Geburtsort:

Klinik

M., 06.10.21, 49cm, 3000g, 2.Kind

Im Jahr 2019 kam mein Sohn zur Welt. Leider gab es aufgrund der Dauer (42h) Komplikationen und wegen des daraus resultierenden Notkaiserschnitts unter Vollnarkose wurde es eine traumatische Geburt. Ich habe mich danach nie intensiv mit dem Erlebten auseinander gesetzt und dachte, dass ich die Erfahrung überwunden hätte. Während meiner zweiten Schwangerschaft und dem näher kommendem Geburtstermin musste ich jedoch leider feststellen, dass dem nicht so war. Zusammen mit meiner Hebamme habe ich die erste Geburt noch einmal aufgearbeitet und besprochen. Das half mir, aber ich merkte schnell, dass ich immer noch Ängste hatte.

Schließlich habe ich angefangen, Kristins Podcast zu hören. Ich fand die Methode und die Theorie dahinter unglaublich schlüssig und war etwas traurig, dass die meisten Geburtsvorbereitungskurse zwar informativ, aber letztendlich wenig hilfreich sind. Ich hörte jede Podcastfolge und fing an, mich intensiver mit dem Thema Meditation auseinander zu setzen und die von Kristin bereitgestellten Übungen zu praktizieren. Um ehrlich zu sein, fand ich den Kurs ganz schön teuer und habe daher versucht, mir andere Meditationen zu suchen, die ich während der Geburt hören kann. Tatsächlich war ich durch die Übungen aber schon so auf Kristins Stimme, die ich unglaublich sanft und angenehm finde, konditioniert, sodass ich alle anderen geführten Meditationen nicht mehr hören wollte.

Ende der 36. SSW entschied ich mich also doch, das Geld zu investieren und den Kurs zu machen. Die Theorie konnte ich relativ schnell abarbeiten, weil ich vieles durch den Podcast schon wusste. Also konzentrierte ich mich auf die Meditationen, die ich, aufgrund meines späten Einstiegs, zwei bis drei Mal täglich übte. Ich wusste ehrlich gesagt nicht, ob ich unter der Geburt in der Lage sein würde, mich zu entspannen, aber der Kurs gab mir Selbstvertrauen und die vielen tollen Geburtsberichte Hoffnung. Ich hatte etwas, an dem ich mich festhalten, etwas, mit dem ich arbeiten konnte, wenn sich mein Baby auf den Weg macht…

In der Nacht vom 05.10. zum 06.10. (39. SSW) merkte ich schließlich, dass ich Fruchtwasser verlor. Mein Mann packte meinen Koffer fertig, ich ging duschen und danach legten wir uns wieder ins Bett. Ich entschied mich dazu, so lange wie möglich zu Hause zu bleiben und abzuwarten, ob und wann die Wellen kommen würden.

Um 03:00 Uhr merkte ich, dass es los geht. Ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen, da ich mir während der Meditation “Mentaltraining Traumgeburt” IMMER wieder sagte, dass es bitte nicht in der Nacht losgehen soll. Ich nahm es mit Humor und freute mich darauf, bald mein Baby in den Armen halten zu können. Ich setzte schließlich meine Kopfhörer auf und startete mit der Entspannung.

Kurz nach 5:00 Uhr bat ich meinen Mann, die Betreuung für unseren Sohn zu organisieren, damit wir danach ins Krankenhaus fahren konnten. Warum genau es dieser Zeitpunkt war, konnte ich nicht sagen. Es war ein Gefühl.

Gegen 6:00 Uhr kamen wir im KH an. Ich bat die dortige Hebamme, alles Wichtige mit meinem Mann zu klären und mich bitte nicht über den Geburtsfortschritt (Öffnung des Muttermundes) zu informieren. Während meiner ersten Geburt hat es mich furchtbar demotiviert, dass über Stunden nichts passiert war und ich wollte dieses Mal meinen Körper einfach machen lassen, ohne, dass der Kopf mir Steine in den Weg legt. Die Hebamme zeigte Verständnis und kam meinen Wünschen nach. Ich wurde ins Wehenzimmer geschickt und fing erneut mit der Meditation an. Nur beiläufig merkte ich, wie mein Mann versuchte, mir eine entspannte Atmosphäre zu schaffen und leise mit der Hebamme sprach. Ich war dankbar und voller Liebe für diesen Menschen, dass er an meiner Seite war und mich unterstützte.

Letztendlich habe ich jegliches Zeitgefühl verloren. Ich merkte, dass ich Schwierigkeiten mit der Atmung hatte, aber dass sich alles noch im Rahmen hielt. Nach ca. 2,5 Stunden fing mein Körper plötzlich völlig von alleine an, zu pressen. Ich hatte im Kurs gehört, dass es dazu kommen kann, war aber völlig überrascht, als ich es selbst erlebte. Daraufhin untersuchte mich die Hebamme erneut und wir gingen in den Kreißsaal. Ab diesem Zeitpunkt war es mir leider nicht mehr möglich, zu meditieren. Die Austreibungsphase zog sich etwas, aber da ich eine tolle Hebamme hatte, war ich immer noch selbstbewusst und entspannt und ihre Anleitungen ersetzten Kristins Stimme.

Schließlich machte uns M. um 10:56 Uhr zum zweiten Mal zu stolzen Eltern. Ich war so überglücklich, dass ich unsere Tochter auf so eine selbstbestimmte und friedliche Weise geboren habe. Ich kann nicht sagen, dass es schmerzfrei war, es war intensiv, aber machbar. Der Körper der Frau ist unglaublich.

Ich empfehle Kristins Kurs uneingeschränkt weiter. Ich bin ein absoluter Fan davon, sich wieder auf das Natürliche zu besinnen und Vertrauen in sich und seinen Körper zu haben. Natürlich hat man nicht alles in der Hand, aber die Erfahrungen anderer Mamis zeigen, dass die gelernten Inhalte und Fähigkeiten auch bei unvorhersehbaren Wendungen geholfen haben. Darüber hinaus finde ich, dass der Kurs mit sehr viel Aufwand und Liebe zum Detail erstellt wurde.

An all die Mamis, die bald ihr kleines Wunder in den Armen halten dürfen: Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr ebenso eine tolle Geburt erleben werdet, wie ich es durfte. Habt Vertrauen in euch, ihr seid stark, ihr schafft das.

Danke Kristin und dem gesamten Team.

Anni