Erfahrungsbericht
von Rebekka K.
Hallo, mein Name ist Rebekka, ich bin 38 Jahre alt und nun zweifache Mama. Ich freue mich sehr, dass ich euch hier mit hinein nehmen darf in meine Geburtsgeschichte. Damit möchte ich jeder Frau Mut machen, positiv auf das Ereignis der Geburt zu blicken und sogar eine Vorfreude zu entwickeln. Denn eine positive Geburtserfahrung ist absolut möglich, durch eine gute Vorbereitung und eine positive Grundeinstellung.
Es ist unser zweites Kind und wir hatten eine Hausgeburt geplant. Bei unserem Sohn war ich in der Klinik in Immenstadt, was bereits eine sehr positive Geburtserfahrung war. Nun wollte ich jedoch meine absolute Ruhe beim Gebären haben. Und so war mir klar, dass die Geburt daheim stattfinden sollte.
Ich hatte mich bei der ersten Geburt bereits mit dem Podcast von Kristin Graf „die friedliche Geburt“ vorbereitet. Und es half mir bereits damals, um während der Geburt bei mir, in meinem Körper und beim Baby zu bleiben. Dieses mal wollte ich die Vorbereitung jedoch noch mit Hypnose vertiefen und so habe ich Kristins Online Kurs gebucht. Ich war hoch motiviert und sehr gespannt, wie sich die Geburt dieses mal anfühlen wird.
Zwei Tage vor der Geburt spürte ich bereits abends ein starkes Ziehen im Kreuz. Dieses Gefühl kannte ich schon von der Geburt unseres Sohnes und wenn ich meine Regel bekomme. Ich ahnte also, dass es nun nicht mehr lange dauern wird.
Am Vorabend brachte ich unseren fast vierjährigen Sohn ins Bett. Er schläft noch neben uns und so schlief ich auch gleich neben ihm ein. Kurz nach Mitternacht spürte ich die ersten kleinen Wellen. Ich fing gleich an, sie mit Kristins Atemtechnik zu veratmen, um zu sehen, ob es so für die Geburt für mich passt. Es fühlte sich gut an, also machte ich so weiter. Ich spürte schnell, dass die Wellen bereits sehr regelmäßig kamen. So alle 5-10 Minuten. So atmete ich eine Stunde lang vor mich hin. Es blieb dabei.
Nach ca. einer weiteren Stunde gab ich meinem Mann Bescheid, dass es wohl los geht. Sobald er Bescheid wusste, spürte ich, dass die Wellen intensiver wurden. Er rief vorsichtshalber schon mal die Hebamme an. Sie war sehr entspannt. Wir sollten uns wieder melden, wenn wir ihre Hilfe brauchten.
Im Vorhinein hatten wir besprochen, wie mein Mann das Badezimmer und unser Gästezimmer vorbereiten soll. Das waren die beiden Räume, in denen ich mich aufhalten wollte. Er stellte im Badezimmer die Kerzen auf, sodass ich nun in die Badewanne gehen konnte. Ab jetzt lief die Geburtshypnose von Kristin über den Handylautsprecher nebenher. Die Badewanne tat gut. Es entspannte mein Becken und Kreuz sehr. Die Wellen wurden gleichzeitig intensiver.
Mittlerweile war es ca. 4 Uhr und ich wollte nun unbedingt die Hebamme dabei haben. Ich wusste, wenn sie da ist, wird die Geburt nochmal mehr Fahrt aufnehmen. Mein Mann rief sie also an und ca. 45 Minuten später traf sie, gemeinsam mit der Hebammenstudentin, ein.
Mittlerweile fühlte ich mich in der Badewanne eher beengt. Ich hatte das Bedürfnis nach mehr Bewegungsfreiheit. Ich merkte, dass mir zu dem Zeitpunkt der Vierfüßlerstand während der Wellen sehr gut tat. Ich veratmete nun intensiver mit der Lippenbremse, ich nenne es mal „Pferd“.
Gemeinsam mit den Hebammen und meinem Mann ging ich ein Stockwerk höher in unser Gästezimmer, das so zum Geburtszimmer wurde. Auch hier war alles so vorbereitet, wie wir es besprochen hatten. Die Hypnose lief nach wie vor im Hintergrund mit. Im Geburtszimmer wurden die Wellen nochmal intensiver und ich dachte nur: „Wow, so intensiv hab ich das gar nicht in Erinnerung!“ Ich spürte nun bei jeder Welle einen Schwindel, obwohl ich richtig atmete. Also gabs Traubenzucker. Ich spürte auch eine sehr große Müdigkeit eintreten. Die kannte ich aus der ersten Geburt ebenfalls nicht. Damals ging ich einfach viel ausgeruhter (wir hatten ja noch kein Kind) und mit einem höheren Fitnesslevel (Am Ende dieser Schwangerschaft legten mich mein Ischias und die Symphyse ziemlich lahm) in die Geburt. Und, im Nachhinein wissend, ging diese Geburt doppelt so schnell wie die erste. Also gab jede Welle auch mehr Power, was natürlich anstrengender ist.
Ein weiterer Unterschied zu der Geburt unseres Sohnes war, dass ich die Bewegungen des Babys unter Geburt viel deutlicher spürte. Es war ein sehr verrücktes Gefühl, das mir schwer fällt zu beschreiben.
Ich probierte nun verschiedene Positionen aus. Kniend vor dem Bett, dachte ich, wäre super. Doch dabei zog es mir bei jeder Welle schmerzhaft in die Leistengegend. Ich hatte nun eher das Bedürfnis, mich lang zu machen. Meine Hebamme riet mir, mich auf die Seite zu legen. So hätte ich auch immer wieder die Chance, mich zwischen den Wellen auszuruhen. Ich äußerte nämlich, dass ich schlafen wollte. Den Satz der Hebamme „Dann schlaf doch ein bisschen“ fand ich sehr amüsant. Wie sollte ich denn bei dieser Intensität schlafen können?! Im Nachgespräch erfuhr ich, dass ich tatsächlich zwischen den Wellen auf meinem Seitenschläferkissen gedöst hatte. Das hatte ich gar nicht bewusst wahrgenommen.
Die Hypnose von Kristin half mir zusätzlich zu entspannen. Immer wieder erinnerte sie mich mit ihren Worten daran, locker zu lassen, los zu lassen und meinen Atem zu finden. Über den Satz „Gib deinem Körper die Zeit, die er braucht.“ musste ich allerdings lachen. Es ging mir eindeutig zu langsam. Trotzdem war die gewohnte Stimme von Kristin und die Melodie der Hypnose ein Anker, der mich immer wieder entspannen ließ, trotz der harten Arbeit.
Irgendwann fragte ich in den Raum hinein: „Wann geht endlich diese Fruchtblase auf?!“ Darauf antwortete die Hebamme entspannt: „Die muss nicht aufgehen.“ Achso, ok. Das entspannte mich erneut und der Gedanke war weg. Ich war wieder voll bei mir und dem Geburtsprozess.
Gegen fünf Uhr wachte unser Sohn wohl auf. Das bekam ich natürlich nicht mit. Aber er verlangte nach mir. Mein Mann erklärte ihm, dass ich gerade nicht kommen kann, weil das Baby unterwegs sei. Da war er natürlich hellwach und wollte zuschauen. Irgendwann zwischen den Wellen blinzelte ich mal in den Raum hinein und entdeckte ihn im Türrahmen stehen. „Aha, jetzt ist Johan also wach.“ dachte ich. Es brachte mich aber nicht aus der Ruhe. So schaute er eine Weile zu, wie ich pferdemäßig veratmete. Dann brachte mein Mann ihn nach unten ins Wohnzimmer und rannte ab sofort immer zwischen unserem Sohn und mir hin und her. Er bekam also auch seinen Sport in dieser Nacht. Gut, dass zwei Hebammen da waren. So war ich tatsächlich durchgängig gut begleitet. Allein ihre Gegenwart reichte mir schon aus. Scheinbar gab es Momente, wo ich nur mit der Hebammenstudentin alleine war. Das bemerkte ich gar nicht. Ich war also ganz in meinem Tunnel, im Parasympatikus.
Mittlerweile wurde ich lauter. Also nicht mehr „Pferd“, sondern eher „Löwe“. Als ich meinen ersten lauten Schrei fahren ließ, war mein Mann gerade unten bei unserem Sohn. Dieser fragte natürlich gleich, warum ich so schreie. Mein Mann erklärte ihm, dass ich nun viel Kraft brauche und deshalb brülle wie ein Löwe. Das verstand er gut und spielte beruhigt weiter.
Mittlerweile wurde der Druck im Becken immer stärker und ich hatte das Bedürfnis zu schieben. Ab jetzt lag ich die restliche Zeit in Seitenlage auf rechts, an meinem Seitenschläferkissen. Das war meine Position!
Im Hintergrund hörte ich nun ein Klappern und bemerkte, dass die Hebamme heiße Tücher vorbereitete. Ich wusste, die waren für den Dammschutz gedacht. „Wow, sind wir doch schon so weit?“ dachte ich.
Um 6:30 Uhr traf dann unser Freund bei uns ein und übernahm Johan.
Ab jetzt konnte mein Mann voll und ganz bei uns sein. Wobei ich seine An-und Abwesenheit zuvor kaum bemerkt hatte. Es war ja immer jemand da. Da mein linkes Bein quasi in der Luft hing, durch die Seitenlage, brauchte ich immer jemanden, der es für mich festhielt.
Die Hebamme meinte nun, ich könne mich jetzt ruhig trauen und kräftig mitschieben. Gesagt, getan. Ich schob und spürte, wie sich das Baby durchs Becken bewegte. Ein Gefühl, als würde sich der Darm und der ganze Rest des Körpers auf einmal entleeren. Auf irgendeine Weise befriedigend. Ich spürte nun auch, wie sich mein Steißbein nach außen „klappte“, um dem Baby Raum zu geben. Wie praktisch dieses Becken doch gemacht ist! Die Hebamme legte die warmen Tücher auf, was bei mir einen Schweißausbruch auslöste. „Zu heiß!“, rief ich. Also nahm sie sie wieder weg. Doch nach einer Weile fragte sie, ob ich die Tücher nicht doch haben wollte. Und ich wusste ja, dass es um meinen Dammschutz ging. Also sagte ich ja und dann war es ok.
Das Köpfchen bewegte sich nun nach draußen und ich hatte, wie beim letzten Mal, das Gefühl einer brennenden Überdehnung des Gewebes. Und ich dachte, dieses Mal würde es doch reißen. Aber es war mir egal (ich hatte tatsächlich wieder nur Schürfungen). Das Köpfchen war draußen und alle waren begeistert. Ich tastete nach dem Kopf und spürte eine sehr glitschige Oberfläche. „Das Baby hat eine Glückshaube auf“, sagte die Hebamme. Es steckte tatsächlich noch in der Fruchtblase. Mein Mann war von dem Anblick im ersten Moment auch etwas irritiert. Es sah wohl aus, wie in Folie eingepackt.
Plötzlich empfand ich ein sehr unangenehmes Gefühl, als würde jemand das Baby wieder zurück schieben. Ich schrie meinen Mann und die Hebamme entsetzt an „Was macht ihr da?!“ Die beiden sagten ganz überrascht: „Nichts“. Als ich sie beschuldigte, sie würden das Baby zurück schieben, erklärte mir die Hebamme, dass es das Baby selbst sein, das ich spüre. Es drehte sich gerade noch einmal in Position. Das war wieder ein sehr unbeschreibliches und auch sehr unangenehmes Gefühl, da es sich so völlig meiner Kontrolle entzog.
Ich schob noch dreimal, und rief beim letzten Mal „Raus!“. Und dann war unser Baby geboren.
Um 6:55 Uhr. Ich nahm es sofort auf den Bauch und wir deckten es zu. Es meckerte ein bisschen vor sich hin, sonst gab es keine Beschwerden. Wir waren sehr überrascht von den zarten Lauten.
Sofort wollte ich, dass Johan sein Geschwisterchen sieht. Er wurde geholt und durfte es ganz frisch, mit Nabelschnur und allem, wie es nach der Geburt eben aussieht, betrachten. Es war ein Wunder-voller Moment. Da merkten wir plötzlich… Wir wissen ja immer noch nicht, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist. Wir hatten nur einen Mädchennamen parat. Und, tatsächlich, es war ein Mädchen. Unsere E. M.
Während der gesamten Zeit der Geburt fühlte ich mich rundum gut versorgt und begleitet. Ich bekam immer wieder Wasser zu trinken und ab und zu eine Kleinigkeit zu Essen. Es war immer jemand an meiner Seite. Ab und zu hörte die Hebamme die Herztöne des Babys ab, was mich nicht weiter störte. Ansonsten hatte ich meine Ruhe. Bis kurz vor dem Ende lief die Hypnose der friedlichen Geburt. Dann ging sie von alleine aus. Ich hörte zwar die ganze Zeit die Hypnose zur Eröffnungsphase, aber sie entspannte mich einfach so gut, dass ich nicht umschalten wollte.
Auch als sie aus war, wollte ich nichts neues starten. Das Ende war ja bereits absehbar. Zwar war ich innerlich nicht an meinem sicheren Ort, wie ich ihn aus den Schwangerschaftshypnosen kannte, aber ich war die ganze Zeit tief bei mir. Und das war in der Geburt dann mein sicherer Ort.
Vielen Dank, liebe Kristin, für Dein wunderbares Programm zur Geburtsvorbereitung und -begleitung. Ich würde es jederzeit wieder genau so machen!

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