Erfahrungsbericht
von Milena
Seit fünf Wochen ist unser kleines Baby nun bei uns – und ich möchte mich von Herzen tausendmal bedanken. Danke für diese wunderbare Begleitung und dafür, dass ihr mir mit all den Übungen, Meditationen, Hypnosen und vor allem mit dem Vertrauen in meinen eigenen Körper so viel Sicherheit für diese Geburt gegeben habt.
Es war meine zweite Geburt, aber meine erste Geburt mit der Friedlichen Geburt. Rückblickend fühlt sie sich für mich unglaublich heilsam und rund an.
Meine erste Geburt liegt inzwischen zweieinhalb Jahre zurück. Damals hatte ich die Hypnobirthing-Methode angewandt und war zunächst voller Zuversicht. Die Geburt dauerte ungefähr 26 Stunden, und ich erlebte einen Wellensturm, der mich so sehr forderte, dass ich mich für eine PDA entschied. Da das Köpfchen nicht ganz optimal eingestellt war, kam unser erstes Kind schließlich mit Unterstützung einer Saugglocke zur Welt. Rückblickend hat mich diese Erfahrung stärker geprägt, als mir damals bewusst war.
Deshalb war auch dieses Mal ein kleiner Teil von mir gespannt, wie es werden würde: ob wieder ein Wellensturm käme, ob ich wieder aus der Hypnose herauskommen und ob ich wieder in sie hineinfinden würde… Gleichzeitig hatte ich mich auch dieses Mal gut vorbereitet und war voller Vorfreude und Zuversicht. Heute bin ich einerseits ein wenig traurig, die Friedliche Geburt nicht schon früher gefunden zu haben, vor allem aber unglaublich dankbar, dass ich sie dieses Mal kennenlernen und erleben durfte.
Schon etwa zwei Wochen vor der Geburt hatte ich immer wieder Übungswellen. So auch am Tag der Geburt: Vier Tage vor dem errechneten Termin verspürte ich ab etwa 16 Uhr leichte Wellen und dachte zunächst: „Na gut, mal schauen, wie es weitergeht.“
Mittags hatte ich noch eine PEP-Klopfübung gemacht, um mögliche alte Ängste aus der ersten Geburt loszulassen, und anschließend die Hypnose „Abschied von der Schwangerschaft“. Am Nachmittag wurde ich noch zu einem kleinen Spaziergang eingeladen. Obwohl ich eigentlich gerne mitgekommen wäre, hatte ich plötzlich ganz deutlich das Gefühl, dass es an diesem Tag nicht mehr passte. Ich blieb zu Hause und konnte so meine Energie bewahren.
Als ich gegen 22 Uhr ins Bett ging, hatten sich die Wellen verändert. Zum ersten Mal dachte ich: Vielleicht beginnt hier tatsächlich gerade die Geburt. Trotzdem konnte ich ganz entspannt einschlafen, da ich wusste, dass ich für jede Situation eine Hypnose bereit hatte.
In der Nacht wachte ich immer wieder auf und merkte langsam: Ja, es geht wirklich los. Ich hörte die Hypnose „Frühzeitiger unerwarteter Geburtsbeginn“, die mir sehr half, mich auf den Prozess einzulassen. Irgendwann kamen diffuse Ängste hoch. Ich klopfte wieder mit PEP und konnte diese Gefühle dadurch nach und nach loslassen.
Am Morgen sagte ich schließlich zu meinem Mann: „Es geht wirklich los.“ Und trotzdem blieb ich ganz in meiner eigenen Welt. Ich sprach wenig, schaute kaum aufs Handy und wusste erstaunlich genau, was ich gerade brauchte. Ich machte sogar noch ein Retourpaket fertig und aß einen Teller Nudeln – und blieb dabei trotzdem in Hypnose. Rückblickend ist das für mich immer noch total überraschend.
Während mein Mann sich um unser erstes Kind kümmerte, lag ich auf der Seite im Bett und veratmete die Wellen. Die Atemtechnik war der Hammer. Ich erzähle mittlerweile jeder schwangeren Frau davon, weil sie sich so unglaublich gut angefühlt hat. Ich konnte jede Welle mit einem freudigen inneren „Ja!“ begrüßen. Sie fühlten sich eher wie Druck und Dehnung an, nicht wie etwas Unangenehmes.
Es war fast wie beim Surfen: Man sieht die Welle kommen, begrüßt sie, reitet auf ihr und lässt sie wieder ausrollen. Ich hatte tatsächlich fast Freude daran, die Wellen zu meistern.
Besonders berührend war für mich, dass ich dabei immer wieder mit unserem Baby in Kontakt gehen konnte. Ich machte kleine Check-ins, spürte nach ihm und hatte das Gefühl, wie es reagierte, sich bewegte und weiter nach unten arbeitete. Diese Verbundenheit war wunderschön – gerade weil ich bei meiner ersten Geburt durch die Intensität irgendwann kaum noch in diesem Kontakt mit meinem Baby sein konnte.
Nach dem Mittagsschlaf unseres ersten Kindes wusste ich: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Wir verabschiedeten uns und machten uns auf den Weg ins Krankenhaus.
Auch die Autofahrt war diesmal ganz anders. Bei meiner ersten Geburt war sie sehr intensiv gewesen; ich hatte jede Unebenheit und jedes Schlagloch gespürt. Dieses Mal hatte ich ungefähr sieben Wellen, die zwar stärker wurden, aber weiterhin gut zu bewältigen waren.
Im Krankenhaus ließ ich meine Schlafmaske bis fast in den Kreißsaal hinein auf, obwohl ich vor der Geburt gedacht hatte, dass es mir vielleicht unangenehm sein könnte, weil es auf andere komisch wirken könnte. Aber plötzlich war es mir egal. Durch die Maske und die Noise-Cancelling-Kopfhörer konnte ich ganz in meiner eigenen Welt bleiben.
Gegen 15:30 Uhr kamen wir im Kreißsaal an. Mit der Hebamme hatte ich nicht dieses hundertprozentige „Das passt“-Gefühl; sie wirkte auf mich etwas kalt. Eine meiner Sorgen war gewesen, dass mich eine Hebamme, mit der es nicht sofort klickt, blockieren könnte. Aber das geschah nicht. Die Friedliche Geburt hat mir geholfen, Vertrauen in mich, meinen Körper und auch in die Professionalität der Hebamme zu haben.
Sie untersuchte mich kurz und meinte, ich sei bei sechs Zentimetern. Sie musste nach den anderen Mamas schauen und würde wiederkommen. Kurz bevor sie den Raum verlassen wollte, fragte ich sie, wann ich in die Badewanne dürfe, und bat sie, das Wasser einzulassen. Glücklicherweise war mir das noch eingefallen, bevor sie ging, denn sonst hätte ich es nicht mehr in die Wanne geschafft.
Da meine Wellen immer noch gut zu veratmen waren, ging auch mein Mann noch kurz etwas zu essen holen, sodass ich vielleicht 15 bis 20 Minuten allein im Kreißsaal war. In dieser kurzen Zeit veränderte sich plötzlich alles. Die Wellen wurden unglaublich intensiv.
Ich rief meinen Mann an: „Du musst jetzt kommen. Ich möchte entweder sofort eine PDA oder in die Badewanne. Ich schaffe das nicht mehr.“
Heute weiß ich, dass das bereits die Übergangsphase war. Mein Mann kam herbeigeeilt und brachte die Hebamme gleich mit. Bei der erneuten Untersuchung war ich bereits bei zehn Zentimetern. Die Hebamme musste trotzdem noch den Zugang legen. Danach ging ich direkt in die Badewanne, die bis dahin glücklicherweise vollgelaufen war.
Als ich ins warme Wasser glitt, war da sofort diese unglaubliche Erlösung. Wärme. Loslassen. Eine kurze Pause zum Sammeln.
Dann begannen die Presswellen.
Es war eine unglaublich kraftvolle und existenzielle Erfahrung. Ich spürte, wie mein Baby sich seinen Weg durch mein Becken suchte. Ein starkes Dehnungsgefühl, intensiv und völlig neu, aber nicht unangenehm. Eher ein überwältigendes: Wow. Was passiert hier gerade? Und gleichzeitig ein ganz klares Gefühl: Ja. Genau so.
Nach drei oder vier Presswellen sagte die Hebamme, dass das Köpfchen da sei. Sie leitete mich ruhig und klar an und bat mich um eine kurze Pause, damit sich alles langsam und schonend dehnen konnte. Obwohl der Pressdrang enorm war, konnte ich mich darauf einlassen.
Mit der nächsten Welle war unser Baby da, und die Hebamme leitete mich an, es zu mir zu nehmen. Ich nahm es in meine Hände und begann vor Glück und Erleichterung zu weinen.
Es war so überwältigend, so kraftvoll und gleichzeitig so friedlich. Wenn ich heute daran denke, kommen mir immer noch die Tränen – vor Dankbarkeit, Berührtheit und Glück.
Der Gynäkologe kam wenige Minuten später, und ich konnte ihm lachend sagen, dass er leider fast umsonst gekommen sei, weil schon alles geschafft war. Ich hatte keinerlei Geburtsverletzungen. Ob das nun daran lag, dass es meine zweite Geburt war, am warmen Wasser oder einfach daran, dass es genau so sein sollte, weiß ich nicht. Ich bin einfach nur dankbar.
Auch im Wochenbett konnte ich noch mehrere der Hypnosen genießen. Meine erste Geburt hat mir gezeigt, wie überwältigend eine Geburt sein kann. Wenn ich heute auf diese zweite Geburt zurückblicke, bin ich vor allem dankbar: dankbar für unser Baby, dankbar für meinen Körper und dankbar dafür, dass ich erleben durfte, wie viel Verbundenheit und Kraft in einer Geburt liegen können.
Ich möchte am liebsten allen Frauen, die irgendwann ein Kind bekommen möchten, davon erzählen und es laut in die Welt hinausrufen.
Danke für eure wunderbare Arbeit und dafür, dass ihr mich durch diese besondere Zeit begleitet habt. <3

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