Geburtsort:

Klinik

Triggerwarnung: Regenbogenkind, Eigenschutz vor übermäßigen Interventionen

4. Geburt, ET+ 6, 3450 g, 51 cm

Sehr langer Bericht, dennoch viel Spaß beim Lesen!

M., unser viertes Wunschbaby, kam am 31.07.2021 nach einer turbulenten Reise schlussendlich friedlich und selbstbestimmt auf die Welt.

Die letzten Vorsorgeuntersuchungen fanden im Krankenhaus statt. Bei einer diese routinemäßigen Kontrollen hatte ich am 20.07.21 plötzlich auf dem CTG regelmäßige und auch spürbare Wellen. Die Ärzte waren sicher, dass ich am selben oder am Tag darauf unter die Geburt kommen würde. Wir fuhren nochmal nach Hause, wo die Wellen nachließen.

Die drei folgenden Tage waren immer wieder Wellen spürbar, die jedoch jedes Mal wieder versiegten. Ich fragte mich, ob ich die Schwangerschaft nicht los lassen könne oder doch noch Restängste vor der Geburt habe. Unser zweites Baby ist damals still zur Welt gekommen. Unser drittes Baby kam eingeleitet als gesundes Regenbogenbaby zur Welt, hatte aber auch eine ähnliche und ebenso zufällige Indikation wie das Erste. Beide Geburten waren auf ihre Weise traumatisierend. Die Zeit danach von Depressionen geprägt. Diese Geburt von M. sollte anders werden. Heilend, friedlich. Ich stieß auf Kristins Methode und ihr Team. Fühlte mich damit wunderbar vorbereitet. Außerdem wurde mir die Arbeit von Petra Hartmann ans Herz gelegt. Sie arbeitete mit mir und hat mir die größten Ängste genommen, Vergangenes neutralisiert. Ich kann ihre Arbeit uneingeschränkt empfehlen.

Dennoch dachten wir, dass mich irgendetwas hemmt. Ich fragte meine Hebamme, ob sie mich akupunktieren könne. Da es meine vierte Geburt war und wir eine halbe Stunde Fahrt zum Krankenhaus hatten, einigten wir uns darauf, dass ich die Akupunktur bei meinem nächsten Vorsorgetermin im Krankenhaus von einer dortigen Hebamme machen lasse, sodass wir im geschützten Rahmen sind, falls die Geburt sich schnell einstellt. Am 25.07. (errechneter ET) wurde ich das nächste Mal untersucht und ließ mich von der diensthabenden Hebamme akupunktieren. Wellen stellten sich ein, nach dem dritten Akupunkturdurchgang musste ich das Ganze leider abbrechen, weil mein Kreislauf das nicht mit machte.

Ich nahm den ganzen Tag Eisenkrauttee zu mir und ölte meinen Bauch mit Eisenkrautöl ein.

Sie baten mir einen Einlauf und ein Eisenkrautbad an. Nachdem dies alles keinen Erfolg brachte, beschloss ich, am nächsten Tag wieder nach Hause zu gehen. Taschen erneut gepackt, die Kinder zuhause waren traurig. Ich selbst ausgelaugt. Wellen gab es keine mehr.

Zwei Tage später waren wir wieder im KH zur nächsten Vorsorge. An diesem Tag hatte ich seit 03.00 Uhr starke Wellen. Auf dem CTG ließ sich eine schlecht zu deutende Unregelmäßigkeit während einer kleinen Welle erkennen. Die Chefärztin sagte zu mir, dass sie das nicht ignorieren könne und ich solle abends wieder kommen und stationär aufgenommen werden. Da beim dritten Kind die Herztöne auch nicht gut waren und BEGRÜNDET eingeleitet wurde, folgten wir dem Ratschlag. Abends angekommen, wurden zwei CTG à eine Stunde geschrieben. Dabei lag ich wie fest getackert auf einer Seite auf einer Liege. Bei einer Welle fielen seine Herztöne erneut ab, sodass plötzlich alle im Zimmer standen. Durch eine Umlagerung meinerseits konsolidierten sich die Töne. Von da an fing der eigentliche Stress erst an. Die Hebamme und die Fachärztin redeten auf mich ein, was jetzt aus ihrer Sicht zu intervenieren wäre. Es wurde mehrfach erklärt, dass Kind habe Stress, es wisse offenbar nicht, wie es selbst zur Welt kommen könne und wir einen Wehenbelastungstest machen müssten. Denn plötzlich hatte ich keine Wellen mehr, anhand derer man hätte überprüfen können, ob das Baby tatsächlich immer wieder so reagiert. Bis dahin sollte ich alle zwei Stunden für eine Stunde CTG geschrieben bekommen. Zu diesem Zeitpunkt war es etwa 21.00 Uhr und ich seit 03.00 Uhr wach. Ich war völlig aufgelöst und das Gerede über Notkaiserschnitt etc. ließ mich in Tränen ausbrechen. Die Beratung fand aus meiner Sicht nicht mehr auf Augenhöhe statt, Details erspare ich mir. Auf mein Gefühl und meine Argumente wurde keine Rücksicht genommen, selbst mein Mann war verunsichert und wir gerieten in Diskurs. Ich fühlte mich allein und komplett verlassen. An Hypnose war nicht zu denken, weil ich ständig jemanden um mich hatte, der auf mich mit schwindender Geduld einredete. Ich argumentierte, wenn er am Dauer-CTG hängt, ist das für ihn auch Stress und es werden Auffälligkeiten gesehen, die zuhause auch keiner sehen würde. Die Kinder liegen immer mal gequetscht und kurz auf der Nabelschnur. Nur kann man durch eigenes und natürliches Umdrehen auch das Kind entsprechend umlagern- am CTG nicht. Die Ärztin bat mich überdies, im Wehenzimmer zu schlafen. Auf meine Bitte, im Patientenzimmer zu schlafen, kam die Reaktion: „das können Sie machen, wenn Sie alle 1,5 h für eine Stunde vorkommen wollen.“ Ich ließ mich aufgrund meiner eigenen Müdigkeit breit schlagen und wurde mit dem Bett in das Wehenzimmer geschoben. Links und rechts frei, sodass ich immer das Gefühl hatte, nicht herunter fallen zu dürfen. Das Baby war den ganzen Abend wach und unter Stress, so wie ich auch. Ich beschloss, mich gegen 23.00 Uhr mit der Hypnose Geburtsbeginn mental fördern während des nächsten CTG auszuklinken. Zu unserem Glück machte mein Körper Wellen und die Reaktionen des Babys waren top. Ein eigener Wehenbelastungstest sozusagen. Das reichte dem Personal nicht, vor allem, weil er dann die letzten zwanzig Minuten fest geschlafen hat.

Ich sollte ihn aufwecken. Denn ein Baby solle alle 20 min entsprechende Reaktionen zeigen. Bei mir verfestigte sich mental alles. Langsam wurde ich wütend. Ob denn niemand die Gesamtumstände bewertet? Der Kleine war genauso fix und fertig wie ich. Halb drei in der Nacht hatte ich noch immer nicht geschlafen und sagte, dass ich sofort auf mein Zimmer möchte und auch etwas gegen ärztlichen Rat unterzeichnen würde. Ich brauchte nach 24 Stunden endlich Schlaf. Das CTG war in Ordnung, sonst hätte ich so nicht entschieden. Ich durfte drei Stunden auf mein Zimmer bis zum nächsten CTG am Morgen. Ich beschloss, nur noch mit der Chefärztin die weitere Verfahrensweise zu besprechen. Die neue Hebamme redete mir gut zu und sagte, ich solle den Ärzten gegenüber klar formulieren, was ich möchte. Sie sagte, ich habe so einen schönen Brief geschrieben, was meine Intention bezüglich der Geburt ist. Und das werde ich mit einer Einleitung nicht erreichen. Der Brief, den ich am 25.07. schon abgab, schlug dort ein, sämtliche Hebammen und Ärzte lasen ihn. Und das eine Team schien genau das als Problem zu sehen. Dass ich offenbar von meinem eigenen Traum geblendet bin und keine vernünftigen Entscheidungen treffen kann.

In den frühen Morgenstunden allein auf dem Zimmer und vom Schlafmangel nach wie vor aufgekratzt, sammelte ich mich. Ich blieb bei mir bzw. fand ich wieder zurück zu mir. Zwischendurch war nämlich auch ich äußerst verunsichert, ob ich richtig entscheide und nichts falsch mache.

Dadurch, dass diese neue Hebamme mich bestärkte, fühlte ich mich wieder sicher in der Verbindung zu mir und dem Baby. Ich selbst befragte mich und mein Baby mit einem kinesiologischen Test (Ring Daumen-Zeige-Finger). Ich war mir sicher, ich möchte nach Hause und dem Baby die Zeit geben, die es offensichtlich noch braucht. Auch eine Freundin, die ebenso eine sehr gute Bindung zu sich selbst hat und auch spirituell offen ist, unterstützte mich dahingehend nochmal sehr kräftigend und weise. Meine Entscheidung wollte ich so der Chefärztin mitteilen.

Im Gespräch ihr eröffnete sie mir, dass sie gerne vormittags einleiten möchte. Ich sagte klar und deutlich „nein“ zu dem Plan. Ich verdeutlichte, wenn keine dringenden medizinischen Gründe dafür sprechen, möchte ich von der Einleitung absehen und nach Hause, um endlich zu schlafen und dann weiter zu sehen. Sie ließ sich unter der Bedingung, dass meine Hebamme noch am gleichen Abend und den nächsten Tag ein CTG schreibt darauf ein. Außerdem sollte ich am 31.07. wieder kommen.

Gesagt, getan. Ich fuhr endlich nach Hause, schlief, wusch in Ruhe Wäsche, ging spazieren, ging abends ganz früh mit meinem kleinen Sohn ins Bett. Der nächste Tag lief genauso. Ich sprach mit meinem Baby, dass ich ihm vertraue und auch jetzt nicht mehr meditiere. Ich sagte ihm und verinnerlichte selbst, dass er sich ganz allein für den Weg und die Art und Weise der Geburt (spontan, Einleitung, Kaiserschnitt) entscheidet und ich nur dafür da bin, ihn sicher auf seinem Weg in die Welt zu begleiten. Für meine restlichen Blockaden machte ich für zwei Glaubenssätze EFT. Ich trank ein bisschen Sauerkrautsaft und legte mich am Abend des 30.07. nach einem super schönen entspannten Abend schlafen. Mein großer Sohn war bei einem Freund zelten und der Kleine sollte am 31.07. wegen des Arzttermins von meiner Mutter geholt werden. Sie waren also unter.

Gegen 22.30 Uhr hatte ich plötzlich die Zeichnungsblutung. Ich freute mich und von nun an hatte ich alle acht Minuten Wellen. Ich legte mich hin, ruhte mich aus und trackte die Wellen. Da ich mir sicher war, dass mit Hypnose alles noch schneller vorwärts geht, habe ich mir zu diesem Zeitpunkt noch keine auf die Ohren gemacht. Wir baten die Nachbarin, auf unseren kleinen Sohn aufzupassen und machten uns fertig. Auf dem Weg zur Klinik waren die sehr am Muttermund spürbaren Wellen nun schon alle 6 Minuten. Ich forderte meinen Mann auf, während der Wellen anzuhalten. Er vertraute mir und kam dem nach. Gegen 2:00 Uhr kamen wir im Krankenhaus an, zeitgleich mit einer anderen Frau im Fahrstuhl, die ebenfalls Wellen alle 8 Minuten hatte. Als wir uns wieder mal auf der Station anmeldeten, wurde uns gesagt, dass beide Kreißsäle voll sind. Die Dienst habende Hebamme betreute also vier Geburten. Ich musste die erste Phase im Wehenzimmer verbringen. Die Wellen wurden immer heftiger und schneller. Mir war klar, dass die Geburt unmittelbar bevorstand. Als wir in den Kreissaal wechseln konnten, machte ich mir endlich die Hypnose an. Von da an erweiterte sich mein Muttermund innerhalb einer Stunde von 3 cm auf 10 cm. Zwischenzeitlich waren wir ohne Hebamme und da es sich so anfühlte, dass ich mich mittlerweile in der Übergangsphase befinde, fühlte ich mich ohne Hebamme plötzlich irgendwie verlassen. An dieser Stelle fiel ich aus der Hypnose heraus. Die aus der Bereitschaft geholte Chefärztin (Immer noch die gleiche aus vergangenen Tagen) strahlte hingegen eine Ruhe aus, nahm mich an die Hand und ermunterte mich, mich auf die Hypnose zu konzentrieren. Auch mein Mann unterstützte mich erstklassig. Während der Wellen gab er mir Gegendruck im unteren Rückenbereich. Ich konnte immer wieder zu Kristin zurück finden, vor allem die Hinweise zur Entspannung der Schultern und der Atmung waren Gold wert. Auch wenn ich nicht die ganze Zeit in Trance war (mein Mann sagte, dass ich etwa 20 min komplett in Trance war), konnte ich diese wahnsinnig schnelle Geburt mittels Kristins Stimme wunderbar durchleben. Dann kam auch die ebenfalls aus der Bereitschaft gerufene Hebamme hinzu. Ich hatte mittlerweile sogar schon Pressdrang und war mir nicht sicher, ob ich schon mitmachen dürfte. Die Hebamme untersuchte mich und gab grünes Licht. Sie dachte wohl, dass es nicht so schnell geht und zog sich in der Zwischenzeit wieder die Handschuhe aus. Und plötzlich wollte unser Baby raus. Sie schaffte es nicht mehr, die Handschuhe erneut anzuziehen. Unser Baby hat also als Erstkontakt in der Außenwelt warme und weiche Frauenhände an seinem Köpfchen. Mit zwei Wellen und dem Platzen der Fruchtblase war unser Schatz 04.43 Uhr da. Ich habe mich gefühlt wie eine Siegerin. Genauso wie ich es im Mentaltraining visualisiert hatte. Mir liefen die Tränen und ich war so glücklich, dass M. sich von alleine auf die Welt machte. Mit der Nabelschnur war auch alles in Ordnung. Ich hatte also richtig entschieden. Dieses kleine Menschenkind hat mich, bevor es überhaupt in meinen Armen lag, gelehrt, für ihn und für mich einzustehen. Für mein Muttergefühl, für meine Intuition, für meine Entscheidungen. Er hat mich damit zu einer echten Löwenmama gemacht. Die Chefärztin hat auch noch mal deutlich gemacht, wie beeindruckt sie war und dass es im Nachhinein die richtige Entscheidung war. Sie bescheinigte mir ein gutes Körpergefühl und eine sehr gute Bindung zu mir selbst. Diese Nachbereitung hat mir sehr viel bedeutet. Die Fachärztin, die ich anfänglich beschrieben hatte, kam trotz Dienst nicht nochmal auf mich zu.

Ich bin dem Team um Kristin sowie Frau Hartmann und meinem Mann unheimlich dankbar, dass ich diese heilende Geburtserfahrung machen konnte.

Ich kann nur jede Frau ermuntern, unter Beachtung von medizinischen Gesichtspunkten unbedingt bei sich zu bleiben und wünsche jeder Frau, sich ihrer Urkraft bewusst zu sein und sich wie eine Siegerin fühlen zu dürfen.