Erfahrungsbericht
von Nadine
Liebe Kristin,
auch ich möchte mich herzlich für deinen Input und den tollen Kurs bedanken, mithilfe dessen ich eine gute erste Geburt erfahren durfte, die zwar alles andere als erwartet, aber größtenteils super gelaufen ist. Da mich die vielen Geburtsberichte in der Schwangerschaft sehr gestärkt haben und mir gezeigt haben, wie unterschiedlich Geburten auch ablaufen können, möchte ich auch unsere Geschichte teilen.
Meine Schwangerschaft lief bis zur Geburt sehr gut und ich habe schon früh angefangen, mit dem Kurs erste Hypnosen zu machen. Vor allem die Hypnosen, bei denen man mit seinem Baby Kontakt aufnimmt, haben mir sehr gefallen und mich manchmal zu Tränen gerührt.
Leider habe ich es aber nicht geschafft, alle Lektionen vor der Geburt durchzumachen. Ich hatte mir vorgenommen, mich im Mutterschutz dann nochmal richtig gut vorzubereiten, ich wollte vorher nur noch "kurz" meine Doktorarbeit fertig machen. Doch unsere kleine C. wollte diese Abgabe wohl nicht verpassen, denn sie ist 5 Tage vor der geplanten Abgabe und damit 4 Wochen vor ET zu uns gekommen.
In der Nacht bin ich aufgewacht, weil ich aufs Klo musste und hab dann beim Aufstehen gemerkt, dass meine Hose nass war. Ich hab noch überlegt, ob ich wohl inkontinent von der Schwangerschaft geworden bin, doch nachdem auch nach dem Pinkeln noch Wasser aus mir raus gelaufen ist, war ich mir doch ziemlich sicher, dass meine Fruchtblase geplatzt sein musste.
Deshalb habe ich meinen Mann geweckt und dann im Krankenhaus angerufen, da der Zeitpunkt ja doch noch ziemlich weit vor ET war. Wir sollten dann direkt ins Krankenhaus fahren, weil ich aufgrund des frühen Zeitpunkts Antibiotika zur Sicherheit bekommen sollte. Da ich noch keine Wellen gespürt habe, sind wir also ganz entspannt ins Krankenhaus gefahren.
Dort angekommen, wurde ein CTG geschrieben und ein Fruchtwassertest durchgeführt. Die Fruchtblase war tatsächlich geplatzt und auf dem CTG habe ich dann auch die Wellen gesehen, die ich offensichtlich schon alle 3-5 Minuten hatte. Durch das CTG konnte ich dann auch in meinen Körper hinein hören, wie sich diese Wellen anfühlen, da man ja als Erstgebärende gar nicht so genau weiß, was einen erwartet.
Ich habe diese ersten Wellen dann ganz entspannt veratmet, bin dafür immer kurz in Trance gegangen und hab mich sonst mit meinem Mann darüber unterhalten, dass das alles jetzt doch ziemlich abrupt kommt. Anschließend habe ich noch einen Ultraschall bekommen, um zu schauen, wie groß und schwer unsere kleine Maus ist (wir waren in einem kleinen Krankenhaus ohne Kinderklinik, ich schätze, sie wollten sichergehen, ob sie schon stark genug ist, sonst hätten sie uns vermutlich weiter geschickt). Da sie aber 3kg gemessen haben, durften wir bleiben.
Die Hebamme hat noch versucht, den Muttermund zu ertasten, meinte aber, das Köpfchen sei schon so tief drin, dass es nicht ging, ohne mir große Schmerzen zu verursachen, deshalb haben wir es dann gelassen. Da das Köpfchen auch schon während der Schwangerschaft immer tief im Becken saß, hat mich das nicht gewundert. Sie haben uns dann das Wehenzimmer gegeben, in dem ein Ehebett steht, damit wir noch ein bisschen versuchen sollten, zu schlafen.
Zum Glück ist mein Mann auch da geblieben, ich bin mir nicht sicher, ob er es sonst am Ende rechtzeitig geschafft hätte. Mein Mann hat mir also noch den Bauch massiert und ich hab das Antibiotikum bekommen - da war es so 1:30 Uhr nachts - und dann hat er geschlafen und ich natürlich nicht. Ich hab noch die Hypnose "Abschied von der Schwangerschaft" gehört, weil ich mich schon so auf die gefreut hatte und etwas traurig war, diese jetzt nur einmal hören zu können.
Und dann habe ich einfach die restliche Nacht die Wellen veratmet, die immer stärker geworden sind. Bald hat mich auch schon nichts mehr im Bett gehalten, weil bei jeder Welle auch ein bisschen Fruchtwasser ausgelaufen ist und ich das unangenehm fand. Deshalb hab ich mich dann einfach aufs Klo gesetzt, da konnte es laufen, ohne mich zu stören.
Und da hab ich dann eigentlich die restliche Nacht meine Wellen veratmet, was extrem gut geklappt hat. Ich würde sagen, bis dahin hatte ich überhaupt keine Schmerzen.
Allerdings konnte ich nicht mehr im Bett liegen oder sitzen, da hab ich einfach keine gemütliche Position gefunden. Das hätte ich mir ja auch nie vorgestellt, dass ich die komplette Eröffnungsphase auf einem Klo sitzend verbringe...
Morgens war dann Schichtwechsel der Hebammen, als die neue sich vorgestellt hat, habe ich zum ersten Mal Schmerzen bei einer Welle verspürt, weil ich dabei nicht in Trance sein konnte. Sie meinten, wir würden so in einer Stunde mit uns in den Kreißsaal gehen, um dort noch ein CTG zu schreiben. Da es mir bis dahin wirklich gut ging, hat das für mich gepasst.
Aber dann, ganz plötzlich, hatte ich richtig unangenehmes Drücken. Es hat sich angefühlt, als ob ich ganz dringend groß aufs Klo müsste, nur dass ich da ja gerade erst war und nichts gekommen ist. Plötzlich habe ich gesagt, dass ich nicht mehr kann und nicht mehr will... Wie bei vielen anderen im Nachhinein eindeutig die Übergangsphase, ich hab es nur nicht verstanden in dem Moment.
Ein Tipp von mir: sagt euren Begleitungen, dass sie darauf achten sollen, dann wisst ihr es vielleicht besser als wir. Danach hatte ich starke Schmerzen, das waren die Presswehen. Nur dass ich das auch nicht wusste, es hat sich für mich nicht wirklich nach Pressdrang angefühlt und ich wusste ja nicht, ob die Wehen nicht noch deutlich stärker werden müssten. Schließlich waren es erst 5 Stunden und ich dachte, erste Geburten müssten doch deutlich länger dauern.
Aus irgendeinem Grund ist dann aber zum Glück die Hebamme doch relativ bald wieder zu uns gekommen und hat gemeint, dass wir doch jetzt schon in den Kreißsaal gehen. Das konnte ich zum Glück in einer Wellenpause ohne Schmerzen tun. Die Hebamme hat das CTG angeschlossen und gemeint, sie kommt in einer halben Stunde wieder, wenn ich Pressdrang bekomme, sollen wir uns melden. Ich - schon mit Presswehen - konnte das aber gar nicht einschätzen.
Zwei schmerzhafte Wellen später, in denen ich auch ziemlich laut gestöhnt habe, kam die Hebamme wieder rein und meinte, sie untersucht mich jetzt doch Mal. Siehe da, mein Muttermund war schon vollständig eröffnet und wir konnten anfangen, zu pressen. Und hier bin ich im Nachhinein traurig, dass ich nicht mehr alle Lektionen des Kurses vor der Geburt durchmachen konnte und mir die Hypnose zur Austrittsphase nicht vorher Mal angehört habe.
Während der Eröffnungsphase habe ich die Hypnose gar nicht gebraucht, weil es so gut geklappt hat, mich selbst in Trance zu versetzen und zu atmen und zu visualisieren. Und dann ging alles so schnell und ich war so überfordert, dass ich die Hypnose für die Austrittsphase nicht mehr angemacht habe. Stattdessen habe ich mich auf die Hebamme verlassen, die aber sehr vehement war und mich dazu gebracht hat, ohne Rücksicht auf Verluste zu pressen.
Das hat mich körperlich extrem angestrengt und in mir war nur noch ein Gefühl von, es soll aufhören und das Kind soll endlich raus kommen. Im Nachhinein habe ich die Hypnose von Kristin nochmal in Ruhe im Wochenbett angehört und war traurig, denn dieses bejahende und die Vorfreude, die hatte ich bei der Geburt und dem Pressen dann gar nicht mehr. Sehr schade, denn ansonsten war die Geburt eine wirklich schöne Erfahrung für mich.
Als die Kleine nach ca. einer Stunde dann auf meinem Bauch lag und gesund war, da war ich unendlich glücklich. Da ich viel Blut verloren hatte, haben sie die Nachgeburt beschleunigt, da war aber alles gut.
Und dann musste ich noch genäht werden, weil ich einen Dammriss hatte. Und für mich war das schlimmer als die Geburt. Ich hasse Nadeln und leider hat die Betäubung nicht vollständig gewirkt, weshalb ich viele der Stiche gespürt habe. Die meiste Unterstützung von meinem Mann habe ich dabei gebraucht, da habe ich in seinen Arm gebissen und seine Hand gedrückt, bei der Geburt selber war das nicht notwendig gewesen.
Letztendlich kann ich also sagen, alles was ich im Kurs von Kristin gelernt habe und unter Geburt angewendet habe, hat mir sehr geholfen und mir das Gefühl gegeben, eine wunderbare Geburt zu erleben. Schade, dass ich es nicht geschafft habe, mich auf alles vorzubereiten, sonst wäre vermutlich auch das Ende der Geburt viel schöner in meiner Erinnerung.
Aber ich bin von der Methode vollkommen überzeugt und werde sie bei einer nächsten Geburt zu 100% wieder nutzen, dann hoffentlich in allen Phasen der Geburt.

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