Erfahrungsbericht
von Pia

Mein Geburtsbericht

Zwei Tage vor der Geburt meines Sohnes hatte ich bereits sogenannte Übungswehen. Dass es sich in Wirklichkeit schon um muttermundwirksame Wehen handelte, ahnte ich überhaupt nicht, schließlich war ich erst bei 36+5 und erwartete mein erstes Kind.

Bereits in der 20. Schwangerschaftswoche hatte ich Die Friedliche Geburt für mich entdeckt und von da an jeden Tag geübt. Ich nahm mir jeden Abend Zeit für mich und fand schnell meine favorisierten Hypnosen. Es war schon fast wie mein abendliches Ritual und nur Zeit für mich. Rückblickend bin ich unendlich dankbar dafür, denn genau dieses Vertrauen hat mich durch die Geburt getragen.

Ganz anders als geplant war ich zum Geburtsbeginn nicht zu Hause, sondern zu Besuch bei meiner Mutter an der Ostsee. Mein Partner war noch zu Hause, da er arbeiten musste.

Am Abend vor der Geburt hatte ich während des Abendessens innerhalb einer Stunde bereits 13 Wellen und trotzdem brachte ich sie noch immer nicht mit der bevorstehenden Geburt in Verbindung. Ich ging davon aus, es seien Übungswellen.

Gegen 23 Uhr gingen wir ins Bett, doch an Schlaf war nicht mehr zu denken. Ich drehte mich von einer Seite auf die andere, bis ich schließlich aufstand und ein heißes Bad nahm, um zu schauen, ob die Wellen wieder nachließen. Dies war nicht der Fall.

Irgendwann wurde mir klar, dass ich nicht länger allein sein wollte. Ich weckte meine Mutter und rief meine Hebamme an. Eigentlich glaubte niemand, dass es wirklich schon losging doch genau das tat es. Von diesem Moment an setzte ich meine Kopfhörer auf und hörte die Hypnose für die Eröffnungsphase. Ich verbrachte noch circa 1 1/2 Stunden in der Badewanne.

Dann plötzlich merkte ich, dass ich nicht länger warten und aufbrechen wollte ins Krankenhaus. Während der einstündigen Autofahrt ins Krankenhaus kamen die Wellen bereits alle zwei bis drei Minuten. Meine Mutter saß aufgeregt neben mir und informierte meinen Partner, der zum Glück sein Handy auf laut gestellt hatte. Ich hatte ihn am Abend zuvor noch darum gebeten. Irgendwie hatte ich wohl doch geahnt, dass es bald so weit sein würde.

Ich war wie in Trance. Ich bekam alles um mich herum mit und war gleichzeitig vollkommen ruhig und entspannt. Obwohl alles ganz anders begann als geplant, ließ ich mich von nichts aus der Ruhe bringen.

Gegen 3 Uhr morgens wartete meine Beleghebamme bereits vor der Klinik. Ich verabschiedete mich noch von meiner Mutter und ging mit in den Kreißsaal. Nach der Untersuchung stand fest: Mein Muttermund war schon 5 cm geöffnet. Erst in diesem Moment wurde mir wirklich bewusst, dass ich heute mein Kind bekommen würde.

Kurz darauf kam auch mein Partner an. Die nächsten Stunden verbrachte ich fast ausschließlich in Bewegung. Ich lief durch den Kreißsaal, kreiste mit meinem Becken und hörte weiterhin meine Hypnose. Liegen oder Sitzen kam für mich überhaupt nicht infrage.

Gegen 4 Uhr schlug meine Hebamme vor, die Fruchtblase zu eröffnen, da die Geburt bereits weit fortgeschritten war. Doch ich fühlte mich noch nicht bereit und vertraute meinem Gefühl. Weitere drei Stunden arbeitete ich mich ganz ohne Schmerzmittel durch die Wellen. Sie waren intensiv, aber für mich nicht schmerzhaft.

Als ich schließlich bereit war, ließ ich die Fruchtblase eröffnen. Die Wellen wurden nun deutlich kräftiger und ich begann, zu tönen. Ich wechselte zur Hypnose für die Austrittsphase und atmete begleitet von meiner Hebamme zunächst auf der Toilette, später auf dem Gebärhocker mit meinem Partner im Rücken.

Als die Herztöne meines Sohnes etwas schlechter wurden, entschied meine Hebamme, mich in die Rückenlage zu bringen. Dort atmete ich noch vier oder fünf Wellen und dann war mein Sohn nach 9 wundervollen Stunden, in der 36+6 Woche geboren.

Dieser Moment war der schönste und unvergleichlichste meines Lebens. Ich fühlte mich wie eine Königin. Ich hatte mein Kind aus eigener Kraft und völlig selbstbestimmt zur Welt gebracht. Ich war dankbar für meine wunderbare Hebamme die mich einfach meinem Gefühl nachgehen ließ und mich dann anleitete, wenn ich es brauchte.

Ich würde mich jederzeit wieder für Die Friedliche Geburt entscheiden. Anfangs war ich skeptisch, doch ich ließ mich darauf ein und es hat sich mehr als gelohnt. Schon wenige Stunden nach der Geburt hätte ich dieses unbeschreibliche Erlebnis am liebsten noch einmal erlebt.

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Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
Hebamme
Nina