Geburtsort:

Klinik

Geburtsbericht – Wassergeburt

  1. Schwangerschaft, 2. Kind im Arm, 39+3, 3850g, 36KU, 52cm lang

Heute möchte ich euch kurz von meiner Entbindung vor einigen Tagen berichten.

Vorab: es war meine 3. Schwangerschaft. Die Entbindung meiner ersten Tochter (2.Schwangerschaft), war traumatisch für sie und mich. In der Schwangerschaft war ich ohne Vertrauen in meine weiblichen, körperlichen Fähigkeiten und hatte viele Sorgen und Ängste.

In meiner 3. Schwangerschaft kamen diese Ängste und die Angst vor der Wiederholung der vorherigen Entbindung, schnell wieder hoch. Ich bekam Kristin empfohlen. Ich machte den Online Kurs und war total motiviert. Ab der 25. SSW konnte ich kaum noch schlafen, weil ich, wie in der 2.SS auch, kaum noch liegen konnte. Und so kamen mehrere Wehwehchen zusammen, sodass mich die Schwangerschaft nur noch belastete und ich demotiviert war, die Hypnosen zu üben. Einen Vorteil hatte es aber: ich freute mich aus ganzem Herzen auf die Geburt, weil ich dann diesen viel zu großen und schmerzenden Bauch loswerden würde und endlich mein Baby im Arm haben konnte.

Ich entschied mich bewusst für ein anderes KKH und eine kleinere Klinik mit Hebammenschule.

Hier traf ich schon bei der Anmeldung auf viel Verständnis in Bezug auf diverse fam. Erlebnisse und meine traumatische Geburt. Ich merkte, hier werde ich sicher sein. Ab der 30ssw hatte ich regelmäßig starke Wellen.

Irgendwann war ich davon sehr ausgelaugt und entkräftet, da ich diese oft auch veratmen musste, die aber keinerlei Auswirkungen auf den Mund hatten.

In der Nacht 39+3 kam dann endlich eine Welle nach der anderen, die immer intensiver wurden. Dann war ich sicher: es geht los! Ich hatte aber keinerlei Lust auf die Hypnose und ging meine Affirmationen durch und lauschte sonst nur den Bäumen im Wind. Morgens frühstückten wir noch mit unserer Tochter, die wir dann abholen ließen. Mittags waren die Wellen so stark, dass ich plötzlich ins KKH wollte. Dort angekommen, wollte ich die Kommunikation leiten und kam mit den Wellen dennoch gut klar. Ich war permanent in Begleitung einer frisch examinierten Hebamme. Nach dem CTG ging es in den Kreißsaal. Ich bat ums Tasten des Muttermundes: 8cm. Das war DIE Motivation! Ab in die Gebärwanne. Hier war mein Bauch endlich schwerelos und das Brennen der Haut ließ nach. Die Übergangsphase war heftig. Dennoch musste ich lachen, da ich bemerkte, dass ich mich darin befand, weil ich kurz davor war, alles abzubrechen und zu gehen. Als der Kopf kam, war ich überrascht, weil ich dies bei der 1. Entbindung nicht gespürt hatte (…). Es war ein sehr starkes Brennen und ich schrie (…). Generell war ich sehr laut und alles andere als friedlich. Aber das brauchte ich. Es war eine selbstbestimmte Geburt, wie ich sie wollte. Das Baby kam mit einem sehr erlösenden Gefühl herausgerutscht und schwamm durch meine Beine zu mir. In diesem Moment war ich geheilt von meinem Trauma. Auch wenn ich unter der Geburt und auch schon Wochen vorher nicht mehr mit den Hypnosen gearbeitet habe, hat mir der Kurs geholfen, diese Entbindung und die Zeit davor, positiv zu gestalten und letztlich für diese für mich perfekte, wenn auch nicht schmerzarme, aber interventionslose und heilsame Geburt gesorgt. Am Ende musste ich noch hier und da genäht werden (…). Die Hebamme hat sich hervorragend an meine Wünsche gehalten und war begeistert, wie ich meine Tochter instinktiv selbst zu meiner Brust krabbeln lassen habe. Auch das habe ich aus dem Kurs gelernt.

Also: zur Vorbereitung und sicherlich auch indirekt unter der Geburt hat mir der Kurs sehr geholfen, auch wenn ich die Geburt komplett ohne Hypnose vollzogen habe. Ich würde es nicht anders machen wollen.

 

Ich wünsche allen Gebärenden, dass jede hier ihre persönlich beste Entbindung erleben darf!