Erfahrungsbericht
von Snezana P.

Triggerwarnung: Notkaiserschnitt

Liebe Kristin, ich wurde eine Woche vor dem errechneten Termin eingeleitet, da meine kleine Maus sehr groß war und ich 40 Jahre alt bin. Die Einleitung an sich machte mir keine Angst, eher die wiederholte Betonung, dass sie „ein sehr großes Baby“ sei – das hat schon ein mulmiges Gefühl ausgelöst irgendwo.

Trotzdem bin ich am 5.5.2025 voller Vertrauen ins Krankenhaus gegangen. Nach dem Einchecken bekam ich um 9:00 Uhr die erste Tablette und wartete entspannt ab. Durch die Größe meiner Tochter hatte ich die Übungswehen zuvor eher als Druck denn als Schmerzen wahrgenommen – und genau dieses Druckgefühl kam dann auch. Alles fühlte sich stimmig an. Ich ging auf und ab, mit meinem Stirnband mit deiner Stimme, atmete bewusst und freute mich richtig auf diese kleine große Maus.

Um 11:00 Uhr bekam ich die zweite Tablette. Auch das lief wunderbar. Ich konnte die Wehen toll veratmen – mit deiner angenehmen Stimme im Ohr. Mein Mann war zwar da, aber ich wollte keinen Körperkontakt, sondern einfach nur dich.

Ich saß auf einem Sessel unter der warmen Dusche und veratmete die Wehen – um 14:00 Uhr war ich bereits bei 6 cm. Allein deine Stimme war mir genug. Die Hebamme sah zwar immer nach mir, aber ich hatte nicht das Gefühl, sie in einem Moment zu brauchen. Kurz darauf ging es in den Kreißsaal, da die Wehen im Minutenabstand kamen. Alles war gut auszuhalten und ruhig veratmet. Die Badewanne war nicht möglich, da keine Herztöne messbar waren – aber es fühlte sich für mich auch nicht nötig an.

Nach einiger Zeit wurde mir die Fruchtblase eröffnet, da es nicht weiterging. Ab diesem Moment wurden die Schmerzen sehr stark und ich hatte große Mühe, weiter zu veratmen. Zum ersten Mal fragte ich sogar nach einer PDA. Nach mehreren Untersuchungen stellte sich heraus, dass meine Tochter beim Blasensprung in Gesichtslage lag – weshalb es nicht weitergehen konnte. Ab da half auch das Veratmen nicht mehr → Notkaiserschnitt. Ich wurde dabei in Vollnarkose gelegt. Unsere Tochter kam um 16:25 Uhr zur Welt – mit 4666 g und 60 cm.

Sie war nach der Geburt sehr entspannt, und auch ich kam körperlich bald wieder gut auf die Beine. Ich hatte großen Respekt vor der Situation, aber kaum Angst. In meinen Meditationen – auch wegen der Größe meines Babys – hatte ich mir immer gesagt: Wenn es nicht mehr geht und bevor es zu schweren Verletzungen oder Komplikationen kommt, dann bitte eine Bauchgeburt. Genau so kam es. Für mich war es meine Traumgeburt, genau so, wie sie war. Ich bin unendlich dankbar und glücklich, durch dich so viel Vertrauen, Ruhe und innere Stärke gehabt zu haben.

Danke, danke, danke Snezana

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Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
Hebamme
Nina