Erfahrungsbericht
von Sophia
Die Geburt meines zweiten Kindes begann, genau wie die des Großen, mit einem Blasensprung. Das ist jedoch alles, was diese zwei Geburten gemeinsam haben.
Die Geburt meines Erstgeborenen war NICHT traumatisch, jedoch war sie lang und kräftezehrend. Die Schmerzen überrumpelten mich. Vor jeder Wehe dachte ich, oh nein, nicht noch eine. Daher war schnell klar, dass ich diesmal etwas anders machen wollte.
Als ich wieder schwanger war, hörte ich ganz viel den Podcast. In der 25. SSW entschloss ich mich dann dazu, auch deinen Kurs zu buchen. Und ich war, ganz zu meiner Überraschung, begeistert von den Hypnosen. Fast jeden Tag nahm ich mir diese Minuten nur für mich und freute mich oft schon auf die nächste. Am liebsten visualisierte ich meine Traumgeburt. Spoiler: vieles ist tatsächlich so eingetreten.
Und dann, ET + 5, war es soweit. Meine Fruchtblase platzte kurz nach Mitternacht. Kurz darauf gingen die Wellen los. In kurzen Abständen, jedoch noch recht schwach. Wir fuhren in die Klinik und erwarteten eine schnellere Geburt als die erste. Wir entschlossen uns, dort zu bleiben.
In der Nacht machte ich dann zum ersten Mal die Hypnose für die Eröffnungsphase an. Ich konnte wunderbar entspannen, merkte jedoch, dass die Regelmäßigkeit sowie die Intensität der Wellen zurück ging. Sogar mehrere Stunden schlafen konnte ich. Da ich meinen Großen stark vermisste (ich konnte nicht wirklich tschüss sagen) und ich unbedingt in mein eigenes Bett wollte, fuhren wir am Morgen wieder nach Hause.
Dort schliefen mein Mann und ich tatsächlich nochmals 3 Stunden. Anschließend merkte ich, wie die Wellen wieder etwas intensiver wurden. Erneut hörte ich die Hypnose über die Kopfhörer und konnte ganz lange im Bett entspannen und so die noch unregelmäßigen Wellen verarbeiten.
Mit der Klinik hatten wir vereinbart, um 18 Uhr zur Antibiotika Gabe wieder zu kommen. So konnte ich mich von meinem Großen verabschieden und mit neuer Kraft fuhren wir zurück ins Krankenhaus.
Dort angekommen merkte ich, wie die Wellen nun länger, intensiver und regelmäßiger wurden. Mit der Hypnose auf dem Ohr wollte ich ganz viel liegen und entspannen.
Um 18 Uhr bat ich eine Hebamme, mich vaginal zu untersuchen. Der Befund: MM bei 1 cm und der Gebärmutterhals steht noch mit 0,5 cm. Ich stellte mich also auf eine lange Nacht ein, war aber weiterhin bei mir. Im Gegensatz zu meiner ersten Geburt, verunsicherte der Befund mich keineswegs. Ich fühlte mich getragen.
Kurze Zeit später verspürte ich den Drang auf die Toilette zu gehen. Dort waren die Wellen deutlich intensiver und ich begann während der Welle mir immer wieder zu sagen: „ich öffne mich“. Dies wurde mein Mantra.
Um 19.45 Uhr schlug mein Mann vor spazieren zu gehen. Ich willigte ein und wir stiegen ein paar Treppen. Die Hypnose weiterhin über Kopfhörer dabei. Nach etwa 20 min wollte ich zurück in mein Zimmer. Ich fühlte mich unwohl auf dem Gang und der Druck nach unten war beim Treppensteigen sehr groß.
Zurück im Wehenzimmer legte ich mich wieder auf die Seite und mir wurde auf einmal sehr heiß und schlecht. Außerdem waren die Wellen nun sehr intensiv und es fiel mir immer schwerer bei mir in Entspannung zu bleiben. Ich fragte die Hebamme nach einem Entspannungsbad. Dies war auch der Zeitpunkt , an den ich die Hypnose nicht mehr hören wollte. Ich konzentrierte mich stark auf die von Kristin gelehrte Atmung und wiederholte immer wieder mein Mantra im Kopf.
„Ich öffne mich, ich öffne mich, ich öffne mich“…
Die Wellen waren nun unglaublich intensiv. Außerdem hatte ich zusätzlich das Gefühl, dass immer wieder der Kopf meines Kindes gegen den Muttermund drückte. Dies hatte zur Folge, dass das Schmerzempfinden mitten in der Welle auf einmal komplett verschwand. Es war fast angenehm!
Ich schilderte mein Befinden der Hebamme, welche mich daraufhin vaginal untersuchte.
Der Befund: MM vollständig.
Nur wenige Minuten später verspürte ich den ersten Pressdrang. Und erst ab diesen Punkt, empfand ich die Geburt als schmerzhaft. Ab diesem Punkt, war ich komplett aus der Hypnose raus. Die Presswehen überrumpelten mich.
Da keine Zeit mehr war in den Kreißsaal zu wechseln, entschied sich die Hebamme die Geburt im Wehenzimmer zu begleiten.
Ich drehte mich intuitiv von der Seite in den Vierfüßler stand. Auf einmal waren sehr viele Menschen im Raum. Ich weiß noch, wie jemand das Bettende aufrichtete und eine andere versuchte, die Herztöne meines Babys aufzuzeichnen. All das störte mich jedoch nicht. Ich vertraute mir und meinem Baby.
Auch etwas, was ganz anders beim ersten Mal war. Da schaute ich ständig auf das ctg und wie sich die Herztöne verhielten. Diesmal nicht.
Als eine lange Presswehe später das Köpfchen langsam kam, langte ich mit meiner Hand hin. Ein wundersames Gefühl. Kurz darauf war das Köpfchen geboren. Das brennen ließ nach. Eine weiter Welle später und die kleine wurde um 20.39 Uhr geboren. 2,5 Stunden nach dem ersten MM Befund.
Ich nahm die kleine zu mir und kuschelte sie an mich. Wir nabelten erst ab, als die Plazenta schon geboren war.
Nach einer kurzen Untersuchung stand fest: keine Geburtsverletzungen.
Wenn ich meine Geburt in drei Worten beschreiben müsste, wären es folgende: schmerzarm, selbstbestimmt, wunderschön
Danke Kristin!

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