Erfahrungsbericht
von Paulina
Ich gehörte zu den Frauen, die zunächst panische Angst vor der Geburt hatten. Ein Kind zu bekommen, war mein größter Wunsch, aber die Idee, dass eine Geburt dazugehört, habe ich stets versucht zu verdrängen.
Bis irgendwann der Geburtsvorbereitungskurs kam und es sich nicht länger vermeiden ließ, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Statt aus dem Kurs gestärkt hervorzugehen, wurde meine Angst nur noch weiter gesteigert. Und ich spürte: Mit dieser unglaublichen Angst und mentalen Ablehnung möchte ich nicht in meine erste Geburt gehen.
Ich habe mit ‘Die friedliche Geburt’ begonnen und mich Schritt für Schritt weiter vorgewagt - in der Auseinandersetzung mit den Inhalten, in die dazugehörigen Hypnosen. Das tat mir so gut, dass ich im dritten Trimester zunehmend positiv der Geburt entgegen schaute und zu guter Letzt überhaupt keine Angst mehr davor spürte. Respekt ja, aber Angst nicht.
Ich wohne in den Niederlanden, sodass meine Geburt auch hier stattfand. Ich habe mich vorab immer gefragt: Wie geht das, Geburt nicht in meiner Muttersprache? Wie reagieren die Hebammen und das Krankenhauspersonal auf ‘Die friedliche Geburt’, da dieses Konzept hier aufgrund der Sprachbarriere natürlich nicht bekannt ist?
Ich war weit über dem Termin. Ich hatte mir so sehr eine natürliche Geburt gewünscht, doch bei 41+5 sah noch nichts danach aus. Zu diesem Zeitpunkt wird in den Niederlanden ein regulärer Check im Krankenhaus vorgeschrieben, um nach dem Kindeswohl zu schauen.
Dort sah alles soweit gut aus, mir wurde jedoch aufgrund der Terminüberschreitung trotzdem nahegelegt, nach dem Termin direkt die Fruchtblase zum Platzen bringen zu lassen. Ich war davon zwar überrascht, aber da es ja so oder so irgendwann losgehen musste, entschied ich mich dafür. Auch deshalb, weil das meine letzte Chance war, auf natürliche Weise (ohne Medikamente) die Geburt anzustoßen.
Es ging direkt los mit den Wellen. Ich dachte sofort: “Wow, das hat eine andere Qualität und Kraft als die Wellen, die ich in den Tagen vorher zwischendurch mal zuhause hatte.” Ich habe die Eröffnungsphase der friedlichen Geburt geloopt und mich im Vierfüßlerstand aufs Bett gehockt.
Mit dem Krankenhaus wurde abgesprochen, dass meine eigene Hebamme mich begleiten würde. Diese traf ein, nachdem ich circa vier Stunden im Prozess war. Als sie mich fragte, ob ich wissen möchte, wie weit der Muttermund schon geöffnet ist, war ich zunächst unsicher. Was, wenn es nur 0,5 cm gewesen wären?
Als sie dann aber tastete und sagte: “Progress is pretty, pretty good,” wollte ich es doch wissen. Wir sind innerhalb dieser kurzen Zeit von 2 cm auf 6 cm angestiegen! Das war ein erleichterter und motivierender Moment für mich. Da die Intensität der Wellen zu diesem Zeitpunkt jedoch auch heftig war, fragte ich nach einem Bad. Glücklicherweise war der passende Raum frei.
Ich hatte vorab nicht unbedingt geplant, in die Badewanne zu gehen - es stellte sich für mich aber als die beste Entscheidung heraus. Während ich im Kreißsaal in den ersten Stunden die Hypnose auf Kopfhörern gehört hatte, war das im Wasser natürlich keine Option mehr. Wir stiegen auf Lautsprecher um. Im Vorfeld dachte ich, dass mir ein Lautsprecher unangenehm sein könnte, aber in dem Moment selbst war es überhaupt kein Problem und wurde von der Hebamme auch nicht kommentiert.
In meiner Erinnerung steigerte es sich in der Badewanne sehr schnell hin zu Pressdrang. Das war für eine Weile unglaublich frustrierend, weil mein Muttermund noch bei 9 cm war und das Pressen somit ineffektiv. Als es dann endlich in die Pressphase ging, half es mir zu wissen, dass es immer nur drei (später vier) Wellen pro Runde sind. Und dazwischen und danach Pause ist. Der Gedanke an die Pause war während meiner Geburt ganz wichtig, so wie auch das Wort “JA”. Ich weiß nicht, wo ich die Kraft hernahm, aber sie war da.
Ganz zum Schluss wurde ich gebeten, aus dem Wasser zu kommen und den Gebärstuhl zu benutzen. Ich fand das zwar nicht schön, aber es war anscheinend eine gute Idee, sich in dem Moment die Schwerkraft zunutze zu machen. Mein Mann saß hinter mir und ich stützte mich bei jedem Pressen auf ihn ab. Dort fühlte ich auch zum ersten Mal den Kopf meines Babys. Das war ein überwältigender Moment. Kurz darauf kam mein Baby. Und ehe ich es begriff, fing er an zu schreien.
Wir sind dann auf das Bett umgezogen, der Kleine wurde mir auf die Brust gelegt, und plötzlich waren wir zu dritt. Mein Mann schnitt die Nabelschnur durch, und nach 20 Minuten kam die Plazenta. Als mein Baby nach ausgiebiger Kuscheleinheit gewogen wurde, staunten alle nicht schlecht: 4950 Gramm! Das habe ich geschafft, ganz ohne Schmerzmittel, und mit einem guten Gefühl.
Insgesamt dauerte die Geburt circa 8 Stunden. Auch wenn die Wellen sehr intensiv waren, fühlte ich mich die gesamte Zeit selbstbestimmt und selbstsicher. Was mir während der Geburt besonders geholfen hat war:
- Die angeleitete Hypnose während der ganzen Geburt. Die Atmung. Das Wort JA. Der Fokus auf “Immer nur diese eine Welle, dann Pause”
- Mein Mann, der mir bei jeder Welle sagte, wie gut ich das mache
- Die Begleitung durch dieselben Personen während des gesamten Prozesses
- Gedimmtes Licht
Ich bin mir sicher, dass meine Geburt nur deshalb für mich so gut gelaufen ist, weil ich durch die ‘Die friedliche Geburt’ einen Anker hatte. Ich habe das Privileg, auf eine wunderschöne Erfahrung zurückblicken zu können. Das ist auch meine Motivation für die Veröffentlichung hier - ich möchte etwas zurückgeben, nachdem mir ‘Die friedliche Geburt’ in meinem intensivsten Lebensmoment so viel geschenkt hat.
Danke aus vollem Herzen!

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