Geburtsort:

Klinik

Hier einmal mein Geburtsbericht:

Während meiner Schwangerschaft sind mein Mann und ich die Module von Kristin gemeinsam durchgegangen. Durch den Podcast bin ich darauf gestoßen, dass diese Methode genau mein Ding ist. Da es mir vorher sehr gefallen hat, im Alltag zu entspannen, kann ich hier sicherlich auch Input mitbringen. Ich dachte vorher auch immer, ich bin vielleicht zu verkopft für Meditationen und Entspannungstechniken, aber Übung macht die Meisterin.

Wir haben uns für ein Krankenhaus als Geburtsort entschieden, da wir uns mit dieser Wahl insgesamt sicherer gefühlt haben und es auch unser erstes Kind war. Unsere kleine Tochter kam Ende Mai 2021 auf die Welt. Zu diesem Zeitpunkt waren in Hamburg die Coronaregeln in den Krankenhäusern noch sehr streng. Da es uns sehr wichtig war, dass mein Mann den Geburtsprozess so vollständig wie möglich begleitet und unsere Wünsche einer friedlichen Geburt erfüllt werden, haben wir uns entsprechend informiert und uns für eine Klinik ohne Kinderintensivstation (war in unseren Augen, da komplikationslose Schwangerschaft, nicht notwendig) mit 20-30 Minuten Autofahrt entschieden. Die naheliegendste Klinik wäre bei uns in fünf Minuten Entfernung gewesen, die meisten Mütter in meinen momentanen Kursen haben dort entbunden. Ich bin rückblickend immer wieder froh über unsere Entscheidung, da bei unserer Klinik wirklich die Geburt und meine Wünsche in Vordergrund standen.

Mittwochs um 10:45 Uhr war dann der Blasensprung direkt nach dem Duschen. Geburtswellen hatte ich noch keine gespürt. Mein Mann hatte dann kurz mit der Klinik telefoniert und den Nachmittag für eine Kontrolle anvisiert. Sie hatten ihm natürlich gesagt, dass wir jeder Zeit kommen können, wenn wir es möchten. Ich habe mich dann ins Bett gekuschelt und mich auf die Hypnose konzentriert. Mein Mann hat in der Zeit das Auto geholt und noch einmal etwas zum Essen organisiert. Die Kleine hat uns etwas überrascht, da die Geburt zwei Wochen vor ET losging. Kliniktasche mit Snacks und Kleidung war aber natürlich schon gepackt.

Wir haben dann noch etwas zu Mittag gegessen (Die Wellen hatten inzwischen schon eingesetzt. Bin trotzdem froh, noch etwas gegessen zu haben, da ich normalerweise auch immer eine ständige Energiezufuhr benötige).

Da die Wellen doch schnell sehr stark waren, waren wir um 14 Uhr dann in der Klinik. Die Autofahrt dahin fand ich tatsächlich am anstrengendsten. Mir wird normalerweise beim Autofahren schnell schlecht und deswegen fiel es mir da insgesamt schwierig, mich zu entspannen.

Nächster Knackpunkt war die Anmeldung im Krankenhaus. Corona ließ es leider nicht anders zu und ich musste bis zur endgültigen Aufnahme alles alleine machen. Am Empfang Bescheid sagen, auf eine Hebamme warten und CTG, sowie einen Coronaschnelltest und eine PCR. Ich habe mich immer wieder auf die Methode fokussiert, konnte mich aber erst so richtig wieder entspannen, als mein Mann wieder bei mir war. Er durfte zum Glück nach dem Aufnahme CTG gleich zu mir. Im Vorwehenzimmer übernahm er dann die Kommunikation und die Hebamme füllte uns dort die Wanne mit Wasser zum Entspannen. Das tat so gut! Das warme Wasser hat total geholfen, wieder richtig in die Entspannung zu finden und bei jeder Welle habe ich mich an meinen Mann gedrückt, weil es mir intuitiv einfach gut tat. Insgesamt waren wir während der ganzen Geburt ein super Team und wir haben beide auch das Gefühl, dass er so richtig aktiv dabei war. Die nonverbale Kommunikation hat auch sehr gut geklappt. Als dann die Wellen immer stärker wurden, gab ich ihm ein Zeichen, einmal die Hebamme zu holen (er hatte ihr irgendwann schon mitgeteilt, dass wir gerne weiterhin eine Wanne gut finden würden und sie hatte uns einen entsprechenden Kreißsaal reserviert). Unsere erste Hebamme war auch richtig klasse. Sie kannte tatsächlich die friedliche Geburt und hat auch eine unglaubliche Ruhe ausgestrahlt. Sie hatte mich dann kurz untersucht und wir sind dann in den Kreißsaal.

Leider waren wir da dann irgendwann an dem Punkt, dass das Köpfchen nicht durchs Becken wollte und die Wellen immer schwächer wurden. Wir haben dann auf die Erfahrung der Hebamme vertraut und uns doch für einen Wehentropf entschieden. Rückblickend würde ich diesen bei der nächsten Geburt weiter hinaus zögern und bevor ich in die Geburtswanne gehe, mich doch noch aktiver bewegen (auch wenn mir die Ruhe vorher sehr gut tat und ich mich so super gefühlt habe). Meine Überlegung kommt daher, dass mich der Oxytocintropf ganz schön gefordert hat und ich dann eine Pause mit Hilfe einer PDA benötigt habe. In der Klinik werden die tatsächlich primär für so Situationen eingesetzt. Es wurde nicht einmal nachdosiert und ich habe im späteren Verlauf alles wieder miterlebt.

Durch die PDA hatte ich ca. zwei Stunden Zeit, um meinen Energiespeicher aufzufüllen und wieder komplett in die Tiefenentspannung zu finden.

Es wurde also insgesamt keine Wannengeburt, aber ich hatte mir immer gesagt, dass ich insgesamt im Verlauf flexibel bleibe, so lange es dem Baby und mir gut tut.

Nach Legen der PDA wurden die Wellen mit einem mobilen CTG überwacht. Es erfolgte auch ein Schichtwechsel und von unserer Nachsorgehebamme (arbeitet auch in der Klinik), haben wir im Nachhinein erfahren, dass alle Beteiligten sagen, dass sie diese Nacht so schnell nicht vergessen würden. Es war wohl sehr viel los und deswegen haben wir die Hebamme, die uns am Ende entbunden hat, auch nicht so viel gesehen. Ich war durchgehend entspannt und habe im Bett mit Vierfüßler und nachlassender PDA versucht, das Köpfchen durch das Becken zu bekommen. Dass irgendwann der Chefarzt neben mir stand, habe ich gar nicht wahrgenommen. Von meinem Mann habe ich im Nachhinein erfahren, dass die Hebamme und er den möglichen Einsatz einer Saugglocke besprochen haben. Mein Mann war total fasziniert, welche Ruhe der Chefarzt ausgestrahlt hat und wie zurückhaltend er war und immer der Hebamme den Raum gelassen hat. Er hatte sich meinem Mann vorgestellt und mich in Ruhe gelassen und mich nur gefragt, ob ich noch Geschwister habe und wie meine Mutter uns entbunden hat. Meine beiden Geschwister und ich kamen natürlich auf die Welt und er meinte dann, dass ich das auch schaffe. Es ging dann tatsächlich auch vorwärts (mein Mann hat mich in der Pause auch ganz viel gekuschelt) und der Chefarzt hat einmal bei einer Geburtsposition assistiert und in der Hocke habe ich dann um 02:07 Uhr unsere wunderbare Tochter entbunden. Mein Mann war besonders überwältigt und ich werde seine Freudestränen und das erste Mal unsere Tochter auf der Brust liegen zu haben immer im Herzen tragen. Wir konnten dann in Ruhe bis ca. 6:00 Uhr im Kreißsaal bonden und konnten dann in ein Familienzimmer.

Hier hatten wir auch einen super Start, da die Klinik babyfreundlich zertifiziert ist.

Ich bin dem Arzt (sehr bekannt für seinen Einsatz in der Geburtshilfe) unglaublich dankbar für sein Vertrauen in mich und dass in dieser Klinik die Mutter und ihr Kind im Vordergrund stehen.

Insgesamt habe ich die Geburt als super entspannt wahrgenommen und es ist vielleicht auch hilfreich, dass ich darüber reden kann, wie ich mich nach Störungen wieder zurück in die Entspannung geholt habe. Es gab wirklich ein paar schwierige Punkte: die Autofahrt, die Anmeldung und die nachlassenden Wellen.

Insgesamt konnte mir Kristins Methode und der Podcast noch viel mehr helfen. Ich war während der Schwangerschaft sehr entspannt und habe bis zum Ende noch gearbeitet (durfte nicht mal komplett ins Homeoffice, trotz Corona). Außerdem habe ich mich schon mit dem Stillen auseinander gesetzt und hatte ein unglaubliches Urvertrauen. Meinem Mann haben alle gesagt, wir sollen unbedingt Pre Nahrung Zuhause lagern. Ich habe ihm erklärt, dass das nicht nötig sein wird und es hat wirklich super geklappt.

Die Auswahl des Krankenhauses hat super geklappt, da wir wussten, was wir wollten und wir uns auch wertgeschätzt haben. Bonding wurde hier groß geschrieben! Das erste Mal Kleidung haben wir der Kleinen beim Verlassen des Krankenhauses angezogen und alle Mitarbeiterinnen waren so herzlich.

Mein Mann und ich sind unbeschreiblich zu einem Team geworden.

Unsere Tochter ist sehr entspannt und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass dies aufgrund der gezielten Entspannung während der Schwangerschaft so ist und somit sind wir alle Drei auch jetzt noch entspannt 🙂

Vielen lieben Dank und herzliche Grüße aus Hamburg

Kim