Erfahrungsbericht
von Nadja
Eine Wirklich friedliche Geburt
Schon während der Schwangerschaft habe ich immer wieder über den Kauf der friedlichen geburt nachgedacht. Da ich viel mit meiner Psyche zu kämpfen hatte (Kontaktabbruch zur eigenen Mutter, Selbstzweifel, depressive Verstimmung) habe ich mich letztendlich dazu entschieden, mich zusätzlich mental auf die Geburt vorzubereiten.
Ich hab die App nicht täglich, aber regelmäßig genutzt und dann auch intensiv geübt. Ich habe mich für eine Geburt im Krankenhaus entschieden. Bereits in der Schwangerschaft halfen mir die Hypnosen, um runter zu kommen, sodass ich sie doch sehr gerne machte und mich gut darauf einlassen konnte.
Am Vortag der Geburt spürte ich bereits immer wieder Wellen, konnte diese allerdings nicht einordnen, sodass ich sie eher als Senkwellen einstufte, da ich 2 Wochen vor ET war und mein erstes Kind erwartete. Abends begann ich, diese dann doch zu tracken und stellte fest, dass sie relativ regelmäßig waren.
Um 23 Uhr wachte ich dann auf und konnte nicht mehr schlafen, da die Wellen doch stärker und regelmäßiger waren, als gedacht. Ich veratmete die komplette Nacht meine Wellen im Beisein meiner beiden Katzen, die offensichtlich spürten, dass etwas anders ist. Sie wichen mir nicht von der Seite und schnurrten an meinem Bauch, was das Zeug hielt.
Als ich mich dann morgens um 6 Uhr hinlegte, um nochmal zu versuchen, etwas schlaf zu bekommen, überkam mich eine heftige Welle und plötzlich knackte es. Meine Fruchtblase war geplatzt. Ich weckte meinen Mann, den ich mit Absicht schlafen ließ, damit wenigstens einer von uns mit genügend Energie in den Tag starten konnte. Ich sagte ihm, er solle sich bereit machen, aber wir könnten sicher noch einen Kaffee trinken.
Ich versuchte, mir die Hypnose der Eröffnungsphase aufs Ohr zu nehmen, konnte das aber überhaupt nicht ab in dem Moment. Also ließ ich es. Auch die Bauchatmung konnte ich nicht anwenden. Ich hatte sehr das Bedürfnis, mich nicht abzuschirmen und aktiv im Kontakt mit meinem Mann und dem außen zu bleiben. Die Wellen kamen dann plötzlich so heftig und häufig, dass wir doch zügig ins Krankenhaus gefahren sind.
Als wir ankamen, hatte ich den Eindruck, dass die Hebamme uns zunächst nicht so ernst nimmt. Schließlich bin ich ja eine Erstgebärende und diese können die Situation ja meist noch nicht so gut einschätzen. Sie stellte dann fest, dass ich bereits bei 7 cm bin. Zu dem Zeitpunkt konnte ich bereits nicht mehr liegen und musste tief und laut unter Wehen Tönen. Aber das Tönen half mir, den Schmerz zu veratmen.
Ich kam zügig in den Kreißsaal, wo ich dann nach einer weiteren Stunde unter Wellen und verschiedenen Positionen letztendlich in die Wanne bin. Die Zeit zwischen den Wellen konnte ich super nutzen, um mich zu entspannen und war gut ansprechbar. Nach weiteren 3h in der Wanne kam unsere Tochter K. zur Welt.
Weder die Hebamme noch die Ärztin haben sich aktiv in meinen Geburtsprozess eingemischt. Sie agierten hauptsächlich als stille Zuschauer ebenso wie mein Mann und waren da, falls ich was brauchte. Sie ließen mich die Entscheidungen treffen. Die Hebamme genauso wie mein Mann haben es mir angenehmer gemacht durch ihre Präsenz und dem Mittönen. Selbst als ich vollständig eröffnet war, ergriff ich die Initiative und bat die Hebamme, mich zu untersuchen, da ich glaubte, ich bin bei 10 cm, was sie mir zügig bestätigte. Ich spürte es.
In der Austrittsphase habe ich in den Pausen zwischen den Wellen geatmet, geträumt und die Ruhe genossen im warmen Wasser. Es war im wahrsten Sinne des Wortes friedlich und ich konnte sogar dabei aus dem Fenster in den blauen Himmel schauen, was unfassbar schön war und mich herunter brachte. Die Hebamme, mein Mann und ich scherzten sogar und ich unterhielt beide mit meiner gelassenen Geselligkeit dazwischen.
Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, ich bin verloren oder ausgeliefert. Ich hatte durchgehend das Gefühl, intuitiv handeln zu können und konnte den Prozess gestalten, wie ich ihn brauchte... Ich hab mich allem hingegeben, was kam und mich darauf eingelassen... ich hatte regelrecht das Gefühl, stark genug hierfür zu sein.
Ich erinnere mich an ein Video, dass ich auf Instagram gesehen habe, in dem eine Frau unfassbar laut tönte und schwer belastet aussah. Das war das einzige Video, das ich mir angesehen habe. Darunter stand kommentiert, dass diese Frau obwohl sie so „laut“ ist, nicht leidet. Und genau dieses Bild kann ich bestätigen. So musste es bei mir ausgesehen haben. Ich habe sehr laut in jeder Welle getönt und von außen musste das heftig ausgesehen haben.
Kurz um, ich konnte keine der Hypnosen laufen lassen. Ich habe auch nicht die Atemtechnik aus dem Kurs angewandt und visualisieren konnte ich auch nicht. Ich hatte eine intensive und fordernde Geburt, die ca. 18 h andauerte. Die Wellen waren unheimlich beherrschend und ich kann nicht sagen, dass die Wellen nicht schmerzhaft waren, aber sie ließen sich von mir quasi „reiten“. Ich ließ mich nicht davon einnehmen.
Die Hebamme war so gerührt von diesem Geburtsverlauf, dass auch sie Tränen in den Augen hatte, als mein Mann und ich K. in unseren Armen hielten. Sodass sie sich später noch bei uns für diese tolle Erfahrung bedankt hat. Sie hätte meine Anamnese gelesen und dass sie gerade im Bezug auf die psychische Vorgeschichte und dem Kontaktabbruch zu meiner Mutter mit so einem Verlauf nicht gerechnet hat und völlig ergriffen sei, mit welcher Kraft und mit welch einem Körpergefühl und Selbstverständnis ich diese Geburt gerockt hätte.
Ich sagte, dass ich glaube, dass ich diese Geburtserfahrung für meinen Selbstwert gebraucht habe und sie bestätigte mir das mit einem: „Ich glaube auch, teile das mit anderen, das ist so wichtig.“ Auch mein Mann betonte nochmals, dass vor allem die Austrittsphase zwischen den Wellen so friedvoll und ruhig war. Ich habe die Geburt erhalten, die ich mir gewünscht habe. Intuitiv, selbstbewusst, ergreifend, kraftvoll und vor allem selbstbestimmt.
Ich konnte meinen persönlichen Berg erfolgreich besteigen. Und hierfür bin ich so unendlich dankbar. So sehr, dass ich am 5. Tag Postpartum zuhause in meinem Bett liege, diesen Text verfasse, meine Tochter anschaue und immernoch völlig ergriffen bin von diesem Ereignis, das mich mein restliches Leben in positiver Erinnerung begleiten wird.
Ich fühle mich seitdem so voller Kraft, als könnte ich alles schaffen und bin einfach nur voller Glück. Kristin hat dazu einen großen Teil beigetragen mit ihrem Kurs. Auch wenn ich unter Geburt keine der Strategien angewendet habe, haben die Kursinhalte sich definitiv in mir verankert und ich bin mir zu 100% sicher, ohne den Kurs hätte ich nicht so eine Geburt gehabt.

)
)
)