Erfahrungsbericht
von Manuela

Vorgeschichte: Im Februar 2023 bekam ich mein erstes Baby. Die Geburt hatte ich mir ganz anders vorgestellt. Sie endete mit einem Kaiserschnitt. Darauf war ich nicht vorbereitet. Ich haderte sehr lange mit dem Geburtsverlauf und konnte diesen nur mit Hilfe von psychologischer Unterstützung akzeptieren.

Anfang des Jahres 2025 wurde ich wieder schwanger. Zufällig kam ich zum Podcast "die friedliche Geburt". Mich hat der Podcast sofort sehr positiv angesprochen. Mir war für die zweite Geburt besonders wichtig, dass mich ein unverhoffter Geburtsverlauf nicht mehr so aus der Bahn wirft, wie bei der ersten Geburt.

Und deshalb habe ich mich dann für eine Geburtsvorbereitung mit der friedlichen Geburt entschieden. Ich habe den Kurs gebucht, die Hypnosen geübt, alle Podcast-Geburtsberichte angehört, viele weitere Podcast-Folgen gehört und positive Geburtserfahrungen durchgelesen. Außerdem habe ich während der Schwangerschaft Sport und Beckenbodentraining gemacht.

Mein zweites Baby ist an einem Dienstag im Oktober 2025 auf die Welt gekommen. Am Sonntag davor hatte ich bereits leichte, unregelmäßige Wellen. Sie begannen am Nachmittag und wurden in der Nacht intensiver, waren jedoch in den frühen Morgenstunden wieder weg.

Mit der Atemtechnik und der Hypnose im Ohr waren die Wellen sehr gut auszuhalten. Ich konnte mich gut entspannen und übte schon mal verschiedene Positionen. Ich mochte die Seitenlage und den Vierfüßler-Stand.

Am Montag-Nachmittag kamen die Wellen erneut. Ich verbrachte viel Zeit in der Badewanne oder im Bett. Ich hatte kein Bedürfnis nach Bewegung, sondern nur nach Ruhe und Entspannung. Am Abend, so gegen 20.30 Uhr, musste mein älterer Sohn weinen, darauf reagierte mein Körper und die Wellen setzten wieder aus. Ich ging zu Bett und wurde in den frühen Morgenstunden wieder von Wellen geweckt.

Ich wechselte vom Bett in die Badewanne. Die Wellen wurden intensiver, der Abstand wurde kürzer. Mit der Hypnose im Ohr und dem warmen Wasser fühlte ich mich wohl. Wir entschieden (ein bisschen auf Drängen meines Freundes – ich fühlte mich nämlich in der Badewanne recht wohl), ins Krankenhaus zu fahren.

Vor der Autofahrt hatte ich im Vorhinein ein bisschen Respekt. Die Strecke ist relativ weit (ca. 45 km) und ich wusste auch nicht, wie ich auf die Wellen in einem fahrenden Auto reagieren werde. Ich hörte die Hypnose und schloss meine Augen. Ich merkte, dass das Auto manchmal langsamer wurde – ich kümmerte mich allerdings nicht darum. Mein Freund hat mir später gesagt, dass wir im Stau standen.

Ich hatte während der Fahrt nur 4 leichte Wellen. Ich war mir sicher, dass die Wellen nun wieder aufhören werden (das war ja schon 2 Mal so) und das wir nochmal heimfahren werden. Das Gegenteil traf ein. Ich stieg aus dem Auto aus und hatte eine kräftige Welle nach der anderen. Auf dem Weg vom Parkplatz zum Kreißsaal fühlten sich die Wellen etwas unangenehm an – ich vermute, dass ich zu diesem Zeitpunkt nicht im hypnotischen Zustand war.

Ich wurde von der liebsten Hebamme in Empfang genommen und erreichte den Kreißsaal mit einem Wellenabstand von 2-3 Minuten. Ich teilte der Hebamme mit, dass ich starken Pressdrang spüre. Die Hebamme untersuchte mich und sagte mir, dass ich auf meinen Körper hören darf. Ich konzentrierte mich wieder auf die Atemtechnik, blendete alles rund um mich aus und ließ meinen Körper machen. Ich war im hier und jetzt – ganz bei der Sache.

Die Wellen waren intensiv, jedoch nicht schmerzhaft. Ich schaffte meist noch einen Atemzug mit dem langen Einatmen und musste dann mitpressen. Ich wechselte von der Seitenlage in den Vierfüßler. Ich spürte, dass der Kopf meines Babys schon ein bisschen heraus ist, er flutschte jedoch nochmal zurück. Gleichzeitig spürte ich auch ein Brennen. Mir war klar, was das ist. Bei der nächsten Welle flutschte dann der ganze Körper meines Babys aus mir raus.

Ich nahm mein Baby und legte es mir auf den Bauch, wir kuschelten und ich war überwältigt von dem wunderschönen Ereignis. Während ich mit meinem Baby kuschelte, wurde die Geburtsverletzung versorgt. Ein Dammriss und Risse in den Labien mussten genäht werden. Dies empfand ich als sehr schmerzhaft, obwohl ich eine Betäubung hatte. Bei der Wundversorgung war ich nicht in Hypnose.

Die Geburt meines zweiten Kindes war sehr heilsam und eines der schönsten Ereignisse in meinem Leben. Ich bin dankbar, dass ich zur friedlichen Geburt gefunden habe. Die Vorbereitung auf die Geburt mit den Hypnosen war eine so angenehme Auszeit vom Alltag und tat mir sehr gut.

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Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
Hebamme
Nina