Erfahrungsbericht
von Teresa
Am Ostermontag dieses Jahres durfte ich eine wundervolle, friedliche und kraftvolle Geburt erleben – auch dank der wundervollen Arbeit von Kristin und ihrem Team. Es war meine zweite Geburt mit der Friedlichen Geburt. Auch schon beim ersten Mal, vor vier Jahren, war ich in der Schwangerschaft und während der Geburt schon dankbar über die Hypnosen, die mir sehr geholfen haben, mich zu entspannen.
Trotzdem konnte ich mich damals nicht richtig fallen lassen – aufgrund verschiedener äußerer Umstände und meines Bedürfnisses, alles unter Kontrolle zu behalten. Ich wollte zu sehr, dass alles genau so läuft, wie ich mir das vorgestellt habe. Dadurch war ich aber innerlich nicht wirklich offen für meinen Plan B. Dennoch habe ich fest an die Methode geglaubt – und mir war klar: Wenn ich noch einmal ein Kind auf die Welt bringe, möchte ich es wieder mit Kristins Unterstützung versuchen.
An ET + 8 – Ostermontag – begann dann die Geburt meines zweiten Sohnes – und sie war alles, was ich mir erhofft hatte: ruhig, kraftvoll und nahezu schmerzfrei. Diesmal hatte ich das große Glück, von einer Beleghebamme begleitet zu werden, die ich schon länger kannte und die mir auch schon bei vorherigen schmerzhaften Erfahrungen zur Seite gestanden hatte. Außerdem hatte sie bereits mehrere Geburten von Frauen begleitet, die sich mit der friedlichen Geburt vorbereitet hatten und sie war selbst von der Methode überzeugt.
Am frühen Morgen, gegen 5:30 Uhr, spürte ich die ersten Wellen. Sie kamen noch unregelmäßig und mit großem Abstand. Ich rief meine Eltern an, damit sie sich um unseren vierjährigen Sohn kümmern konnten, und zog mich dann ins Schlafzimmer zurück – in meine „Höhle“. Der Raum war abgedunkelt, ich lag im Bett, hörte abwechselnd Kristins Hypnosen oder ruhige Musik, döste zwischendurch, schlief viel, sah eine Liebeskomödie und aß immer wieder etwas – denn ich hatte den ganzen Tag über großen Hunger, und ich hörte auf meinen Körper.
Die Wellen blieben unregelmäßig mit längeren Pausen dazwischen (zwischen 10 und 45 Minuten). Ich ging davon aus, dass ich mich in einer längeren Latenzphase befinde – die Stunden zogen dahin.
Nachmittags telefonierte ich kurz mit meiner Beleghebamme und sagte ihr, dass es wohl noch dauern würde, bis es richtig losgeht. Ich hatte zwar kurz zuvor vier Wellen mit nur kurzem Abstand zueinander gehabt, danach aber wieder eine halbe Stunde nichts. Kaum hatte ich das Gespräch beendet, kamen wieder vier Wellen kurz hintereinander. Und diesmal spürte ich: Etwas ist anders. Es war kein Schmerz, kein klares Signal – eher eine sichere Intuition, die tief aus mir kam. Ich wusste plötzlich, ohne es erklären zu können: Es ist so weit, es geht nun richtig los.
Ich rief meine Hebamme erneut an, sagte meinem Mann, er solle alles vorbereiten, und im Auto kamen die Wellen dann alle zwei Minuten. Trotzdem war ich ruhig, fokussiert und einfach nur voller Vorfreude. In der Klinik wartete meine Hebamme bereits. Mein Mann kümmerte sich um die Atmosphäre im Kreißsaal – ich hatte vorher genaue Anweisungen auf einen Zettel geschrieben: Lichterketten, Sternenlichtprojektor, warmes Licht – alles so, wie ich es mir gewünscht hatte.
Hunderte Sterne tanzten an den Wänden, rote und lilafarbene Lichtwelten wurden überall im Raum projiziert und ich fühlte mich sofort sicher und geborgen. Mit Kristins Stimme auf den Ohren konnte ich völlig bei mir bleiben, sie war mein permanenter Anker. Ich veratmete die Wellen im Stehen an der Sprossenwand, die mit Lichtern geschmückt war, stützte mich ab und spürte, wie mein Baby sich Stück für Stück auf den Weg machte.
In den Pausen saß ich auf dem Pezziball. Ich musste nicht überlegen, was zu tun war – mein Körper wusste es ganz genau. Das hat mir eine unglaubliche Sicherheit gegeben und fühlte sich fast magisch an. Einmal, während einer kurzen Untersuchung im Liegen, verlor ich den Fokus und merkte sofort, wie sich die Empfindung veränderte, aus intensiver Energie wurde Schmerz.
Als ich wieder in die Entspannung fand, war alles wie zuvor – ruhig, kraftvoll, gut machbar. Meine Hebamme war dabei eine große Unterstützung. Sie spürte genau, wenn ich den Kontakt zu mir verlor, und brachte mich mit einem kurzen Wort wieder zurück in meine Konzentration. Und das, obwohl wir nicht mehr dazu gekommen waren, das vorher zu üben – in dem Moment funktionierte es einfach intuitiv.
Mein Mann und ich hatten im Vorfeld vereinbart, dass er den Raum verlassen kann, wenn er möchte. Denn die erste Geburt war nicht nur für mich schwierig, sondern hat auch bei ihm Spuren hinterlassen. Und ich hatte das Gefühl, dass ich mich ohne ihn besser auf mich und mein Baby fokussieren und mich fallenlassen kann (ohne Gedanken wie „hoffentlich geht es meinem Mann gut“…). Und auch das war wieder ein wenig magisch: Genau in dem Moment, in dem ich dachte, dass ich jetzt lieber mit meinem Baby (und meiner Hebamme) alleine wäre, hat er sich mit einem kurzen Drücken meiner Hand aus dem Raum verabschiedet.
Ich wusste: Wenn ich ihn brauche, ist er sofort wieder da. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, alleine zu sein – denn ich habe eine tiefe Verbundenheit zu meinem Baby gespürt. Schon bald nachdem mein Mann den Raum verlassen hatte, spürte ich einen starken Druck nach unten und hatte das Bedürfnis, mitzuschieben. Mit Beginn der Austrittsphase habe ich auch begonnen, laut zu tönen – vorher war ich ganz ruhig. Dann gab es einen kurzen Moment, in dem ich gezweifelt habe – es fühlte sich alles so überwältigend an, und das Körpergefühl war so intensiv, dass ich es in dem Moment als Schmerz eingeordnet habe. Ich habe dann kurz geflucht und laut gesagt, dass ich glaube, das nicht zu schaffen.
Rückblickend denke ich, dass ich das so geäußert habe, um eine kurze Ermutigung zu bekommen, die dann auch direkt von meiner Hebamme kam. Ihr „Doch, du schaffst das, du machst das super“ habe ich sofort geglaubt – weil ich wusste, dass sie mich kennt und ich ihr vertrauen kann. Die dazugekommene Ärztin habe ich kaum bemerkt – denn sie hielt sich zurück und hat wohl schnell erkannt, dass alles genau so lief, wie es soll – von ganz alleine. Und kurz darauf war er da – unser zweiter, wunderschöner Sohn – das Baby, auf das ich so lange gewartet hatte und zu dem ich schon lange eine tiefe Verbundenheit gespürt habe.
Geboren auf dem Boden im Hirtenstand, vor der Sprossenwand voller Lichter. Insgesamt war ich nur 1 Stunde und 45 Minuten im Kreißsaal, bis der Kleine (und die Plazenta) geboren war. Mein Mann war letztendlich nur kurz außerhalb des Kreißsaals und konnte es kaum glauben, dass unser kleines Wunder so schnell auf die Welt gekommen ist. Ich war unendlich dankbar – und stolz. Stolz auf mich, auf meinen Körper und auf dieses kleine Wesen, mit dem ich gemeinsam diese friedliche Geburt erleben durfte. Und stolz auf meinen Mann und mich als Paar, weil wir die Geburt unseres Sohnes mit offener Kommunikation und entsprechender Vorbereitung so gestaltet haben, wie sie für uns als Familie genau richtig war.
Die Ärztin war ganz begeistert von der Atmosphäre im Raum und der friedlichen, natürlichen Geburt. Und eine andere Hebamme, die nach der Geburt kurz im Kreißsaal war, meinte, dass man die Lichterketten und den Sternenlichtprojektor doch zur Standardausstattung in Kreißsälen machen solle. ;)

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