Erfahrungsbericht
von Synda

Schon während der frühen Schwangerschaft, etwa in der 15. SSW, begann ich mit dem Programm der Friedlichen Geburt. Ich war schon immer sehr ängstlich, wenn ich an die Geburt dachte. Tatsächlich spielte ich sogar mit dem Gedanken, freiwillig einen Kaiserschnitt zu machen, weil ich glaubte, das wäre weniger schlimm. Es war keine normale Angst – es war eine RIESIGE ANGST.

Aufgrund vieler Operationen und negativer Erfahrungen in Krankenhäusern war ich doppelt angespannt und fragte mich, ob ich die Geburt ohne ein Trauma durchstehen würde. Deshalb entschied ich mich für Die Friedliche Geburt. Schon vor dem Kurs hatte ich durch andere Meditationen eine tiefe Verbindung zu meinem Kind gespürt. Später, während meiner täglichen Hypnosen und Meditationen – angeleitet durch das Programm – begegnete ich meiner Tochter an einem inneren Ort der Ruhe und Sicherheit. Ich sah sie, sprach mit ihr, hielt sie in Gedanken.

Diese Rituale gaben mir Kraft und Vertrauen. Trotzdem zweifelte ich lange daran, ob ich das Erlernte unter der Geburt wirklich würde anwenden können, ob ich es tatsächlich schaffe, in Hypnose zu gehen. Immer wieder wurde eine Einleitung angesprochen, da ich einen vorbestehenden Diabetes hatte, der mit Insulin behandelt wurde. Doch meine Werte waren sehr gut, alles war unauffällig – und so hatte ich das Vertrauen, dass ich um eine Einleitung herumkommen würde.

In der 38. SSW sollte dann aber doch eingeleitet werden, obwohl es keinen medizinischen Grund gab. Es war lediglich eine Vorsichtsmaßnahme der Klinik. Ich war sehr enttäuscht – ich hatte so sehr auf meine Gesundheit geachtet, mich bewusst ernährt, viel verzichtet. Ich wollte diese Entscheidung nicht allein treffen und bat die Klinik um ein paar Tage Bedenkzeit.

Zu Hause setzte ich die Kopfhörer auf und hörte die Hypnose Gespräch mit dem ungeborenen Kind. Und da war sie: diese innere Gewissheit. Es war in Ordnung. Mein Kind war bereit – sie sagte es mir. Und ich war es dann auch. Am Abend der Einleitung, am 03.05.25, fuhren mein Mann und ich um 19 Uhr in die Klinik. Ich war ruhig und zentriert. Die erste Tablette zur Einleitung bekam ich um 21 Uhr. Mein Partner war bei mir, wir machten es uns fast gemütlich und stellten uns auf einen langen Prozess ein – schließlich hatte man mir oft gesagt, dass eine Einleitung bei Erstgebärenden viel Zeit braucht.

Doch gegen 3 Uhr nachts platzte die Fruchtblase – und sofort setzten heftige Wehen ein, ohne Pausen dazwischen. Ich war völlig überrollt von der Intensität. Ich konnte mich weder auf die Hypnosen noch auf Atemübungen einlassen. Drei Stunden später sagte ich zu meinem Mann: Ich schaffe das so nicht. Aber ich wusste auch: Wenn ich nicht über meine Grenzen gehen will, brauche ich Unterstützung. „Die Grenze darf gestreift, aber nicht überschritten werden.“ – Diesen Satz von Kristin hatte ich mir gemerkt. Ich bat um eine PDA – und das war die richtige Entscheidung.

Als die Schmerzen nachließen, konnte ich mich wieder ganz mir und meinem Baby zuwenden. Ich setzte die Kopfhörer wieder auf, versank in der Hypnose. Ich stellte mir vor, wie sich mein Körper öffnet – weit und weich. So verbrachte ich die Stunden zwischen 7 und 12 Uhr. Mit dem Schichtwechsel kam eine Hebamme, die ich bereits aus dem Geburtsvorbereitungskurs kannte. Ihre warme, klare Art gab mir sofort Vertrauen. Es herrschte eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre. Alles fühlte sich richtig an.

Gegen Mittag war der Muttermund vollständig geöffnet. Die Hebamme sagte, dass sie um 14 Uhr wiederkommen würde – dann könnten wir mit dem Pressen beginnen. Die Presswehen waren kraftvoll. Mein Mann und die Hebamme begleiteten und motivierten mich. Ich sprach die ganze Zeit innerlich mit meinem Baby und sagte ihr, dass sie durch den Tunnel gehen darf – diesen Tunnel, der symbolisch für den Geburtskanal stand. Immer wieder spürte ich ihre Angst. Etwas hielt sie zurück.

Und tatsächlich: Nach einer Stunde kam das Baby nicht weiter. Es rutschte nicht tief genug ins Becken, hieß es. Die Herztöne fielen ab, mein Baby war gestresst. Ärzt*innen wurden hinzugezogen. Die Hebamme sagte ruhig, aber bestimmt: Wenn das Baby bei der nächsten Wehe nicht kommt, brauchen wir die Saugglocke oder müssen einen Kaiserschnitt machen. Als ich das Wort „Kaiserschnitt“ hörte, war mir sofort klar: Das will ich nicht – nicht nach all dem, was wir schon geschafft hatten.

Ich sammelte all meine Kraft, schloss die Augen und war plötzlich nicht mehr in diesem Raum, sondern bei meinem Baby. Ich ging in Verbindung, sprach innerlich mit ihm, bat es, jetzt durch den Tunnel zu kommen – gemeinsam mit mir. Und es kam. Wir haben es gemeinsam geschafft. Ich bin so dankbar, dass ich mein Kind auf diese Weise empfangen durfte.

Die Geburt war intensiv, aber bewusst. Ich war nicht ausgeliefert, sondern mittendrin – getragen von innerer Ruhe, mentaler Stärke und der tiefen Verbindung zu meinem Baby, die durch Die Friedliche Geburt entstanden war. Auch nach der Geburt habe ich oft die Hypnose "Geburtsverletzungen heilen" gehört und war schnell wieder auf den Beinen!

Ich habe durch den Kurs so viel Wissen, Vertrauen und Zuversicht gewinnen können. Auch mein Mann ist zum richtigen Profi geworden – wir haben die Hypnosen und Videos oft gemeinsam gehört, zum Einschlafen oder zur Entspannung. Vielen Dank, Kristin, für deine wertvolle Arbeit!

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Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
Hebamme
Nina