Erfahrungsbericht
von Tanja W.

Meine friedliche Geburt am 14.04.2023

Liebe Kristin, ich bin dir unfassbar dankbar für deine wertvolle Arbeit – Danke, Danke, Danke! Mittlerweile bin ich schwanger mit meinem 2. Kind und bereite mich wieder mit deinem Kurs vor. Als ich 2022 mit meinem ersten Kind schwanger geworden bin, war für mich ein geplanter Kaiserschnitt als erster Gedanke das Sinnvollste, denn ich bin sehr „zimperlich“ und hatte wahnsinnig Angst vor der Geburt und den Schmerzen.

Im Laufe der Schwangerschaft habe ich mich mit dem Thema Geburt aktiver beschäftigt und bin auf deinen Podcast gestoßen. Die ersten Folgen und Geburtsberichte habe ich mir in den laufenden Tagen ganz süchtig angehört und war sofort davon begeistert! Es war für mich logisch, warum eine Geburt mit dieser Methode friedlich sein kann.

Bereits mit 20 Jahren hatte ich erste Berührungspunkte mit Achtsamkeit und Meditation und habe in dieser Zeit bereits positive Erfahrung damit gesammelt, deshalb war ich sofort überzeugt von deiner Methode. Gerade der Zusammenhang zwischen Angst, Muskulatur und Schmerz war so einleuchtend!

Am 09.01.2023 habe ich den Schnupperzugang freigeschaltet und am 22.01.2023 direkt den Kurs gekauft. Es konnte los gehen! Ich habe mir schnell den gesamten Kurs online angeschaut und danach die Hypnosen aktiv geübt und spätestens im Mutterschutz war es ein fast tägliches Ritual, am Vormittag die Hypnosen zu üben.

Die Visualisierung des sicheren Ortes und Öffnen des Muttermundes war für mich der wichtigste Schritt und ich habe meinen sicheren Ort auch erst einmal aktiv gestalten müssen und er hat sich nach kurzer Zeit auch nochmal bisschen verändert.

Am Ende hatte ich für mich einen wundervollen Ort geschaffen und freue mich, jetzt gerade wieder an diesem Ort bei den Hypnosen wieder zu sein. Besonders regelmäßig habe ich die Atemübung gemacht, welche mir während der Geburt wahnsinnig viel geholfen hat!

Während der Geburt fand ich es wirklich sehr erstaunlich, was diese Atemmethode bewirkt! Meine Lieblingshypnose war „Traumgeburt visualisieren“ und die habe ich wirklich sehr häufig gemacht. Geburtsvorbereitung, Anker setzen, Bewegungshypnose und Vorbereitung auf eine Klinikgeburt habe ich auch abwechselnd gemacht und natürlich die ein oder andere weitere Male angehört.

2 Wochen vor ET habe ich angefangen, die Hypnose „Geburtsbeginn mental fördern“ zu machen und auch einmal kurz in die Geburtshypnosen reingehört. Und dann war der Tag der Tage (10 Tage vor ET). Am Abend sagte noch mein Mann: „Er ist jetzt bereit.“ und in der Nacht platze meine Fruchtblase um 3 Uhr nachts. Wir waren natürlich total aufgeregt und haben nochmal die Kliniktasche aus- und eingeräumt, damit wir auch alles dabei haben. Wir haben dann nochmal versucht zu schlafen, aber es war auf jeden Fall nicht mehr so viel an Schlaf zu denken.

Am Morgen bin ich nochmal warm duschen gegangen, habe mir mein Geburtsoutfit angezogen, meine Hebamme informiert und mich dann ins Bett gelegt und deine Hypnosen angehört. Die Wellen waren am Anfang noch ganz leicht und ich konnte mich in Ruhe auf die Geburt einstimmen und mit meinem Sohn in Kontakt treten.

Mein Mann hat währenddessen noch gearbeitet und alles angefangen, zu übergeben und alle informiert, dass es los geht. Gegen 11 Uhr stand er ganz nervös neben mir am Bett und meinte „Meine Kolleginnen sagen, wir sollen im Krankenhaus anrufen und uns anmelden.“ Ich war so bei mir und hatte ein so sicheres Gefühl und wollte so lange ich konnte daheim bleiben, deshalb habe ich den Anruf vor mir hergeschoben.

Dennoch habe ich dann im KKH angerufen und sie meinten, ich soll in Ruhe kommen, bis 12 Stunden nach Blasensprung aufgrund Infektionsgefahr, aber sie sagen mir gleich, dass viel los ist heute und aktuell alle Kreißsäle voll sind. Ich habe dann nochmal etwas Kleines gegessen und wir haben uns um 13 Uhr auf den Weg gemacht. Ich hatte den Autositz bisschen nach hinten gestellt und habe weiterhin im Auto die Hypnose gemacht. Von den Wellen war es absolut okay, sodass ich nebenbei auch kommunizieren und gehen konnte.

Im Krankenhaus angekommen, war es an dem Tag dann ganz anders als erwartet, wobei ich so mit meiner Hypnose beschäftigt war, dass mich das nicht wirklich gestört hat. Es waren an dem Tag sehr viele Geburten und offensichtlich hatten sie alle Hände voll zu tun. Wir mussten relativ lange (ca. 1 Stunde) auf sehr unbequemen Holzstühlen warten, als eine Hebamme kam, wurden wir ins CTG Zimmer begleitet und es wurde ein CTG geschrieben.

Den Muttermund wollte sie aufgrund der Infektionsgefahr nicht tasten, was mir jedoch entgegenkam, da ich nicht verunsichert werden wollte. Sie meinte anschließend, dass wir nochmal Heim fahren sollten und um 23 Uhr nochmal kommen sollten. Danach mussten wir nochmal auf den unbequemen Stühlen warten, wobei sich etwas verändert hatte während dem CTG und es intensiver geworden ist und ich nicht mehr sitzen wollte.

Als mir eine Ärztin um 15:30 Uhr in einem Nebenzimmer das Antibiotikum gespritzt hat und einen Ultraschall gemacht hat, war es so intensiv, dass sie mich während einer Welle nicht anfassen durfte. Die Ärztin meinte zu uns, wir sollen uns das mit dem Heim fahren nochmal überlegen und anschließend hat sie die Hebamme erneut zu uns geschickt, sie hat sich die Wellen angehört und hat gesagt, wir sollen spazieren gehen und um 18 Uhr wieder kommen oder wenn die Wellen alle 2 Minuten kommen.

Wir sind daraufhin ins Auto, da ich liegen wollte und die Hypnosen machen wollte, so wie ich es geübt hatte. Wenn ich zu diesem Zeitpunkt gewusst hätte, wie weit ich schon war, wäre ich nicht nochmal ins Auto gegangen (aber wollte keine nervige Erstgebärende sein :D). Im Auto habe ich dann von 16-17 Uhr die Wellen veratmet und mein Mann hat die Wellen getrackt. Anhand der Atmung und Laute konnte man das gut mitbekommen. Die Wellen kamen alle 5 Minuten, dann alle 4 Minuten und dann bleib es lange bei den 4 Minuten.

Auf einmal hat sich etwas verändert und ich habe gemerkt, dass ich jetzt wieder in den Kreißsaal will. Es war 1 Stunde vergangen und ich habe gespürt, dass es jetzt wirklich Zeit wird, hatte mich ja nicht umsonst für das KKH entschieden. C. hatte noch gar nicht wirklich verstanden, wo wir im Geburtsprozess stehen, da ich auf ihn einen so ruhigen Eindruck gemacht hatte.

Als ich aus dem Auto aufgestanden bin, kam nochmal ein großer Schwall Fruchtwasser und die Wellen kamen auf einmal jede Minute. Das war dann etwas herausfordernd, da wir noch zu Fuß vom Parkplatz in den 4. OG zum Kreißsaal mussten. Vom Weg weiß ich noch, dass ich sehr schwer gehen konnte und wir 40 Minuten fast gebraucht haben, da wir jede Minute anhalten mussten und ich die Wellen veratmet habe.

Unten im Eingangsbereich angekommen, habe ich auf einmal einen Druck gespürt und einen Pressdrang gehabt. Das hat mich dann sehr überrascht, da ich kurz dachte, das kann es doch jetzt noch nicht gewesen sein mit der Übergangsphase. Endlich oben angekommen, war mir dann klar, das Baby kommt jetzt.

Als die Hebamme kam, nahm ich die Kopfhörer ab, stoppte die Hypnose und sagte ich ihr auch direkt, dass das Baby kommt. Etwas ungläubig schaute sie mich an und brachte mich in ein Nebenzimmer. Relativ schnell tastete sie nach dem Muttermund und stellte fest, dass er vollständig geöffnet war. Sie sagte, dass ich bei der nächsten Welle drücken durfte und das war eine wirkliche Erlösung für mich.

Eine Stunde haben wir verschiedene Stellungen gemacht und nach nur 1 Stunde war unser Sohn auf der Welt. Am Ende hatten sie mir Oxytocin gegeben, da das Köpfchen nicht kommen wollte. Es war für mich die perfekte Geburt, einiges ist genauso abgelaufen, wie ich es mir in „Traumgeburt visualisieren“ vorgestellt habe, und auch wenn nicht alles so lief, wie ich es mir ursprünglich vorgestellt habe, war es für mich eine selbstbestimmte, friedliche und sportliche Geburt.

Ich bin sehr dankbar für dieses Erlebnis und freue mich auf meine 2. selbstbestimmte und friedliche Geburt mit der Erfahrung, die ich mit meiner ersten Geburt habe. ;)

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Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
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Nina