Erfahrungsbericht
von Veronika

Bereits in der Nacht zum 23. hatte ich mehr Übungswehen als sonst, aber hab mir nicht viel dabei gedacht. Am Vormittag vom 23. hatten wir dann einen Vorsorgetermin im Geburtshaus bei SSW40+1. Bei der Vorsorge war alles unauffällig.

Danach gingen mein Mann und ich noch etwas essen und bei mir fing es wieder an, im Bauch zu ziehen. Aber noch ganz unregelmäßig und nicht stark. Auf der Heimfahrt und beim Einkaufen kamen die Wellen ca. alle 10 Minuten, aber waren noch nicht sehr stark. Dann holten wir unseren großen Sohn von der Krippe ab und gingen nach Hause und so ging es noch den ganzen Nachmittag weiter.

Die Abstände wurden leicht kürzer und die Wehen bisschen stärker bis zum Spätnachmittag, also beschließe ich, mich bisschen aufs Sofa zu legen und lieber auszuruhen. Anschließend ging ich mal in die Badewanne, um zu sehen, was passiert. Die Wellen blieben ungefähr gleich, gingen jedenfalls nicht weg.

Nach dem Abendessen gegen 7, halb 8 waren die Wellen immer noch da und die Abstände schon bei ca. 5 Minuten, sind aber immer noch nicht so intensiv und dauern auch nur ca. 30 Sekunden. Trotzdem rufe ich zur Sicherheit mal die Rufbereitschaftsnummer vom Geburtshaus an, um zu besprechen, wie es weiter gehen soll. Die Hebamme meinte, wir können ruhig noch Zuhause bleiben, bis es intensiver und die Wellen länger werden.

Anschließend mache ich mich lieber mal Bett fertig und gehe ins Bett, um evtl ein bisschen zu schlafen und Kraft zu tanken. Ich mache mir die Hypnose für die Latenzphase an und komme so gut durch die Wellen und ruhe mich weiter aus. Später kommen mein Mann und Sohn auch ins Bett und ich Stille meinen Sohn während der Wellen in den Schlaf.

Ich liege weiter im Bett mit der Hypnose auf den Ohren und veratme die Wellen. Zwischendurch muss ich immer mal wieder auf die Toilette. Ich merke, dass es wenn ich im Bad eine Welle bekomme, es deutlich schwieriger ist, als im Bett mit der Hypnose. Die Abstände werden kürzer und sind nun bei ca. 3 Minuten und die Wellen sind auch länger ca. 45-60 Sekunden. Ich komme aber weiter gut klar und bin deshalb weiterhin unsicher, ob wir schon los fahren sollen.

Ich wecke gegen 23:30 meinen Mann, um es mit ihm zu bereden... wir gehen ins Wohnzimmer. Während einer Welle gehe ich in die Knie und lehne mich nach vorne, das fühlt sich in dem Moment am besten an. Mir ist auf einmal übel und ich übergebe mich auf der Toilette. OK, ich merke, es wird ernst und wir rufen nochmal im Geburtshaus an.

Die Hebamme sagt, wir sollen langsam losfahren, aber nicht in Eile. Danach rufen wir die Oma an, damit sie auf unseren Großen aufpasst und sie macht sich gleich auf den Weg. Ich bemerke, dass ich langsam einen Druck nach unten spüre in den nächsten Wellen und mit schieben könnte... Versuche, es zu unterdrücken und erzähle meinem Mann lieber nichts, um ihn nicht zu beunruhigen.

Dann nach ca. 15 min gegen 00:15 kommt die Oma, sie hat sich die Hacke blutig gelaufen in der Eile, mein Mann holt noch schnell Pflaster... ich denke mir innerlich, wir müssen los und habe Sorge, dass wir es nicht rechtzeitig schaffen und ich das Baby im Auto bekomme. Wir fahren los, ich stelle mir den Sitz ganz liegend ein und habe weiter die Hypnose auf den Ohren, versuche ruhig zu bleiben. Mein Mann fährt schnell, aber sicher.

Während der Wellen merke ich weiterhin den Drang, mit zuschieben... die Wellen sind nicht mehr so schmerzhaft. Die Fahrt vergeht zum Glück relativ schnell, in Nürnberg fragt mich mein Mann, ob er über eine rote Ampel fahren soll (alles war leer) ich sage ja! Kurz bevor wir da sind, ruft mein Mann die Hebamme an, um Bescheid zu geben, das wir gleich da sind.

Dort angekommen, bringen sie und eine Studentin uns hoch ins Geburtshaus. Ich sage oben, ich spüre schon einen Drang, zum Mitschieben. Die Hebamme sagt zur Studentin, sie solle bitte gleich die Zweithebamme anrufen. Ich werde ins Geburtszimmer geleitet und gehe direkt auf eine Matte am Fußende vom Bett und knie mich wieder hin.

Die Kopfhörer fallen mir bald raus und ich lasse sie auch draußen, um kurz mit der Hebamme zu reden. Ich frage sie, ob ich schon mit schieben soll und sie meint, ich soll machen, wie es sich richtig anfühlt. Sie checkt zwischendurch mal noch die Herztöne - alles in Ordnung. Sie kniet hinter mir und noch weiter hinten sitzt die Studentin.

Mein Mann sitzt seitlich von mir, alle sitzen nur gebannt da und lassen mich intuitiv machen. Bei den nächsten Wellen fange ich an, aktiv mit zuschieben. In einer Wellenpause fühle ich mit meiner Hand unten und spüre schon, das der Kopf kommt. Die Hebamme legt nochmal eine Unterlage unter mich, wenn gleich die Fruchtblase platzt und genau das passiert dann auch kurz danach um 00:49 Uhr.

Kurz danach kommt der Kopf und die kleine F. fängt gleich schon an, zu schreien. In der nächsten Welle kommt dann der Körper ganz geschmeidig rausgeglitten und ich fange sie auf und nehme sie direkt an meine Brust. Sie schreit weiter und schaut sich dann neugierig um. Dann gehen wir erstmal zu dritt ins Bett, wo wir eine Weile einfach nur da liegen und unsere Kleine bewundern und F. in Ruhe ankommen kann.

Wir sind alle ganz baff und überglücklich von dieser schnellen und komplikationslosen Geburt. Ich spüre so einen Stolz, das ich es so gut geschafft habe. Die Hebammen ziehen sich zurück. Ich lege F. irgendwann an und sie trinkt kräftig. Nach einer Weile kommt die Hebamme wieder rein und ich gebäre noch unkompliziert im Bett im Liegen die Plazenta. Danach schneidet mein Mann die Nabelschnur durch und macht mir anschließend die mitgebrachte Suppe warm.

Gegen 3:00 wird dann noch die U1 bei unserer F. gemacht und gegen 3:30 dürfen wir schon wieder nach Hause, wo unser großer Sohn ganz erstaunt ist, als er wach wird und seine kleine Schwester begrüßen kann.

VideoberichteMehr Videoberichte
Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
Hebamme
Nina