Erfahrungsbericht
von Ricarda

Im September 2024 wurde ich schwanger mit unserem ersten Kind, wir haben uns beide sehr gefreut. Im Januar erzählte mir eine Freundin von „Der friedlichen Geburt“ und ich begann in den Podcast reinzuhören und hörte mir das Hörbuch an.

Ich konnte vor der Schwangerschaft nicht viel mit Hypnose anfangen, fand aber die Erklärungen im Hörbuch und Podcast gut und plausibel und habe mich dann auch für den Kurs angemeldet und angefangen, die Module durchzugehen und mit den Hypnosen zu üben.

Davor hatte ich Angst vor der Geburt entwickelt, weil alles so unberechenbar erschien, das auseinandersetzen mit dem Thema und der Kurs haben mir geholfen, dass ich Geburt eher freudig entgegenblicken konnte.

Zu Beginn der 31. SSW musste ich dann unerwartet ins Krankenhaus, da bei der Routinekontrolle bei meiner Frauenärztin festgestellt wurde, dass ich einen verkürzten Gebärmutterhals mit Trichterbildung hatte. Mein Gebärmutterhals war zu dem Zeitpunkt nurnoch bei 0,8 cm. Ich musste erstmal zur Beobachtung im Kreißsaal bleiben und wurde ein paar Tage später auf Station verlegt.

Ab diesem Zeitpunkt konnte ich mich erstmal gedanklich gar nicht mehr mit dem Thema Geburt weiter befassen, ich hatte Angst, wenn ich mich damit befasse, geht es los und es sollte ja noch nicht losgehen, zudem war die Zeit im Krankenhaus mental sehr belastend für mich. Die Lage stabilisierte sich zum Glück und ich durfte nach zwei Wochen wieder nach Hause, musste mich aber hier natürlich weiter schonen.

Als ich es in die 35. SSW geschafft hatte, begann ich zuhause wieder die Hypnosen zu hören und zu üben. Zu Beginn der 36. SSW an einem Dienstag war ich wieder im Krankenhaus wegen einem Verdacht auf Blasensprung, der sich jedoch nicht bestätigte, und wurde dann jedoch im Krankenhaus gesagt, dass mein Muttermund schon geöffnet und bei 2cm ist, obwohl ich bis dahin nur leichte Übungswehen gemerkt hatte.

Am Donnerstag fühlte ich mich dann irgendwie anders, ich hatte unregelmäßig Wehen, die sich aber nicht stark anfühlten und die ich als Übungswehen abtat. Ich bat meinen Mann, dass er doch am nächsten Tag, an dem er Urlaub hatte, noch das Beistellbett aufstellen möge, das war das einzige, was noch offen war an To Dos.

Anstatt zu warten bis zum nächsten Tag, erledigte mein Mann diese Aufgabe noch schnell nach der Arbeit. Am Abend wurden die Wehen häufiger und gegen 22 Uhr fingen sie an, regelmäßig zu werden, ca. alle 10-15 Minuten. Ich war aber noch entspannt und dachte mir, das legt sich wieder und wir gingen gegen 23 Uhr ins Bett.

Da die Abstände jedoch kürzer wurden und die Wehen auch länger anhielten, konnte ich nicht schlafen, hatte aber auch nicht das Bedürfnis, mir die Hypnose anzuhören, ich wollte ganz für mich sein. Ich ließ mir ein Bad ein und badete eine ganze Weile. Irgendwann hatte ich dann das Bedürfnis, dass wir ins Krankenhaus fahren sollten, ich weckte meinen Mann und wir machen uns auf den Weg.

Gegen 4 Uhr morgens kamen wir am 9.5.2025 im Krankenhaus an. Ich wurde untersucht, war jedoch erst bei 3 cm. Mein Mann und ich gingen eine Runde am Main spazieren. Die ganze Zeit sprach ich wenig, wollte für mich sein und veratmete die Wellen. Als wir nach ca. 2 Stunden zurück waren, wurde die Wanne für mich vorbereitet und ich legte mich wieder ins warme Wasser, da ich dies auch zuhause schon so genossen hatte.

Hier mache ich mir dann die Hypnose für die Eröffnungsphase an und schickte auch alle raus. Ich visualisierte mit der Hypnose, wie ich mich öffnete und wollte weiterhin meine Ruhe. So lag ich ca. 3 Stunden in der Wanne, mein Mann und die Hebammen schauten gelegentlich nach mir. Als mir kalt wurde, meinte die Hebamme, ich sollte langsam mal aus dem Wasser raus. Sie untersuchte mich und ich war bei 8 cm, wir gingen also in der Kreißsaal.

Ich war etwas ruhelos und ging im Kreissaal langsam auf und ab und hörte dabei weiter die Hypnose, bis ich auf einmal innerlich ein Plop hörte und meine Fruchtblase platzte. Kurz darauf veränderten sich auch die Wellen, die ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal als unangenehm wahrgenommen hatte, sondern tatsächlich einfach als Wellen, die kommen und gehen.

Jetzt aber spürte ich, dass mehr Druck dahinter ist und sich etwas verändert hatte. Die Hebamme untersuchte mich und ich war voll eröffnet. Jetzt war ich doch etwas aufgeregt, meinen Geburtsvorbereitungskurs mit meinem Mann hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht beenden können und unsere liebe Hebamme zeigte uns noch ein paar Geburtspositionen und wie mein Mann unterstützen kann und sagte aber, sie wäre ja auch die ganze Zeit da und leite uns an.

Sie hatte eine ruhige und liebe Art und ich machte die Hypnose aus, da ich wieder das Bedürfnis hatte, nichts mehr zu hören. Es war eine anstrengende Austreibungsphase über 2 Stunden, da mein Sohn immer wieder zurückrutschte und es nicht so richtig vorwärts ging. Wir probierten unterschiedliche Positionen, wobei mich die Hebamme anleitete und mein Mann mich unterstützte.

Dann kam noch eine Ärztin dazu, die ich schon während meiner Zeit im Krankenhaus mochte, weil sie so eine positive Art hatte. Ich merkte dennoch, dass die Stimmung irgendwann angespannter wurde, da sich die Herztöne verschlechterten, man sagte mir, dass es jetzt langsam mal voran gehen müsse. Ich gab also nochmal alles und versuchte, während einer Wehe 4-5 zu Pressen.

Da man dachte, dass mein Sohn eine Schulterdystokie hat, kam noch die Oberärztin dazu und ich gebar tatsächlich kurz darauf den Kopf im Vierfüßlerstand. Man sah dann jedoch, dass er die Nabelschnur um den Hals gewickelt hatte, die ihn wohl immer zurückgezogen hatte. Die Oberärztin durchtrennte die Nabelschnur und ohne die nächste Wehe abzuwarten sollte ich pressen, während die Oberärztin von oben mitschob.

Dann gebar ich auch den Körper und mein Sohn wurde mir auf die Brust gelegt, er wurde abgerubbelt und ich sollte ihn anpusten, da er nicht richtig schrie, doch es half nichts und er wurde zu den Kinderärzten gebracht, die ihm Sauerstoff gaben. Während ich die Nachgeburt hatte und genäht wurde (ich hatte nur leichte Schürfwunden an den äußeren Labien), war mein Mann bei unserem Sohn.

Nach ca. einer halben Stunde hatten sich die Werte stabilisiert und wir waren endlich als Familie vereint. Die Ärztin fragte mich nach der Geburt, wie ich mich auf die Geburt vorbereitet hatte, da ich zu jedem Zeitpunkt einen entspannten Eindruck gemacht hätte und die Situation bei vielen Frauen wohl zu einem Kaiserschnitt geführt hätte, ich sagte ihr, dass ich "die friedliche Geburt" gemacht habe und sie meinte, dass hätte man gemerkt.

Auch heute noch denke ich, dass ich diese anstrengende Geburt geschafft habe, weil ich durch die friedliche Geburt so eine entspannte Eröffnungsphase hatte und daher noch genug Kraft und Energie hatte. Auch wenn ich insbesondere an den letzten Minuten der Geburt und dem etwas holprigen Start ins Leben meines Sohnes an den nächsten Tagen noch etwas zu knabbern hatte und das ganze verarbeiten musste, denke ich heute mit sehr positiven Gefühlen an die Geburt zurück und erinnere mich sehr gerne daran.

VideoberichteMehr Videoberichte
Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
Hebamme
Nina