Erfahrungsbericht
von Stefanie

Ich wusste schon vor meiner ersten Schwangerschaft, dass ich mir auf jeden Fall den Online Kurs von der friedlichen Geburt buchen werde, da ich den Podcast schon seit Jahren gehört habe. Auch durch die vielen Themen, die im Podcast besprochen werden, war ich bestens auf die Schwangerschaft vorbereitet.

So habe ich mir direkt am Tag nach dem Test die friedliche Geburt gebucht und auch direkt einen Termin im Geburtshaus gemacht, da ich schon wusste, dass ich gerne außenklinisch gebären möchte. Meine Schwangerschaft genoss ich sehr. Ich nahm die Vorsorgetermine geteilt beim Frauenarzt und in meinem wundervollen Geburtshaus wahr, wo ich mich so wohl, gehört und wertgeschätzt gefühlt habe.

Im ersten Trimester habe ich ab und zu eine Meditation von Kristin angehört, habe aber noch nicht mit dem Kurs oder den Hypnosen begonnen (obwohl ich ihn ja bereits gebucht hatte). Ich hörte aber weiter fleißig den Podcast und suchte mir die Themen raus, die für mich in der Frühschwangerschaft gerade passend waren.

Im zweiten Trimester habe ich dann mit dem Online-Kurs und auch den Hypnosen begonnen und habe vor allem die Schwangerschaftshypnose öfter gemacht und dabei die Auszeit für mich genossen. Im dritten Trimester habe ich dann "richtig angefangen", mit den Hypnosen zu üben und habe auch meinen Partner mit einbezogen, der mit mir die Anker gesetzt und die Hypnose mit Ablenkung gemacht hat.

Ich habe gegen Ende der Schwangerschaft keine Senkwehen oder Übungswehen gespürt, habe aber auch gemerkt, dass ich im Kopf noch nicht so weit war. Ich hatte keine Angst vor der Geburt (im Gegenteil ich habe mich darauf gefreut) aber ich war noch nicht bereit, die Schwangerschaft los zu lassen. Die Hypnosen haben mir dabei geholfen, mich auch im Kopf bereit für die Geburt zu fühlen.

Die ersten Wellen habe ich am Samstag Nachmittag gespürt. Es war das gleiche Gefühl wie bei der Periode und war noch super unregelmäßig. Zu meinem Mann habe ich gesagt: "Es kann sein, dass das jetzt der Beginn der Geburt ist, kann aber auch sein, dass sich jetzt mal was tut und es dann erst in zwei Wochen los geht).

Zu diesem Zeitpunkt war ich 6 Tage vor ET. Samstag auf Sonntag Nacht hatte ich durchgehend spürbare Wellen, konnte diese aber gut noch im (Halb-)Schlaf verarbeiten. Am Sonntag tagsüber sind die Wellen wieder abgeflacht und wir haben gemeinsam noch einen großen Spaziergang gemacht.

Außerdem haben wir den Hebammen im Geburtshaus Bescheid gegeben, dass sich bei uns so langsam "etwas tut", auch von ihnen haben wir die Bestätigung bekommen: Kann jetzt los gehen, kann aber auch nochmal ruhiger werden und dann in ein paar Tagen erst starten.

In der Nacht von Sonntag auf Montag waren die Wellen dann wieder regelmäßig da, ich bin für jede Welle aufgewacht und habe auch angefangen, sie in einer App zu tracken. Montag Morgen haben wir beschlossen, dass mein Mann besser im Homeoffice bleibt. Ich habe mich im Wohnzimmer für die Geburt eingerichtet und begonnen, die Hypnose der Eröffnungsphase zu hören.

Ich habe die Hypnose mit dem Lautsprecher laufen lassen, so habe ich auch immer geübt. Mit dem Geburtshaus hatte ich auch darüber gesprochen, dass ich die friedliche Geburt nutzen werde und dort wollte ich die Hypnose auch laut anhören, da ich mich in dem Setting sehr wohl gefühlt habe. Hätte ich ins Krankenhaus wechseln müssen, wäre ich auf Kopfhörer umgestiegen (die auch in der Geburtstasche bereit lagen).

Ich verarbeitete und veratmete die Wehen in Begleitung von Kristin den ganzen Montag über auf dem Sofa, Wohnzimmerboden und Pezziball und genoss die gemütliche Atmosphäre zuhause. Mein Mann hat immer wieder nach mir gesehen und ist irgendwann bei mir geblieben, um das Tracken der Wehen in der App zu übernehmen. Wir hatten auch immer wieder Kontakt mit unserer Hebamme, die uns gute Tipps und herzliche Worte mitgegeben hat.

Am Montag Abend gegen 22:00 Uhr hatte ich das Gefühl, dass ich mich gerne langsam am Geburtsort im Geburtshaus niederlassen möchte. Außerdem hatte ich (obwohl ich die Wellen bisher nicht als arg schlimm oder sehr schmerzhaft empfand) Respekt vor der 45-minütigen Autofahrt und wollte diese bald hinter mich bringen. Also haben wir uns auf in's Geburtshaus gemacht.

Die Hypnose lief auch die ganze Autofahrt lang und die Fahrt hat sich für mich angefühlt, als wäre sie 10 Minuten lang gewesen. Im Geburtshaus hat uns unsere Hebamme herzlich willkommen geheißen, sie hat das Geburtszimmer schön hergerichtet, Kerzen an gemacht und bereits das Wasser in die Geburtswanne laufen lassen. Sie hat mit dem Dopton nach dem Baby gehört und meinen Bauch abgetastet, mich aber nicht weiter untersucht und mir angeboten in die Wanne zu gehen.

In der Wanne war ich dann ca. 45 Minuten, bis die Hebamme mich fragte, ob es für mich in Ordnung wäre, wenn sie mich untersucht. Sie erklärte mir einfühlsam, dass ich (wider ihrem Erwarten) bereits bei 4cm Muttermundöffnung bin, dies aber immer noch die Latenzphase / beginnende Eröffnungsphase ist und schlug vor, dass wir die Nacht alle nochmal zu Hause verbringen, um Kräfte zu sammeln. Das war okay für mich, wir machten uns (mit Tens-Gerät, das die Hebamme uns auslieh) wieder auf den Heimweg und legten uns ins Bett.

Wir legten uns ins Bett und versuchten, zu schlafen und Kraft zu tanken. Die Hypnose lief weiterhin ohne Unterbrechung (ganz leise). Die Wellen waren weiterhin regelmäßig und diese Wellen im Bett im Liegen waren die heftigsten der ganzen Geburt, da ich mich sonst sehr intuitiv mit bewegt habe. Sie waren gleichzeitig weiterhin sehr gut aushaltbar, als Gegendruck habe ich immer noch einen Igelball in meiner Hand verwendet. Trotzdem blieb ich im Bett liegen, weil es mir gut tat, dann in der Wellenpause direkt wieder richtig tief in die Entspannung/Schlaf abzutauchen.

Im Laufe der Nacht ist die Fruchtblase gerissen, was ich gespürt habe, da dann bei jeder Welle immer etwas Flüssigkeit ausgetreten ist. In den frühen Morgenstunden (gegen 5) habe ich die Nachtruhe für beendet erklärt und wir haben unserer Hebamme Bescheid gegeben, dass wir uns wieder auf den Weg zum Geburtshaus machen würden.

Auch die Fahrt (jetzt mit kräftigeren Wellen als ein paar Stunden zuvor) war Dank der Hypnose super zu bewältigen und fühlte sich wieder nur 10 Minuten lang an. Im Geburtshaus angekommen, bot mir die Hebamme wieder an, in die Wanne zu gehen. Ich lehnte dankend ab und wollte die Wellen weiterhin so verarbeiten, wie schon die ganze Zeit: in der Wellenpause in tiefer Entspannung auf dem Bett liegend, während der Welle kraftvoll an meinem Mann hängend und leise tönend.

So haben wir unter der sanften Beobachtung der Hebamme und zu Kristins beruhigenden und empowernden Worten in der Hypnose (die die Atmosphäre für alle im ganzen Raum geschaffen hat) weiter gemacht. Gefühlt eine halbe Stunde, in Wirklichkeit ein paar Stunden, bis die Hebamme vorgeschlagen hat, mich zu untersuchen. Ich war schon fast vollständig eröffnet, sie schlug einen Wechsel in die Wanne vor, über den ich mich sehr gefreut habe.

Wir haben die Hypnose zur Eröffnungsphase gestoppt und ich habe eine Weile ohne Hypnose genossen und bin "aufgetaucht" und war jetzt gefühlt richtig mit den Hebammen und meinem Mann in einem Raum, das tat mir in diesem Moment richtig gut. In der Wanne war ich den Großteil der Austrittsphase (die insgesamt knapp 2 Stunden ging).

Die 8-minütige Hypnose zur Austrittsphase haben wir nicht gelooped und insgesamt 3 mal angehört. Die bestärkenden und motivierenden Worte von Kristin in dieser Hypnose waren in der Situation genau richtig. Es kam sogar 2 Mal vor, dass die Hebamme die Worte von Kristin wiederholt hat und dazu gesagt hat "ja genau so", das hat mich richtig bestärkt (Kristin war somit irgendwie auch Teil vom Geburtsteam).

Da ich das Gefühl hatte, in der Wanne nicht all meine Kraft und Power zu haben, bin ich zum Ende aus der Wanne raus. Vor der Wanne im Stehen, hängend an meinem Mann und mit beiden Hebammen um mich, gebar ich dann meinen Sohn. Zum Bonding durften wir direkt wieder in die Wanne, wo auch die Plazenta noch kam. Ich hatte ein paar kleine Geburtsverletzungen, die (auch in der schönen Atmosphäre unseres Geburtszimmers) genäht werden mussten.

Da die Hebamme gespürt hat, wie gut mir die Hypnosen während der Geburt taten, schlug sie vor, ich solle mal in der App nachsehen, ob es für diese Situation auch noch eine Hypnose gibt. Mit der Hypnose zur Versorgung der Geburtsverletzungen und einer kleinen lokalen Betäubung wurden meine Verletzungen genäht. Auch diese Situation habe ich Dank der Hypnose nur positiv erlebt.

Wir durften noch ein paar Stunden im Geburtshaus mit unserem Baby ankommen und sind dann direkt nach Hause in unser Wochenbett zu dritt. Auch hier habe ich die Hypnosen noch genutzt und gleich zum Launch die Alltagshypnosen gekauft. Kristins Stimme begleitet mich jetzt mit Baby weiter und ich genieße wie in der Schwangerschaft die kleinen Auszeiten für mich. 



Insgesamt beschreibe ich meine Geburt als ruhig, selbstbestimmt und kraftvoll. Dank der friedlichen Geburt und dem tollen Geburtshaus durfte ich bereits beim ersten Kind meine Traumgeburt erleben und denke so gerne daran zurück. Die Wellen waren nicht schmerzfrei, aber ich empfand sie nicht als schlimm, sondern eher wie wenn man beim Sport an seine Grenzen geht. 



Zum Abschluss möchte ich noch ein paar Zitate aus meinem Geburtsbericht teilen, die den Blick der Hebammen auf diese schöne Geburt zeigen: "Sie veratmet eine Wehe entspannt mit Hilfe ihres Mannes vor dem Bett, es geht ihr gut, sie lächelt und wirkt glücklich", "Sie kniet sich in die Badewanne, lächelt, erzählt von den letzten Tagen, dass sie viel geschlafen und ab und zu veratmet hat. Freut sich, dass die Entspannung durch Hypnose so gut funktioniert", "Sie freut sich auf die nächste Wehe".

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Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
Hebamme
Nina