Geburtsort:

Klinik

Geburtsbericht T.

ACHTUNG TRIGGER-WARNUNG: Einleitung, schnelle und keine schmerzfreie Geburt – dennoch sehr positives, kraftvolles Erlebnis

Geboren am 16.09.2021 um 00:59, 3910g, 53cm, KU 37cm

Vorbereitung:

– Online-Kurs „Die Friedliche Geburt“ ab Beginn der Schwangerschaft

– Akupunktur 1x wöchentlich ab der 36. SSW

– Datteln und Leinsamen täglich ab der 36. SSW

– ab 10 Tage vor ET Noreia Entspannungszäpfchen

– gelegentliche Dammmassagen

– Yoga & tägliche Spaziergänge bis zum Ende der Schwangerschaft

Kurz zur Vorgeschichte:
Schon vor meiner Schwangerschaft bin ich auf Kristins Podcast und „Die Friedliche Geburt“ gestoßen und so war für mich sofort klar, dass ich den Online-Kurs mache, sobald ich wusste, dass ich schwanger bin. Dadurch, dass ich so früh begonnen habe, habe ich nie eine wirkliche Übungsroutine entwickelt, habe einfach immer je nach Zeit und Lust verschiedene Hypnosen geübt, mal mehrere täglich und dann auch wieder mal ein paar Tage gar nicht. Zum Schluss der Schwangerschaft habe ich jeden Abend die Hypnosen zum/vorm Einschlafen gehört. Das Visualisieren ist mir immer schwer gefallen und manche Dinge wie z.B. das Ankersetzen haben sich für mich nicht stimmig angefühlt, daher haben wir es dann auch nicht geübt (wie sich später herausgestellt hat, war es auch nicht nötig)

Wir haben von Anfang an eine Hausgeburt geplant und dafür auch eine tolle Hebamme gefunden. Im Laufe der Schwangerschaft ist allerdings mein Thrombozyten-Wert immer weiter gesunken, so dass uns meine Ärztin aufgrund eines erhöhten Blutungsrisikos stark von der Hausgeburt abgeraten hat. Ich war kurzfristig total enttäuscht und traurig darüber, dass es nun doch eine Krankenhausgeburt wird, durch die mentale Vorbereitung konnte ich mich aber dann doch gut darauf einstellen, hoffte auf eine ambulante Geburt und versuchte aber auch, offen für alle anderen Verläufe zu bleiben.

Zwei Wochen vor ET war ich das erste Mal zur Kontrolle im Krankenhaus, bis auf meine niedrigen Thrombozyten hat alles gut ausgesehen und ich wurde 2x wöchentlich zur Kontrolle bestellt, um meine Blutwerte im Auge zu behalten. Der ET rückte immer näher und bis auf Übungswellen in der Nacht tat sich nichts. Ich fühlte mich weiterhin gut und fit, war überzeugt, dass sich T. bald auf den Weg machen würde und freute mich auf die Geburt. Ab der 37. Woche habe ich die Hypnose „Geburtsbeginn mental fördern“ täglich gehört.
Als der ET verstrichen war, wurde ich doch langsam ungeduldig, da meine größte Angst die vor einer Einleitung war. Ich versuchte also einige natürliche Hausmittel (Wehentee, Nelkenöltampons, etc.), um die Geburt anzustupsen, aber ohne Erfolg.

Bei ET+6 hatte ich wieder eine Kontrolle im Krankenhaus und der Arzt teilte mir mit, dass das Fruchtwasser bereits an der unteren Grenze ist und er mir auch aufgrund des Blutungsrisikos zu einer sofortigen Einleitung raten muss. Ich war am Boden zerstört, hatte doch 3 Tage vorher noch alles gut ausgesehen! Wie einigten uns schließlich, dass ich am nächsten Tag wieder kommen sollte, da keine akute Gefahr für mich oder das Baby bestand, er aber trotzdem nicht unnötig länger warten wollte.
Ich nutzte den letzten Nachmittag und Abend zuhause, um mich bestmöglich auf die neue Situation einzustellen, las/hörte noch einige positive Geburtsberichte und fokussierte mich auf die positiven Seiten der Einleitung, z.B. dass kein Ortswechsel unter Wehen nötig ist.
Mein Partner und ich freuten uns, dass unser T. nun wirklich bald bei uns sein würde und genossen am Abend noch einen letzten, langen Spaziergang zu zweit.

Am nächsten Morgen fuhren wir ins Krankenhaus und meine anfängliche Enttäuschung und Angst vor der Einleitung hatten sich in Vorfreude gewandelt, ich war richtig gut drauf und hoffte, dass es bald losgehen würde, auch wenn der Arzt gesagt hatte, ich solle mich auf mehrere Tage einstellen.
Ich war froh, die Aufnahme im Krankenhaus nicht unter Wehen / in Hypnose machen zu müssen, da mir unendlich viele Fragen gestellt wurden, die mein Partner nicht hätte beantworten können. Es wurde beschlossen, zuerst einmal mit alternativen Methoden zu versuchen, die Geburt in Gang zu bringen. Ich bekam einen Rizinuscocktail, konnte mein Zimmer in Ruhe beziehen und ging alle paar Stunden zum CTG und zur Akupunktur.
Mein Partner musste wieder fahren, durfte aber am Nachmittag wieder kommen. Das Krankenhaus durfte ich aufgrund von Corona nicht mehr verlassen, also ging ich in den Krankenhausgängen immer wieder spazieren und hörte Hypnosen. In meinem Zimmer war es nicht ruhig, da wir zu dritt waren und eine andere Frau, die auch eingeleitet wurde, starke Wehen hatte und laut tönte – ich versuchte, trotzdem so gut wie möglich bei mir zu bleiben und mich nicht ablenken zu lassen.

Ich spürte den ganzen Tag leider keine Wellen und auch die Untersuchung zeigte, dass mein Muttermund nur fingerkuppendurchlässig und der Gebärmutterhals nicht verstrichen war.
In der Nacht kamen einige sanfte Wellen, die ich nicht als schmerzhaft empfand, die aber dann auch wieder aufhörten.
Am nächsten Morgen zeigte die Untersuchung keine Veränderung, außer dass T. endlich fest ins Becken gerutscht war; immerhin irgendetwas.

Eine sehr nette Ärztin schlug mir 4 verschiedene Möglichkeiten vor, sie und die Hebammen rieten mir zu einer medikamentösen Einleitung mit Angusta, wofür ich mich dann auch entschied und ein gutes Gefühl dabei hatte. Ich bekam dann im Laufe des Tages alle zwei Stunden eine Tablette und es wurde ein CTG gemacht. Und es tat sich weiterhin: nichts. Ich war zwar etwas enttäuscht, aber gleichzeitig nicht sonderlich überrascht, da ich auch zuhause immer nur nachts Wellen hatte und mir sicher war, dass es in der Nacht losgehen würde und nicht tagsüber.
Mein Freund brachte mir am Nachmittag zwei große Käseweckerl mit, da ich vom Krankenhaus-Essen nicht satt wurde. Um 19:00 Uhr bekam ich die letzte Tablette und das letzte CTG für diesen Tag und langsam verspürte ich ganz leichte Wellen. Ich hörte die Geburtshypnose und war freudig aufgeregt, da ich irgendwie spürte, dass es heute Nacht losgehen könnte. Um 20:00 Uhr hatte ich plötzlich Hunger, aß noch die übrig gebliebene Jause vom Nachmittag (eine gute Entscheidung, denn den Energieschub sollte ich kurz darauf brauchen) und telefonierte mit meinem Partner. Die Wellen waren zunächst noch schwach und gut auszuhalten und wurden immer stärker und regelmäßiger. Ich saß auf einem Pezziball, lehnte mit dem Oberkörper auf dem Bett und hatte die Hypnose auf den Ohren. Irgendwann hatte ich das Bedürfnis, sie zu tracken, da sie mir doch schon recht stark vorkamen. Und tatsächlich, ich hatte Wellen mit einer Länge von zwei Minuten im Abstand von zwei Minuten. Also ging ich um ca. 22:00 Uhr hochmotiviert ins Kreißzimmer, da ich mir sicher war, dass sich jetzt schon etwas am Muttermund getan haben musste. Dort wurde wieder ein CTG geschrieben und die Hebamme untersuchte mich. Der ernüchternde Befund: keine Veränderung am Muttermund. Sie lobte noch meine gute Atmung, die bis dahin wirklich gut funktioniert hatte, gab mir ein Buscopan Zäpfchen mit und sagte, ich soll mir bei der Krankenschwester noch eine Wärmflasche holen, heiß duschen gehen und versuchen zu schlafen. Die Dusche hatte es aber in sich, denn das heiße Wasser brachte die Wellen so richtig in Gang. Von nun an waren es für mich keine Wellen mehr, sondern schmerzhafte, starke Wehen. Sie kamen fast ohne Abstand und ich konnte nicht mehr stehen, sondern musste mich in der Dusche auf den Boden knien. Nach der Dusche hörte ich wieder die Hypnose, führte das Zäpfchen ein und versuchte, mit der Wärmflasche am Bauch die Wehen weiterhin zu veratmen, was mir aber immer schlechter gelang. Ich musste schon laut mittönen, woraufhin die Schwester ins Zimmer kam und sagte, ich solle lieber nochmal ins Kreißzimmer gehen, da sich das schon nach starken Wehen anhören würde. Ich wollte zuerst nicht, da ich ja vor einer Stunde gerade erst von dort gekommen war und ich dachte, es kann in der kurzen Zeit trotz der starken Wehen noch nicht so viel passiert sein, ging bzw. lief dann aber in einer kurzen Wehenpause rüber. Die Hebamme, sichtlich verwundert, dass ich wieder da war, ging mit mir ins Wehenzimmer, hängte das CTG an und sagte, sie würde gleich wieder kommen, da sie noch kurz etwas erledigen müsse. Die Wehen wurden immer stärker und für mich kaum mehr auszuhalten, also drückte ich den Notruf-Knopf und sagte ihr, dass ich dringend irgendetwas gegen die Schmerzen brauche, da ich das so auf keinen Fall mehr länger aushalte (jetzt weiß ich, dass ich hier bereits in der Übergangsphase war, zu dem Zeitpunkt glaubte ich aber, es würde noch ewig dauern). Die Hebamme schaffte es irgendwie, mich wieder zu beruhigen, untersuchte mich und war sichtlich genauso überrascht, wie ich, als sie sagte: „Da hat es aber jemand ganz besonders eilig, der Muttermund ist bei 7cm! Wir rufen jetzt mal lieber ganz schnell den Papa an“. Das war um 23:59 Uhr.
Ich war so erleichtert, da ich wusste, die starken Wehen der letzten Stunde waren nicht umsonst, sondern ich hatte es bald geschafft. Für Schmerzmittel war es schon zu spät, aber die Hebamme war toll, sie hielt mich an den Händen, schaute mir ganz tief in die Augen, um mich zu beruhigen und veratmete mit mir gemeinsam alle Wehen und leitete mich super an. Ich war schon lange nicht mehr in Hypnose, aber dennoch wie in Trance und machte einfach alles, was sie mir sagte. Wir gingen endlich ins Kreißzimmer, wo ich mich seitwärts mit dem Oberkörper aufgerichtet auf das Bett „legte“, mich mit einer Hand oberhalb an einem Tuch festhalten konnte. Ich spürte, dass sich die Wehen änderten und bekam einen starken Pressdrang. Dass mein Partner noch nicht da war, war gut, denn so hatte die Hebamme einen guten Grund, warum ich die Presswehen noch mit „schschsch“ wegatmen sollte (sonst wäre es zu schnell gegangen und ich hätte mehr Verletzungen) und sie konnte mir noch warme Kaffeekompressen auflegen, um den Damm etwas vorzubereiten. Für mich war es aber unglaublich anstrengend, auch weil die Fruchblase noch ganz war und einen starken Druck nach unten machte. Als ich die Glocke vom Kreißzimmer hörte, war ich total erleichtert, da ich wusste, jetzt ist mein Partner da und es wird nicht mehr lange dauern.
Er strahlte für mich eine unglaubliche Ruhe aus, hat mir aber im Nachhinein gesagt, dass er ganz schön perplex war, dass ich schon im Endspurt war und dass ich so laut war (damit hab auch ich selbst nicht gerechnet, aber es war mir in diesem Moment tatsächlich völlig egal).
Er hat mir dann mein Bein nach oben gehalten und mir immer zu trinken gegeben (hier kann ich eine Sportflasche mit Strohhalm sehr empfehlen, da ich daraus auch in der unbequemsten Position trinken konnte).
Ich war froh, endlich pressen zu dürfen, und eine halbe Stunde später war unser T. da, um 00:59 Uhr. In den Pausen hat mir die Hebamme immer gesagt, dass ich wieder tief in den Bauch atmen soll, um ihn bestmöglich mit Sauerstoff zu versorgen, hier war es wieder gut, dass ich die tiefe Bauchatmung geübt hatte.
T. wurde mir sofort auf den Bauch gelegt und auch die Plazenta kam schon gleich von selbst mit einer weiteren Wehe. T. hat selbst die Brust gefunden und das erste Mal getrunken. Währenddessen wurde ich noch genäht, ich hatte einige Risse davongetragen, und das Nähen war auch sehr unangenehm, aber ich hatte ja bereits die beste Ablenkung.

Die Nabelschnur durfte auspulsieren und die Hebamme zeigte und erklärte uns noch die Plazenta. Wir konnten die Zeit noch zu dritt genießen, bevor ich wieder aufs Zimmer und mein Partner nach Hause fahren musste. Da es T. und mir recht gut ging und alle Untersuchungen gepasst haben, durften wir noch am gleichen Tag überglücklich nach Hause.

Die Geburt war für mich zwar sehr heftig, nicht schmerzfrei oder friedlich und generell komplett anders, als ich sie mir vorgestellt hatte, trotzdem war sie selbstbestimmt und für mich perfekt so wie sie war. Ich habe mich zu jeder Zeit im Krankenhaus gut betreut gefühlt und konnte mich nur durch die mentale Vorbereitung so gut auf die Planänderungen einlassen. Obwohl ich, bis auf die letzte halbe Stunde, alleine war, habe ich mich durch die Hypnose im Ohr nie alleine gefühlt. Ich glaube auch, dass ich die Geburt durchaus traumatisch hätte empfinden können ohne Kristins Kurs und bin sehr dankbar für dieses wundervolle Erlebnis und unser großes Wunder T.!