Erfahrungsbericht
von Maike

In der Hypnose „Geburt visualisieren“ hatte ich mir vorgestellt, dass mein Baby am Mittwochvormittag, den 11.06.25, auf die Welt kommen würde. Also ein Tag vor dem ET. Daher führte ich am Vormittag des 11.06. die Hypnose „Geburtsbeginn mental fördern“ durch. Den Tag über war ich sehr aufgeregt, weil ich immer wieder in mich hineinspürte, ob es bald losginge. Doch nichts passierte.

Am Donnerstag, 12.06.25, am ET, machte ich weiter mit dieser Hypnose. Im Laufe des Vormittags ging dann auch der Schleimpfropf ab. Ich war ganz aufgeregt. Am Nachmittag hatte ich den Termin bei meiner Frauenärztin. Sie stellte fest, dass sich der Muttermund bereits auf 3 cm geöffnet hatte – ohne dass ich etwas davon gespürt hatte.

Das kannte ich bereits von der Schwangerschaft mit M., die zwei Tage nach diesem Befund auf die Welt gekommen war. Meine Frauenärztin meinte, die Geburt würde sicher bald beginnen, zumindest aber in den kommenden Tagen. Sie wollte mir fast keinen Folgetermin mehr geben. Sicherheitshalber vereinbarte ich dennoch einen für den darauffolgenden Montag.

Die kommenden Tage machte ich weiter mit den Hypnosen, übte und ruhte mich immer wieder aus, um meinem Körper die Möglichkeit zu geben, sich zu entspannen und die Geburt vorzubereiten. Am Samstag hatte ich eine leichte Blutung, weshalb ich mit meinem Mann in das Krankenhaus fuhr, in dem ich entbinden wollte.

Die Hebamme untersuchte mich, bestätigte, dass der Muttermund 3 cm geöffnet sei und meinte ebenfalls, dass es bald losgehen würde. Da alles in Ordnung war und es meinem Baby gut ging, fuhren wir wieder nach Hause. Das restliche Wochenende tat sich nichts. Auch nachdem wir am Sonntag auf dem Erdbeerfeld Erdbeeren gepflückt hatten, passierte nichts weiter.

Erst am Abend spürte ich leichte Wellen. Wie Kristin gesagt hatte, wollte ich sie nutzen, um zu üben. Daher legte ich mich umgehend ins Bett, schaltete die Hypnose ein und versuchte, parallel die Wellen zu tracken, wie ich es im Vorfeld geübt hatte.

Nach circa fünf Wellen, verteilt über 40 Minuten, wurden sie langsam seltener und hörten wieder auf. Ich war froh, dass mein Baby sich noch etwas gedulden würde, denn ich hatte mir die Geburt für tagsüber gewünscht. Ich wollte unbedingt ausgeruht sein, wenn die Geburt begann.

Am Montag, 16.06., war ich morgens zum Termin bei der Frauenärztin, eine Kollegin meiner regulären Ärztin aus der Gemeinschaftspraxis. Sie meinte, der Muttermund habe sich wieder geschlossen – und dass trotz der Übungswellen am Vorabend! Ich war enttäuscht. Ich hatte mich gefreut, dass sich mein Muttermund anhand der Visualisierung in der Hypnose und ohne dass ich es gespürt hatte, bereits um 3 cm geöffnet hatte – und jetzt das!

Wir fuhren also ziemlich frustriert wieder nach Hause. Ich ging spazieren, die Sonne schien warm, und ich versuchte, den Tag zu genießen, den mir mein Baby noch schenkte. Nach dem Mittagessen saß ich draußen auf unserer Terrasse. Auf einmal spürte ich leichte Rückenschmerzen. Nicht durchgängig, sondern immer mal wieder. Auch als ich aufstand, kamen sie weiterhin. Also ging ich ins Schlafzimmer und legte mich ins Bett – wie ich es mir in meiner Traumgeburt vorgestellt hatte.

Es war 16 Uhr. Ich hörte mir die Hypnose für die Eröffnungsphase an. Da die Wellen auch im Liegen blieben, schrieb ich kurz meinem Mann eine Nachricht, damit er Bescheid wusste, dass die Wellen wieder begonnen hatten und ich mich hingelegt hatte. Dieser arbeitete ein Stockwerk über mir im Home-Office.

Wie am Vorabend notierte ich die Wellen in meiner App. Sie kamen im Abstand von etwa sechs Minuten. Bereits nach der zweiten Welle, die ich während der Hypnose hatte, gab ich meinem Mann per Nachricht Bescheid, dass es intensiver wurde und ich das Gefühl hatte, unsere Tochter mache sich jetzt auf den Weg.

Er kam zu mir ins Schlafzimmer und sah sich die notierten Wellen an. Er meinte, er würde noch schnell duschen. Während er im Bad war, tauchte ich wieder in meine Hypnose ein. Dank Kristins Stimme fand ich schnell rein. Die Wellen wurden intensiver und in mir entstand der dringende Wunsch, ins Krankenhaus zu fahren. Die Wellen kamen alle fünf, manchmal auch nur drei, Minuten. Als er endlich fertig geduscht hatte und wieder zu mir kam, sagte ich, ich wolle jetzt losfahren.

Er rief im Krankenhaus an und gab Bescheid, dass wir gleich kämen. Dann packte er unsere Tasche, legte sie ins Auto und brachte anschließend mich zum Auto. Als ich ins Auto einstieg, sah ich meine ältere Tochter, wie sie mit der Oma auf uns zukamen. Die Oma hatte sie gerade von der Kita abgeholt. Ich stieg dennoch ins Auto. Mein Mann gab den beiden kurz Bescheid, dass es nun losginge und wir ins Krankenhaus führen. Ich winkte meiner Tochter zum Abschied aus dem Auto zu – währenddessen konzentriert in der Hypnose zu bleiben.

Auf dem Weg ins Krankenhaus kamen die Wellen weiterhin. Ich fand es schwierig, mich während der Autofahrt auf die Hypnose zu konzentrieren. Die Wellen waren sehr intensiv, aber ich gab mein Bestes. Auf dem Parkplatz angekommen, blieben wir noch kurz im Auto sitzen, weil ich gerade eine Welle hatte. Anschließend gingen wir ins Krankenhaus, fuhren mit dem Aufzug in die Geburtsstation und läuteten. Es war ca. 17 Uhr.

Sofort öffnete sich die Tür und eine freundlich lächelnde Hebamme kam uns entgegen. Sie stellte sich als E. vor – was für ein Zufall. Mein Mann und ich lächelten in uns hinein, weil wir unser Baby auch E. nennen würden. Sie erkundigte sich nach den Wellen und ich meinte, sie seien sehr intensiv und drückten nach unten. Sie brachte uns in den Kreißsaal und ich legte mich dort seitlich auf die Liege, wie ich es mir ausgemalt hatte.

Sie tastete den Muttermund und meinte, er sei vollständig geöffnet. Ich war beeindruckt, dass er sich innerhalb so kurzer Zeit geöffnet hatte. Auch war ich stolz auf mich, dass ich die Wellen bis hierher so gut bewältigen hatte können. Nun waren die Wellen und das Druckgefühl dennoch sehr stark. Daher wollte ich gerne eine schmerzlindernde Unterstützung. Für eine PDA war es zu spät – wie schon bei meiner ersten Geburt.

Die Hebamme gab mir stattdessen ein homöopathisches Medikament, was gefühlt nicht besonders viel half. Zusätzlich legte sie eine warme Kompresse auf den Vaginalbereich, die ich als sehr angenehm und schmerzlindernd empfand. Ich sagte ihr, sie könne mir gerne jederzeit Tipps geben, wie ich mich positionieren oder atmen solle. Sie meinte jedoch, ich solle auf meinen Körper hören und das tun, was er mich spüren ließ.

Die Wellen waren nun sehr intensiv und drückten stark nach unten. Ich bat meinen Mann, die Hypnose zu wechseln und die für die Austreibungsphase zu starten. Jetzt wurde es für mich schwieriger, mich voll und ganz auf die Hypnose zu konzentrieren, da die Wellen meine gesamte Aufmerksamkeit in Anspruch nahmen. Daher atmete ich, wie ich es geübt hatte, was guttat.

Immer wenn Kristin in der Hypnose sagte, ich dürfe mich freuen, weil ich bald mein Baby im Arm hielte, lächelte ich. Mein Mann erzählte mir später, er war überrascht, mich trotz dieses Ausnahmezustands immer wieder lächeln zu sehen. Auch hielt ich die ganze Zeit seine Hand. Allerdings nicht fest umklammert, wie ich es bei der Geburt unserer ersten Tochter getan hatte, sondern ganz locker und entspannt – ich steckte ja auch meine ganze Energie darein, mich auf die Hypnose und die Atmung zu konzentrieren. ;)

Nach etwa drei Presswehen war unsere Tochter bei uns. Es war 18:02 Uhr. Meine Hebamme legte sie mir auf die Brust. Ich war völlig überwältigt, dass ich sie nun in den Armen hielt. Ich war so glücklich. Und so stolz auf mich, dass ich die Geburt auf diese für mich so positive Weise vollbracht hatte. :)

Vieles war genau so geschehen, wie ich es mir gewünscht und in der Visualisierung meiner Traumgeburt vorgestellt hatte: Dass die Geburt tagsüber sei und schnell ginge, dass ich die meiste Zeit zu Hause verbringen würde und mein Muttermund relativ weit geöffnet wäre, wenn ich ins Krankenhaus käme und vor allem, dass ich mich kraftvoll und selbstbestimmt fühlen würde während der Geburt.

Meine Hebamme fragte uns, wie unsere Tochter heißen solle und wir sagten „E.“. Daraufhin lächelte sie und freute sich sehr. Meine Tochter durfte auf meiner Brust liegen bleiben, während ich die Plazenta gebar und im Anschluss die Geburtsverletzungen genäht wurden. Dabei hörte ich die passende Hypnose und auch meine Hebamme unterstützte mich bei der Atmung, die mir half, einigermaßen entspannt zu bleiben.

Bei der Verabschiedung sagte mir unsere Hebamme, dass sie sehr beeindruckt gewesen sei, wie ruhig und konzentriert ich unsere Tochter geboren habe. Auch die Ärztin meinte, dass die Geburt aus ihrer Perspektive toll gewesen sei.

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Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
Hebamme
Nina