Erfahrungsbericht
von Vivien

Geburtsbericht

16.06.2025 ca. 2 Uhr nachts - ET+7

Die Tage bevor die Geburt losging, war ich schon sehr ungeduldig und habe mich gedanklich auf eine Einleitung vorbereitet. Obwohl ich in der gesamten Schwangerschaft immer an den Geburtszeitraum und nicht den errechneten Termin gedacht habe, bleibt dieses Datum trotzdem im Kopf. Außerdem war ich so voller Vorfreude, meine Tochter endlich kennenzulernen.

In der Nacht vom 15.06. auf 16.06. hatte ich dann um ca. 2 Uhr einen Blasensprung. Ich habe tief eingeatmet und dabei ein Knacken gespürt und gehört. Als dann ein paar Minuten später ein Schwall Fruchtwasser abging, wusste ich - nun geht die Geburt endlich los. Ich war sehr aufgeregt und hatte kurz Zweifel, ob meine intensive Vorbereitung mit der friedlichen Geburt Früchte trägt. Kurzer Exkurs: ich wusste bereits vor der Schwangerschaft, dass ich den Kurs buchen werden. Ich habe ein Jahr vorher den Podcast rauf und runter gehört. Jede Folge hat mir so viel mehr Sicherheit und Vertrauen in Schwangerschaft und Geburt gegeben.

In der 8. SSW buchte ich dann den Kurs. Allerdings habe ich mich im ersten Trimester der Schwangerschaft kaum damit beschäftigt, da ich so mit Übelkeit zu kämpfen hatte. Die Hypnosen halfen zwar für den Moment etwas, aber mein Kreislauf ist dabei so abgesackt, dass es danach eher schlimmer war. So fing ich erst im zweiten Trimester mit dem Üben an. Den gesamten Mutterschutz über übte ich jeden Tag und liebte meine kleinen Auszeiten. Es wurde zu einem täglichen Ritual - Hypnose, Dehnübungen, Pezziball, Atemübungen. Nachdem die erste Aufregung abgeklungen war, habe ich die Hypnose „Geburtsbeginn mental fördern“ gehört.

Die ersten Wellen kamen ca. 30 Minuten nach Blasensprung. Bis 12 Uhr mittags wurden sie allerdings nicht stärker oder regelmäßiger. Ich hörte immer wieder die Hypnose für die Eröffnungsphase, ging baden, ruhte mich aus, aß noch etwas. Mit meiner Hebamme aus dem Geburtshaus besprach ich, dass sie gegen Nachmittag kommen würde.

Als sie dann um 14:30 Uhr kam, waren die Wellen schon einige Zeit stärker und regelmäßiger. Ich fühle mich gut und spürte eine große Vorfreude. Sie untersuchte mich vaginal und stellte fest, dass mein Muttermund bereits 3cm geöffnet war. Ich freute mich so sehr und musste weinen, weil es bisher so einfach war, mit den Körpergefühlen umzugehen, durch die Atmung und die Hypnose hatte ich keine Schmerzen und konnte super mit den Wellen umgehen. Wir vereinbarten, dass wir ins Geburtshaus kommen sollten, wenn wir uns zuhause nicht mehr wohlfühlen. In den nächsten Stunden wurden die Wellen intensiver. Mein Mann und ich spielten uns schnell als Team ein. Er drückte bei jeder Welle meine Hüften zusammen und reichte mir regelmäßig was zu trinken.

Gegen 18 Uhr wollte ich gerne ins Geburtshaus fahren, da ich die lange Fahrt von 45 Minuten im Hinterkopf hatte. Im Geburtshaus angekommen, wurde erneut mein Muttermund untersucht. Er war bei 7 cm. Ich war so geflasht, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt kaum Schmerzen empfunden hatte und es sich so viel leichter anfühlte als ich mir immer ausmalte.

Ab 20 Uhr wurden die Wellen nochmal höher, sie hielten jetzt 1 Minuten an und die Pausen dauerten nur noch 30 Sekunden. Jetzt wurde es sehr herausfordernd. Ich wollte nun keine Hypnose mehr hören und visualisierte auch nicht mehr. Ich gab mich ganz meinem Körpergefühl hin und tönte sehr laut mit. Ich sagte mehrmals, dass ich nicht mehr kann. Die Hebammen und mein Mann bestärkten mich und so war um ca. 23 Uhr der Muttermund vollständig geöffnet.

Ich durfte langsam mitschieben. Die ersten zwanzig Minuten klappte das richtig gut und es fühlte sich sehr viel besser an als die letzten Zentimeter um den Muttermund vollständig zu eröffnen. Leider wurden dann die Herztöne unserer Tochter schlecht. Die Hebammen leiteten mich an, verschiedene Stellungen einzunehmen. Leider wurden die Herztöne nicht besser und so musste der Krankenwagen kommen und mich ins nächstgelegene Krankenhaus bringen.

Dort angekommen, wurde ich bereits durch Kinderärztinnen, Hebamme und Gynäkologin empfangen. Mir wurde erklärt, dass unsere Tochter nun schnell auf die Welt kommen möchte und somit die Saugglocke zum Einsatz kommen würde. Da das Gewebe noch nicht weich genug war, die Herztöne von dem Baby aber weiterhin auf Stress hindeuteten, musste auch noch ein Dammschnitt gemacht werden.

Ein paar Presswehen später, wurde mir unsere wunderschöne, perfekte Tochter um 00:39 Uhr am 17.06.2025 auf den Bauch gelegt. Ich habe mich im Krankenhaus zu keiner Zeit ausgeliefert gefühlt. Trotz der stressigen Situation wurde mir alles erklärt und ich wurde sehr einfühlsam umsorgt. Das Ende der Geburt war zwar leider nicht wie ich mir immer gewünscht und manifestiert hatte, trotzdem habe ich die Geburt als bestärkend und wunderschön erlebt.

Ich hatte zu keiner Zeit Angst um unsere Tochter. Dies und auch die weitestgehend schmerzfreie Eröffnungsphase wäre ohne eure Methode nicht möglich gewesen. Ich möchte mich von Herzen bedanken!

VideoberichteMehr Videoberichte
Journalistin
Nora Imlau22.09.2019
Hebamme
Nina