Erfahrungsbericht
von Lisa
N.s Geburt 11.05.2026
Am Morgen zwischen 7 und 8 Uhr spürte ich leichte Wehen. Mag es jetzt los gehen? Als P. und L. im Kindergarten waren, machte ich mir die Hypnose „Geburtsbeginn mental fördern“ an. Ich ging zum Tuch und schwang darin, während ich die Hypnose hörte.
Ich freute mich, dass es jetzt vielleicht endlich soweit ist. So lange hatte ich mich auf die Geburt vorbereitet. Und nun war es vielleicht soweit. Ich wollte meinem Körper das Gefühl geben, dass er jetzt loslassen kann. Dass es jetzt soweit sein darf. Und so tauchte ich in die Meditation "Geburtsbeginn mental fördern" ein.
Die Wellen waren noch ganz sanft. Ich war mir nicht sicher, ob es nur Übungswellen waren, oder ob es nun tatsächlich soweit ist. Ich tauchte ein in meinen Körper und ließ in Freude geschehen. Vielleicht kommt mein Baby heute.
Mit der Zeit wurden die Wellen ein wenig deutlicher und ich begann, mir zwischendurch schon einmal alles in Ruhe vorzubereiten und schrieb P., dass ich leichte Wellen spüre, aber noch keinen falschen Alarm geben möchte. Ich wechselte die Hypnose zur Eröffnungsphase.
Um 13 Uhr spürte ich, dass die Wellen immer intensiver wurden. Ich war mir noch immer nicht sicher, ob das jetzt schon Geburt ist, da ich die Wellen noch gut aushalten konnte. Ich entschied mich, mir Wasser in den Geburtspool einzulassen und als ich das P. schrieb, antwortete er, dass er dann L. zu H. bringen und gleich nach Hause kommen würde.
In diesem Moment wurden die Wellen spürbar stärker. Es tat gut zu wissen, dass nun alles organisiert ist und P. gleich kommt. Nun fühlte ich, dass es jetzt die Geburt meines Kindes ist. So aufregend. Ich ließ mir das Poolwasser gleich etwas heißer ein, so ca. 40 Grad, damit ich nicht sobald wieder nachfüllen muss. Das war allerdings nicht so ratsam, da es meinen Kreislauf sehr geschwächt hat.
Ich stieg wieder aus aus dem Pool und wollte dann auch während der restlichen Geburt nicht noch einmal rein. Außerhalb des Pools fühlte ich mich wohler.
Als P. kam, zog er sich wie abgemacht ins Schlafzimmer zurück und ließ mich in Ruhe in Hypnose sein. Nun begann die Zeit, wo das Gehirn sich weiter und weiter abstellte. Der Schmerz wurde immer stärker und ich war in einem anderen Zustand. Es war nun ca. 15 Uhr. Ich schwang im Tuch, hörte die Hypnose, atmete tief nach unten ein, öffnete mich.
Um 16:00 Uhr waren die Schmerzen stark. Ich nahm eine Buscopan und hatte den Wunsch, meine Hebamme zu fragen, in welcher Phase der Geburt ich bin, ob es Geburt ist. Ich wünschte mir Orientierung, da ich es überhaupt nicht einschätzen konnte. P. rief E. an und sie sagte, dass sie gerade an unserem Haus vorbeifahre.
Sie war also 5 min später da und tastete den Muttermund. „4cm,“ sagte sie, „das Kind kommt heute.“
„Das Kind kommt heute.“ Ich freute mich so. Ich sagte ihr, dass die Abstände der Wellen auch schon recht kurz seien, darauf antwortete sie, dass nicht die Wellenabstände, sondern die Intensität der Wellen entscheidend wäre. „Um Gottes Willen, wie soll ich noch mehr Schmerzen aushalten?“ antwortete ich.
Als die Hebamme da war, konnte ich nun endgültig los lassen. Mein Sohn war versorgt, mein Mann war da und die Hebamme war da. Das Baby konnte kommen. Die Schmerzen wurden jetzt so stark, dass ich sie stehend im Tuch nicht mehr aushalten konnte.
Ich setzte mich aufs Sofa und lehnte meinen Kopf zurück. Ich schloss die Augen. Auch die Atmung, die ich bisher praktiziert habe, bereitete mir jetzt zu große Schmerzen. Ich veränderte meine Atmung leicht, so konnte ich den Schmerz etwas minimieren und dadurch weiterhin aushalten.
Ich tauchte tief in die Hypnose ein. Ich wurde ganz still. Man sah nur von Zeit zu Zeit mal meine Hände die Wellen mitbewegen. Ansonsten habe ich mein System so runtergefahren, dass man von außen annahm, ich würde schlafen.
Und so kam es, dass gegen 18:00 Uhr die Hebamme zu mir kam und sagte, sie würde dann jetzt noch mal gehen, da ich ja jetzt schlafen würde und die Wellenabstände seien noch sehr sehr groß. Innerlich sackte alles in mir zusammen.
„War das alles sinnlos, was ich gearbeitet habe und hat es mir gar nichts genützt? War es nicht richtig? Hilfe, jetzt geht sie“ waren meine Gedanken.
Sie wollte nur noch einmal den Muttermund vorher tasten und sich dann auf den Weg machen. Sie tastete den Muttermund: „Lisa!“ rief sie erstaunt auf. „7cm!“ Sie besprach etwas mit P. und ging dann zur Tür hinaus. „Gehst du jetzt?“ fragte ich. „Nein,“ war die Antwort. Sie holte ihre Koffer. Und als sie wiederkam, sagte sie, ich müsse nun aber etwas mehr stehen, um den Druck nach unten zu vergrößern. Das war das was ich versucht hatte zu vermeiden, da es zu sehr weh tat. Aber ich tat es.
Ging ins Tuch, ließ den Druck nach unten zu und tat dies im Wechsel mit einer Phase auf dem Sofa. Ich wusste nun wieder nicht genau, wo ich stehe und wie es weitergehen soll. „Wo kann ich hin, wenn das Kind raus kommt,“ fragte ich. In den Pool wollte ich nicht mehr, so wie es eigentlich geplant war und auf dem Sofa fühlte es sich nicht richtig an. „Das wird sich zeigen,“ antwortete E.
Ich spürte, dass ich jetzt wollte, dass alle bei mir sind. Ich wollte P.s Hand halten. Aber ich spürte, dass er weg musste und nicht bei mir sitzen bleiben konnte. Es war etwas wichtiges, das er tun musste. (Es ging um die Organisation, wie es mit unserem Sohn weiter geht. Er musste seine Eltern anrufen, da es zu spät wurde und er nicht bei H. schlafen konnte. Seine Eltern waren im Urlaub zwei Stunden entfernt und nun auf dem Weg zu L.)
Er ging und ich versuchte weiter, die Fäuste um zwei Igelbälle geballt, die Wellen zu veratmen, aber es fühlte sich etwas nicht gut an. Irgendwann sagte die Hebamme: „Lisa, du musst pressen. Das Kindchen will kommen. Du musst mehr Druck nach unten geben.“
„Ich will nicht,“ sagte ich, immer noch im Tuch schwingend, „es tut so weh.“ Und endlich sagte sie zu mir, dass wir ins Bad gehen und ich mich aufs Klo setzen solle. Dieser Ort fühlte sich gut für mich an. Hier konnte ich los lassen. Hier konnte ich den Druck nach unten zulassen.
„Aber das Kind kann doch nicht ins Klo geboren werden,“ befürchtete ich, „was meinst du, wie viele Kinder ich schon in den sonderbarsten Positionen aufgefangen habe,“ sagte sie bestimmt. Also machte ich weiter. Wir wechselten die Hypnose zur Austrittsphase.
Ich war so erleichtert, dass es jetzt soweit war und es was genützt hat, was ich gearbeitet habe. Dass das Kind jetzt wirklich kommen will und ich einen Ort habe, an dem es kommen kann.
Die Hebamme wies mich immer wieder an, mehr zu pressen und nicht weiter zu veratmen, bis sie irgendwann sagte: „Nimm jetzt die Dinger ab“ und mir die Kopfhörer vom Kopf nahm. „Aber ich brauch meine Dinger,“ sagte ich noch und im selben Moment versuchte ich es und ich schob mit. Und der Schmerz war unendlich.
Ich schrie: „Mama“, „Oh Gott“, „P.“, „E.“. Ich ging hinein ich sagte ja, ich sagte nein und ich machte weiter. Und es war wunderbar, zu spüren, wie mein Kind mit jedem Pressen ein Stück weiter rutschte. Was ich tue, hat Erfolg und mein Kind kommt immer ein Stück näher. Plötzlich rannte alles los, holte Handtücher. „Ihr könnt jetzt nicht mehr los," dachte ich. „E., P.,“ schrie ich. Schnell kamen sie wieder.
So nah, so nah waren wir vor dem großen Moment. „Nur noch eine Wehe und er ist da“ sagte E. Ich sollte vom Klo kommen, P. setzte sich darauf, stemmte mich unter den Armen. Ich hing vor der Toilette, E. hockte vor mir, bereit das Kind entgegen zu nehmen. Diese Position war genau richtig für mich.
„Bei der nächsten Wehe schiebst du kräftig mit,“ sagte sie. Ich schob, aber es reichte nicht. So hingen wir eine Weile. Das Kind im Geburtskanal kurz vor Austritt. Ich ließ es dort noch etwas verweilen. „Bei der nächsten Wehe musst du kräftig mitschieben,“ sagte sie immer wieder mit Nachdruck. Ich spürte, dass es ohne unendlichen Schmerz und das Gefühl, das alles reißt, wohl nicht geht. Es half nichts. Ich musste so kräftig ich konnte, mitschieben.
Und so kam die alles entscheidende Wehe. Ich schob so kräftig ich konnte und das Kind glitt spürbar aus mir heraus. Erst der Kopf und kurz darauf 20:08 Uhr, der Körper. Da lag er auf dem Boden. „Bärchen,“ rief ich. „Nun nimm ihn,“ sagte E. Ich nahm ihn an meinen Körper. Er schrie. Wir gingen zum Sofa. Da lag ich nun mit meinem Baby. Etwas schief und krumm war ich gebettet, den Kopf an der Lehne eingeknickt. Und er schrie und er röchelte.
„Irgendetwas stimmt doch nicht ihm nicht,“ sagte ich. Er gluckert so. Alles rannte aufgescheucht durchs Wohnzimmer. Ich lag eingeknickt da, konnte mich nicht recht bewegen, mit dem schreienden, sich nicht beruhigenden Baby auf der Brust. Ich rief E. zu, dass ich so einen Druck spüre und sie sagte „vielleicht kommt die Nachgeburt auch jetzt schon. Und da war sie auch schon.
Die Situation änderte sich lange nicht. Trinken wollte er vor schreien nicht. E. versuchte, ihn abzusaugen und es kam auch das ein oder andere raus. Ich machte mir Sorgen und betete für N., dass er es überleben würde. Zu P. sagte die Hebamme, dass wir eventuell einen Krankenwagen rufen müssen, wenn es sich nicht auflöst.
P. rief seinen Vater an, der Kinderarzt war. Sie waren gerade angekommen und er kam zu uns. Er untersuchte N., hörte ihn ab und sagte, dass alles wunderbar wäre. Alles in Ordnung. Daraufhin konnten wir uns alle entspannen und nun auch endlich N. Er trank ein bisschen und als er im Anschluss zu P. auf den Bauch kam, beruhigte er sich komplett.
Nun konnte ich genäht werden. Eine Hand hielt P. mir und E. nähte meinen Dammriss so behutsam wie nur möglich. Es war geschafft. Mein Baby war da! Nun kam auch der L., um den N. das erste Mal zu sehen. Er freute sich und durfte seine Nabelschnur durchschneiden. Er entschied sich, bei Oma und Opa zu schlafen und als er gegangen war, ging auch ich ins Bett. N. auf meine Brust gekuschelt.
Ich wurde noch mit Hühnersuppe und einem Stück Plazenta versorgt. Die restliche Plazenta froren wir ein und ich aß sie im Wochenbett in Form von Smoothies auf. P. schmiss noch eine Wäsche mit den blutigen Sachen an und während sie wusch, schliefen wir drei geschafft und unendlich glücklich ein.

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