Erfahrungsbericht
von Rebecca
Meine Reise mit der friedlichen Geburt beginnt bereits deutlich vor der Geburt selber, nämlich in der 10. SSW. Und da ich überzeugt davon bin, dass der frühe Kurseinstieg meinen Geburtsverlauf positiv beeinflusst hat, startet auch hier bereits mein Geburtsbericht.
Wir befinden uns also in der 10. Woche meiner zweiten Schwangerschaft, ich bin wegen starker Übelkeit bereits in engem Kontakt mit meiner Hausgeburtshebamme und höre seit dem positiven Test den Podcast.
Das Konzept hatte mich schon in der ersten Schwangerschaft angesprochen, aber jetzt bin ich tiefer drin, plane nach einer nicht optimalen Klinikgeburt bei meinem ersten Kind nun eine selbstbestimmte Hausgeburt und hole mir schließlich erst den Schnupper- und dann bereits nach wenigen Tagen den Vollzugang (Modul 1 habe ich quasi durchgesuchtet).
Von da an mache ich tägliche Hypnosen. Diese helfen, mir zu entspannen, mich in der Frühschwangerschaft bereits mit dem Baby zu verbinden und meinen stressigen Alltag mit Schwangerschaft, Kleinkind (1,5 Jahre alt) und Vollzeitjob zu bewältigen. So werden insbesondere die Einschlafbegleitungen meines älteren Kindes von einer Zerreißprobe zu meiner Me-Time und Geburtsvorbereitung.
Nachdem wir die Übelkeit in den Griff bekommen haben, darf ich dann zum Glück eine insgesamt beschwerde- und komplikationsfreie Schwangerschaft erleben und tanke in den Hypnosen regelmäßig Kraft und verbinde mich mit dem Baby.
Am Ende mache ich sogar die Bewegungshypnose regelmäßig beim Spaziergang in der Mittagspause auf der Arbeit. Bereits zu diesem Zeitpunkt bin ich komplett davon überzeugt, dass der Kurs mir schon so viel zurückgegeben hat, dass er sein Geld mehr als nur wert war.
So rückt der ET näher und ich bin ganz entspannt. Ich freue mich auf die Geburt und mein Baby, genieße aber auch sehr die Exklusivzeit mit dem großen Kind und meinen Mutterschutz. Einige Tage vor ET beginne ich mit den Hypnosen, die das Baby einladen, sich auf den Weg zu machen. Die Senkwehen sind schon seit Wochen sehr intensiv, ansonsten tut sich noch nichts. Genau so kannte ich es auch aus der ersten Schwangerschaft.
Am Morgen meines ETs wache ich dann mit Wellen auf, welche gut aushaltbar alle 10-15 min kommen. Ich gehe in die Wanne, und höre die Hypnose „Geburtsbeginn mental fördern“… und schon werden die Wellenabstände länger. Dieses Muster zieht sich so durch den Tag und die Latenzphase: In Bewegung regelmäßige Wellen alle 5-10 min von wechselnder Intensität, in Ruhe und in Hypnose aber ebbt alles wieder ab.
Am Nachmittag bringt mein Mann unser Kind zu meinen Eltern. Schweren Herzens verzichte ich auf Hypnosen, um die Wellen etwas anzukurbeln. Gegen 19:00 kommen meine Schwester und auch meine Hebamme, um eine Vorsorge zu machen und nach dem Stand der Dinge zu sehen. Ihr Urteil: Alles bestens, das ist definitiv Geburt, aber noch Latenzphase, der Muttermund ist bei 1-2 cm (meine erste vaginale Untersuchung in dieser Schwangerschaft, aber ich wollte wissen, wo wir stehen).
Sie fährt wieder und mein Mann, meine Schwester und ich machen einen längeren Spaziergang zu einem Supermarkt, um Kuchen zu kaufen. Auf dem Weg habe ich immer wieder Wellen, die ich veratme und die auf dem Rückweg dann auch so intensiv sind, dass ich mich an meinem Mann festhalte. Ich denke mir: Das hat bestimmt etwas gebracht und vielleicht den Muttermund etwas geöffnet.
Um 21:30 sind wir zurück und mein Plan ist: ich lege mich in die Wanne und mache eine Hypnose an, um wieder etwas Ruhe und höhere Wellenabstände zu bekommen und dann vielleicht noch etwas zu schlafen (das hatte ja bisher immer gut funktioniert). Doch daraus wird nichts. Die Wellen sind so intensiv, dass ich sie in der Wanne nicht mehr gut veratmen kann (bereits bei der ersten Geburt waren alle liegenden Positionen die reinste Qual für mich), und so fallen Wanne und Bett raus und auch Kopfhörer kann ich plötzlich gar nicht ertragen.
Das fand ich erst sehr schade, weil ich mich soooo sehr darauf gefreut hatte, die Geburtshypnose endlich hören zu dürfen. Aber ich war gut vorbereitet und auch ohne Hypnose auf den Ohren in einem Tunnel, nur eben etwas anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich dachte, ich würde die Geburt mit Kristins Stimme an meinem sicheren Ort verbringen. Stattdessen war es eher ein abstrakter Superfokus, bei dem ich nur gelegentlich an meinem sicheren Ort war.
Ich befinde mich nun also auf unserem Schlafzimmerboden im Vierfüßlerstand auf den Pezziball gelehnt. Bereits in der Eröffnungsphase der ersten Geburt war das meine liebste Position. Um 23:00 sind schon kaum noch Abstände zwischen den Wellen und meine Schwester ruft meine Hebamme, die schnell kommt und auch direkt die zweite Hebamme informiert und einlädt.
Es folgt eine Übergangsphase, in der der Muttermund zwar eröffnet ist, mein Kind aber nicht so recht den Weg durchs Becken findet. In dieser Phase bin ich viel in Kommunikation mit meiner Hebamme und mache verschiedene Übungen. Dabei habe ich permanent einen starken und schmerzhaften Druck im Becken, der auch in den Wellenpausen nicht weg geht. Ich denke nicht, dass ich hier in meinem Superfokus war und habe die Phase als sehr schmerzhaft in Erinnerung.
Um mir mehr Entspannung in den Wellenpausen und evtl auch generell etwas längere Pausen zu verschaffen, gehe ich dann auf Anraten meiner wundervollen Hebamme wieder in die Wanne. Liegen geht zwar weiterhin so gar nicht, aber über den Wannenrand gelehnt, halb im Wasser halb auf dem Pezziball, das ist meine Position. Und so werden die Wellenpausen auch tatsächlich etwas entspannter. Trotzdem muss das Kind ja durchs Becken und so animiert mich meine Hebamme auch in der Wanne zu einer liegenden Übung auf der Seite.
Und dann kommt endlich die Welle, die alles verändert: Innerhalb einer Welle dreht sich mein Kind durchs Becken, die Fruchtblase platzt und ich habe sofort Pressdrang und schiebe mit. Das war ein ganz neues Gefühl für mich, da ich Blasensprung und Pressdrang in der ersten Geburt wegen einer noch ausschleichenden PDA gar nicht wahrgenommen hatte. Jetzt aber ist mein Körpergefühl deutlich und klar und ich knie mich sofort wieder in die Wanne.
Nach dieser langen und sehr schmerzhaften Übergangsphase will ich jetzt einfach nur noch, dass das Kind schnell kommt und schiebe mit, so doll ich kann. Nach bereits einer weiteren Presswelle kann ich den Kopf ertasten und dieser scheint schon nur noch geschätzte 2 cm weit in mir drinnen zu sein. E
ine weitere Presswelle und ich höre meine Hebamme sagen: „In der nächsten Wehenpause muss ich mit dir reden“. Ich weiß in diesem Moment schon, was sie mir sagen will. Bereits bei der Geburtsplanung hatten wir besprochen, dass ich in meiner heimischen Wanne ein Kind nur liegend Gebären könnte, weil kniend das Wasser nicht tief genug ist und die Gefahr, dass das Baby Wasser einatmet, zu hoch wäre. Dass ich mich aber nicht hinlegen kann, ist zu dem Zeitpunkt allen klar. Und ich habe bereits längst gemerkt, dass das Wasser langsam weniger wird.
Also sage ich in der nächsten Wellenpause: „Ich weiß, was du sagen willst, lasst halt einfach das Wasser weiter ab!“ Die dritte Presswelle kommt, gefolgt von einer Weiteren und dem Kopf meines Kindes. Ich höre es bereits schreien, während ich noch auf die aller letzte Welle warte, um den Körper zu raus zu schieben. Lustig, denke ich mir. Meine Schwester, mein Mann und ich haben heute noch gerätselt, ob der Atemreflex auch schon einsetzt, wenn nur der Kopf geboren ist. Diese Frage wäre damit wohl beantwortet.
Dafür, dass ich davor gefühlt kaum Wellenpausen mehr hatte, lässt die letzte Welle lange auf sich warten. Aber vielleicht kommt es mir nur so vor, weil ich weiß, es ist fast geschafft und die Welt steht bereits irgendwie still. Die letzte Welle kommt und der Körper meiner Tochter wird in die Hände der beiden Hebammen geboren, die in der Position im engen Bad alle Mühe haben, sie aufzufangen. Ich lege mich in die Wanne und bekomme die Kleine zusammen mit warmen Handtüchern auf die Brust gelegt. Es ist 01:33 in der Nacht.
Meine Geburtsbegleiter lassen sofort wieder Wasser in die Wanne und wir haben das schönste Kennenlernen, das ich mir hätte vorstellen können. Wir liegen im warmen Wasser, ich bekomme einen Apfelpunsch gereicht und gebäre ganz in Ruhe im völligen Oxytocin-Rausch die Plazenta. Mein Mann und die zweite Hebamme nehmen die Kleine samt Plazenta mit ins Schlafzimmer und mein Mann hat Zeit zu bonden, während meine Hebamme mich in der Wanne abbraust.
Sauber und überglücklich lege ich mich in mein vorbereitetes Bett und schaue dabei zu, wie meine Schwester die Kleine abnabelt, bevor sie mir zum ersten Anlegen und Kuscheln gebracht wird. Dieser Moment mit meiner Tochter nach einer traumhaften Geburt im eigenen Bett ist es, was ich mir so sehr gewünscht hatte. Ich bin überglücklich und trotz der schnellen Austrittsphase habe ich lediglich Schürfungen, und so bleibt nur noch die U1 im Bett, bevor die Hebammen sich verabschieden und ich mich mit meiner Schwester und Tochter im Bett schlafen lege. Meine Tochter ist die komplette Zeit tiefenentspannt.
Nach der langen und intensiven Vorbereitung war ich nach der Geburt erst etwas enttäuscht, dass mich die friedliche Geburt nicht so durch die Geburt begleitet hat, wie ich mir das Monate lang vorgestellt hatte. In der Latenzphase haben die Hypnosen mir zwar Entspannung verschafft, aber die Wellenabstände auch verlängert. In der schnellen Eröffnungsphase habe ich die Kopfhörer und die Stimme nicht ertragen, konnte aber selber in einen fokussierten Zustand finden. Und in der langen Übergangsphase war meine volle Präsenz gefragt. Die Austrittsphase schließlich war mit nur 4-5 Presswellen zu kurz, um auch nur an Hypnose zu denken.
Ich habe ein paar Wochen gebraucht, um schließlich zu verstehen, dass die Hypnosen in der Schwangerschaft uns bereits so gut auf die Geburt vorbereitet hatten, dass wir die Geburtshypnose selber gar nicht mehr gebraucht haben. Meine Tochter und ich waren zu jeder Zeit verbunden, entspannt, sicher und fokussiert. Und vor allem war ich zu 100% davon überzeugt, dass wir es mit der Hebamme und unseren Geburtsbegleitern zu Hause am besten schaffen können (trotz PDA und einer 24h Geburt beim ersten Kind).
Diese Zuversicht und das gute Körpergefühl kamen sicher maßgeblich durch die Hypnosen in der Schwangerschaft. So war die Geburt sicher nicht schmerzfrei, aber trotzdem wunderschön und das schönste, kraftvollste und friedlichste Erlebnis in meinem Leben.

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