Geburtsort:

Hausgeburt

Triggerwarnung: Blutung nach Plazentageburt und Versorgung im Krankenhaus

Sehr ausführlicher positiver Geburtsbericht von unserem Sohn N.

2.Kind, Hausgeburt am 31.05.2021 um 03:26 Uhr mit 55cm, 4.180g, Kopfumfang 38,5cm. (ET war der 7. Juni)

Direkt mit Beginn der Schwangerschaft hörte ich jeden Abend Kristins Podcast und war sooo begeistert davon. Es beruhigte mich total und schnell begann ich dann auch mit dem online Kurs.

Vorbereitung: Online Kurs die friedliche Geburt, Heublumensitzbad ab 37+0, 6 Datteln und 2 EL Leinsamen am Tag, 1 Tasse Himbeerblättertee, durch meine Schwangerschaftsdiabetes seit der 25ten Woche kaum Kohlenhydrate, keinen Zucker, Weizen und sozusagen streng nach Louwen ernährt. Dadurch hab ich meine Blutzuckerwerte gut ohne Insulin Spritzen im Griff gehabt und auch nur 10kg zugenommen.

Mittags am 26. Mai, habe ich auf der Toilette bemerkt, dass der Schleimpfropf abgegangen ist. Da es bei meiner Tochter 2018 danach direkt mit Wehen losging, war ich ein bisschen aufgeregt und gespannt, ob es diesmal auch so ist. Aber es blieb ruhig und außer immer mal wieder ein Ziehen und Druck/Stechen Richtung Scheide, bemerkte ich nichts die nächsten Tage. Ich hörte weiter jeden Abend meine Hypnosen und machte alle paar Tage ein Heublumendampfbad auf der Toilette. Am 29. Mai war endlich wieder wunderschönes Wetter und wir sind fast 3 Stunden vormittags flott spazieren gewesen, in der Hoffnung, die Wehen rauszulocken. Als wir wieder zuhause waren, hatte ich immer wieder einen harten Bauch, aber nach dem Mittagsschlaf war wieder alles ruhig. Mein Mann war während meinem Schläfchen mit unserer Maus bei der Oma zu Besuch. Beim heim fahren ist sie natürlich um 16 Uhr im Auto eingeschlafen. Dementsprechend war sie dann auch den ganzen Abend fit und ist erst gegen 22 Uhr abends im Bett. Mein Mann hat auch schon geschlafen, weil er am nächsten Tag eigentlich einen wichtigen Termin bei der Arbeit gehabt hätte und sein Wecker um halb 4 Uhr klingeln sollte.

Als M. dann gerade eingeschlafen ist, merkte ich immer wieder ein Ziehen im Bauch. Gegen 23 Uhr kamen die Wehen so alle 7-10 Minuten aber ich nahm es noch nicht richtig ernst, da sie kaum schemenhaft waren und ich dachte, es seien wieder Übungswehen. Ich setzte mich auf die Toilette und machte mein Heulblumendampfbad und hörte nebenher die Hypnose „Geburtsbeginn mental fördern“. Schnell wurden die Wehen intensiver. Danach legte ich mich zu unseren Mäuschen ins Bett und hab weiter meine Hypnose gehört und versucht einzuschlafen. Schnell merkte ich, dass es wohl doch keine Übungswehen sind und ich das Schlafen vergessen kann. Dann hab ich gegen 0 Uhr meinen Mann geweckt und ihm gesagt, dass es wohl los geht und er bei der Arbeit Bescheid sagen muss, dass er nicht kommen kann. Er hat mir eine Badewanne eingelassen und ich war gespannt, ob die Wehen durch die Entspannung wieder weggehen oder intensiver werden. Ich hab die Hypnose „während der Geburt“ gehört. Das tat richtig gut und ich merkte, wie die Wehen immer stärker wurden und alle 5 Minuten kamen. Mein Mann bereitete so lange im Wohnzimmer alles vor. Stellte den Geburtspool auf, legte Malervlies, Spannbettlaken, Decken, Handtücher usw. aufs Sofa und den Boden und machte alles dunkel und wunderschön mit Kerzen. Zwischendrin schaute er nach mir im Bad und wir waren uns unsicher, wann wir die Hebamme anrufen sollen. Die Wehen waren zwar intensiv, aber durch die Hypnose gut auszuhalten und ich hatte Angst, die Hebamme zu früh anzurufen. Bei meiner Tochter hatte ich im Krankenhaus 25 Stunden Wehen und von Anfang an sehr schmerzhaft und kaum auszuhalten. Deswegen war ich mir dieses Mal so unsicher, ob es wirklich schon richtig Geburt ist und ob wir unsere Hebamme nachts aufwecken sollen. Um 1:15 Uhr hat mein Mann sie kurz angerufen aber gesagt, dass es mir noch sehr gut geht und ich die Wehen in der Badewanne gut veratmen kann und wir uns nochmal melden. Mein Mann hat so lang im Wohnzimmer Wasser in den Geburtspool gelassen. Aber schnell wurden meine Wehen so stark, dass ich sie vertönen musste und er während den Wehen immer wieder zu mir ins Badezimmer kam. Um 1:45 Uhr hat er der Hebamme Bescheid gegeben, dass sie doch lieber direkt kommen soll. Ich war weiterhin in meiner Hypnose, aber musste die Wehen sehr intensiv veratmen. Als der Pool voll war, hat er mir aus der Wanne raus geholfen um rüber ins Wohnzimmer zu gehen. Ich kam aus meiner Hypnose raus und die Wehen waren plötzlich so schmerzhaft, dass ich kaum laufen konnte und einen extremen Druck nach unten hatte und ich kurz Angst hatte, schon pressen zu müssen. Mein Mann hilf mir in den Geburtspool zu steigen und es war so ein schönes Gefühl in dem warmen Wasser mit dem vielen Platz zu liegen. Ich tauchte wieder in meine Hypnose ab und bekam nur am Rande mit, als meine zauberhafte Hebamme um 02:18 Uhr zu uns kam. Sie hat sich leise mit meinem Mann unterhalten und packte ihre Sachen aus. Sie kniete sich neben mich, streichelte meine Hand und stelle mir ein paar kurze Fragen. Ab da nahm ich einen Kopfhörer aus dem Ohr, aber hörte mit der anderen Seite weiter meine Hypnose. Die Wehen kamen nun sehr kraftvoll im 1-2 Minuten Abstand und ich musste mich sehr konzentrieren, dass ich auf die Bauchatmung achtete und mich nach der Wehe wieder entspannte. Die Wehen überrollten mich und ich begann am ganzen Körper zu zittern vor Anstrengung und dachte kurzzeitig, scheiße das schaff und will ich nicht mehr lang. Aber dann freute ich mich, weil ich wusste, dass ich mich wahrscheinlich in der Übergangsphase befinde und es nicht mehr lang dauern kann. Ich ging zwischendrin aus dem Pool auf die Toilette. Als ich zurückkam, hatte ich kurz das Bedürfnis, mich aufs Sofa zu legen. Dann kam eine Wehe und die war so unerträglich, dass ich sofort wieder ins Wasser wollte. Ich lehnte mich in Rückenlage an den Pool und mein Mann hat mich von außen gut gestützt. Einmal wollte ich eine andere Position einnehmen aber es war so unangenehm, dass ich mich schnell wieder hinlegen wollte, so konnte ich mich am besten entspannen. Meine Hebamme untersuchte zwischendrin einmal kurz den Muttermund aber ich hatte ihr bei unseren Vorsorgeterminen schon gesagt, dass ich den Befund lieber nicht wissen will. Ich hatte Angst, dass es wie bei meiner Tochter (20 Stunden lang bei einem Zentimeter) ist und ich dann Panik bekomme und verkrampfe. Ich musste wieder aufs Klo und währenddessen ist um 03:07 Uhr die Fruchtblase auf der Toilette gesprungen.

Plötzlich hatte ich einen extremen Pressdrang. Ich bin schnell wieder ins Wasser. Die Hebamme tastete nochmal um 03:13 Uhr und mein Muttermund war vollständig geöffnet. Es dauerte ein paar Presswehen, bis ich selber das Köpfchen fühlen konnte. Die Austreibungsphase war wirklich sehr schmerzhaft für mich und ich schaffte es zu dem Zeitpunkt auch nicht mehr in die Tiefenentspannung zu gehen. Aber trotzdem hatte ich noch einen Kopfhörer im Ohr und Kristins Stimme tat mir gut, mich zwischen den Wehen wieder zu entspannen und locker zu lassen. Ich sollte noch tiefer in den Bauch atmen, um ihm viel Sauerstoff zu schicken, da die Herztöne während den Presswehen immer wieder leicht abfielen. Das Köpfchen war halb draußen und blieb kurz stecken. Ich hatte die Hand auf dem Kopf und nahm alle meine Kraft und presste, bis er endlich draußen war, um 03:25 Uhr. Der Körper kam mit der nächsten Presswehe und unser kleiner Schatz war um 03:26 Uhr auf der Welt und hat direkt kräftig geschrien und nach der Brust gesucht. Wir schauten unten nach, welchen kleinen Schatz wir begrüßen durften und freuten uns riesig über unseren kleinen Jungen.

Ich bin 10 Minuten später mit Hilfe aus dem Pool gestiegen und wir haben uns mit warmen Handtüchern auf das Sofa gekuschelt und gestillt. Um 03:42 Uhr kam die Plazenta. Es hat stark geblutet und meine Hebamme untersuchte meine Verletzungen. Sie war ein wenig besorgt und wusste nicht so Recht, woher das Blut kam. Sie legte uns ans Herz, lieber kurz ins Krankenhaus zu fahren, um die Verletzung dort nähen zu lassen. Sie hat dort angerufen und Bescheid gegeben, dass wir kommen. Ich hab meine Eltern angerufen damit sie vorbei kommen, um auf M. aufzupassen. Sie kamen direkt und waren auch ganz verliebt in Noah. Mein Mann packte uns zwei ins Auto und wir wurden am Eingang schon erwartet und ich bin direkt auf die Liege gekommen und in den Kreißsaal zum Nähen. Es war zum Glück eine ganz liebe Hebamme und ein junger Arzt, der auch sehr nett war. Das Nähen an sich fand ich sehr unangenehm und schmerzhaft, aber es ging zum Glück sehr schnell. Nebenher lag N. auf meiner Brust und hat die ganze Zeit gestillt. Als wir wieder zuhause ankamen, schlief unsere große Maus immer noch und Oma und Opa haben mit der Hebamme zusammen alles aufgeräumt, Müll rausgebracht und meine Mama hat die Ladung Wäsche mitgenommen. Meine Eltern haben uns Frühstück gebracht, sich verabschiedet und wir haben uns aufs Sofa gekuschelt und mussten erstmal alles verarbeiten, was da so schnell alles geschehen ist nachts. Um kurz nach halb 8 Uhr ist M. aufgewacht und hat freudestrahlend ihren kleinen Bruder begrüßt.

Ich bin so dankbar über dieses wunderschöne Geburtserlebnis und immer noch total baff, wie schnell das alles ging. Nach meiner ersten traumatischen Geburt bin ich nun wirklich geheilt und hätte es mir bis auf das Nähen danach, nicht schöner vorstellen können.

Vielen Dank Kristin für deine tolle Arbeit