Erfahrungsbericht
von Sophie

Sowohl meine Schwangerschaft als auch meine Geburtserfahrung waren wirklich traumhaft. Etwa bis zur 20. SSW hatte ich große Probleme mit Übelkeit, deswegen würde ich das dritte Trimester als das Schönste beschreiben.

In den letzten Wochen fühlte ich den Schwangeren-Glow und freute mich einfach unheimlich auf mein Baby. Ich war während der Schwangerschaft auf der Suche nach Podcasts oder Büchern, die über Geburt und Wochenbett informieren. Mir reichte die rein praktische Vorbereitung irgendwie nicht aus.

Ich habe mir dann erst Kristins Buch gekauft und mich schließlich durchgerungen und den Kurs gekauft. Die Hypnosen waren eine tolle Auszeit für mich und mein Baby. Witzigerweise hat mein Baby total stark auf meine Trance reagiert und sich viel bewegt. Ich hatte nie das Ziel, eine schmerzfreie Geburt zu erleben oder den Anspruch, in Hypnose zu bleiben.

Ich verinnerlichte Kristins Worte und konnte die ganze Schwangerschaft, Geburt und auch das Wochenbett mit großem Vertrauen in mich und mein Baby genießen. Dafür bin ich sehr dankbar! Die Schwangerschaft verlief sehr unkompliziert, bis in der 37. Woche der Kontroll-Ultraschall im Krankenhaus einen Verdacht auf Makrosomie ergab.

Sollte sich das Baby in den nächsten Wochen nicht selbst auf den Weg machen, legte die Ärztin mir eine Einleitung nahe. Auch meine Gynäkologin riet mir später zur Einleitung in 39+0. Ich probierte bis dahin einige geburtsvorbereitende Maßnahmen aus (Louwen-Diät, Datteln, spazieren, leichte Workouts, Eipol-Ablösung durch die Gyn), aber das Baby wollte noch nicht kommen.

Ich bin dann montags stationär im Krankenhaus zur Einleitung aufgenommen worden. Die Einleitung verlief ziemlich langwierig.

1. Tag: Rizinus-Cocktail

2. Tag: Ballon-Katheter (hat eine Muttermundsöffnung von 3cm bewirkt)

3. Tag: Angusta

4. Tag: Angusta

5. Pausetag

6. Einleitung mit Gel Am

6. Tag war nach dem Einsetzen des Gels auf dem CTG keine Wehenaktivität zu sehen. Auch das abendliche Kontroll-CTG ergab nichts. Ich hörte zum Einschlafen eine Podcastfolge, als meine Fruchtblase platzte. Das war etwa um 22:30 Uhr. Ich habe erst überhaupt nichts gespürt, nur ein lautes Geräusch gehört.

Ich bin zuerst liegen geblieben und merkte einige Sekunden später, wie ich Fruchtwasser verlor. Ich lief tiefenentspannt in den Kreißsaal, weil ich ja wusste, dass die Geburt noch dauern kann. Meine Kopfhörer hatte ich da trotzdem schon eingepackt.

Im Kreißsaal bekam ich dann relativ zügig Wehen. Mit jeder Welle entleerte sich die Fruchtblase noch etwas mehr. Ich saß zu diesem Zeitpunkt auf dem Gymnastik-Ball und startete die Geburts-Hypnose. Ich sagte zur Hebamme: „Das wird nicht so lange dauern“. Ich rief dann meinen Mann an, der etwa 15 Minuten ins Krankenhaus brauchte.

Als er ankam, hatte ich in 10 Minuten 5 Wellen, die Geburt hat also sehr schnell Fahrt aufgenommen. Ich freute mich, dass es nach 6 Tagen nun endlich so weit war. Wir wechselten dann noch einmal den Kreißsaal, weil ich gerne in die Wanne wollte.

Die Zeit in der Wanne war wunderschön, mein Mann und ich pendelten uns total gut ein und ich veratmete jede Welle eingehakt in seinen Armen. Das Wasser tat auch unheimlich gut. Ich freute mich, dass die Geburt nachts stattfand, die Wanne war von innen beleuchtet und durch ein bisschen Lavendel-Duft im Wasser war die Atmosphäre richtig heimelig.

Irgendwann wurden die Wellen so intensiv, dass ich sie sehr laut veratmen musste. Ich hatte auch kurz das Gefühl, dass wenn es noch lange so intensiv bleibt, ich ein Schmerzmittel oder eine PDA bräuchte. Die Hebamme meinte aber kurz darauf, dass ich langsam mitschieben dürfe- für mich klang das wie eine Erlösung.

Im Wasser hat die CTG-Überwachung dann nicht mehr funktioniert und ich sollte raus aus der Wanne aufs Bett. Die Pressphase dauerte insgesamt 45 Minuten. Ich sollte verschiedene Positionen ausprobieren, weil das Kind noch nicht tief genug im Becken lag. Diese Phase empfand ich als körperlich sehr herausfordernd. Es war sehr anstrengend und auch viel intensiver als Druck und Dehnung.

Ich durfte dann nach dem Köpfchen tasten, was ich wirklich jedem empfehlen kann. Mein Baby wurde dann endlich geboren, nur wandelte sich das intensive Gefühl nach der Geburt in Schmerzen um. Ich hatte einem Dammriss, den ich unter der Geburt überhaupt nicht gemerkt habe, aber nach der Geburt war der Schmerz so stark, dass ich endlich nach Schmerzmitteln fragte und während des Vernähens der Wunde Lachgas bekam.

Als die Medikamente wirkten, trat aber Linderung und Entspannung ein, ich bondete mit dem Baby und sprach mit meinem Mann. Die kurze Phase des Schmerzes war dann auch schnell vergessen. Später wurde bei meinem Baby ein Kopfumfang von 38cm gemessen, womit ich mir die Intensität der Austreibungsphase erklärte.

Die Geburt dauerte insgesamt nur 6 Stunden. Ich empfand sie als intensiv, aber wunderschön. Es war so, wie ich mir meine Traumgeburt vorgestellt habe. Die Tage der Einleitung waren für mich im Nachhinein goldwert. Ich kannte fast alle Hebammen in der Klinik, war vertraut mit den Abläufen und den Räumlichkeiten und war bei dieser schnellen Geburt wirklich dankbar, nicht noch mit dem Auto zum Geburtsort fahren zu müssen.

Außerdem konnte ich mich ganz in mich kehren, hatte keine Aufgaben zu erledigen und machte es mir nochmal richtig gemütlich. Ich war während der Geburt die ganze Zeit in Hypnose, obwohl der Akku meiner Kopfhörer irgendwann während der Zeit in der Wanne leer gegangen ist. Ich muss wirklich sagen, dass mir Kristins Worte zu Beginn der Wellen geholfen haben, mich in die Geburt einzuflowen, so dass ich die Audio-Aufnahme dann gar nicht mehr brauchte.

Es ist wie Kristin es auch beschreibt: Ich war ganz bei mir und bin nur zwischendurch wie ein Delfin aus dem Wasser aufgetaucht. Ich bin sehr dankbar für den Blick auf Geburt, den ich durch Kristin bekommen habe. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie ich die Geburt ohne so eine intensive Vorbereitung empfunden hätte.

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Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
Hebamme
Nina