Erfahrungsbericht
von Verena
Geburtsbericht von Verena und Baby Nummer 2
Liebe Kristin,
endlich komme ich dazu, dir meinen Geburtsbericht zuzusenden. Ich habe die ersten Zeilen dazu direkt nach der Geburt geschrieben, so dass ich darauf jetzt zum Weitersenden gut zurückgreifen kann. So viel schon vorab: in meinem Mutterpass steht: „wunderschöne Wassergeburt“ – und so war es auch!
In diesem Geburtsbericht schreibe ich, warum sich dein Kurs „auch lohnt“ (ich finde, er lohnt sich immer!), wenn man zu den Frauen gehört, die natürlicherweise friedlich gebären, warum ich den Kurs schon in der 5ten SSW angefangen habe, wie mich der Kurs in der Schwangerschaft und Geburt unterstützt hat und warum ich auch jetzt noch gerne deine Hypnosen im Alltag höre.
Aber ich fange mal ganz von vorne an.
Bei meiner ersten Geburt hat mir meine Hebamme, die den Geburtsvorbereitungskurs geleitet hat, deinen Podcast empfohlen. Vor Allem hat sie ihn empfohlen, weil ich den Vorbereitungskurs eigentlich zu früh gemacht habe, damit ich bis zur Geburt nicht wieder alles vergesse, was sie uns erzählt hat.
Von dem Podcast war ich von der ersten Minute an begeistert und habe bis zum Schluss meiner Schwangerschaft damit gehadert, ob ich den Kurs auch machen sollte oder nicht. Die Zeit flog vorbei und dann war schon Geburt. „Eigentlich schade,“ dachte ich und habe mir selbst versprochen, bei einer zweiten Schwangerschaft nicht zu zögern und den Kurs zu buchen.
In deinem Podcast sprichst du manchmal davon, dass es Frauen gibt, die auch „ohne externe mentale Begleitung wunderschön gebären können“ oder so ähnlich und ich falle wohl in diese Kategorie, wofür ich sehr dankbar bin. Trotzdem habe ich, als ich wieder schwanger wurde, kaum gezögert und deinen Kurs in der 5. Schwangerschaftswoche gebucht und es hat sich total gelohnt!
In der zweiten Schwangerschaft gab es einige „Baustellen“ um mich herum, die große mentale Herausforderungen mit sich brachten. In der Schwangerschaft ist man ja eh etwas sensibler und ich bin so froh, dass dein Kurs mich so gut durch die 8 Monate begleitet hat. Ich hatte eine unsichere Job-Situation, unser Zuhause war eine einzige Baustelle und meine Schwiegermutter war gestorben, kurz bevor ich schwanger wurde.
Mein Mann war noch so sehr in seiner Trauer „gefangen“, dass er mich nicht annähernd so gut unterstützen und mental begleiten konnte, wie er es gerne getan hätte. Dazu kamen dann die ganzen Sorgen einer Frühschwangerschaft. Ich denke da immer von Meilenstein zu Meilenstein.
1.fallback: the mark "textStyle" is not handledPositiver Schwangerschaftstest (beide Male hat es lange gedauert, bis ich den hatte – beim ersten Kind 7 Jahre, beim zweiten nochmal fast 3 Jahre)
2.fallback: the mark "textStyle" is not handledDie Einnistung am richtigen Ort
3.fallback: the mark "textStyle" is not handledHerzschlag
4.fallback: the mark "textStyle" is not handledWoche 12
Deinen Kurs habe ich sehr früh bis zu der Stelle gemacht, an der du dann das „Hypnosen-Buffet“ eröffnest. Danach habe ich vor Allem die Hypnose zur Frühschwangerschaft gemacht und dadurch sehr schnell einen Zugang zu meinem „inneren Ort“ bekommen, an dem ich mich sicher und geborgen fühlen konnte – auch in dem ganzen Trubel um mich herum. Durch die Hypnosen konnte ich mich schon sehr früh mit meinem Baby im Bauch verbinden und auch diese Momente habe ich sehr genossen.
Das Thema der Selbsthypnose ist mir nicht so fremd. Ich leide schon seit ich denken kann an Migräne – den ersten Migräne-Anfall, an den ich mich erinnern kann, hatte ich mit 3 Jahren – und ich habe von meiner Mutter gelernt, den Schmerzen und der Übelkeit mit autogenem Training entgegenzuwirken – zumindest so lange, bis die Medikamente dann wirken konnten.
Vielleicht ist es mir aus diesem Grund auch bei meiner ersten Geburt so gut gegangen, da ich schon damals in diesen hypnotischen Zustand kommen konnte, da ich es schon so unzählige Male bei den Migräne-Schüben gemacht hatte. Die mentale Entspannung war für mich also nicht neu und hat mich gut abgeholt, so dass ich fast direkt in deine Hypnosen eintauchen und sie genießen konnte.
Gegen Ende des ersten Trimesters gab es kaum Auffälligkeiten – außer, dass das Baby immer geringfügig größer zu sein schien, als es sollte – immer nur 1-3 Tage, aber das konstant. Zur Sicherheit gingen wir zum Pränataldiagnostiker und der empfahl uns direkt, den „großen Zuckertest“ zu machen – auch hier wieder nur zur Sicherheit.
Zu diesem Zeitpunkt machte mir das keine Sorgen. Ich kannte und kenne meine Frauenärztin schon lange und kann ihr vollstens vertrauen – sie ist wirklich großartig! Und ich wusste, dass alles nur zum Besten für mich und mein Baby geschieht.
Der große Zuckertest zeigte dann tatsächlich eine minimale Abweichung im Nüchternwert – weswegen ich dann an einen Diabetologen verwiesen wurde. Das war für mich erschütternd. Ich hatte nicht damit gerechnet, weil es mir und auch dem Baby immer so gut ging. Ich hatte auch nicht übermäßig zugenommen und die Werte des Babys waren immer gut.
Um den Kontakt zu mir selbst und zu meinem Baby nicht zu verlieren, habe ich häufig hier auch die Hypnose „belastende Gefühle ausströmen lassen“ gemacht. Der Diabetologe war zum Glück sehr nett und auch die Ernährungsberaterin, mit der ich mich ab dann regelmäßig traf, holte mich gut ab.
Die Beunruhigung war bei mir zum Glück letztendlich unbegründet. Meine Werte waren immer gut, eher zu niedrig, auch ohne, dass ich extrem auf meine Ernährung hätte achten müssen. Und ich habe kennengelernt, auf welche Nahrungsmittel mein Körper wie reagiert – das war spannend.
Aber die positive Einstellung hierzu schreibe ich auch deinen Hypnosen zugute. Es ist aber auch eine Einstellung, die mit meiner Persönlichkeit gut harmoniert. Außerdem „musste“ ich mir so auch keine Gedanken um die „Louwen-Ernährung“ machen. Ich hatte das Interview bei dir gehört und habe ja sowieso dann auf Süßigkeiten und Weizen verzichtet. Optimale Voraussetzungen also.
Mein großer Sohn liebte übrigens die Traumreise zum Baby für das Geschwisterkind, die haben wir sehr oft in der Schwangerschaft gehört, und so konnten wir uns alle immer sehr nah sein – auch schon meine beiden Kinder einander.
Im letzten Trimester stellte sich heraus, dass mein Baby wohl auch ein eher gemütlicher Charakter sein würde; das Baby lag immer – bei jeder Untersuchung in Querlage. So langsam begann ich mich also auch auf einen möglichen Kaiserschnitt vorzubereiten, obwohl ich mir eine erneute vaginale Geburt so sehr gewünscht habe. Schon meine erste Geburt war sehr schön und positiv und ich habe darauf vertraut, das nochmal erleben zu dürfen – ja mir gewünscht nochmal eine Geburt erleben zu dürfen.
Deinen Kurs wollte ich mir trotzdem „gönnen“, für eine entspannte Schwangerschaft und als „Sahnehäubchen“ für meine zweite Geburt. In dem Kurs sagst du ja aber auch, dass es sinnvoll ist, sich mit dem Thema Kaiserschnitt auseinander zu setzen, da es immer dazu kommen kann, dass bei Komplikationen der Kaiserschnitt als Plan B empfohlen wird.
Gleichzeitig habe ich mit meinem Baby gesprochen und versucht, es dazu zu ermutigen, sich doch in eine vertikale Lage zu bewegen. Mein liebes Baby ist diesem Wunsch dann netter Weise auch nachgekommen – es lag dann in einer Beckenendlage.
In deinem Kurs konnte ich mich dann zu Themen wie der äußeren Wendung und vaginale Geburt in BEL informieren. Ich habe auch viele Geburtsberichte auf deiner Seite dazu gelesen und den Podcast durchforstet – und natürlich die Hypnose zur Beckenendlage gemacht. Es gibt im Internet auf Youtube ein ganz tolles Video von einer BEL Spontangeburt, das habe ich mir auch angesehen. Auch habe ich eine Bekannte, die ihr erstes Kind vaginal in BEL bekommen hat.
Nach meiner Recherche war ich überzeugt, dass ich mein Baby vaginal gebären wollte – egal ob in SL oder BEL. Trotzdem habe ich auch einen Termin zur äußeren Wendung gemacht. Auch da hatte ich mich umfassend informiert und gesehen, dass es sog. „sanfte“ Wendungen gibt. Ich hatte gelesen, dass äußere Wendungen nicht schmerzhaft sein müssen und hatte vor, eine sanfte Wendung zu versuchen.
Vor meiner ersten Geburt hatte eine Freundin mir mal gesagt: „Ein Krankenhaus ist kein Gefängnis und keine Folterhütte. Du kannst immer „Stopp“ sagen und gegen deinen Willen kann man dich dort nicht festhalten.“ Ich wollte also die äußere Wendung versuchen und habe dafür zur Vorbereitung auch schonmal die Hypnose gehört.
Außerdem habe ich auch deine tiefe Bauchatmung immer mal geübt. Tatsächlich spiele ich Trompete und singe, dadurch ist mir diese Atemtechnik sehr leicht gefallen und fühlte sich entspannend und normal an. Bei dieser Atmung hatte ich das Gefühl, dem Baby viel Platz zu geben, damit es sich vielleicht noch von selbst dreht.
Diesen Purzelbaum habe ich auch während der Hypnose immer wieder visualisiert. Auch während ein paar Purzelbäumen im Wasser, ich war im Sommer hochschwanger und konnte im Mutterschutz zeitweise im Freibad sein, während mein „großes Kind“ noch in der Betreuung war. Die äußeren Wendungen finden in der Klinik, die ich mir ausgesucht hatte, früh morgens statt – mit dem OP Team im Hintergrund, falls die Geburt anfängt und vielleicht ein Kaiserschnitt nötig ist, zum Beispiel bei einer Plazenta-Ablösung.
Mein Großer war immer schon Langschläfer und in der Vorbereitung auf den Termin haben wir geplant, dass unser erstes Kind am Tag vor der Wendung bei Freunden übernachten sollte – auch als „Generalprobe“ für den Tag X. Bisher hatte er noch nie woanders übernachtet und ausgerechnet über meinen Geburtszeitraum waren meine Eltern verreist.
Zum Glück habe ich gute Freunde, die einen Bauernhof haben. Mein „Großer“ fühlte sich da schon immer vom ersten Moment an ganz zuhause. Der Betreuungsplan stand also, zum Bauernhof war es allerdings auch eine knappe Stunde Fahrt. Am Tag X wollten sie den Großen dann abholen kommen. Die Aufregung um die Versorgung meines ersten Kindes hat in der zweiten Schwangerschaft fast einen ebenso großen Raum eingenommen, wie die Planung der Geburt selbst, weil ich wusste, dass ich mich dann der Geburt völlig hingeben kann, wenn ich mein erstes Kind gut versorgt weiß.
Ich versuchte, mich auch dieser Situation hinzugeben und machte die Hypnose zur Hingabe, damit ich jede Situation annehmen könne, mit der ich mich dann konfrontiert sehen würde.
Zwei Tage vor dem Termin der Wendung – ich übte nochmal die Tiefe Bauchatmung und entspannte mich dabei – hat mein Baby eine der tiefen Atmungen genutzt und sich gedreht; von ganz alleine. Das hat ganz schön gerumpelt, ich war ja schon in der 37. SSW.
Am Tag vor der Wendung wurde mir die SL dann von meiner Gynäkologin bestätigt, der Wende-Termin konnte abgesagt werden. Da hatte ich auch erst Sorge, dass ich mir dann „einen Spruch“ vielleicht anhören müsste, aber die in der Klinik waren sehr nett und haben mir gesagt, dass sie sich dann auf den Geburtstag mit mir freuen. Mein Sohn hat trotzdem zur Probe bei unseren Freunden übernachtet und das hat so supergut geklappt, dass ich ganz entspannt in die letzten Wochen gehen konnte.
In den letzten Wochen habe ich nochmal in den Kurs geschaut und mir nochmal ein paar Videos angeschaut. Austrittsphase, Zur Vorbereitung auf eine Geburt in der Klinik, Kaiserschnitt (man weiß ja nie) und auch Hausgeburt. Zur Hausgeburt habe ich mich informiert, da mein erstes Kind schon ziemlich schnell kam. Damals kündigte sich die Geburt durch einen Blasensprung an. Das fand ich praktisch, denn da wusste ich, dass ich bald ins Krankenhaus fahren könnte. Blasensprung um 09:00, im Krankenhaus um 15:00, erste sanft ansteigende Geburtswellen um 02:00 Uhr und Geburt um 07:35 Uhr.
Beim zweiten Mal – sagte man mir – kann es manchmal schneller gehen. Ich war mental auch darauf vorbereitet, zuhause zu gebären – obwohl ich keine Beleghebamme hatte – falls ich es nicht mehr ins Krankenhaus schaffen würde… eben dann mit einem vom RTW. Das habe ich mir natürlich nicht gewünscht, aber wenn es so gekommen wäre, hätte es mich nicht aus der Fassung gebracht.
Am Samstag – einen Tag vor ET – ging der Schleimpropf ab. Ich spürte immer mal wieder Wellen und hatte hin und wieder nach dem Toilettengang minimale rote Spuren am Toilettenpapier – ich nehme an von der Dehnung des Muttermunds. Da meine Freunde ja eine Stunde brauchten, um bei uns zu sein und ich gerne vermeiden wollte, dass mein erstes Kind mitten in der Nacht abgeholt werden muss, habe ich sie am Vormittag kontaktiert - auch obwohl ich noch keine stärkeren Wellen verspürte.
Ich versuchte einfach, gut auf meinen Körper zu hören und meine Freunde haben mir versichert, dass es auch kein Problem sei, wenn ein Fehlalarm käme. „Lieber einmal zu viel gefahren und entspannt, als dann gehetzt und ‚zu spät‘,“ haben sie mir immer wieder versichert.
Mein Großer hat an dem Mittag meinen Babybauch mit Fingerfarbe und Pinseln bemalt und sich dann – als meine Freunde kamen – vom Bauch verabschiedet und dem Baby versichert, dass er sich sehr auf es freuen würde. Dann verabschiedeten wir uns auch und ich ging in die Badewanne, um zu sehen, ob die Wellen dadurch vielleicht intensiver kommen würden. Ich entspannte mich und es passierte nicht mehr als zuvor.
Irgendwann nach 1-2 Stunden kam ich aus der Badewanne wieder raus, wir haben entspannt zu Abend gegessen und sind in aller Ruhe ins Bett gegangen. Auch am nächsten Morgen war alles unverändert, das war mein ET. Nachdem es auch im Laufe des Morgens ruhig blieb, habe ich mit meinen Freunden telefoniert und sie sagten mir, dass sie mir meinen Sohn – wenn es bis dahin immer noch ruhig sein sollte – gegen 17:00 Uhr nach Hause brächten. So kam es auch.
Mein Sohn erzählte von seinen Abenteuern auf dem Bauernhof und war richtig aufgedreht, dadurch waren wir alle erst sehr spät im Bett – und auch alle im großen Bett, obwohl mein Sohn eigentlich schon alleine schlief (aber natürlich nicht nach einer Nacht woanders und so vielen Abenteuern).
In dieser Nacht wurde ich gegen 04:00 Uhr von immer wiederkehrenden Wellen geweckt. Leise stand ich auf (mein Mann hatte sich erst um 2:00 Uhr hingelegt) und atmete, entspannte mich im Wohnzimmer. Kurze Zeit später rief ich im Kreißsaal an – ich wusste noch, dass Hebammen auch am Telefon hören können, ob man sich vielleicht schon auf den Weg ins Krankenhaus machen sollte oder könnte. Ich veratmete tief eine recht lange Welle und die Hebamme meinte, ich könne ruhig vorbeikommen, damit würde man nichts verkehrt machen.
Nach dem Auflegen rief ich unsere Freunde an, damit sie meinen Sohn wieder abholten (der natürlich noch schlief). Gegen 04:30 Uhr kam mein Mann dazu und wir packten die letzten Sachen ein (Mutterpass, Handyladekabel, Duftanker) und vervollständigten wieder die Übernachtungstasche für den Bauernhof zur Sicherheit – man kann ja nie wissen, wie lange eine Geburt dauert.
Um 05:00 Uhr kam meine Freundin, um meinen großen Sohn abzuholen. Der wollte sich aber nicht so recht von mir trennen. Beruhigend redete ich ihm gut zu und machte ihm wieder richtig Lust auf neue Abenteuer auf dem Bauernhof, während ich ihn die Treppe heruntertrug – immer mal wieder mit einer Wellenpause. Unten angekommen, beschlossen wir alle zum Krankenhaus zu fahren – mein Sohn kannte es von meinen Akupunktur-Sitzungen und fuhr mit meiner Freundin, ich mit meinem Mann.
Der Weg dauerte nur 20 Minuten, wir waren trotzdem erst gegen 06:00 Uhr da. Auf dem Weg bekam mein Sohn Lust, den Sonnenaufgang mal auf dem Bauernhof zu erleben und verabschiedete sich mit diesem Plan freudig von uns und fuhr mit auf den Bauernhof.
Nachdem ihr Auto den Parkplatz verlassen hatte, wurden die Wellen „größer“ und wir gingen gemütlich mit Pausen in den Kreißsaal, wo man uns schon erwartete. Ich kam ins „Wehenzimmer“ und begann, dort die Hypnose „Geburtsbeginn mental fördern“ zu hören, während wir auf eine Hebamme warteten – es war gerade Schichtwechsel. Ich konnte hören, wie 2 Frauen in der Zeit ihre Kinder bekamen.
Ich konnte mich von meiner ersten Geburt noch gut an das überraschende Pressgefühl erinnern, dass mit dem Pressdrang in der letzten Geburtsphase einsetzt. Ich konnte hören, dass diese Frauen schwer arbeiteten und wusste, dass sie es fast geschafft hatten. Ich freute mich für sie. Danach wurde es ruhiger – und mir war sehr kalt.
Es war Ende August, aber eine Kältewelle hatte uns erwischt, nachdem es vorher wochenlang über 36 Grad heiß gewesen war. Ich hatte schon meine Winterjacke an und trotzdem fror ich. Kurze Zeit später wurde ich abgeholt und untersucht. Ich wurde gefragt, ob ich das Untersuchungsergebnis wissen wollte und ich bejahte, weil ich neugierig war. Ich wusste vom Hören/Sagen und von meiner ersten Geburt schon, dass es eigentlich nichts zu sagen hat, was das Ergebnis ist, aber es gehört doch zu meiner Geburtsgeschichte dazu.
Bei meiner ersten Geburt war ich trotz Blasensprung und deutlichen Geburtswellen nur einen halben Zentimeter eröffnet kurz bevor die Hebamme in die Ablösung ging. Kurz darauf bekam ich Presswellen und die Hebamme, die mich nur 15 Minuten später untersuchte, sagte mir, dass ich nun vollständig eröffnet sei. 10 cm in 15 Minuten also – das war herausfordernd, aber gut machbar.
Dieses Mal war ich schon bei 3cm, ich wusste aber, dass ich auch vor dem Wochenende schon bei 2cm gewesen war bei meiner Gynäkologin. Mein Muttermund war noch weit hinten – eigentlich auch ein „Unreife-Zeichen“, aber die Kreißsaal-Hebamme „ploppte“ ihn mit einer routinierten Bewegung, die überhaupt nicht schmerzhaft war, nach vorne. Das „Plopp“ hat man deutlich gehört und es war so ein lustiges Geräusch, dass ich laut lachen musste. Dann – es war mittlerweile ca. 7:00 Uhr - wurde ein CTG geschrieben.
Eine Hebammenschülerin begleitete mich die ganze Zeit und brachte mir Decken und einen Pezzi-Ball und redete mir gut zu. Auf dem anderen Ohr hatte ich die Hypnose, auf beiden Ohren hörte ich ähnliche Zusprüche, Lob und Motivation – ich ließ mich davon treiben.
Nach dem CTG kam die Hebamme wieder zu mir, meinem Mann und der Hebammenschülerin. Ich fragte nach, ob die Wehen denn schon stark genug seien, ich bezweifelte noch, dass das wirklich Geburtswellen sein sollten und rechnete absurderweise noch damit, wieder nach Hause geschickt zu werden, während alle um mich herum (auch zuhause schon meine Freundin) wussten, dass ich heute mein Baby bekommen würde.
Ich hatte während des CTGs mal auf den Wehenschreiber geschaut und die Ausschläge schienen mir nicht sonderlich hoch und lang zu sein. Die Hebamme meinte aber, das seien ja nur Zahlen, ich hätte schließlich schon einmal ein Kind bekommen und alles sei in Ordnung, ich könne mich entspannen. Dann begleitete sie mich in die Geburtswanne.
In meinem Geburtsplan und auch im Vorgespräch hatte ich erwähnt, dass ich mir, wenn möglich, eine Wassergeburt wünsche. Die Badewanne war schön warm und ich fühlte mich sofort wohl. So langsam wurde mir auch klar, dass mich jetzt niemand mehr nach Hause schicken würde und ich wechselte zur Geburtshypnose. 07:45 Uhr.
Ich hatte großes Glück, ich war die einzige Gebärende im ganzen Kreißsaal und die Hebammenschülerin konnte die ganze Zeit bei mir bleiben. Ich hatte also eine 1:1 Betreuung und fühlte mich unglaublich sicher, stark und behütet.
Bei meiner ersten Geburt wurden mir damals ß-Streptokokken diagnostiziert – dieses Mal war der Abstrich negativ. Trotzdem empfahlen mir die Hebammen ein Antibiotikum. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass das in vielen Kliniken so gemacht wird – einmal Streptokokken immer Streptokokken.
In dem Moment wollte ich es eigentlich nicht, ich bin jedoch auch keine Medizinierin und mein Mann auch nicht und so vertraute ich den Hebammen und ihrer Erfahrung. Der Zugang war mir schon vor dem CTG gelegt worden. Leider hat die Ärztin, die mir den Zugang legte, den Zugang nicht an meiner Wunschstelle (linke Hand) gefunden, also bekam ich ihn doch auf der anderen Seite. Ich gab mich der Situation ganz hin – es war egal, wo der Zugang war, alle gaben ihr Bestes, um mich zu begleiten.
Es fühlte sich an, wie eine heilige Zeremonie. Die Stimmung war wohlwollend, positiv minimal aufgeregt; vorfreudig trifft es wohl am besten. Ich war auch froh, dass der Zugang so in Ruhe gelegt werden konnte. Ich wusste, dass es manchmal unter der Geburt auch hektisch werden kann und wenn man den Zugang dann braucht und noch keiner liegt, kann es ein unnötiger Stressfaktor sein, dann noch eine gute Stelle zu finden. Ich fühlte mich sicher und war mir ziemlich sicher, dass ich den Zugang nicht benötigen würde, aber es war immer gut, vorbereitet zu sein.
In der Badewanne bekam ich dann das Antibiotikum und als es nach 30 Minuten durchgelaufen war, platzte meine Fruchtblase. Die Hebammenschülerin rief unsere Hebamme hinzu, die nach dem Blasensprung nochmal ein CTG machen wollte, um zu sehen, wie mein Baby mit der neuen Situation zurechtkam. Es ging uns beiden gut und die Wellen wurden langsam intensiver und länger. Ich merkte deutlich, dass wir uns bereit machten für den letzten Schritt.
Ich ging einmal auf die Toilette, mein Mann brachte mich bis zur Tür, wartete dort auf mich und brachte mich dann wieder zurück, wo die Hebammen mir wieder in die Wanne halfen. Das CTG wurde angeschlossen. 08:45 Uhr.
Gerade als die Hebammenschülerin ihre Kollegin holen wollte, um sich zu besprechen, wie wir weiter verfahren nach dem CTG, kam die erste Presswelle. Ich spürte genau, dass der Kopf meines Babys nun den Weg durch das Becken angetreten hatte und mir entfuhr ein überraschter Laut.
Bei der ersten Geburt fing ich in dieser Phase – die damals 2 Stunde gedauert hatte – an, zu schreien. Nicht, weil es so schmerzhaft war, sondern ich fühlte mich bei jeder Presswelle wie ein „Gewichtheber“ und machte meiner Anstrengung durch Schreien Luft. Damals hatte ich mich irgendwie richtig „eingeschrien“, das Schreien hatte mir gut getan. Für meinen Mann, der nicht wusste, warum ich schrie, war das leider eine traumatische Erfahrung.
Ich weiß noch, wie ich dann, als mein erstes Baby auf der Welt war, die Plazenta gebären „sollte“. Da habe ich beim Pressen dann nicht mehr geschrien, obwohl die Anstrengung ähnlich war – ich wollte mein kleines neugeborenes Baby nicht erschrecken – und ich war überrascht, dass ich auch vorher gar nicht hätte schreien müssen (die Plazenta mit dem Baby zu vergleichen, ist natürlich nicht ganz richtig, aber bei mir war die Plazenta in der Mitte zusammengefaltet, wodurch sie nicht so leicht herauskommen wollte und die Geburt etwas anstrengender war). Auf diese Erfahrung, dass das Schreien nicht notwendig ist, konnte ich nun gut zurückgreifen.
In deinem Kurs machst du in dem Video zur Austrittsphase auch mal ein „Pressgeräusch“ vor. Daran erinnerte ich mich jetzt und so konnte ich die „Press-Energie“ noch mehr dazu nutzen, meinem Baby zu helfen, sich seinen Weg durchs Becken zu bahnen, auch ohne zu schreien. Mein Hals dankte es mir – nach der ersten Geburt war ich heiser gewesen. 09:05 Uhr (ich hatte nach der Uhrzeit gefragt).
Die Hebammenschülerin war zum Glück nicht gegangen und hatte nach ihrer Kollegin geklingelt, ich hatte mich zu Beginn der Presswellen von meinen Kopfhörern getrennt. Der Kopfhörer flog durch den Kreißsaal, das sah bestimmt lustig aus, aber er musste raus. Ich wollte ganz im Moment sein und konnte es kaum erwarten, mein Baby zu sehen. Ich konnte sehen, wie mein Bauch sich unter den starken Wellen verformte – was für eine Kraft darin steckte.
Die Hebamme untersuchte mich kurz und zog sich dann lange Handschuhe bis über die Ellenbögen an. Kurz nachdem ich die Kopfhörer zur Seite geworfen hatte, stellten wir alle fest, dass an der Hauswand unmittelbar hinter meinem Kreißsaal Bauarbeiten anfingen – und zwar genau jetzt. Direkt hinter mir wurde laut gestemmt und die Situation entbehrte einer solchen Komik, dass ich in der Wellenpause auch lachen musste.
Zum Glück hatten wir zuhause auch während der gesamten Schwangerschaft umgebaut und es wurde immer mal wieder gestemmt, ich hatte gelernt, mich trotzdem zu entspannen. Trotzdem weiß ich noch, wie ich lachen musste bei dem Gedanken, die Bauarbeiter zu bitten, eine Pause zu machen, da ich mich nicht richtig konzentrieren könne. „Ich kann so nicht arbeiten, Ruhe jetzt!“
Ich sagte nichts, aber nach dem ersten Stemmgeräusch kam erstmal kein weiteres. Entweder hatte tatsächlich von Kreißsaal jemand um Ruhe gebeten, oder sie waren schon fertig (oder sie hatten von der anderen Seite der Hauswand mitbekommen, was hier auf meiner Seite geschah und sie zeigten etwas Respekt). Auf jeden Fall war erstmal Ruhe und ich war wieder ganz Geburt.
Das CTG störte mich ein wenig, es drückte etwas unangenehm und ich fragte, ob sie es abnehmen könnten. Die Hebammen meinten, es müsse leider dranbleiben, aber ich hätte es auch fast geschafft. Ich spürte, dass sie recht hatten und beschloss, dass ein drückendes CTG jetzt keine große Sache ist.
Nach ca. 5 Presswellen konnte man das Köpfchen fühlen. Ich tastete vorsichtig, alles fühlte sich an wie ein warmer, weicher, feinporiger Schwamm. Ich hätte nicht sagen können, wo ich aufhörte und das Baby anfing. Trotzdem erinnere ich mich sehr gut an das Gefühl. Es war ganz weich und ich freute mich, dass mein Baby auf so weiche Weise geboren werden würde. Bei einer Presswelle ging auch ein wenig Stuhl ab, das wurde aber sofort rausgefischt.
Bei meiner ersten Geburt war mein Darm zu Geburtsbeginn leider richtig voll gewesen. Als ich damals in die Presswellen kam, waren mein Mann und ich gerade alleine - es war Schichtwechsel und der Kreißsaal war voll. Es dauerte daher ein wenig bis jemand kam, damals war keiner da, um den Stuhl direkt aus der Wanne zu fischen und mein Mann (Keimphobiker) hat den Kreißsaal verlassen, sobald die Hebammen kamen. Sowohl das Schreien als auch der Stuhlgang waren für ihn zu viel. Die eigentliche Geburt – damals an Land – hatte er dadurch leider verpasst.
Mein Mann saß nun hinter mir und hielt meine Hand und kühlte mir die Stirn. Ich merkte, wie ich zu reißen drohte (das kannte ich auch schon von der ersten Geburt – manchmal hilft auch die Dammmassage nicht). Ich hatte auch diesen Riss von der ersten Geburt im Vorgespräch detailliert besprochen und ich merkte, dass sich die Hebammen auch die Notizen des Vorgesprächs nochmal angeschaut hatten.
Ich schützte mich mit meiner freien Hand (leider riss ich nicht in Richtung Damm, sondern nach oben – bei beiden Geburten) während die Hebamme mich nach unten aufdehnte und versuchte, einen Dammschnitt zu machen. (Bei der ersten Geburt wollte ich das auf keinen Fall, bekam aber einen und war im Nachhinein so dankbar dafür. Der Schnitt selbst war damals nicht zu spüren gewesen und ist sehr schnell wieder verheilt.
Dieses Mal stand in meinem Geburtsplan: „großzügig mit Dammschnitt, lieber früher als später“. Leider hat sie es nicht mehr geschafft zu schneiden, sie kam nicht mehr mit der Schere dazwischen. Durch die Dehnung in Richtung Damm hat sie trotzdem einen schlimmeren Riss nach oben verhindert. Der Riss war deutlich weniger schlimm als bei der ersten Geburt. Dieser Riss war übrigens der einzig schmerzvolle Moment in der Geburt – der Kopf war geboren.
Mit der nächsten Welle schob ich mit aller Kraft und sah, wie mein Baby in einer kleinen roten Wolke aus mir herausschwamm. Die Hebamme nahm mein Baby unter Wasser kurz in Empfang und schob es mir so zu, dass es direkt auf meine Brust schwamm. 09:21 Uhr.
Ich hob mein Baby behutsam aus dem Wasser und kuschelte es an mich. Ich erinnere mich genau, dass es rosig war und sich neugierig umschaute. Ich konnte genau hören, dass es gut atmete, trotzdem baten mich die Hebammen, es einmal anzupusten. Ich wusste eigentlich, dass es nicht notwendig ist, dass es schreit. Sanft blies ich vorsichtig in das kleine Babygesicht und es „antwortete“ sofort mit einem kleinen Schrei.
Als ich es sich an mich kuschelte, war der Schrei sofort vorbei und das erste Andocken an der Brust war noch in der Badewanne geschehen. Die Hebammen deckten mein Baby an mir zu, so dass es nicht fror und nach den ersten kuscheligen Minuten schauten mein Mann und ich nach, ob wir nun einen zweiten Sohn oder eine Tochter bekommen hatten. Mein Mann war der festen Überzeugung, dass wir ein Mädchen bekommen, ich war eher bei einem Jungen. Wir haben sehr gelacht, nun hatten wir zwei Söhne.
Für die Geburt der Plazenta wollte ich eigentlich ganz gerne auch die Hypnose hören, da kam die Plazenta schon hinterher – nach nur 15 Minuten. Sie kam ganz ohne Hypnose – die Kopfhörer lagen noch irgendwo. Bei der ersten Geburt kam sie nach 60 Minuten nach einer Gabe von Oxytozin, jetzt einfach so.
Durch den Riss musste ich genäht werden und aus der Wanne raus mussten wir natürlich auch, also gingen wir nach nebenan in den Kreißsaal auf ein Bett. Eine Ärztin kam und nähte mich ganz achtsam und sehr einfühlsam nach einer guten Betäubung des ganzen Gewebes. Mein Mann kuschelte indes mit unserem Baby. Nach der Naht durfte ich Duschen gehen.
Kurze Zeit später kam ich auf die Wöchnerinnenstation – wegen des Gestationsdiabetes mussten mein Baby und ich 24 Stunden zur Beobachtung bleiben und ich wollte gerne bis zur U2 im Krankenhaus bleiben. Auf der Wöchnerinnenstation kam die nächste positive Überraschung. Auf der ganzen Station lagen nur 3 Familien, jede hatte ein Zimmer für sich.
Mein Baby und ich schliefen und ich hörte die Hypnosen Synchronisation dem Babyschlaf und Tiefer Schlaf mit Baby. Außerdem hörte ich die Hypnose zur Heilung von Geburtsverletzungen. All das tat sehr gut. Meinem Baby und mir ging es sehr gut, dadurch, dass ich meinen großen Sohn noch nicht abgestillt hatte, musste mein kleiner Sohn nicht auf die Milch warten – er wurde sofort satt und das Angebot war reichlich. Ich war beruhigt, ich wusste, dass ich dann meine Kinder noch Tandem stillen konnte.
Die Hypnosen zum Schlaf hörte ich auch zuhause noch und immer noch. Nach ein paar Wochen habe ich durch Zufall gesehen, dass es noch andere Hypnosen gibt, und die habe ich mir alle direkt auch freigeschaltet – so begleitest du mich immer noch durch den nun manchmal etwas trubeligen Alltag.
Jetzt wo ich wieder arbeite, wäre es schön, in den Hypnosen zum Familienalltag auch die Stillhypnose „Milchfluss anregen“ zu haben, da ich auf der Arbeit an zwei Tagen abpumpen muss. Wenn ich mir eine weitere Hypnose wünsche dürfte, würde ich mir eine wünschen, für die Situation wenn ein Kind krank ist - egal ob bei Fieber nach einer Impfung, lästigem Husten in der Nacht, oder wenn man sogar mit dem Kind zur Beobachtung ins Krankenhaus muss.
Es wäre schön, dann auf einem Ohr deine unterstützende Stimme zu hören, die mich als Mutter dabei unterstützt, nicht den Kopf zu verlieren und möglichst ruhig zu bleiben, während ich mein krankes Kind begleite und bestmöglich unterstütze.
Dadurch, dass ich den Kurs so früh gebucht habe, hatte ich „nur“ bis zum Ende des vierten Lebensmonats meines Babys Zugang zu den Kurshypnosen. Ich hätte sie gerne auch etwas länger noch genossen, aber durch das neue Angebot fühlte ich mich trotzdem noch gut begleitet.
Ich weiß noch, wie ich zuhause auch nochmal die Geburtshypnose gehört habe, weil ich sowohl die Hypnose zur Eröffnungsphase als auch die zur Austrittsphase nicht richtig gehört hatte (Eröffnungsphase „nur“ ca. 1 ½ Stunden von 4 und Austrittsphase gar nicht) und ich war neugierig und wollte gerne nochmal in die Geburt reisen, da mein Mann und ich entschieden haben, dass unsere Familie jetzt komplett ist.
Ich danke dir sehr für deinen Kurs, der mich emotional in der Schwangerschaft begleitet hat (klare Empfehlung für Solo-Mütter!!), für eine Hypnose für alle Situationen (BEL, Wendung, belastende Gefühle etc.) und nicht zuletzt für eine friedliche Geburt und ein entspanntes Wochenbett und eine Elternzeit, die ich genießen konnte und kann.
Vielen Dank und alles Liebe
Verena

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