Erfahrungsbericht
von Michaela K.

Geburtsbericht Klinikgeburt, Folgeschwangerschaft nach einem Sternenkind

Die Schwangerschaft war für mich ziemlich herausfordernd, weil es die Folgeschwangerschaft nach unserem Sternenkind war. In meiner ersten Schwangerschaft mit unserem Sternenkind habe ich Kristins Podcast rauf und runter gehört, aber hätte mir den Kurs wahrscheinlich nicht geholt.

Aber in dieser Schwangerschaft habe ich von Anfang an gemerkt: Ich brauche jetzt etwas. Etwas, das mir wieder Vertrauen gibt. Sicherheit. Und ich wollte dieses Mal wirklich all-in gehen. Ich wollte das Beste rausholen, für mich und für unser Baby.

Also habe ich mir den Kurs schon in der 12. Woche geholt und der hat mich wirklich durch die ganze Schwangerschaft getragen. Die Hypnosen haben mir so gut getan, für mein Vertrauen und auch für die Verbindung zu meinem Regenbogenbaby. Und insgesamt hatte ich eine wirklich wunderschöne Schwangerschaft. Trotz der Vorgeschichte. Oder vielleicht gerade deshalb, weil ich mich so bewusst für diese intensive Begleitung entschieden habe.

An einem Dienstag ging die Geburt los. Ich habe morgens meiner damaligen Chefin noch geschrieben, dass alles ruhig sei. Gegen Mittag war ich mit meiner Mama in der Stadt. Und eigentlich bin ich bei sowas total entspannt, aber an dem Tag hat es mich wahnsinnig gestört, dass sie nicht wusste, in welches Café sie gehen möchte.

Wir sind rumgelaufen, und ich habe gemerkt: Ich will eigentlich gar nicht rumlaufen. Das war so untypisch für mich. Und gleichzeitig ein Zeichen, dass irgendwas an dem Tag anders war.

Nachher bin ich direkt heimgefahren. Geplant wäre eigentlich gewesen, dass ich noch schnell einkaufen fahre, aber das wollte ich auch nicht mehr. Es hat mich einfach heimgezogen. Und dann war gegen 17 Uhr meine Nachsorgehebamme da – eigentlich wegen Akupunkturpflastern, die wir dann sein ließen. Es war die gleiche Hebamme, die auch die Geburt meines Sternenkinds begleitet hat und die in der Klinik, in die ich wollte, als Beleghebamme arbeitet.

Und ich habe ihr gesagt, dass sich heute irgendwas komisch anfühlt, anders. Und sie meinte: „Vielleicht sehen wir uns später, ich habe Nachtdienst.“ Und das hat mich so gefreut, weil das tatsächlich ein Teil meiner Geburtsvisualisierung war.

Die Wellen wurden dann deutlicher und ich bin ins Schlafzimmer gegangen. Es war abgedunkelt, ich lag viel in der Seitenlage, habe die Hypnosen gehört und die tiefe Bauchatmung genutzt. Ich war total bei mir und im Fokus. Raum und Zeit gab es irgendwie nicht mehr – ich habe nur gemerkt, wie viel Zeit vergangen war, wenn ich aufgestanden bin, um kurz auf Toilette zu gehen.

Zwischendurch hatte ich plötzlich Hunger. Ich habe meinem Mann geschrieben: „Gnocchi?“ Er hat einen Daumen hoch zurückgeschickt. Ich bin dann ins Wohnzimmer, habe dort die Gnocchi gegessen und musste während des Essens immer wieder Pause machen, wenn eine Kontraktion kam.

Nach dem Essen kam dann der Impuls: Ich würde, glaube ich, gern losfahren. Mein Mann hat dann im Kreißsaal angerufen, so wie wir es besprochen hatten. Die Hebamme am Telefon war nicht allzu freundlich und meinte nur: „Das ist gerade sehr schlecht, es ist kein Kreißsaal frei. Sie ist ja Erstgebärend, bleibt noch daheim...“

Das war erstmal etwas überfordernd für ihn, auch weil wir ausgemacht haben, er sollte mich bestmöglich nicht stören. Er hat's mir dann aber gesagt und für mich war es aber gar nicht schlimm in dem Moment. Ich konnte es gut annehmen, bin einfach wieder zurück ins Schlafzimmer, zurück in die Hypnose. Und im Nachhinein denke ich: Das war perfekt, wir wären nämlich sonst wahrscheinlich zu früh da gewesen.

Etwa 1,5 Stunden später haben wir uns dann auf den Weg gemacht – ohne nochmal anzurufen. Ich wollte jetzt an meinen Geburtsort. Die Parksituation dort ist leider sehr blöd für Gebärende, da der Weg vom Parkplatz in den Kreißsaal richtig weit ist. Ich musste immer wieder stehen bleiben und die Wellen veratmen. Zum Glück war es nachts, also ohne viel fremde Menschen drum rum. Auch ein Punkt in meiner Geburtsvisualisierung.

Bei der Untersuchung hieß es dann: fünf Zentimeter. Und ich weiß noch, wie ich mich gefreut habe, denn auch das hab ich mir visualisiert, dass ich mit mindestens 5 cm ankomme. Die Zeit in der Aufnahme war für mich wirklich herausfordernd. Es war hell, ich musste die Maske tragen (damals noch Corona), und die Liege war richtig unbequem.

Dazu diese ganzen Fragen – obwohl ich alles bei der Anmeldung schon ausgefüllt hatte. Da war ich kurz echt genervt und rausgerissen. Heute würde ich sagen: Das sollte mein Mann übernehmen. Als wir endlich in den Kreißsaal konnten – der einzige mit einer Wanne, auch das hab ich mir visualisiert - war ich erst im Vierfüßlerstand auf dem Bett. Aber ich habe sofort gemerkt: Das taugt mir gar nicht.

Ich wollte in die Wanne. Es war heiß – August – und im ersten Moment dachte ich: „Das halt ich nicht aus.“ Aber ich wollte es probieren. Und nach kurzer Zeit war klar: Das ist mein Ort. Ich war richtig lange in der Wanne. Zwischen den Wellen habe ich mich hinten angelehnt, die Augen geschlossen, vielleicht bin ich sogar mal kurz eingenickt.

Während der Wellen war ich in Bewegung, ganz intuitiv, ich konnte mich an einem Seil, was von der Decke hing, festhalten und bin einfach meinem Körper gefolgt. Mein Mann hat mir nur ab und zu Wasser gereicht oder mir den Schweiß abgetupft. Mehr brauchte ich zu dem Zeitpunkt im Außen nicht. Die Hebamme war oft nicht da, weil so viel los war, aber das war zu dem Zeitpunkt okay für mich.

Irgendwann habe ich gemerkt: Puh, das wird jetzt richtig intensiv. Ab dem Zeitpunkt wollte ich dann auch nichts mehr am Körper haben, weder Kleidung, noch die Kopfhörer. Jede Berührung war mir zu viel. An dem Punkt war es so herausfordernd, dass ich mich fragte, wie lange ich das noch schaffe.

Ich meinte zu meinem Mann, er soll die Hebamme holen und fragen, was denn das Erste wäre, mit dem man als Unterstützung beginnen könnte. Und ich wollte, dass die Hebamme dableibt und das tat sie dann auch.

Mein Mann hat aber eine andere Frage gestellt, was super war: „Können Sie uns sagen, wo wir gerade sind?“ Die Hebamme meinte nur: „Übergangsphase.“ Und dieses eine Wort hat mich sofort wieder aufgebaut. Ich wusste aus dem Kurs: Das ist die Phase, von der alle erzählen. Die, wo viele Frauen denken, sie schaffen es nicht mehr – und gleichzeitig die Phase, nach der man es eigentlich schon fast geschafft hat. Das hat mir richtig Kraft gegeben.

Etwas später hieß es dann: „Zehn Zentimeter.“ Aber ich hatte keinen Pressdrang. Gar nicht. Dieses natürliche Mitschieben, dass viele Frauen erleben, blieb komplett aus. Ich sollte dann aus der Wanne raus, wir haben verschiedene Positionen probiert und irgendwann bekam ich einen Wehentropf, weil die Wehen nicht stark genug gewesen sein sollen.

Am Ende kam unsere Tochter in einer halbsitzenden Rückenlage zur Welt. Eigentlich genau die Position, die ich nicht wollte. Aber in dem Moment war es die einzige, in der es voranging. Diese letzte Phase fand ich nicht mehr allzu schmerzhaft, sondern vor allem körperlich sehr sehr anstrengend. Ich brauchte viel Zuspruch von außen.

Am meisten Motivation bekam ich, als ihr Köpfchen sichtbar wurde. Kurz war ich zwar irritiert, weil die Hebamme meinte, sie sieht ganz viele dunkle Harre – mein Mann und ich sind blond. Aber zu spüren, wie es voran ging und das Wissen, dass ich ganz bald mein Regenbogenbaby bei mir haben würde, war ein überwältigendes Gefühl.

Es dauerte dann nicht mehr lange und der Kopf war geboren – das war nochmal kurz sehr schmerzhaft, aber der Körper kam dann mit der nächsten Welle und es war geschafft. Um 4:56 Uhr. Als sie dann endlich auf mir lag, war ich einfach nur erleichtert und unfassbar glücklich.

Die letzte Phase war körperlich sehr anstrengend, aber danach kam sofort wieder Energie. Wirklich sofort. Das hat mich total überrascht. Wir hatten dann ganz viel Zeit zum Kuscheln, Ankommen, Bonding, Stillen. Und danach ging es auf die Station. Ich bin wirklich froh über diese Geburtserfahrung und dass so viel aus meiner Visualisierung eingetroffen ist. Ich hab jedem Besuch im Wochenbett von dieser schönen Erfahrung erzählt :)

Wir Frauen sind einfach unfassbar stark – von wegen schwaches Geschlecht :D Dass Einzige, was ich mich manchmal frage: Vielleicht hätten wir in der Wanne noch warten können. Heute weiß ich, es kann sein, dass der Pressdrang erst später kommt. Aber ich kann es inzwischen gut annehmen.

Danke, liebe Kristin für deinen Kurs, deinen Podcast und deine Arbeit – für ein neues Bild von Geburt.

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Nora Imlau22.09.2019
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