Geburtsbericht von

Bella

Geburtsbericht V.

Erstgebährend, schnelle Geburt, Wassergeburt, ohne Schmerzmittel, Beleghebamme, Klinikgeburt.

ACHTUNG: Langer Bericht ūüôā

Eigentlich war der ET von V. der 06.10.2022, aber wir hatten gehofft, dass die Geburt schon fr√ľher stattfindet, da es Ende September / Anfang Oktober f√ľr uns emotional bedeutsame Termine gab, an denen wir es uns gew√ľnscht h√§tten. Gleichzeitig kamen im engsten Freundeskreis innerhalb k√ľrzester Zeit 3 Kinder auf die Welt. Entsprechend ungeduldig war ich nat√ľrlich auch. Gleichzeitig war es unglaublich schwer, sich von belastenden / traumatischen Geburtsberichten abzuschirmen, da irgendwie jeder seinen Kommentar / Ratschlag auf den letzten Metern abgeben wollte. Zus√§tzlich fragten schon bereits 1-2 Wochen vor ET die Leute, wie es mir ging bzw. wann es soweit w√§re. Eigentlich lieb gemeint, aber wirklich nicht hilfreich, wenn man wartet. Es ging sogar soweit, dass ich allen Leuten in meinem Umfeld schrieb, dass ich mich nun zur√ľckziehe und einen Digital Detox durchmachte. Jedem zu empfehlen, auch wenn sich nicht alle daran hielten. Aber ich empfand es als sehr hilfreich. Da mein Mann einen negativen Test brauchte, um in der Klinik dabei zu sein, hatten wir uns ca. 3-4 Wochen vorher einer Quarant√§ne light unterzogen. Im Nachhinein die genau richtige Entscheidung, da wir so die letzten Tage zu zweit wunderbar genie√üen konnten.

Nun aber zum Wesentlichen.

Die Rahmenbedingungen

Meine Schwangerschaft verlief r√ľckblickend wirklich komplikationslos. Ich litt nicht unter der ber√ľchtigten Schwangerschafts√ľbelkeit und Wassereinlagerungen. Aufgrund einer vererbten Gerinnungsst√∂rung wurde ich allerdings als Risikoschwangerschaft eingestuft. Ich musste / muss w√§hrend der Schwangerschaft / dem Wochenbett von Tabletten auf t√§gliche Heparinspritzen umsteigen und wurde monatlich im Gerinnungszentrum kontrolliert, was aber nicht weiter schlimm war. Ich f√ľhlte mich so engmaschig und gut betreut.

Als ich im Januar erfuhr, dass ich schwanger war, war die Freude gro√ü. Sofort schossen mir da die Worte einer guten Freundin in die Ohren, mir eine Beleghebamme zu holen. Die Vorstellung, mich w√§hrend eines so intimen Moments wie der Geburt einem fremden Menschen oder einer Vielzahl von Hebammen zu √∂ffnen, gefiel mit garnicht, sodass ich mir eine 1:1 Betreuung w√ľnschte. Zuerst hatte ich einen Kennenlerntermin mit einer Beleghebamme, mit der ich leider garnicht auf einer Wellenl√§nge war. Mein Tipp: H√∂rt hier auf euer Bauchgef√ľhl. Diese Person begleitet euch eine lange Zeit und sie sollte offenen gegen√ľber deinen W√ľnschen sein, dir gleichzeitig als Expertin zur Seite stehen, dann kann etwas Magisches passieren.

Bei meinem zweiten Kennenlerntermin machte es Klick: Zwei Beleghebammen, die sich die Rufbereitschaft teilten. Sie waren es auch, die mich auf das Konzept der friedlichen Geburt brachten.

Da ich nebenberuflich Meditationslehrerin bin, war ich sofort Feuer und Flamme f√ľr die Methodik! Zwei Jahre zuvor hatte ich bereits eine schwere OP und die mentale Vorbereitung hatte mir immens beim Heilungsprozess und der OP selbst geholfen, sodass ich mich sofort dazu entschied, einzusteigen.

Vorbereitungen

Ab dem 3. Monat √ľbte ich also jeden Morgen flei√üig die Geburtsvorbereitung, sp√§ter die Selbsthypnose und visualisierte meine Traumgeburt. Weitere Meditationen habe ich auch in meine Routine einflie√üen lassen.

Mein Mann hat mich hierbei von Anfang an super unterst√ľtzt und mit ihm habe ich immer wieder mal Anker gesetzt und die Hypnose unter St√∂rungen gemacht. Mein Kraftort war eine wundersch√∂neWaldlichtung mit Bach und den letzten warmen Sonnenstrahlen im Herbst. Es gab mir eine unglaubliche Ruhe. In meiner Geb√§rmutter habe ich mir nicht nur mein Baby vorgestellt, sondern auch die Kraft und den Zuspruch aller Frauen, die vor mir entbunden haben. Es mag kitschig klingen, aber irgendwie sp√ľrte ich dort eine Art Urkraft und dort spielte ich auch immer wieder meine Affirmationen ab.

Neben Kristins Methode habe ich mir Geburtvideos mit Wassergeburten angesehen und viele der tollen Berichte auf der Website gelesen, die meiner Vorstellung einer Traumgeburt ähneln.

Besonders wichtig empfand ich es, die Bauchatmung zu √ľben, diese immer wieder im Alltag einflie√üen zu lassen oder kurz Abends vorm Schlafen gehen, sie hat mir enorm geholfen.

Zusätzlich habe ich mir meine Affirmationen sowie positive Bilder an die Wand gehängt und jeden Tag durchgelesen bzw. gesehen.

Da ich noch mehr √ľber den physischen Teil der Geburt erfahren wollte, habe ich auch hier nochmal entsprechende Videos gesehen bzw. B√ľcher gelesen.

Ich mache schon immer gerne Sport und habe bis zwei Tage vor der Geburt fast t√§glich Sport gemacht, welcher nat√ľrlich auf die Schwangerschaft abgestimmt war. Dies hat mir wirklich geholfen, bis zum Tag der Geburt fit zu bleiben und auch die k√∂rperlich anstrengende Geburt gut zu meistern.

Wie Kristin es so passend beschreibt: Ich habe das ganze als sportliche und mentale Herausforderung gesehen. Die oben genannten Vorbereitungen haben mir geholfen, eine Art Werkzeugkasten f√ľr die Geburt zu haben, aus dem ich mich bei Bedarf bedienen konnte.

Die Wochen vergingen und je mehr ich √ľbte, visualisierte und mich weiterbildete, desto mehr freute ich mich auf die Geburt. Ich war richtig gespannt! W√ľrde ich es schaffen? H√§tte ich Schmerzen? Wie lang w√ľrde es dauern?

Gemeinsam mit meinen Belegehebammen stellte ich einen Geburtsplan auf:

Ich wollte so lang wie m√∂glich zu Hause bleiben, eine Wassergeburt haben und mit der friedlichen Geburt entbinden. Interventionen so wenig wie m√∂glich, so viel n√∂tig. Aber mir war auch bewusst, dass es sich am Ende nur um W√ľnsche handelt und man nicht alles kontrollieren kann.

Da ich blutverd√ľnnende Mittel spritzte, w√§re eine PDA sehr risikoreich bzw. nur unter besonderen Umst√§nden m√∂glich. Dies verunsicherte mich zuerst unheimlich, doch gemeinsam mit meiner Hebamme und den Meditationen aus dem Kurs konnte ich meine √Ąngste wieder einfangen.

Ich entschied mich dazu, u.a. bei starken Schmerzen mit dem TENS Ger√§t arbeiten zu wollen und die √ľbten mein Mann und ich auch im Vorfeld der Geburt 1-2 Mal.

Viele aus meinem Umfeld waren wirklich interessiert an der Methode, es gab jedoch auch einige, die sie bel√§chelten, aber das war mir egal. Ich dachte immer: ‚ÄúSchaden kann es nicht und so habe ich das Gef√ľhl, es in der Hand zu haben.‚ÄĚ Viele haben leider so ein negatives Bild von Geburt und das wollte ich nicht an mich ranlassen.

Die Geburt

In den letzten 4 Wochen intensivierte ich noch einmal die Vorbereitungen. Ich trank flei√üig Himbeerbl√§ttertee, ging zu Akupunktur, futterte brav Datteln und machte kr√§tigende Sport√ľbungen, die mich optimal auf die Geburt vorbereiten sollten. Ich √ľbte t√§glich die Atem√ľbungen, die Geburtsvorbereitung lang und die Visualisierung der Traumgeburt.

Es gelang mir nicht immer, in die Hypnose zu steigen, aber ich setzte mich zum Ende hin auch nicht mehr unter Druck, sonder vertraute auf mich selbst.

Ich hatte ab Woche 32 immer mal wieder leichte Senkwehen, die ich aber nicht als st√∂rend empfand. Ca. 1 Woche vor ET wurden die Unterleibsschmerzen einen Abend etwas st√§rker und siehe da: Mein Muttermund war innen 1 cm weit auf und das Gewebe bereits weich. Ich war total gl√ľcklich, sagte mir doch meine FA, dass mein K√∂rper auf dem richtigen Weg sei.

Unterbewusst setzte ich mich ab da jeden Tag ein wenig mehr unter Druck und achtete auf jedes kleine Ziehen in meinem K√∂rper. Nicht sehr hilfreich ūüôā

Am Tag des ETs wieder das Gleiche: Die Untersuchung zeigte 1cm, das CTG zeichnete keine Wellen auf. Der nächste Termin sollte an ET+3 mit meiner Belegehebamme im KH sein, in dem ich entbinden wollte.

Nachdem ich an ET+2 morgens noch Sport gemacht hatte, bekam ich am fr√ľhen Nachmittags pl√∂tzlich eine leichte fl√ľssige, r√∂tliche Blutung und menstruationsartige Kr√§mpfe. Meine Hebamme bestellte mich ab sp√§ten Nachmittag ins Krankenhaus, um einen Blasensprung auszuschlie√üen.

Der Test war negativ, aber das CTG zeichnete nun schon Wellen im 7-Minuten-Takt auf und wir freuten uns darauf, dass es langsam los ging. Allerdings wurden wir noch einmal nach Hause geschickt, da die Wellen noch nicht regelmäßig und intensiv genug waren. Ich bekam Nelkenöltampons mit nach Hause.

Zuhause machte ich ‚ÄúGeburtsbeginn mental f√∂rdern‚ÄĚ und versuchte, zu entspannen, leider waren die Wellen f√ľr mich zu dem Zeitpunkt schon etwas schmerzhaft und ich kam nicht so richtig in die Bauchatmung rein. Mein Mann und ich lenkten uns also mit einem sch√∂nen Abend auf dem Sofa ab, w√§hrend dem ich immer mal wieder auf einen Geburtsball wechselte und versuchte, in die Wellen zu atmen.

Wir trackten diese auch, aber es lie√ü sich weder ein Muster noch eine Steigerung der Intensit√§t festellen. Es wurde Nacht und ich legte mich hin. Mittlerweile waren die Wellen schon intensiver und ich versuchte es mit der Geburtshypnose. Ich konnte in die Hypnose, aber irgendwie f√ľhlte es sich noch zu fr√ľh an. Mal waren es 10, mal 7, mal 4 Minuten Abstand zwischen den Wellen. Kein Muster zu erkennen. Die Nacht verging und ich konnte aufgrund der Wellen nicht schlafen bzw. war maximal im D√§mmerzustand. Ich versuchte dabei immer wieder, die Wellen zu veratmen.

Am n√§chsten Morgen war ich sehr gefrustet und wir trafen uns noch einmal mit meiner Hebamme in der Klinik. Sie sagte, dass den Wellen einfach der letzte ‚ÄúWumms‚ÄĚ fehlte, damit es wirklich Geburtswehen werden. Wir beschlossen, den Tag noch abzuwarten, um zu entscheiden, wie wir weitermachen sollten.

Sowohl meine Hebamme, als auch ich standen einer Einleitung kritisch gegen√ľber, da wir dem Kind eigentlich die Zeit geben wollten, die es brauchte. Gleichzeitig wollten wir meine Kr√§fte f√ľr die Geburt so lang wie m√∂glich schonen bzw. nicht √ľberstrapazieren.

Mein Mann und ich gingen also nach Hause und machten einen langen Spaziergang, bei dem ich die Wellen im Stehen immer wieder veratmen musste. Um 17 Uhr entschlossen wir gemeinsam mit der Hebamme, noch eine Nacht zu warten, bevor wir einleiten w√ľrden.

Mein Mann kochte uns noch eine scharfe Suppe und ich ging gegen 20:30 Uhr in die hei√üe Badewanne und dann ging es los. Wellen, die immer st√§rker wurden und in 3-Minuten-Abst√§nden kamen. Es war Zeit f√ľrs Krankenhaus. Ich setzte die Geburtshypnose auf die Ohren. Um 22.30 Uhr waren wir da und die Anmeldung war im Vorfeld schon durch meinen Mann erledigt worden. Ich merkte, wie ich mich total zur√ľckziehen wollte, aber wusste, dass wir noch einen Coronatest machen mussten. Zus√§tzlich musste meine Hebamme mir noch behutsam einen Zugang legen (wegen meiner Gerinnungsst√∂rung) und meinen Muttermund untersuchen. Sie machte dies wirklich toll, doch es brachte mich immer wieder raus aus der Hypnose und ich merkte, dass ich ohne Kristin auf den Ohren wirklich starke Schmerzen hatte. Die Atemtechnik machte auf einmal Sinn: Sie erzeugte einen erleichternden Gegendruck.

Fertig von der Autofahrt musste ich mich erst einmal hinlegen und beruhigen. Ich drehte die Hypnose wieder auf und meine Hebamme massierte während der Wellen meinen Steiß, was mir dabei half, etwas runterzukommen.

Der Muttermund lag bei 3cm und meine Hebamme sagte, dass wir doch noch etwas durch das Kranknehaus spazieren sollten. Ich konnte mich kaum konzentrieren, aber ich vertraute ihr total und gemeinsam mit meinem Mann machte ich mich auf dem Weg. Leider empfand ich das Licht auf den Gängen viel zu hell, sodass wir unsere Runden in der dunklen Kapelle drehten.

Als wir um 1 Uhr wieder zur√ľckkamen, schlug meine Hebamme vor, dass wir den Krei√üsaal und die Geburtsbadewanne wechselten. Der Raum war abgedunktelt, es gab eine wundersch√∂ne Salzkristallampe und ein wohltuendes Bade√∂l. Die Wellen wurden zwar immer st√§rker, aber das Wasser und die Atmosp√§hre waren eine absolute Wohltat, sodass ich dort sofort entspannen konnte. Ab diesem Zeitpunkt machte ich die Hypnose aus und konzentrierte mich absolut auf die erlernte Atemtechnik. Ich sa√ü in der Badwanne und dr√ľckte die Beine immer wieder auf die gegen√ľberliegende Seite. Die Wellen waren im warmen Wasser immernoch sehr kraftvoll, ein Druck und auch schmerzhaft, aber ich stelle mir vor, dass ich in jede Welle einatmen m√ľsse. Quasi wie ein Surfer, der die Welle erwischen muss. Zwischen den Wellen versuchte ich aktiv, meinen K√∂rper zu entspannen und dachte an all meine Affirmationen und machmal an meine Geb√§rmutter als kraftvollen Ort. Meine Hebamme und mein Mann sa√üen die ganze Zeit still daneben und motivierten mich immer dann, wenn ich eine besonders schwere Welle veratmete.

Ich fokussierte mich total auf das Atmen und konnte meinen Kopf so von dem Druck / Schmerzen fernhalten. Es entstand ein sch√∂ner, intensiver und kraftvoller Rhythmus. Mit jeder Welle atmete ich mein Kind nach unten gegen meinen Muttermund. Irgendwann fragte meine Hebamme, ob sie kurz nach dem Muttermund schauen k√∂nne: wir waren bereits bei 8 cm und das nach nur 1 ¬Ĺ -2 Stunden!

Alle waren total erstaunt und ich bekam eine extra Portion Motivation! Ich war schon so weit gekommen. Endspurt! Ich bekam w√§hrend 3 Wellen noch ein Mittel, welches entkrampfend wirken sollte und dann war ich auch schon in der Austreibungsphase. Dieser Druck und wie sich das Kind durch das Becken dr√ľckte, war sehr intensiv, meine Atmung wurde immer lauter und irgendwann versp√ľrte ich Pressdrang.

Ich presste aber nicht, sondern atmete aktiv nach unten. Ich fing auf einmal an, zu tönen und diese Phase hatte etwas animalisches an sich. Gleichzeitig rief ich mir immer wieder meine Affirmationen hervor. Die letzten zwei Wellen presste ich und gab dem Druck nach und dann war es soweit:

Mein Sohn kam auf die Welt und wurde mir im Wasser auf die Brust gelegt. Nach nur 1 h Austrittphase. Ich konnte es nicht glauben! Ich hatte es geschafft und endlich war er da. Ich war so erleichtert, habe mich so stark gef√ľhlt und war einfach gl√ľcklich. Es dauert insgesamt nur 5 ¬Ĺ h und ich trug keine Geburtsverletzungen davon. Lediglich eine Mini-Sch√ľrfung. Das TENS Ger√§t sowie andere Schmerzmittel wurden letztendlich auch nicht gebraucht.

Ich kann es kaum fassen, aber dies Geburt war genauso, wie ich sie mir gew√ľnscht habe! Ein absoluter Traum. Auch wenn ich die Geburtshypnose irgendwann ausgemacht habe und die Wellen nicht komplett schmerzfrei waren, bin ich absolut begeistert. Die mentale Vorbereitung durch den Kurs, das fokussierte Atmen, die Visualisierungen und die Affirmationen haben dazu gef√ľhrt, dass ich meinem K√∂rper vertraut habe und zu keiner Zeit in Panik gehabt habe. War die Geburt anstrengend? Ja, aber ich hatte Dank Kristins Methode alles, um den Berg zu besteigen ūüôā

Ich bin zutiefst dankbar und strahle jetzt noch √ľber beide Ohren, wenn ich im Wochenbett diesen Bericht verfasse!

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