Geburtsort:

Klinik

Trigger: Einleitung, (Kaiserschnitt)

Mein Geburtsbericht

Bericht eines – ich kann es nicht anders sagen – wunderschönen spontanen Kaiserschnitts

29.06.2021 / 1. Kind / 3420 Gramm / 52 cm / KU 34 cm

Achtung: langer Bericht, wie so viele hier, die ich mir sooo gerne und oft durchgelesen habe

Am Sonntag den 27.06. wurde ich Vormittags zur Einleitung bei ET+10 im Krankenhaus aufgenommen. Das ist in dem Krankenhaus, dass ich ausgesucht hatte, so üblich und ich hatte mich schon darauf eingestellt.

Allerdings hatte ich trotzdem ganz schön damit zu kämpfen, ich war noch nie im Krankenhaus und alles war neu und ich wollte am liebsten zu Hause sein.

Ansonsten war ich aber positiv gestimmt, habe mir gesagt, dass ich jetzt schon an dem Ort bin, an dem ich unser Baby bekommen werde und dass sich hier alle um uns kümmern werden.

Ich wurde mit Tabletten zur Einnahme eingeleitet, dazu musste ich 4 mal am Tag in den Kreißsaal und war dort jeweils 1 1/2 Stunden am CTG.

Bei jedem CTG habe ich die Hypnose ‚Geburtsbeginn mental fördern‘ und die ‚Geburtsvorbereitung lang‘ gehört & konnte mich dadurch gut in Entspannung versetzen, trotz CTG und anderen Schwangeren im Raum.

Am Montag Nachmittag habe ich dann das erste mal Wellen gespürt, die ich aber noch gut veratmen konnte.

Ich habe mich mit meinem Mann immer auf dem Klinikgelände getroffen und wir sind viel spazieren gegangen.

Ich würde sagen, ab ca. 19/20 Uhr kamen die Wellen regelmäßig in 3-5 Minuten Abständen, waren aber ziemlich kurz.

Um 22 Uhr habe ich es auf dem Zimmer nicht mehr ausgehalten und bin runter in den Kreißsaal. Da ich in der Schwangerschaft nie Übungswellen o.ä. hatte, kann ich es nicht beurteilen, aber nach meinem Ermessen waren die Wellen schon wirklich heftig und ich war währenddessen nicht in der Lage, den Muttermund zu visualisieren. Auch die Bauchatmung hat bei mir nicht so geklappt, ich habe dann lieber lange ausgeatmet und getönt.

In den Wellenpausen konnte ich durch Kristins Stimme aber sehr gut abschalten und bin immer wieder bis zur nächsten Welle eingenickt.

Im Kreißsaal haben sie dann festgestellt, dass der MuMu erst 1 Fingerbreit auf ist. Ich habe dann 2 Schmerzzäpfchen bekommen und wurde wieder aufs Zimmer geschickt.

Durch die Zäpfchen hatte ich das Gefühl, dass manche Wellen erträglicher waren, andere mich aber wieder voll mitgerissen haben und dafür umso höher waren.

Um 3 Uhr bin ich wieder runter in den Kreißsaal und durfte ab dann auch da bleiben.

Die Hebamme hat vorgeschlagen, dass ich ein Entspannungsbad nehme, dem habe ich erleichtert zugestimmt und ich durfte dann meinem Mann Bescheid geben, dass er kommen kann.

Leider hat sich dann immer mehr gezeigt, dass die Herztöne von unserem Baby während der Wellen kurz absacken und dann während der Wellenpausen wieder normal waren.

Das sollte weiter beobachtet werden, weswegen die Wanne flachfiel und ich einen Tropf bekommen habe mit Schmerzmitteln.

Ab dann wurde es etwas besser, Kristin auf den Ohren & meinen Mann vor mir sitzend.

Leider wurden die Herztöne nicht besser und auch im Liegen (davor saß ich die ganze Zeit, im Liegen habe ich es kaum geschafft, die Wellen auszuhalten) keine Veränderung.

Die Hebamme hat dann eine Ärztin und nachher auch eine Oberärztin gerufen, die mir zu einem Kaiserschnitt geraten haben. Sie meinten, dass dadurch, dass ich schon so weit über ET bin (das war dann ET+12), könne es sein, dass die Plazenta unser Baby nicht mehr optimal versorgt. Die Oberärztin hat nochmal meinen MuMu gefühlt, er war bei 2 cm.

Wir haben dann sehr schnell das Ok für den Kaiserschnitt gegeben und was soll ich sagen, ab da beginnt meine Traumgeburt.

Die Anästhesistin und die Ärztin erklärten alle typischen rechtlichen Sachen, und ich unterschrieb noch den Einverständnisbogen für den Kaiserschnitt.

Ich bekam sogar das Go von der Anästhesistin, dass ich Kopfhörer aufhaben durfte (wollte ich dann aber irgendwie doch nicht, da war mir irgendwie nicht nach).

Den Schichtwechsel der Hebamme fand ich gut, die neue Hebamme war mir irgendwie direkt sympathisch und sie war sehr liebevoll.

Mir wurde das OP Hemd angezogen und ich wurde unter Veratmung von 2 Wellen (die Hebamme beruhigte mich und sagte, wir hätten alle Zeit der Welt) in den OP Raum direkt neben dem Kreißsaal gebracht.

Mein Mann wurde währenddessen auch steril angezogen.

Im OP waren schon mächtig viele Leute, ich schätze mal beim Kaiserschnitt waren es nachher so 8.

Alle waren super lieb, haben mit mir gequatscht, haben gefragt, ob wir wissen, welches Geschlecht (nein, wir lassen uns überraschen). Nebenbei lief entspannte Radiomusik.

Die Setzung der PDA habe ich nicht gemerkt, außer einem kleinen Piecks, das ging Ruck zuck & ich merkte, wie mir vom Bauch abwärts ganz warm wurde, was ein total wohliges Gefühl in mir auslöste.

Der ‚Vorhang‘ wurde aufgehängt und mein Mann kam zu mir ans Kopfteil. Die Ärztin hat 3 mal einen Test gemacht, ob ich noch was spüre, bevor sie angefangen haben.

Die ganze Zeit haben die Hebamme und die Anästhesistin weiter mit mir geplaudert und uns immer wieder beruhigt, dass wir gleich unser Baby in den Armen halten werden. Dass die Hebamme zwar ganz kurz verschwindet mit dem Baby aber sich total beeilt und Ruck zuck wieder da ist.

Nach ein paar Minuten haben wir den 1. Schrei unseres Babys gehört und es war sooo schön.

Die Oberärztin hat gesagt: Also ich weiß jetzt das Geschlecht, soll ich es Ihnen verraten ?

Und da war unsere Lily und tatsächlich war die Hebamme so schnell mit ihr wieder da, sie haben sie mir noch im OP in warme Handtücher gehüllt auf die Brust gelegt.

Von dem ganzen ‚Gemache‘ an meinem Bauch habe ich absolut nix mitbekommen, die Anästhesistin hat immer gesagt: „Achtung jetzt kommt wieder die Elefantenherde“ aber das habe ich gar nicht so wahr genommen.

Auch vor gefürchteten Geräuschen oder so habe ich nichts wahrgenommen & mein Mann übrigens ebenso wenig.

Im Endeffekt hat sich herausgestellt, dass Lilys Nabelschnur sehr kurz war und einmal um ihren Kopf, so dass sie daran gehindert wurde, richtig ins Becken zu rutschen. Die schnelle Entscheidung zum Kaiserschnitt war also mehr als perfekt.

Nach 40 Minuten wurde ich aus dem OP direkt in ein Nachwehenzimmer geschoben, mein Mann war kurz zuvor mit der Kleinen schon mal vor und die beiden haben mich schon kuschelnd erwartet. Ich wurde in warme Handtücher gehüllt und Lily mir wieder auf die Brust gelegt und sie konnte direkt andocken. So verbrachten wir selige 2 Stunden, in denen die Hebamme immer wieder kam, was zu trinken gebracht hat und mir neue warme Handtücher.

Anschließend wurden wir auf ein Zimmer gebracht. Die Familienzimmer waren leider alle belegt, aber die Versorgung durch die Schwestern auf der Station war total toll und liebevoll. Das Stillen hat von Anfang an super geklappt, wir hatten keinerlei Startprobleme.

Ich konnte bereits am Abend der OP alleine auf Toilette gehen und habe mich einen Tag vor dem üblichen Entlassungszeitraum selber entlassen, weil es Lily und mir so gut ging und wir jetzt einfach nur nach Hause zum Papa wollten.

Kristins Kurs hat mir unfassbar geholfen, in meinem Fall insbesondere in der Vorbereitung auf die Geburt. Mein Mann hat mir immer wieder gesagt, dass er immer geglaubt hat, das wird schon klappen, weil jede Frau das ‚irgendwie schafft‘, aber seit dem Kurs war ich so gut vorbereitet ,dass er einfach total entspannt (genau wie ich) an die Geburt rangegangen ist und wir uns darauf gefreut haben.

Vielen Dank für eure Arbeit, Kristin & Team, ich werde den Kurs auf jeden Fall aus vollem Herzen weiter empfehlen.