Geburtsort:

Hausgeburt

Geburtsbericht

Geboren am 28.04.2021 um 06:19 Uhr, 50 cm und 3900 gramm.

Ungeplante, spontane Hausgeburt

Ich habe mir den Online-Kurs schon früh in der Schwangerschaft gekauft, ihn aber erst nach den ersten 4 Monaten der Übelkeit + Erbrechens begonnen.

Ich habe nicht immer täglich geübt, aber mich jeden Abend in den Schlaf runtergezählt. Was das Thema Meditation betrifft, war ich nicht ganz unerfahren und bin ein klar visueller Mensch. Daher hatte ich dort nie Probleme und es immer sehr genossen, angeleitet in Hypnose zu gehen oder mich selbst an den Kraftort oder Gebärmutter runterzuzählen .

Der ET war erst am 08. Mai. In der Nacht vom 26. zum 27. April hatte ich schlecht schlafen können. Mein Bauch wurde unregelmäßig hart und ich fühlte einen stärkeren Druck im Unterleib. Am 27.04. war mein Geburtstag und mein Mann hatte sich für mich Urlaub genommen. Wir haben diesen Tag zusammen entspannt zu Hause verbracht. Ich hatte den Tag über ebenfalls Kontraktionen und habe sie als Senkwehen eingestuft (hatte das Gefühl ich hatte Unterleibsschmerzen). Es fühlte sich unangenehm an, aber ich habe mir nichts dabei gedacht. Gegen 19:00 Uhr bin ich dann in die Badewanne, weil ich mich entspannen wollte. Das hat aber nicht geklappt und die „Senkwehen“ blieben. Ich frag mich bis heute, warum ich dann nicht gecheckt habe, dass es schon los geht. Mein Mann ist am Abend noch los, um seine Corona Impfung abzuholen. Ich war allein zuhause und habe versucht, mich weiterhin zu entspannen weil mich dieser Druck mittlerweile doch etwas genervt hat und ich dachte: „Das muss doch mal weniger werden!“ Ich hatte mich gefragt, ob das jetzt bis Anfang Mai (zum ET) so weiter gehen würde.

Mein Mann kam zurück und wir gingen gegen 22:30 Uhr ins Bett. Da ich dort jedoch nicht schlafen konnte, bin ich auf die Couch umgezogen. Ich wollte, dass wenigstens mein Mann für den nächsten Arbeitstag fit ist. Ich bin öfters auf die Toilette und fand jedes Mal etwas schleimiges und minimal rötliches im Schlüppa. Ich fragte mich, ob das vielleicht der Schleimpfropf war? Aber so viel und oft? Ich war weiterhin skeptisch aber mittlerweile etwas eher beim Gedanken, dass es auch die Geburt sein könnte.

Kurz vor 0:00 Uhr: Auf der Couch fand ich keine Ruhe, also machte ich mal probehalber und aus Interesse die Hypnose „Geburtsbeginn mental fördern“ an. Und was hörte ich da in meinem Bauch? Zwei kleine, etwas lautere Knack-Geräusche. Meine Hose fühlte sich auf einmal wohlig warm und nass an. Ich habe dann (etwas aufgeregt) meinen Mann auf dem Handy angerufen (vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer). Er kam und brachte auf meine Anweisung hin Handtücher mit. Aber die einzige Flüssigkeit die es gab, war in meiner Hose gelandet (nicht wirklich viel).

Ich stellte mich trotzdem sicherheitshalber in die Dusche, wer weiß wie viel noch kommt. Ich zog mich dort komplett aus und befahl, er solle im Geburtshaus anrufen (dort war unsere Geburt geplant). Gesagt getan.

Ich war der Meinung, dass es ein Blasensprung war. Aber dann war ich verunsichert, weil es so wenig Flüssigkeit war. Die Hebammen im Geburtshaus waren entspannt und rieten uns noch zu Hause in Ruhe zu essen und zu schlafen. Die Anweisung an meinen Mann war: Wenn die Wellen alle 5 Minuten für 1 Minute kommen, dann sollen wir losfahren. Zu diesem Zeitpunkt waren meine Wellen bereits alle 1,5-2 Minuten für 30 Sekunden.

Ich hatte keine Ruhe oder Kapazität etwas zu essen oder zu schlafen. Jetzt fühlte ich, dass ich veratmen musste und begann den Rückzug in mich selbst. Irgendwie war mein Gehirn ausgeschaltet und ich war ganz bei mir im inneren Raum (intuitiv).

Ich legte mich ins Bett und wollte dort auch nicht mehr weg.

Kurz vor 02:00 Uhr rief mein Mann nochmal im Geburtshaus an und die Hebammen empfahlen, dass ich zur Entspannung in die Wanne gehen könnte. Sie sagten ihm, dass wir aber auch schon losfahren könnten, wenn wir das möchten. Wir wollten nicht. Meine Wellen waren unverändert. Mein Mann brachte mich in die Badewanne, was jedoch überhaupt nichts bewirkte außer, dass ich mich dort weniger wohl fühlte. Also wieder ins Bett (Seitenlage). Mein Mann dachte, es würde sich irgendwann wieder etwas entspannen (so wie ihm die Hebammen es vorausgesagt hatten) und dann würden wir losfahren. Er war sehr fokussiert auf die bestimmte Länge und Abstand der Wellen als Signal für den Fahrtantritt.

Ich war jedoch die ganze Zeit bereits am Veratmen und Tönen. Von Anfang an lief über mein Handy die Meditation für „Während der Geburt“ im Hintergrund. Zwischendurch arbeitete mein Mann seine To-Do Liste ab – Vorbereitungen fürs Geburtshaus (Essen machen, etc.). Er versorgte mich mit Wasser und Erdbeeren. Da die Wellen-Pausen nur 1 bis 2 Minuten lang waren konnte ich nur Kleinigkeiten essen. Gott sei Dank, hatten wir diese kalten, süßen Erdbeeren da!!! Das war im Übrigen das Einzige, was ich während der gesamten Geburt neben dem Wasser zu mir genommen habe.

Er setzte mir auch regelmäßig Anker. Allerdings viel häufiger als gedacht. Und oft auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin, weil der Anker an sich (Berührung mit der flachen Hand auf der Stirn), mir sehr gut tat.

Tja und so vergingen die Stunden mit dieser unveränderten Wellentätigkeit. Die Bauchatmung hat mir nicht geholfen, bzw. war nicht umsetzbar da die Wellen so schnell kamen und dann direkt stark waren, dass das mit dem langsamen Einatmen viel zu lange gedauert hätte, um mir den nötigen Druck nach unten hin aufzubauen.

Ich hatte während der gesamten Geburt wirklich keine Schmerzen! Ich hatte ein sehr starkes Druckgefühl im unteren Bauch. Bei einigen Wellen drückte ich mit meiner einen Hand von oben gegen den Bauch nach unten. Die andere Hand presste ich mit einem Handtuch zwischen meine Beine (weil ich bei jeder Welle Flüssigkeit verlor) und gegen meinen Damm/After, da sich der Druck dort ebenfalls sehr stark anfühlte und ich so meinen Damm/After schütze wollte. Alles was ich machte, war intuitiv. Meine Töne wurden immer lauter und die Wellen intensiver. Ich fragte meinen Mann zwischendurch zwei Mal, wie lange das alles noch gehen sollte (weil es sehr intensiv war und ich Licht am Ende des Tunnels sehen wollte + wir ja eigentlich ins Geburtshaus wollten). Ohne die Antwort zu kennen, sagte mein Mann zu mir: Wenn es draußen hell ist, fahren wir los. Das gab mir ein gutes Gefühl, obwohl ich nicht wusste, wie spät es war, wann es hell wird und wie ich bitteschön, in diesem Zustand das Haus verlassen sollte. Denn die Wellen-Pausen waren immer noch nur 1 Minute, manchmal 2 Minuten.

Gegen 5:30 Uhr: Mein Mann achtete darauf, dass ich zwischendurch öfter mal auf Toilette gehe. Also bugsierte er mich wieder mal aufs Klo. Was ich nicht so toll fand, weil ich vom Bett nicht weg wollte. Auf Toilette kam zu unserer Verwunderung jedoch nichts, obwohl ich durchweg regelmäßig getrunken hatte und nun ja auch schon einige Stunden vergangen waren. Aber gut was soll‘s, ich veratmete eine Welle auf dem Klo und tastete mich in der folgenden Wellen-Pause da unten mal ab. Ich wollte schauen, was da nun los ist. Alles war recht taub und nicht so recht definierbar. Beim Fühlen spürte ich jedoch Haare an einer Stelle, wo eigentlich keine sind. Ich sagte zu meinem Mann, er solle mal mit der Lampe schauen, ob da sein Köpfchen sei. Er schaute nach und blickte mich etwas schockiert an. Ja da ist der Kopf! Ich ging also wieder ins Bett und er rief das dritte Mal im Geburtshaus an und berichtete ihnen, dass der Kopf zu sehen sei (Zitat „etwa so groß/viel wie ein Avocado-Kern“). Die Hebammen schlugen vor, dass wir mit einem Krankenwagen ins Geburtshaus (liegend auf einer Trage) kommen können. Wir lehnten das ab. Mein Mann, weil er an das „scheue Reh Oxytocin“ dachte und ich, weil ich das Bett nicht verlassen wollte. Die Hebammen kamen dann im Eiltempo auf dem e-Roller zu uns nach Hause. Eine von ihnen hatte ein Headset auf und leitete meinen Mann die ganze Fahrt über per Telefon an. Intuitiv ging ich von der Seitenlage in den Vierfüßler.

Wenig später, um 06:07 Uhr waren die Hebammen bei uns. Sie strahlten sofort eine unglaubliche Ruhe und Sicherheit aus. Ich fühlte mich sehr geborgen und wusste nun, dass es nicht mehr lange dauern würde. Dann spürte ich ein brennendes Gefühl und sie sagten mir, dass es richtig ist und ich weiter pressen darf, weil das Baby jetzt „um die Kurve kommt“. Dann war der Kopf geboren. Bei den Schultern fühlte ich nochmals ein Brennen, aber ich versuchte, mich darauf nicht zu konzentrieren, sondern es zu übergehen.

06:19 Uhr war er geboren! Auf unserem Bett geboren. Es war das schönste Gefühl. Ich schaute ihm in die Augen. Nahm ihn auf und legte ihn auf meinen Brustkorb. Die Hebammen wickelten ihn in unser rotes Geburtshandtuch. Ich wurde zugedeckt und wir wurden für 1h alleine gelassen. Bonding, kuscheln und auf die Plazenta warten.

Danach wurde er abgenabelt (nachdem die Nabelschnur auspulsiert war). Mein Mann bekam ihn auf den nackten Oberkörper gelegt. Ich ging in Begleitung einer Hebamme zur Toilette. Wir versuchten, die Plazenta zu gebären, indem ich ihr durch Entleeren der Harnblase Platz machte. Das klappte leider nicht. Also in die Hocke und pressen. Zum Glück kam sie dann raus. Ich fühlte sie kaum, da ich untenrum wie taub war. Danach wurden meine Geburtsverletzungen genäht ( Damm- und Scheidenriss). Nebenbei machten mein Mann und die Hebamme die U1. Nach insgesamt 3h gingen die Hebammen wieder und ein paar Stunden später kam unsere Wochenbetthebamme zu uns.

Fazit: Ich hatte eine schmerzfreie Geburt, die sich sehr kraftvoll und trotzdem harmonisch + friedlich anfühlte. Diese Hausgeburt war das Beste, was uns passieren konnte. Unser T. ist unglaublich entspannt und alle empfinden ihn als außergewöhnlich ruhig und gelassen.

Danke für alles!

PS.: Die Generalprobe mit meinem Mann hat uns sehr geholfen und natürlich die gute Vorbereitung (der Onlinekurs, der Film „Die sichere Geburt“ und ein Geburtsvorbereitungskurs).