Erfahrungsbericht
von Pia W.

Liebe Kristin,

Wir sind inzwischen in der zweiten Woche des Wochenbetts, und unsere Tochter M wird am Freitag zwei Wochen alt. Gern möchte ich meine Geburtserfahrung mit dir teilen, denn sie ist – dank der intensiven mentalen Vorbereitung mit deinem Friedliche-Geburt-Kurs – insgesamt sehr schön, kraftvoll und selbstbestimmt verlaufen. Auch wenn das Ende eine unerwartete Wendung nahm, konnte ich die Situation gut annehmen und im Vertrauen bleiben.

Am 4. Dezember, gegen fünf Uhr morgens, hatte ich einen vorzeitigen Blasensprung. Ich informierte meinen Partner, blieb aber ganz ruhig, legte mich wieder ins Bett und schlief noch einmal.

Der Tag verlief anschließend fast genauso, wie ich ihn mir zuvor immer wieder in den Visualisierungen vorgestellt hatte. Vieles davon hatte ich mir sogar aufgeschrieben – und es trat tatsächlich genau so ein.

Am Morgen hatte ich nur sehr leichte Wellen. So leicht, dass ich noch mit dem Hund spazieren ging, in dem Gefühl, dass ich so schnell wohl nicht mehr an die frische Luft kommen würde. Danach frühstückte ich in Ruhe und backte sogar noch zwei Bleche meines Lieblingsgebäcks nach dem Rezept meiner Oma.

Als ich das erste Blech mit Zuckerguss bestrich, kam die erste deutlich spürbare Welle. Es ist mein erstes Kind, ein absolutes Wunschkind, und natürlich war Geburt für mich Neuland. Doch durch den Onlinekurs und zusätzlich eine persönliche Geburtsvorbereitung vor Ort fühlte ich mich sehr gut vorbereitet.

Mir war sofort klar: Jetzt geht es los. Ich zog mich ins Schlafzimmer zurück, legte mir die Geburtshypnose auf die Ohren und ließ mich ganz auf den Prozess ein. Eine Woche vor dem errechneten Termin hatten wir uns entschieden, statt im Geburtshaus zu Hause zu gebären – inspiriert durch die vielen positiven Geburtsberichte aus deinem Podcast.

Gegen 13:30 Uhr begannen nun also die Wellen regelmäßig im Abstand von fünf bis sieben Minuten. Zwei Stunden später kam meine Hebamme, der Muttermund war bereits vier bis fünf Zentimeter geöffnet. Wow! Ich war bester Dinge und freute mich, dass es so zügig voran ging.

Der Tag verlief ruhig und in meinem eigenen Rhythmus. Ich war tief in der Hypnose, sehr bei mir. Mein Partner erzählte später, dass er das Gefühl hatte, ich würde „einfach mein Ding machen“. Es war ihm schon beinahe langweilig, da er kaum etwas zu tun hatte. :) Die mentale Vorbereitung trug maßgeblich dazu bei, dass sich die Geburt so fließend und kraftvoll anfühlte.

Am Abend, gegen 20 Uhr, war der Muttermund vollständig geöffnet, der Kopf schon tief im Becken. Ich empfand große Freude und Dankbarkeit für diesen Prozess und war mir sicher, dass unsere Tochter bald zu Hause geboren würde. Irgendwann konnte ich sogar selbst ihr Köpfchen fühlen – ein sehr emotionaler Moment.

Leider kam es anschließend zu einem Geburtsstillstand. Unsere Tochter lag schräg im Becken und drehte sich trotz verschiedener Positionen nicht weiter. Die Wellen wurden schwächer, und gegen 23 Uhr entschieden wir uns für eine Verlegung ins Krankenhaus, um dort mit wehenfördernden Mitteln weiterzuarbeiten. Auch diesen Schritt konnte ich gut annehmen.

Ich behielt während der gesamten Fahrt und auch im Krankenhaus meine Hypnose auf den Ohren. In unserem Wunschkrankenhaus angekommen, ging es direkt in den Kreißsaal, wo der Wehentropf rasch Wirkung zeigte.

Nach etwa zwei Stunden intensiver Bemühungen erklärte mir die Ärztin, dass wir noch einen Versuch mit der Saugglocke unternehmen könnten. Sollte dieser nicht innerhalb kurzer Zeit erfolgreich sein, wäre ein Kaiserschnitt nötig. Das war das unerwartete Ende meiner ursprünglichen Vorstellung.

Ich entschied mich für den Versuch mit der Saugglocke – mit dem klaren Fokus, eine Bauchgeburt zu vermeiden. Rückblickend hatte ich das Gefühl, dass diese Entscheidung noch einmal ungeahnte Kräfte in mir freigesetzt hat. Mithilfe der Saugglocke und eines Dammschnitts konnte M. schließlich innerhalb weniger Wellen geboren werden.

Für mich überwog unmittelbar danach große Erleichterung. Mein Partner erlebte diesen Moment emotional schwieriger, da er als Mediziner eine belastende Erfahrung mit einer Saugglockengeburt aus seiner Studienzeit kannte.

Ich selbst war davon völlig abgeschirmt, ganz bei mir und unserem Kind. Zum Glück ist alles gut verlaufen. Wir konnten direkt bonden, und trotz der Intervention empfand ich auch das Ende der Geburt als stimmig und schön – genauso, wie ich es mir gewünscht hatte: selbstbestimmt, getragen und im Vertrauen.

Ich bin deiner Arbeit von Herzen dankbar. Ohne diese mentale Vorbereitung hätte ich diesen Geburtsweg mit all seinen Wendungen vermutlich nicht so ruhig und kraftvoll erleben können. Auch im Wochenbett nutze ich weiterhin die Hypnosen, insbesondere zur Regeneration – sie haben mir sehr geholfen, mich schnell zu erholen. Wir erleben uns aktuell als sehr entspannte Familie.

Auch unsere Tochter ist ruhig, zufrieden, trinkt gut, schläft viel und schenkt uns als frischgebackenen Eltern erstaunlich viel Vertrauen. Ich wünsche mir sehr, dass noch viele zukünftige Mütter durch deine Arbeit eine selbstbestimmte und friedliche Geburt erleben dürfen.

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Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
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Nina