichen Geburt, die mich nun zum vierten Mal begleitet hat auf einer Reise, die ganz anders ausging, als ich es mir vorgestellt hatte und die ich dennoch als eines der schönsten Erlebnisse in meinem Leben erinnern werde.

Meine Tochter L., heute zehn Tage alt, liegt gerade auf mir und schläft. Ein Schluckauf lässt ihren Körper zittern, und doch ist sie ganz friedlich. Ihre Geburt begann in der Nacht zum 4. Mai, ihrem Stichtag.

In den Monaten zuvor hatte ich immer wieder ihre Geburt mithilfe der Hypnose von der Friedlichen Geburt visualisiert. Ich stellte mir dabei vor, wie die Wellen in der Nacht einsetzen würden und ich sie ganz ruhig veratmen würde, zu Hause in meinem Bett.

Am 4. Mai um 1:00 Uhr morgens weckte mich die erste kräftige Welle. Am Abend zuvor hatte ich noch gemeinsam mit meinem Mann die Wohnung geputzt und aufgeräumt und war duschen gegangen. Mein Körper hatte gespürt, dass es losgehen würde. Die Wellen kamen von Beginn an kräftig und regelmäßig, etwa alle 4 Minuten. Ich machte mir die Geburtshypnose an. Damit hatte ich genug Kraft, um die Wellen zu halten.

In einer Wellenpause legte ich mir auch das Tens Gerät an, mit dem ich schon bei den letzten Geburten gute Erfahrung gemacht hatte. Ich hatte kurz überlegt, meinen Mann dafür zu wecken, aber er schlief bei den großen Kindern, und ich wollte ihm möglichst viel Schlaf lassen. Immer wieder musste ich zwischendurch zur Toilette, dabei merkte ich, wie die Wellen sehr intensiv wurden.

Gegen 6:30 Uhr weckte ich dann meinen Mann und bat ihn, unsere Hebamme anzurufen. Sie sagte, sie freue sich und wollte uns zu dem verabredeten Termin um 9:00 Uhr in der Klinik treffen. Doch als mein Mann gerade die Kinder in den Kindergarten brachte, hatte ich einen Blasensprung. Die Wellen wurden mit einem Schlag so intensiv, dass ich aus der Hypnose herauskam und nicht mehr gut mit den Wellen zurecht kam.

Als mein Mann zurück war, machten wir uns daher direkt auf den Weg in die Klinik – auch das hatte ich zuvor immer so visualisiert. In der Klinik wartete unsere Hebamme auf uns, und ich war sehr erleichtert, sie zu sehen. Gleichzeitig waren die Wellen so überwältigend für mich, dass ich mir eine Schmerzerleichterung wünschte. Meine Hebamme stellte bei der Untersuchung fest, dass mein Muttermund 3 cm geöffnet war, und schlug eine PDA vor. Dem stimmte ich zu.

Das CTG zeigte dann leider, dass L.s Herztöne unter den Wellen immer wieder abfielen. Die Ärzte hatten die Hoffnung, dass die PDA helfen könnte, dass sich alles entspannt. Doch leider war dies nicht der Fall. So entschieden wir uns nach rund 2 Stunden in der Klinik für einen Kaiserschnitt.

Genau den gleichen Weg war ich bei meinen älteren Kindern auch schon gegangen: an irgendeinem Punkt der Geburt kam es zum Geburtsstillstand oder die Herztöne wurden schlechter, und es wurde eine sekundäre Sektio durchgeführt.

Nur bei meinem Sternenkind, dass in der 21. Schwangerschaftswoche auf die Welt kam, durfte ich eine vaginale Geburt erleben. Dafür bin ich meiner Tochter C. für immer dankbar, auch wenn ich mir natürlich andere Umstände gewünscht hätte.

Bei L. wurde die Situation während der Vorbereitung für den Kaiserschnitt noch etwas dramatischer, da ihre Herztöne weiter abfielen. Im Nachhinein glaube ich, dass mein Körper mir schon ein klares Signal gesendet hatte, als die Wellen so stark wurden und ich deshalb unbedingt in die Klinik wollte.

Doch auch jetzt fühlte ich mich mit ihr verbunden und wusste, dass es ihr trotz allem gut ging. So konnte ich recht entspannt bleiben, auch wenn es etwas hektisch zuging. Und dann war sie da: ich hörte ihren ersten Schrei, und meinem Mann und mir stiegen sofort die Tränen in die Augen. Sie musste noch einmal kurz zur Kinderärztin, dann wurde sie mir direkt auf die Brust gelegt. Mein Mann und ich durften gemeinsam mit ihr in den Kreißsaal zurück und dort langsam ankommen.

Das Ende dieser Geburt hatte ich so natürlich nicht visualisiert. Dennoch bin ich glücklich und dankbar, dass der Beginn so spontan und natürlich wie nur irgend möglich verlief und L. und ich gemeinsam Wellen erleben durften, bevor sie schließlich gesund auf die Welt kam. Die Friedliche Geburt hat mir auch dieses Mal geholfen, gut mit den Wellen zurecht zu kommen.

Schon während der gesamten Schwangerschaft begleiteten mich die Hypnosen und gaben mir mentale Kraft. Das war für mich besonders wichtig, da ich durch die vorherige Schwangerschaft große Ängste in mir trug und fürchtete, dass sich das Schicksal unseres Sternenkindes wiederholen könnte.

Die Hypnosen halfen mir, trotz allem eine gute Verbindung zu meinem Kind aufzubauen und Vertrauen zu gewinnen, dass alles gut gehen würde. Ich bin mir sicher, dass ich mich nur deswegen überhaupt getraut habe, so lange schwanger zu sein und einen natürlichen Geburtsbeginn abzuwarten.

Vielen Dank für die Begleitung in den letzten vier Jahren, liebe Kristin, in denen ich vier Kinder mit deiner Stimme im Ohr auf die Welt gebracht habe. Auch wenn immer alles anders lief als geplant, hast du sie zu wunderschönen Erlebnissen gemacht.

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