Erfahrungsbericht
von Nicole
Dies ist meine dritte Geburt - bei der zweiten Geburt bereitete ich mich bereits mit der friedlichen Geburt vor und ich konnte mir nicht vorstellen, diese Geburt ohne diese Technik anzugehen.
Schon eine Woche vor der Geburt hatte ich in einer Nacht für etwa zwei Stunden leichte Wehen - Übungswehen. In der Nacht darauf ließen wir die großen beiden Kids bei Oma und Opa schlafen, weil wir dachten, dass sich dann vielleicht in der Nacht etwas tut. Es blieb aber ruhig.
Eine Woche später hatte ich von Mittwoch auf Donnerstag in der Nacht wieder Übungswehen für etwa eineinhalb Stunden. Tagsüber war dann aber alles ruhig - nachmittags kam noch meine Hebamme zur Kontrolle und Akupunktur. Da meinte sie schon, dass wir uns ja vielleicht am Wochenende nochmal sehen, wenn sie Bereitschaft hat. Ich hatte das starke Gefühl, dass das Baby sich am Tag darauf (Freitag) auf den Weg macht. Den ganzen Tag hatte ich auch ab und zu ein leichtes Ziehen im Unterbauch… Und abends am Esstisch mit den Kids kamen dann die ersten Wehen - also so fühlten sie sich tatsächlich an. Es waren vermutlich Vorwehen… auch beim Zähneputzen mit den Kids kam eine Wehe… sehr sanft, aber dennoch fühlte es sich so an, als ob die Geburt nun wirklich bald bevorsteht. Das ging dann an dem Abend noch weiter so - ungefähr alle zehn bis zwanzig Minuten kam immer wieder eine Welle.
Gegen 22 Uhr beschloss ich, dass es wohl besser wäre, wenn die großen Kids von Oma und Opa abgeholt werden. Sie waren versorgt und ich konnte mich besser entspannen - ich habe versucht, so gut es geht zu schlafen und hatte meine Kopfhörer mit Hypnosen immer wieder auf den Ohren. Die Wehen kamen alle zehn Minuten und wurden gefühlt etwas intensiver. Mein Mann fragte, ob er die Hebamme anrufen soll und ich bejahte; war mir aber auch nicht so ganz sicher, wie weit die Geburt schon fortgeschritten ist…
Gegen 01:50 Uhr kam die Hebamme an. Ich konnte mich mit ihr sehr gut unterhalten und sie untersuchte mich - es sah von den Herztönen her alles gut aus; den Muttermund kontrollierte sie nicht. Ich versuchte nochmal zu schlafen und es klappte auch ganz gut, da die Wehen seltener kamen. Als ich nach 1,5 Stunden aufwachte um auf die Toilette zu gehen, sah ich, dass die Hebamme auch schlief - auf dem Boden neben unserem Gebärpool - ein Bild, das ich wohl nicht vergessen werde
Die restliche Nacht blieb aber ruhig und das fand ich eigentlich sehr schade. Falscher Alarm sozusagen - obwohl alles so schön bereit gewesen wäre - die Kids versorgt und das Wohnzimmer schön vorbereitet… naja… Du warst wohl noch nicht bereit, mein Baby.
Den ganzen Freitag dann hatte ich immer wieder - mal mehr, mal weniger regelmäßig - Wehen, die ich aber gut veratmen konnte. Ich lenkte mich mit Kuchen backen ab, versuchte zu schlafen und hörte immer wieder mal eine Hypnose, um mich der Geburt voll hingeben bzw. darauf einlassen zu können. Ich nahm ein Bad und spazierte mit meinem Mann im Garten um das Haus herum… Ich hielt es kaum mehr aus, denn ich glaubte wirklich, dass das Baby an diesem Tag kommen würde und wurde zusehends ungeduldiger. Ich googelte sogar die Vor- und Nachteile eines Kaiserschnitts, weil ich jetzt tatsächlich wollte, dass sich unsere Tochter endlich auf den Weg zu uns macht. Die Kinder blieben, nach wie vor, bei Oma und Opa und auch die „Geburtslandschaft“ im Wohnzimmer mit Pezzi-Ball, Isomatten, Planschbecken und Sofa war einsatzbereit.
Ich legte mich sehr früh ins Bett - gegen 18:30 Uhr - und versuchte zu schlafen, was mir auch etwa zwei Stunden ganz gut gelang. Gegen halb neun hielt ich es im Bett dann kaum mehr aus, da die Wehen öfter bzw regelmäßiger wieder alle zehn Minuten etwa kamen und sich auch heftiger anfühlten, v.a. im Kreuz und im Unterbauch… ich legte mich aufs Sofa - in die Badewanne wollte ich noch nicht gleich…
Ich hatte die ganze Zeit meine Kopfhörer mit der Hypnose auf - dieses Mal fühlte sich die Bauchatmung auch stimmiger an als am Tag zuvor, wo ich die Hypnose ja auch oft gehört hatte. In den Wehenpausen versuchte ich immer Kraft zu sammeln (wer weiß wie lange das noch so geht?!), was mir auch ganz gut gelang.
Gegen Mitternacht hatte ich dann doch das Bedürfnis, in die Badewanne zu steigen, da die Schmerzen ziemlich intensiv waren. Ich informierte meinen Mann darüber, dass ich nun in die Badewanne gehe und bat ihn, das Planschbecken im Wohnzimmer zu befüllen. Er meinte noch, dass das ein bisschen dauern würde und es dann erst geht, wenn ich die Wanne voll gefüllt habe. In der Wanne hielt ich es gut aus bzw. tat mir das warme Wasser sehr gut; es fühlte sich sehr angenehm an. Es kamen noch ein paar Wehen, bis ich auf einmal ein Ploppen in meinem Bauch spürte - es fühlte sich so an, als wäre die Fruchtblase geplatzt (das war sie aber nicht). Es war wohl eher so, dass der Muttermund nun vollständig geöffnet war und das Köpfchen nun nach unten drückte. Auf jeden Fall fühlte es sich jetzt anders an und ich verspürte schon einen leichten Pressdrang. Ich schrie zu meinem Mann nach draußen „Anja“ (der Name der Hebamme). Und er stürzte herein mit Telefon in der Hand (0:35 Uhr) - Anja fragte mich kurz, was los sei und wie es mir ging. Als ich ihr sagte, dass ich den Drang zu pressen verspüre, sagte sie, dass das okay sei und ich dem nachgehen könne und dass sie sich schnell auf den Weg mache. Kurz darauf kam die nächste Wehe und ich legte mich quer in der Wanne, stützte mich am Rand ab und presste… und ich dachte wirklich, dass das Baby dann bald in der Badewanne kommt und ich es nicht mehr zum Planschbecken im Wohnzimmer schaffe. Ich freute mich einerseits, dass der Muttermund nun vollständig geöffnet war und es nun wirklich nicht mehr lange dauerte, bis ich mein Baby in den Armen hielt, aber andererseits wollte ich wirklich nicht in der doch eher engen Wanne gebären. Ich wartete noch eine Wehe ab und dann half mir mein Mann aus der Wanne und stützte mich bis zum Wohnzimmer in das Planschbecken hinein. Geschafft! Gerade noch rechtzeitig vor der nächsten Wehe…
Ich war so froh, jetzt im Gebärpool zu sein und hoffte, dass das Baby sich noch ein wenig Zeit lässt, bis Anja da ist. Und tatsächlich - kurz darauf (0:55 Uhr) kam die Hebamme. Sie hörte noch die Herztöne ab (alles bestens) und dann kamen noch ein paar heftige Presswehen - ich sagte zu Anja, dass es sich so komisch anfühle, als wollte das Baby hinten raus kommen - sie sagte, dass das normal sei und das Baby sich da den Weg vorbei bahnt… eine Wehe später fasste ich unten an die Scheide und bemerkte doch tatsächlich schon einen Hauch eines Kopfes mit vielen Haaren und irgendwie hielt ich diese Presswehe unglaublich lange aus und stöhnte ein langes „Aaaah“, wobei ich merkte, wie sich das Köpfchen langsam immer mehr den Weg nach draußen bahnte. Wahnsinniges Gefühl! Ich wusste wieder, dass es jetzt nur noch ein, zwei Presswehen gehen würde, bis Du da sein würdest. Anja sagte noch, dass ich Kraft sammeln und die nächste Wehe abwarten sollte - und dann kam bei der nächsten Wehe der ganze Kopf nach draußen und bei der übernächsten Wehe auch der ganze Körper. Wow! Geschafft!
Ich sah den kleinen Körper im Wasser unter mir treiben - Anja sagte, dass ich mein Baby aufnehmen kann, was ich dann auch tat. Ich nahm meine kleine Tochter hoch und legte sie auf meine Brust - endlich ist sie da! Was eine Erleichterung, was für eine Freude! Wir haben es geschafft, Baby! Du bist zuhause friedlich im Wasser geboren! Wahnsinn!

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