Geburtsbericht von

Carmen

Hallo liebe Kristin

Nun ist die Geburt von unserem L. etwas über drei Wochen her und uns geht es super gut. Schnell haben wir uns aneinander gewöhnt und ich genieße das kleine Wunder jeden Tag in vollen Zügen. Nachdem wir zwei Wochen nach Geburt noch umgezogen sind, habe ich nun endlich Zeit, einen Geburtsbericht zu senden.

L. ist mein erstes Kind und ich hatte mich anfangs der Schwangerschaft nicht um das Thema Geburt gekümmert. Meine Gedanken dazu waren einfach gestrickt im Sinne von: “Die werden mir dann schon sagen, was ich wie machen soll” und “Ja, tut halt eh brutal weh, aber wird schon gehen.” So. in der Mitte der Schwangerschaft beschäftigte mich das Thema Geburt zunehmend, da dies immer konkreter wurde auch vom zeitlichen Ablauf. Ich stellte fest, dass ich einen großen Respekt, um nicht sogar zu sagen Angst hatte vor der Geburt, vor den Schmerzen, den Komplikationen. Als gelernte Intensivkrankenpflegerin bin ich ein gebranntes Kind was Komplikationen angeht.

Also habe ich mich mehr mit dem Thema Geburtsvorbereitung befasst und deinen Online-Kurs gemacht. Was mir daran besonders gefällt, ist, dass du stets auf dem Boden der Tatsachen bleibst, und einem ein reales Bild von der Geburt und dem Ablauf mitgibst. Was mir aber die Angst gänzlich genommen hat vor der Geburt war, dass ich durch deinen Kurs Methoden an die Hand bekommen habe, mit welchen ich mir selber helfen konnte. Schon die Vorstellung davon, selbstbestimmt durch die Geburt zu gehen und nicht rein abhängig von Hebammen und Ärzten zu sein, nahm mir jegliche Angst. Am Ende freute ich mich sogar auf die Geburt.

Nun zur Geburt selber…

Ich hatte 40+2 einen vorzeitigen Blasensprung, minimal, sodass ich gar nicht recht gepeilt hatte, dass dies Fruchtwasser sein könnte, was da abging. Es war sehr wenig. Am Tag danach hatte ich reguläre Kontrolle im Krankenhaus und der Test ergab: es ist Fruchtwasser. Zu diesem Zeitpunkt schon 24h bestehend, musste ich Einleiten wegen des Infektionsrisikos. Also erst mal den bekannten Cocktail mittags um 12 Uhr dann drei mal hintereinander Tabletten, dann ging am CTG etwas mehr los (18 Uhr), sodass ich im Kreißsaal landete. Ich hatte die Hypnose zur Einleitung am laufen und war gut unterwegs. Eigentlich wollte ich eine Hebammen geleitete Geburt und alles möglichst ohne Interventionen, da hat mir die Einleitungs-Hypnose sehr geholfen, die Einleitung an sich zu akzeptieren und mitzumachen.

Dann wurden die Wehen stärker und ich habe mit der Hypnose zur Eröffnungsphase weiter gemacht. Die Wehen wurden stärker, ich konnte sie jedoch sehr gut veratmen und mit ihnen gehen, wusste ich ja, wofür die gut sind.

Um Mitternacht kam ein seltsamer Schmerz dazu, welchen ich bis heute nicht zuordnen kann. Ein stechender Schmerz im Steißbereich, der von 0 auf 100 kam, nichts mit Wehen zu tun hatte.

Um zwei Uhr Nachts hatte ich einen Wehensturm mit kaum Pausen und dieser stechende Schmerz, sodass ich emotional nicht mehr konnte und nur noch geweint habe, kaum Luft gekriegt und kurz vorm Hyperventilieren war. Ich war seit Mitternacht nicht mehr in Hypnose, mit dem stechenden Schmerz ging das irgendwie nicht mehr. Die Hebamme hat dann entschieden, Wehenhemmer zu geben, damit ich eine Pause hatte, denn auch der Muttermund blieb bei 3cm stehen. So versuchte ich, mit Hypnose und weg vom Wehensturm etwas zu schlafen, was nicht ging, aber ich war in einem angenehmen Trance-Zustand der mir sehr viel Energie gegeben hat.

Um 7 Uhr morgens wurde der Wehentropf dann wieder gestartet.

Um 10 Uhr dann erneut einen Wehensturm und wieder den stechenden Schmerz und ich hab eine PDA empfohlen bekommen. Mit den Nerven leicht am Ende nahm ich alles dankbar an.

Mittags um 11 war der Muttermund noch immer bei 3cm, sodass von Geburtsstop die Rede war und entschieden wurde, dass noch zwei Stunden abgewartet wird, wenn sich bis dahin nichts tue, es einen Kaiserschnitt gäbe. Als hätte mein Körper diese Drohung persönlich genommen, ging der Muttermund innerhalb einer Stunde auf 9,5cm auf. Der kleine L. war auch gut ins Becken gerutscht, jedoch als Sterngucker und leicht verdreht. Die Hebammen nahmen mich in die Kerze hoch (Beine nach oben) und schüttelten den Jungen wieder in den Bauch zurück, damit er nochmal Anlauf holen konnte. Ich war seit dem Morgen nicht mehr in Hypnose. Die vielen Interventionen und Schmerzen verunmöglichten mir dies irgendwie und ich habe auch nicht mehr dran gedacht, muss ich eingestehen.

Jedenfalls ist der Bub dann in der richtigen Position gewesen und am Abend nach insgesamt 30h Geburt doch noch gesund zur Welt gekommen. Zu keinem Zeitpunkt war er gestresst oder mit den Herztönen runter. Ich habe keinerlei Geburtsverletzungen davon getragen, ich schiebe das jetzt mal auf die enorm lange dauernde Austrittsphase, da hatte alles genug Zeit zum Dehnen. 😉

Mein Fazit:

Zur Methode:
– Ich konnte mich sehr gut entspannen während der Einleitung, den Wehen und zwischendurch Dank der Hypnosen
– Es hat mir die Angst vor der Geburt genommen
– Ich bin davon überzeugt, dass sie mir auch bei der Verarbeitung der Geburt geholfen haben, da ich mir viel mehr erklären kann und ich im Unterbewusstsein meinen geschützten Raum nach wie vor habe
– Ich war an irgend einem Punkt selber nicht mehr in der Lage, an die Hypnosen zu denken oder es nochmal damit zu versuchen. Da würde ich beim nächsten Mal (ja, ich kann schon an eine zweite Geburt denken) meinen Mann mehr einspannen, dass er mir die Hypnosen anbieten soll, wenn ich selber nicht mehr in der Lage bin, daran zu denken, es zu versuchen.
– Die Wellen lassen sich echt gut handeln mit der Hypnose, auch im Nachhinein muss ich zugeben, dass die Wellen sich fast angenehm anfühlten, selbst wenn sie stark waren in den Momenten. Aber mit dem Wissen, wozu sie da sind und dass sie auch wieder gehen, gehts super gut. Auch die Wellenpausen konnte ich voll ausschöpfen und mich fast mehr darauf konzentrieren.
– Meine Mitstreiter im geschützten Raum waren eine grosse Hilfe 🙂

Zur Geburt:
– Ich bin skeptisch, ob die Einleitung wirklich nötig gewesen ist. Ein nächstes Mal würde ich versuchen, zu verhandeln und den Kleinen entscheiden lassen, ob er nun kommen will oder nicht. Es war nicht so, dass die Blase voll gesprungen ist, sie hatte wohl lediglich einen kleinen Riss. Richtig gesprungen ist sie unter Geburt, das war ein seeeehr deutlicher Unterschied. Jedoch hatte ich, wie auch der Kleine, unter der Geburt Fieber, was dann doch etwas für die Infektion sprechen würde.. Letztlich weiß ich es halt nicht, was besser gewesen wäre.
– Durch die PDA konnte ich nicht mehr in die Badewanne, was ich mir gut hätte vorstellen können. Im Nachhinein bin ich aber froh, gabs die PDA.
– Die Interventionen während der Geburt waren leider nötig, da denke ich, ist alles so gelaufen, wie es sein sollte. Ich hätte mir eine natürlichere Geburt gewünscht, bin letztlich aber einfach froh, das mit mir und dem Kleinen alles in Ordnung ist.

X-mal bin ich in der Vorstellung die Geburt durchgegangen, aber dass sie so wird, hätte ich nicht gedacht.

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