Erfahrungsbericht
von N.

Die ersten Geburtsvorboten habe ich bereits montags gespürt. Am Abend hatte ich mit Unwohlsein und Überkeit zu tun. Habe mich dann nach dem ins Bettbringen des großen Bruders entschieden, in die Badewanne zu gehen, was erst einmal ohne Wirkung war.

Drei Stunden später lag ich immer noch wach und spürte die ersten leichten Wehen im unteren Rücken und Unterbauch im drei Minuten Abstand, aber nicht schmerzhaft, sondern nur als Druck. Nach zwei weiteren Stunden schmerzloserer Wehen im kurzen Abstand entschied ich mich zu einem Anruf im Kreißsaal. Die sehr nette Hebamme hat mich dann gebeten, doch einmal vorbei zu kommen. Die Untersuchung ergab keine Muttermundwirksame Wehen und wir sind in der Nacht wieder nach Hause.

Die Wehen haben mich dann mal intensiver und mal weniger intensiv den Rest der Woche begleitet. Teilweise hatte ich stundenlang in 2-3 Minuten Abstand diesen Druck nach unten, ein Brennen im Oberbauch und kribbelnde Beine. Erst am Samstag nach dem Aufstehen fühlte es sich an, als ob der Kopf tiefer ins Becken gerutscht wäre.

Den gesamten Tag über hatte ich wieder die gleichen Wehen wie den Rest der Woche. Wir waren den ganzen Tag unterwegs, aber gegen 18:30 Uhr hatte ich plötzlich einen sehr starken Drang, nach Hause zu fahren. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich wieder die regelmäßigen, aber schmerzlosen Wehen. Als wir zu Hause ankamen, werden die Wehen intensiver und ich mache mir die Hypnose an, die mir sehr gut hilft. Auch als ich in die Badewanne gehe, habe ich die ganze Zeit die Hypnose an. Es beruhigt mich unheimlich und verbindet mich gefühlt extrem mit mir und meinem Kind.

Gegen 21 Uhr muss ich die ersten Wehen veratmen und ab hier bin ich total in meiner Welt. Die Hypnose auf den Ohren und meist die Augen geschlossen. Wir fahren ins Krankenhaus und als wir dort um 22 Uhr den ersten Befund mit 3 cm MM-Öffnung bekommen, bin ich kurz etwas deprimiert, weil sich alles schon so intensiv anfühlt. Ich frage nach der Wanne, aber alle Geburstwannen sind belegt.

Ich will alternativ ein Schmerzmittel oder in eine kleine Wanne, aber Hebamme L. meint schon, dass werden wir alles nicht brauchen, lässt aber trotzdem das Wasser in eine kleine Wanne ein. Die Geburt nimmt richtig Fahrt auf und ich kann die Kopfhörer nicht mehr ertragen. Die Wehen kommen ohne Pause und extrem stark, auch in den mini kleinen Pausen von ein paar Sekunden spüre ich den Druck nach vorne, aber während der Wehe extrem nach hinten.

Ich verspüre einen Pressdrang und die Hebamme gibt ohne nochmal nach dem MM zu schauen das Go mit zu schieben, was mich kurz verdutzt aber ich schiebe mit und es tut sich auch etwas, die Fruchtblase platzt. 4 Presswehen und 10 Minuten später plumst unser kleiner Sonnenschein in die Arme der Hebamme (ich kniee auf dem Boden vor ihr, stütze mich auf den Pezziball und mein Mann sitzt vor mir und hält meine Hände), es ist 22:10 Uhr, als ich mein Baby durch meine Beine durch in den Arm nehmen darf und ich bin sofort Schock verliebt und so stolz, was wir zusammen geleistet haben.

Er wird als Turbo Baby bezeichnet. Ich werde genäht (Dammriss 2. Grades, ein Labienriss und mehrere Schürfungen) und dann werden wir gegen 0:00 Uhr von der Schwester auf Station gebracht. Am nächsten Morgen gehen wir wie geplant (ambulant) nach Hause. Im Laufe des Tages stelle ich fest, dass ich in den Oberschenkeln und im Rumpf Muskelkater habe. Aber tatsächlich hatte ich auch Muskelkater in Stirn und Nase :)

VideoberichteMehr Videoberichte
Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
Hebamme
Nina