Geburtsbericht von

Tina

Hallo liebe Kristin,

nun komme auch ich endlich dazu, meine wundervolle Geburt unserer Tochter I. niederzuschreiben.

Erstmal will ich mich für diesen tollen Kurs bedanken und die unzähligen Podcasts, die ich mir fleißig angehört habe. Leider hatte ich erst spät von deinem Kurs erfahren und durch meinen damals 1 1/2 jährigen Sohn L. wenig Zeit, mich vorzubereiten. Dennoch bin ich mir sicher, dass Dein Kurs zu dieser wundervollen Geburt im Geburtshaus beigetragen hat.

Erstmal zu der Wahl meines Geburtsortes… eigentlich wollte ich wie bei meiner ersten Geburt wieder ins Krankenhaus, da es nicht weit weg von uns ist und ich nicht direkt unzufrieden war (obwohl meine erste Geburt nun nicht gerade eine Traumgeburt war). Ich wollte allerdings gerne die Hebamme meines Vertrauens (hatte ich damals nach der Geburt meines Sohnes als er 6 Wochen war, kennengelernt) als Nachsorgehebamme haben. Bei einem Gespräch hatte ich erfahren, dass sie allerdings nur Hausgeburten betreut, leider war ich da noch der Meinung, dass das mit meinem Alter (da noch 39 Jahre) nicht klappt. Sie hatte mir dann gesagt, dass es in dem Krankenhaus, bei dem ich zur Geburt möchte, auch Beleghebammen gäbe und nannte mir eine Hebammenpraxis. Ich machte dort einen Termin aus… eine Hebamme kam zu uns nach Hause zu einem Gespräch. Im Gespräch merkte ich, dass das nicht passt, wir zu verschiedene Ansichten haben.

Allerdings erfuhr ich auch, dass bei meiner vorherigen Geburt im Krankenhaus nicht alles so gut lief (Fruchtblase eröffnet worden etc.). Tja, nun saß ich da und war mir unsicher, was ich tun sollte. Zum Glück hatte eine Kollegin und Freundin von mir ihre Geburt vor mir und hatte sich für das Geburtshaus entschieden. Sie schwärmte mir vor, wie toll das sei etc.
Nun war ich mir endlich sicher… dachte ich… und ja, es war schon eine super Entscheidung, aber das Geburtshaus liegt 50 Minuten von uns entfernt und unsere kleine Maus sollte im Januar zur Welt kommen. Das positive war allerdings, dass wir unseren Sohn L. (da noch 1 1/2) mitnehmen konnten. Ich hatte echt Sorge, wie das mit Wellen und dem langen Weg und das im Winter gehen soll. Ich hatte mittlerweile Angst, dass ich doch im Krankenhaus landen würde. Ich habe mir geschworen, beim nächsten Kind (das es allerdings sehr wahrscheinlich nicht geben wird) eine Hausgeburt zu planen.

Vorab: meine Schwangerschaft war im Großen und Ganzen eine sehr unbeschwerte Schwangerschaft. Ich muss dazu sagen, ich bin gerne schwanger und genieße die Zeit und liebe den Moment, die ersten Bewegungen des Bauchzwerges zu spüren. Leider wurde mir bei der Schwangerschaft (hatte die Frauenärztin gewechselt) am Schluss ein schlechtes Gewissen und Panik gemacht, dass ich ein XXL Baby haben werde etc. War für mich sehr schlimm.

Nun aber zum tatsächlichen Geburtsbericht…der ist nicht sehr lang.
Unsere Maus sollte eigentlich laut errechnetem Termin am 03.01.22 auf die Welt kommen. Da L. eine Punktlandung war und direkt am errechneten Termin kam, war mir klar, dass das nicht nochmal so sein wird. Irgendwie hatte ich so ein inneres Gefühl, dass sie sich schon früher auf den Weg machen wird… Das Gefühl bewahrheitete sich zwar nicht, aber ich hatte in der Nacht leichte Wellen, in der ich dachte, sie würde kommen. Danach passierte nichts mehr. Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch und saß nun jeden Tag auf glühenden Kohlen, wann es wohl nun endlich los geht.

Am 08.01.22 in der Nacht ging es dann los… meine Fruchtblase platzte im Schlaf um 01:19 Uhr mit einem Plop, der mich aufwachen ließ. Ich ging direkt ins Bad und mir war klar, dass muss das Fruchtwasser sein, dass da unaufhaltsam herunter rinnt.
Da ich noch keine Wellen hatte, wollte ich mich wieder hinlegen… allerdings war das keine gute Idee, denn das Fruchtwasser lief und lief. Also sagte ich meinem Mann Bescheid und ging wieder ins Bad.

Dort wählte ich erstmal die Nummer der Hebamme. Die meinte nur: “Ach, da hast du noch Zeit… Klar kannst du noch in die Badewanne.“
Ich habe also meine Kopfhörer geschnappt, die App gestartet und versucht, zu entspannen… aber leider keine Chance…denn auf einmal waren die Wellen da. Leider fand ich nicht in die Trance/Entspannung rein. Nicht lange und mein Mann kam zu mir und meinte: „Wir rufen jetzt die Hebamme an, die Wellen werden immer regelmäßiger und stärker.“

Er hatte wohl den Wellenzähler angeschmissen. Hebamme also angerufen…uns alle drei fertig gemacht und ins Auto reingesetzt und ab ging die Fahrt. Es war neblig, glatt und wir hatten eine Fahrtzeit von 50 Minuten vor uns mit Umleitung. Die Wellen wurden immer stärker und regelmäßiger… Mittlerweile verspürte ich einen Druck, schieben zu wollen. Die „Schmerzen“ waren gut auszuhalten, ich veratmete sie auf meine Weise sehr gut (mein Mann war mir auch eine gute Hilfe). Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir um 4 Uhr im Geburtshaus an, die Hebamme hatten wir kurz vor Ankunft informiert, dass wir gleich da sind.

Sie empfing uns, es war eine wunderschöne Atmosphäre, gedimmtes Licht, wir waren ganz allein… Sie legte das CTG an, tastete den Muttermund und meinte nur noch: „Du darfst gleich mitschieben.“
Wir gingen ins Nebenzimmer, dort stand schon die Badewanne mit Wasser bereit (hatte ich gleich bei Ankunft und auch bei der Anmeldung gesagt, da ich wusste, dass mir bei der ersten Geburt Wasser sehr gut tat), dann ging alles sehr schnell… um 5 Uhr war dann unsere kleine I. geboren. Mein Mann und unser Sohn L. kamen dazu, sie waren in der Zeit im Nebenzimmer (haben aber alles mitbekommen, da die Schiebetür zwischen den Zimmern offen stand). Es war eine Traumgeburt und auch, wenn es nicht direkt mit dem Gelernten vom Kurs funktionierte, bin ich mir sicher, dass es mental doch funktioniert hat!
Im Nachhinein dachte ich mir nur: “Ein Glück, dass sie nicht im Auto zur Welt gekommen ist, denn das war sehr knapp.”

Wir sind sehr glücklich, unsere beiden Mäuse zu haben, sie sind beide aus künstlichen Befruchtungen entstanden, da ich Endometriose habe. Es war schön, in Erinnerungen zu schwelgen und ich bin glücklich, dass ich bei meiner zweiten Geburt meine Traumgeburt erleben durfte! Ganz lieben Dank für deine Hilfe dabei.

Liebe Grüße

Tina und Familie

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