Erfahrungsbericht
von Theresa
UNENDLICH STOLZ AUF MEINE SCHNELLE NATÜRLICHE GEBURT NACH KAISERSCHNITT
Für meine erste Geburt habe ich die Hypnosen und die Atemtechnik ausgiebig trainiert - zum Glück, denn ich hatte 43 Stunden Wehen ohne nennenswerten Fortschritt, schließlich Herztonabfälle beim Baby und dann einen Kaiserschnitt. Dank der friedlichen Geburt habe ich das alles gut überstanden, doch ich war sehr enttäuscht über das mir entgangene Geburtserlebnis, das so schön sein soll.
Nun wurde ich wieder schwanger. Alle Ärzte haben mir gesagt, dass der Grund für den Kaiserschnitt (Schädelfehllage des Kindes, wo der Kopf am mütterlichen Schambein steckenbleibt) einfach Pech gewesen sei und dass ich nichts tun könne, um bei einer nächsten Schwangerschaft die Chancen auf eine natürliche Geburt zu erhöhen.
Ich wollte das nicht glauben. Schon vor der Geburt hatte ich damals doch durch Tasten gemerkt, dass mein Baby am Schambein liegt und den Arzt gefragt, ob das so gehört! Er meinte, das sei egal. Zum Glück bin ich dann auf "Spinning Babies" gestoßen, eine Methode, mit der man die Kindslage im Körper beeinflussen kann - vor und während der Geburt.
Das war wie eine Erleuchtung! Laut der Erfinderin Gail Tully kommt es bei 49% der Erstgebärenden zum Kaiserschnitt, wenn das Baby nicht schon VOR der Geburt ins Becken rutscht - wie bei mir! Mein Arzt hatte vielleicht Unrecht gehabt! Das Gute daran: Man kann es beeinflussen! Nach einem Privatkurs sowie dem Onlinekurs von Spinning Babies habe ich im 8. Monat meiner zweiten Schwangerschaft begonnen, täglich die Übungen zu machen.
Und tatsächlich! Meine Tochter hat sich in den letzten Schwangerschaftswochen ins Becken gesenkt und in die optimale Lage begeben (linke vordere Hinterhauptslage). Ganz in Friedlicher-Geburt-Manier wollte ich es aber annehmen, wenn es doch nicht klappte. Selbst Gail Tully sagt, dass in seltenen Fällen das Becken wirklich zu eng ist.
Doch jetzt wusste ich, dass ich wirklich alles zur Vorbereitung getan hatte! Zwei Wochen vor dem Geburtstermin platzte um halb eins in der Nacht die Fruchtblase. Ich hatte noch keine Wehen, bekam aber seltsamerweise Schüttelfrost. Die Wohnung war unaufgeräumt und die Babykleidung noch nicht sortiert!
Ich weckte meinen Mann und wir sagten alle Termine für die Woche ab, räumten noch notdürftig die Wohnung auf ("In dem Saustall kann ich nicht gebären!") und packten den Rucksack fürs Spital. Unser Sohn war glücklicherweise bei den Großeltern. Die Übungswehen, die mich seit Wochen begleiteten, wurden intensiver und schließlich schmerzhafter.
Nach anderthalb Stunden hatte ich ordentliche Wehen. Mein Mann rief die Hebamme an, dass sie sich auf den Weg machen solle, doch schon kurze Zeit später sagte ich ihm, er solle sie "zurückpfeifen", ich müsse sofort ins Spital (die Hebamme sollte mich nur zuhause begleiten, bis es Zeit fürs Spital wäre). Die Wehen waren tausendmal intensiver als jemals bei meiner ersten Geburt - das tat zwar ordentlich weh, machte mich aber zuversichtlich, dass diesmal was weiterging!
Die Wehen waren so stark, dass mir die Kopfhörer mit der Hypnose rausfielen, aber ich brauchte sie auch nicht mehr, ich war von selbst im Delirium. Bei der ersten Geburt habe ich jede Wehe mit der Bauchatmung vollkommen still veratmet und war hauptsächlich gelegen. Nun hatte ich meine Strategie im Sinne von "Spinning Babies" geändert und bewegte mich durchgehend und tönte bei den Wehen.
Mit letzter Kraft (die in Wahrheit noch lange nicht die letzte Kraft war) kam ich im Spital an und flehte nach einer PDA. Man untersuchte mich und stellte fest, dass der Muttermund schon 8cm geöffnet war und eine PDA sich gar nicht mehr auszahlte, man müsste Wehenhemmer geben, um sie zu setzen, und so alles verzögern. Das Baby war auf dem Weg!!! Von Wehenhemmern hatte ich bei Geburt 1 genug gehabt, also verzichtete ich auf die PDA.
Ich war so im Delirium, dass ich mich allem hingab - Zugang, Dauer-CTG, alles war mir egal. Zum Glück hatten sie Lachgas. Wehe für Wehe schob sich das Baby weiter und ich turnte auf der Gebärliege herum, während eine sportliche Hebamme das Dauer-CTG an meinen Bauch hielt, eine zweite Hebamme Kompressen auf meinen Damm legte und eine Ärztin alles überwachte. Schließlich verkündete die Ärztin, die Herztöne seien schlecht und das Baby müsse JETZT kommen, sonst: Notkaiserschnitt.
Diese Herztongeschichte kannte ich schon von der ersten Geburt und sie machte mir keine Angst, aber diesmal konnte ich SELBST etwas tun! Und zwar mit sämtlicher mir zur Verfügung stehender Kraft unter der Anfeuerung dreier junger Frauen pressen! Es war so eine wunderbare Selbstwirksamkeitserfahrung, dass mir beim Schreiben die Tränen kommen.
Die Ärztin half während den Wehen mit einer Saugglocke mit. Ich gab absolut ALLES. Und dann war sie da - meine Tochter! Von mir auf die Welt gebracht! Nur vier Stunden nach dem Blasensprung. Ich war unendlich überglücklich und stolz!!! Ich bin so froh, eine natürliche Geburt erlebt haben zu dürfen: Ja, es ist verdammt anstrengend, eine absolute Grenzerfahrung, aber ich fühle mich so unendlich selbstwirksam - und nachher die Euphorie!!
Nicht wie beim Kaiserschnitt, wo ich völlig benebelt mein Kind bekleidet entgegengenommen hab - ohne Nabelschnur, ohne Plazenta, ohne Käseschmiere, ohne Euphorie, aber dafür mit Schmerzen am Bauch. Diesmal haben sie mir, wie ich es mir immer gewünscht hab, meine Tochter nackt und ungewaschen auf die Brust gelegt. Ich durfte sie an die Brust anlegen und die Nabelschnur auspulsieren lassen, mein Mann durfte sie abschneiden.
Ich durfte die Plazenta gebären und genau anschauen und mitnehmen. Mir ist mit meiner zweiten Geburt ein riesiger Lebenstraum in Erfüllung gegangen. Im Wochenbett geht es mir so viel besser als nach dem Kaiserschnitt Ich bin fitter und vor allem glücklicher.
Ich bin unendlich dankbar für "Spinning Babies" - und für die friedliche Geburt, die meine gesamte Lebenseinstellung nachhaltig zum Positiven verändert hat: Ich kann auf Kommando entspannen, Dinge ruhig annehmen, die nicht zu ändern sind - und mithilfe von VRANI auch herausfinden, wofür es sich zu kämpfen lohnt.

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