Erfahrungsbericht
von Stefanie
Eine Geburt zu Hause, sanftes Bonden, ganz viel Kuscheln. So hatte ich mir meine erste Geburt vorgestellt. Stattdessen brachte sie uns nach überraschend einsetzenden Wehen in der 36.SSW. nach wilden 24 Stunden in einer Level-1-Klinik mit allem, was man sich ungerne ausmalt, auf die Neonatologie.
Auf meine zweite Schwangerschaft wartete ich anschließend vier Jahre vergebens. Das Leben ist nicht planbar und wir haben wenig in der Hand. Das war meine Erfahrung, als ich letztes Jahr schließlich doch noch überraschend schwanger wurde – mit 39 nun in mehrfacher Hinsicht eine Risikoschwangere. Mittlerweile hatte ich von Kristins Kurs gehört und mir war klar: ich möchte meine Gedanken auf einen positiveren Kurs bringen.
Ich brauche dringend einen Halt in dieser Zeit der Unvorhersehbarkeit. Mentaltraining war mir als Musikerin ein Begriff und ich hatte während meiner ersten Geburt erlebt, wie stark die Wechselwirkung zwischen Verzweiflungsgedanken und Körperreaktionen den Verlauf einer Geburt erschweren können. Die Hoffnung, hier wirksam werden zu können – irgendetwas selbst beeinflussen zu können – gab mir Zuversicht und stärkte mich.
Um Enttäuschungen zu vermeiden und auch, weil wir mittlerweile auf dem Land lebten, stelle ich mich auf eine Entbindung in einer großen Level-1-Klinik in der Nähe ein. Die Ängste vor den nicht vorhersehbaren Bedingungen dort verflogen zunehmen mit deinem Kurs. Denn egal wohin mich die Geburt diesmal bringen würde, egal wer mich wo begleiten würde – Dich, liebe Kristin, würde ich mitnehmen können. Das zu wissen, tat mir unheimlich gut.
Gleichzeitig trug ich die Anspannung mit mir durch die Schwangerschaft wie einen schweren Rucksack. Was war ich für eine gechillte Schwangere gewesen bei meinem ersten Kind! Diesmal war alles anders.
Als ich ab der 12. Schwangerschaftswoche immer wieder Schmierblutungen bekam und ich um die 23. Woche mehrere Tage blutete, ohne dass es eine Erklärung dafür gab, versenkte ich mich in deine Hypnosen. Ich weiß noch, wie ich nach einer Hypnose in einen unglaublich erholsamen Schlaf fand. Als ich aufwachte, hörten die Blutungen endlich auf.
Ganz besonders viel Kraft zog ich aus dem Ansatz der „Hingabe“, der in deinem Ansatz so wesentlich ist. Was hatte ich gehadert nach meiner ersten Geburt. Mit deinen Hypnosen wurden mir die äußeren Umstände der bevorstehenden Geburt zunehmend gleichgültiger. Ich spüre eine Kraft in mir, die mir unabhängig vom Außen zur Verfügung stehen würde.
Die Wochen vergingen. Angespannt zählte ich jeden Tag. Endlich der Zeitpunkt der ersten Überlebenschancen, schließlich die Lungenreife, dann der Schwangerschafts-Tag, an dem mein erster Sohn zur Welt gekommen war… Und diesmal: Nichts. Keine Wehen. Die letzten Wochen übte ich viel mit meinem Partner und ich merkte, wie die Hypnosen auch ihn mitnahmen und seine Ängste sich lösten.
Da wir ja nun schon ein Kind hatten und der Alltag kaum Gelegenheit ließ, diese Schwangerschaft gemeinsam bewusst zu erleben, waren diese gemeinsamen Momente ein wunderbarer Anker für uns als Paar. Als ich schließlich die 37. Woche beendete, war ich selbst etwas erstaunt. Ich spürte, wie es jeden Tag etwas mehr in mir rumorte und war so erleichtert, dass er nun kommen dürfte, der Kleine.
In der 39. Woche spürte ich abends plötzlich ein stärkeres Rumoren. Der ideale Zeitpunkt. Es war Mitte Januar. Tags zuvor waren wegen eines Eisregens die Straßen unpassierbar. Mein Partner und unser Sohn hatten sich in den letzten Tagen noch einen Magen-Darm-Infekt eingefangen und ich hatte wieder ein paar Tage gehofft: „Bitte nicht jetzt“. Als hätte der Kleine es gehört, hatte er sich noch etwas Zeit gelassen.
Abends laß ich meinem Großen noch das Geburtsbilderbuch vor: „Und du weißt ja, wenn du aufwachst, kann es sein, dass Oma und Opa da sind.“ Als ich gegen Mitternacht noch einmal aufwachte, war es soweit. Während mein Partner die Sachen packte, die seit 8 Wochen bereitstanden, vertiefte ich mich in die Geburtshypnose.
Die Wehen waren zu diesem Zeitpunkt schon sehr regelmäßig und stark. Doch die lange Autofahrt zur Klinik, die mir eine große Hürde gewesen war, meisterte ich in deiner Hypnose spielend. Ich spürte richtig Vorfreude. Endlich ist es geschafft. Nur noch wenige Stunden, und ich würde dieses Baby endlich in den Arm nehmen. Endlich. Wie lange hatte ich darauf gewartet. Die Wehen bis dahin? So what!?
Als wir in der Klinik ankamen, der übliche Aufnahme-Kram. Nicht so schön. Aber ok. Ich versuche es kurz zusammenzufassen: Wir waren schlußendlich nur drei Stunden im Kreißsaal. Die Wehen kamen schnell, irgendwann so schnell, dass ich die Hypnosen weglegen musste. Schmerzfrei war das Ganze nicht, ehrlich gesagt. Ich hatte mir eine Geburt ohne PDA erhofft und nun ging alles so schnell, dass dafür auch kaum noch Zeit gewesen wäre.
Als die Hebamme im Kreißsaal das erste Mal nachschaute, war ich bereits bei 9 cm. Sie legte die warmen Handtücher bereit. Ich fühlte mich wie eine Löwin… und brüllte wahrscheinlich auch so. Hoffentlich hat das keine andere Gebärende gehört. Wenn doch, hoffe ich, dass sie meine Stärke hörte und keine Verzweiflung vermutete.
Kurz vor der Geburt dann Panik bei den Geburtshelfenden. „Wo sind die Herztöne?… Da, da sind sie. Alles gut. Achtung. Jetzt gilt es. Wir wollen alle ein gesundes Kind hier: Tiiiiief atmen zum Kind! Tiiiief einatmen!“ Ich hätte lachen können, Kristin. Genau das hatte ich doch mit dir geübt.
In den Sekunden zwischen diesen letzten Wehen konnte ich mich ganz versenken. Augenblicklich Spannung abgeben. Sauerstoff tanken. Mein Kind innerlich im Arm halten. Auch mein zweites Kind nahm kurz darauf „the hard way“ als Sterngucker. Doch es war rosig bis in die letzte Faser und hatte erstklassige Apgar-Werte.
Kein Dammschnitt diesmal. Keine Saugglocke. Kein Blitztransport auf die Neonatologie. Dafür Bonding im Kreißsaal, genau so wie ich es mir vorgestellt hatte Jahre vorher – und in meinen Wunschszenario-Hypnosen.
So viel verdanke ich deiner Arbeit und auch meiner wunderbaren Gynäkologin, die mich mit den richtigen Präparaten über die Schwangerschaft brachte, meinen gelassenen Geburtsbegleiterinnen und meinem Partner. So viel aber auch meiner eigenen Initiative, meinem mich Einlesen und dranbleiben. Dass ich so gut für mich sorgen konnte und weitergegangen bin bis zu diesem Ende. Was bin ich stolz auf mich, auf die Geburt, auf dieses Kind.

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