Geburtsort:

Klinik

Ich bin relativ früh in der Schwangerschaft auf die Homepage von Kristin Graf und Die Friedliche Geburt gestoßen. Ich habe mich vorher über Hypnobirthing informiert, konnte mich da aber nicht so richtig drauf einlassen und habe gemerkt, dass ich mehr an die Hand genommen werden möchte. Also ging ich auf die Suche nach einem Angebot, welches mich begleitet und ich von überall her drauf zugreifen kann. So bin ich zur Die Friedlichen Geburt gekommen. Zuerst habe ich den Schnupperzugang gemacht, damit ich einen Eindruck gewinnen konnte, ob es das richtige für mich ist – so war’s. Ich fand die Videos sehr lehrreich und gut erklärt und ich habe mir immer wieder häppchenweise Lektionen angeschaut, teilweise auch zusammen mit meinem Partner. Die Hypnosen habe ich bereits im zweiten Trimester angefangen zu üben, aber noch nicht so intensiv.

Ab dem dritten Trimester habe ich dann viel geübt. Zusammen mit meinem Partner habe ich auch die Ankersetzung ein paar Mal gemacht – er fand das immer auch sehr schön und fühlte sich unserem Kind dadurch sehr nahe und verbunden.

Aufgrund eines verkürzten Gebärmutterhalses musste ich ab der 32. Schwangerschaftswoche im Krankenhaus bleiben und bekam Wehenhemmer. Im Krankenhaus habe ich auch immer wieder die Hypnosen gemacht, jedoch nicht mehr so intensiv wie vorher, da dort die Störungen doch sehr groß waren.
Als die 35. Schwangerschaftswoche erreicht war, wurden die Wehenhemmer langsam zurück gefahren, so dass ich nach ein paar Tagen eigentlich nach Hause hätte gehen können, um den Rest der Schwangerschaft zu Hause zu verbringen. Unsere Tochter fand aber, sie wolle jetzt zur Welt kommen und ich verlor das Fruchtwasser am Donnerstag 12.8.21 um ca. 19.30 Uhr. Da war klar – innerhalb von 24 Stunden würde unsere Tochter zur Welt kommen. Mein Partner war zu diesem Zeitpunkt zu Besuch im Krankenhaus und er hat den Beginn somit live miterlebt. Er fuhr noch kurz nach Hause, um einige Sache zu holen, kam dann aber gleich wieder.

Ich schaltete irgendwann die Hypnose während der Geburt ein und konzentrierte mich auf die Stimme von Kristin und die Atmung. Bis ca. 23.00 Uhr hatte ich ganz sanfte Wellen und auch nicht so häufig. Ab da kamen sie dann aber so alle 3 Minuten. Unsere Hebammen im Krankenhaus meinten aber dennoch, es würde sicher noch einige Zeit dauern und sie würden dann um 04.00 Uhr wieder nach uns schauen, falls vorher etwas sei, könnten wir uns melden. Zu diesem Zeitpunkt musste ich mich schon gut konzentrieren, um die Wellen schön verarbeiten zu können, fühlte mich aber sehr gut und absolut wohl.

Zwischen 00.30 Uhr und 01.00 Uhr wurden die Wellen sehr stark und ich hatte auch immer mehr das Gefühl, mitschieben zu müssen. Ich konnte dieses Gefühl fast nicht «wegatmen». Ich haderte da etwas mit mir, die Hebammen zu rufen, da sie ja von 04.00 Uhr gesprochen hatten und das war es ja noch lange nicht. Ich rief dann trotzdem nach ihnen und erklärte mich kurz, darauf haben sie mich untersucht und der Muttermund war bereits 8 cm geöffnet – wir waren bereit zur Geburt. Wir wechselten also in den Kreißsaal (vorher waren wir im Vorbereitungszimmer). Dort legte ich mich ebenfalls aufs Bett, mir war das die bequemste Variante und die Wanne kam sowieso nicht mehr in Frage wegen der geplatzten Fruchtblase.

Im Kreißsaal habe ich weiter die Wellen veratmet und der Stimme von Kristin gelauscht. Mein Partner hat hier auch mehrmals die Anker Duft und Berührung benutzt – was ich unglaublich schön fand und mich sehr bestärkt hat. Irgendwann hat mir die Hebamme dann grünes Licht gegeben zum Mitschieben und ich fand das richtig erlösend, endlich mitgehen zu können und die Wellen nicht mehr veratmen zu müssen. Relativ rasch hieß es dann – Köpfchen ist da! Dann noch einmal gut mitschieben und unser Wunder war um 1.51 Uhr geboren.

Ein wunderschöner emotionaler Moment! Glücklicherweise hat sie sofort selbst geatmet und auch sonst war alles in Ordnung mit ihr, so konnten wir einige Zeit intensives Bonding als Familie genießen, bevor sie angezogen wurde und wir ins Zimmer gebracht wurden.

Ich habe mich am nächsten Tag, abgesehen vom Schlafmangel und dem etwas betäubten Gefühl des Beckenbodens, sehr gut gefühlt. Nicht so ausgelaugt und kaputt, wie ich es erwartet hätte. Ich denke, auch dies habe ich der Methode «Die Friedliche Geburt» zu verdanken.

Ich bin überaus glücklich und dankbar, eine so schöne, selbstbestimmte und friedliche Geburt erlebt haben zu dürfen. Unsere Hebammen waren auch hell begeistert, wie ich das mithilfe der Hypnosen gemacht habe. Ich glaube, so etwas haben sie noch nie gesehen.

Vielen lieben Dank an dieser Stelle nochmals für eure Arbeit!