Erfahrungsbericht
von Natalie
Geburtsbericht L. 28.12.2022
Schon in meiner ersten Schwangerschaft 2020 habe ich mich mit Kristins Hypnosen und ihrem Kurs auf die Hausgeburt unserer ersten Tochter vorbereitet. Als ich zum zweiten Mal schwanger wurde, konnte ich es gar nicht erwarten, bis mein Zugang wieder aktiviert wurde :)
Für L. 🩷
Ich habe deine kleine Seele schon gespürt, da hat es noch etwa ein halbes Jahr gedauert, bis ich schwanger wurde. Anfang Mai stand dann fest, dass sich da etwas Kleines eingenistet hatte und ich schrieb meiner Hebamme, dass wir an Weihnachten wieder eine Hausgeburt planen würden :)
Anfangs war mir leider immer wieder ziemlich übel, aber mit viel Kamillentee und der Hilfe deiner großen Schwester H. (sie hat mir geholfen, meinen Bauch mit Fenchel-Kümmel-Öl einzureiben), haben wir die Zeit ganz gut überstanden. Wie auch bei H. habe ich mich mit der Friedlichen Geburt auf deine Geburt vorbereitet und jeden Tag die Hypnosen gehört, die Bauchatmung geübt, und bis zur 38. Woche Schwangerschaftsyoga gemacht.
Mitte Dezember hatte ich immer wieder ziemlich starke Senkwehen, sodass ich die meiste Zeit in der Badewanne verbrachte, da die Wellen dort etwas ruhiger wurden. Aber die Tage vergingen, und auch Weihnachten haben wir noch mit dir im Bauch gefeiert.
Am 27.12. bemerkte ich gegen Mittag, dass schwache Wellen einsetzten, konnte sie jedoch auf dem Gymnastikball gut veratmen. Mit der Zeit wurden sie immer regelmäßiger und stärker. Papa und H. haben in der Zwischenzeit schon mal den Geburtspool aufgeblasen, damit alles für deine Ankunft bereit war.
An diesem Abend habe ich H. ins Bett gebracht und gewusst, dass sie spätestens am nächsten Tag eine große Schwester sein wird. Derweil war sie selbst doch noch so ein kleiner Zwerg. Danach habe ich die Zeit auf dem Sofa verbracht mit viel Atmen, in Gedanken mit dir geredet, meine Geburtskerze angezündet und um Unterstützung für die Geburt gebeten.
Gegen Mitternacht waren die Wellen ziemlich stark, und meine Hebamme fuhr zu uns, um mich zu untersuchen. Als sie jedoch ankam, hatten die Wellen aufgehört, der Muttermund war noch fest verschlossen. Sie hat uns alle ins Bett geschickt, damit wir noch ein bisschen Kraft sammeln konnten und fuhr nochmal nach Hause.
Etwa drei Stunden später bin ich wieder aufgestanden, da die Wellen nur noch mit Beckenkreisen und tiefer Atmung auszuhalten waren. Ich habe deinen Papa geweckt, damit er das Wasser für den Pool einlassen konnte. Das warme Wasser war so wohltuend für meinen unteren Rücken, in dem Bereich spürte ich die Wellen am intensivsten.
Das dunkle Wohnzimmer war nun eine richtige Geburtshöhle, mit Lichterketten, unserem kleinen Weihnachtsbaum, Salzkristalllampen…eine so schöne und gemütliche Atmosphäre, genau wie ich es mir in der Schwangerschaft immer visualisiert hatte.
H. wurde gegen 4 Uhr wach und wollte erst mit ins Wasser, (wir konnten sie davon abhalten), hat dann aber ihren Schnuller in den Pool geworfen, damit du gleich etwas zum nuckeln hast (“Babyschwester rauskommt, Schnuller“). Zusammen mit eurer Omi hat sie ab und zu den Geburtsverlauf überwacht, war aber die meiste Zeit mit Spielen beschäftigt.
Dein Papa und deine Tante N. haben sich so gut um mich gekümmert, die Wassertemperatur überprüft, mich mit Trinken versorgt und meine Hand gehalten, sodass wir beide uns ganz auf die Geburtsarbeit konzentrieren konnten. Währenddessen lief die Geburtshypnose, mit deren Hilfe ich tief in mein Unterbewusstsein eingetaucht bin und Welle für Welle veratmete. In den Pausen legte ich meinen Kopf immer wieder auf den Poolrand und wurde von deinem Papa gestreichelt.
Um 9 Uhr hatte sich endlich der Schleimpfropf gelöst. Meine Hebamme traf kurze Zeit später wieder bei uns ein und bereitete alles für die bevorstehende Geburt vor.
Ich konzentrierte mich nur noch auf mich und die Verbindung zwischen meinem und deinem kleinen Herzen. Mit jeder Welle atmete ich tief in meinen Bauch ein, tönte laut, und spürte gleichzeitig, wie sich mein Muttermund öffnete: ein starkes Brennen in meinem Inneren.
Nach so vielen Stunden war ich irgendwann ziemlich erschöpft, sogar dein Papa ist zwischendurch kurz auf seinem Stuhl eingenickt, und ich fragte meine Hebamme, wann es endlich vorbei sei. Sie hat mich beruhigt, dass es nicht mehr lange dauern würde, und bald die Presswehen losgehen. Tatsächlich spürte ich kurze Zeit später den starken Drang zu pressen, habe mich ganz meinem Körper hingegeben, instinktiv mitgeschoben und laut geschrien. Es heißt, dass der Schrei der Mutter die Seele des Kindes in diese Welt hinein ruft und es so auf der Erde willkommen heißt.
Ich tastete zwischen meine Beine und konnte dein Köpfchen durch die Fruchtblase spüren. Aus lauter Ungeduld habe ich versucht, einfach so mitzupressen, musste aber noch auf die nächste Welle warten, bis ich dich auffangen konnte. Die Fruchtblase war noch ganz um dich gehüllt und die Nabelschnur hatte sich um deinen Hals gewickelt. Mithilfe meiner Hebamme haben wir dich von beidem befreit, und kurze Zeit später hast du deinen ersten Atemzug getan. Um 11:41 Uhr wurdest du geboren.
Als auch etwa eine halbe Stunde später die Plazenta geboren wurde, bin ich das erste Mal nach sieben Stunden aus dem Wasser gestiegen, ziemlich wackelig auf den Beinen und erschöpft, aber überglücklich.
Wir kuschelten uns in eine große Decke auf das Sofa, und als ob H. gespürt hätte, dass sich etwas verändert hat, wurde sie kurze Zeit später wach und hat dich zum ersten Mal bestaunt.
Ihrem Wunsch, dass “wenn Babyschwester rauskommt, Pizza essen!”, sind wir abends nachgekommen und haben deinen Geburtstag mit ganz viel Pizza gefeiert :)

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