Erfahrungsbericht
von Natalie

Liebe Kristin, Liebes Team,

Fast 7 Monate ist es her, dass ich unseren Sohn ganz friedlich, selbstbestimmt in einem hebammengeführten Gebärzimmer in Heidelberg zur Welt gebracht habe. Ich möchte dir, liebe Kristin, nochmals danken: für deine Methode, deine Atemtechnik, die mich fast die gesamte Schwangerschaft begleitete und die mich so gut durch meine Geburt getragen hat. Außerdem auch für deine generelle Arbeit für starke Frauen während Schwangerschaft und Geburt.

Ich startete mit deinem Kurs in der 20. Schwangerschaftswoche und hörte schon sehr früh deinen Podcast, der mir sehr half, mich mit dem Thema Geburt auseinanderzusetzen und für mich die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu schaffen.

So fand ich das Gebärzimmer in Heidelberg, einen wundervollen Ort, hebammengeführt, außerklinisch und dennoch sehr nah an einer Klink für den Notfall. Ich hatte sehnlichst auf den Tag meines Geburtstages gewartet, da der ET meines Sohnes auf den Tag danach berechnet worden war. Trotz des Wissens, dass dies nur eine mathematische Berechnung ist, hoffte ich, dass mein Sohn sich zeitnah um den Termin auf den Weg macht.

Doch auch mein Sohn wählte diesen Zeitpunkt ganz für sich allein. Die sechs Tage nach ET blieb noch alles ruhig, ich lief viel (da ich dachte, ihn so aus der Reserve zu locken), badete heiß und hörte täglich die Hypnose zum Geburtsstart, um ihm zu zeigen, dass ich bereit bin. Es blieb alles ohne Anzeichen, bis zum Freitagabend (6. Tag nach ET).

Ich bin unglaublich dankbar, dass ich schon einige Vorsorgetermine bei meinen Hebammen im Gebärzimmer gemacht hatte und sie mich immer wieder beruhigten bezüglich der Überschreitung des ET (meine Frauenärztin wollte mich zu einer Einleitung im Krankenhaus drängen) und so wartete ich geduldig auf meinen beziehungsweise unseren Einsatz.

Am Freitagabend hatte Ich das erste Mal leichte Übungswellen / -wehen. Ich ging recht früh ins Bett, wahrscheinlich weil mein Körper instinktiv spürte, dass es langsam los geht. Ich wachte das erste Mal gegen 2:30h in der Nacht mit leichten periodenartigen Krämpfen auf. Nun wusste ich, es geht los.

Ich konnte mich jedoch nochmal hinlegen und leicht dösen, bis ich um 5:00h das zweite Mal aufwachte, um auf die Toilette zu gehen. Nun waren die Schmerzen stärker und intensiver und auf der Toilette platzte mir vermutlich meine Fruchtblase. Mein Mann rief das erste Mal meine Hebamme an, um zu signalisieren, dass es langsam los gehen wird. Sie beruhigte uns und sagte, wir sollen uns wieder bei ihr melden, wenn die Wellen in einem 3-Minuten-Takt sind.

So blieben wir bis 6:30h zu Hause, ich veratmete jede Welle für mich im Wohnzimmer – immer in Bewegung. Ich zog meine Kreise um den Esszimmertisch, da ich so die Wellen am besten veratmen konnte, an Liegen oder Sitzen war schon nicht mehr zu denken.

Als die Wehen sehr regelmäßig alle 3 Minuten kamen, riefen wir nochmals meine Hebamme an und machten uns daraufhin auf den Weg, um schließlich um 7 Uhr im Gebärzimmer anzukommen.

Ich hatte während der gesamten Zeit meine Augen geschlossen und war ganz gesammelt bei meinem Körper und bei meinem Kind. Ich war so fokussiert auf mich, den Prozess der Geburt und auf mein Kind, dass ich die Hypnose auf den Ohren bzw. auf den Lautsprechern im Gebärzimmer gar nicht benötigte.

Im Gebärzimmer angekommen, waren die Wellen bereits sehr intensiv. Ich durfte direkt in die warme Wanne, was mir sehr gutgetan hat und die Schmerzen um einiges verringerte. Meine Hebamme kontrollierte immer mal wieder die Herztöne, trat jedoch ansonsten völlig in den Hintergrund. So wurde ich kein einziges Mal unter Geburt unterbrochen.

In der Wanne war mein Muttermund bereits vollständig geöffnet, so dass die Austreibungsphase begann. Bereits in diesem Moment war ich sehr begeistert, wie sich das Vertrauen in meinen Körper auszahlte und auch die Vorstellung des Prozesses seine Wirkung zeigte. Mein Körper presste fast von alleine. Das Drehen durch den Geburtskanal, empfand ich selbst als am anstrengendsten.

So gegen zehn, war ich das erste Mal sehr erschöpft und hatte das Gefühl, dass sich nicht mehr so viel bewegte. Meine Hebamme zeigte mir daraufhin immer wieder andere Positionen, auch außerhalb der Wanne. So konnte ich nach kurzer Zeit das Köpfchen meines Sohnes bereits spüren.

Ich ging ein letztes Mal zurück in die Wanne, wo um ich um 11:16 Uhr einen gesunden Jungen mit 3800 Gramm und 54 cm zur Welt brachte. Er war, obwohl er 7 Tage nach ET zur Welt kam, noch voller Käseschmiere, was wiederum zeigte, dass er erst zu diesem Zeitpunkt bereit war.

Die Nabelschnur durfte auspulsieren und danach durchtrennte diese der Papa meines Sohnes. Er durfte danach zum Bonden Haut an Haut zu ihm auf die Brust. Ich gebar recht problemlos mit Unterstützung meiner Hebamme die Plazenta. Danach durfte ich ebenso mich zu den beiden legen.

Nachdem die U1 vor Ort durchgeführt wurde, der Kleine das erste Mal angelegt worden war und wir ebenso etwas Kleines gegessen hatten, machten wir uns bereit, um zu dritt nach Hause zu fahren. So konnten wir ganz entspannt zu Hause in unseren eigenen vier Wänden ankommen, uns kennenlernen und uns von der Geburt erholen und heilen.

Ich bin unglaublich dankbar, eine so schöne und vor allem selbstbestimmte Geburt in einem so geschützten Raum erlebt haben zu dürfen. Mein Wunsch wäre es, dass jede Frau den Prozess der Geburt so positiv, kraftvoll und selbstbestimmt in Erinnerung behält. Auch hier nochmal ein grosses Dankeschön.

Liebe Grüße aus Heidelberg

Natalie

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