Geburtsort:

Klinik

Liebe Kristin,  

gestern erhielt ich eine E-Mail von dir mit dem Betreff: „Dein Online-Kurs ruht demnächst“. Wahnsinn – vor knapp einem Jahr habe ich also deinen Kurs erworben. Wo ist die Zeit hin?  

Ich nehme die E-Mail zum Anlass, dir endlich von der Geburt meines Sohnes L. zu berichten. Er ist in einer Level-1-Klinik natürlich zur Welt gekommen und ich habe mich mit deinem Online-Kurs vorbereitet. L. ist inzwischen schon 10 Monate alt und läuft tapsig und unermüdlich am Sofa hin und her. Meine Erfahrungen in Worte zu fassen, steht also schon ziemlich lange auf meiner TO-DO-Liste. Und das bringt mich auch schon zum ersten Vorteil deines Online-Kurses: Ich habe ca. 6 Wochen vor Termin deinen Kurs erworben und mich ab dem Zeitpunkt intensiv und beinahe täglich mit der Geburt beschäftigt. Schließlich hatte ich ja auch dafür gezahlt und ich bin Schwäbin. Diese Zeit hätte ich mir ohne deinen Kurs sicher nicht genommen. Vor allem, da mich mein erster Sohn mit seinen 2 Jahren noch gut auf Trab hielt.  

Ab etwa Mitte der Schwangerschaft habe ich auf Empfehlung meiner Hebamme deinen Podcast gehört. Ich fand ihn immer sehr informativ, sympathisch, authentisch und vor allem angenehm unaufdringlich. Danke dafür!
Da ich mit Hypnose und Co bis dato überhaupt nichts anfangen konnte, zögerte ich lange, bis ich den Online-Kurs erwarb. Letztendlich hast du mich aber überzeugt und ich wollte deiner Methode eine Chance geben. Die Geburt meines 2. Kindes wollte ich in jedem Fall anders gestalten und erleben, als die Geburt meines ersten Sohnes. An diese erste Geburt war ich zwar positiv herangegangen, hatte mich aber nicht weiter damit beschäftigt und gedacht, das würde schon alles gut gehen. (…) Ich würde diese erste Geburt zwar eigentlich nicht als traumatisch bezeichnen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich bis zur Geburt meines 2. Sohnes häufig weinen musste, wenn ich an die erste Geburt dachte oder über sie sprach. Vermutlich also doch irgendwie ein Trauma… Ich empfand den Kaiserschnitt als persönliche Niederlage, wie ein verfehltes Ziel im Sport. Natürlich ist das dumm. Doch dieses Wissen änderte nichts an meinen Gefühlen 

L.s Geburt verlief dann zum Glück ganz anders und versöhnte mich auch mit meinem vorherigen (…) Geburtserlebnis. Doch nun von Anfang an:  

Deinen Online-Kurs habe ich, so gut es eben ging, durchgezogen und fast täglich mit der langen Geburtsvorbereitung und hin und wieder zusätzlich mit einer der anderen Hypnosen trainiert. Zu völlig verschiedenen Tageszeiten – anders ging es nicht. Viel zu häufig schlief ich dabei ein, manchmal dachte ich währenddessen an alles und nichts. Den gewünschten Trance-Zustand erreichte ich vielleicht manchmal – vielleicht auch nicht. Ich hoffte einfach, es würde reichen. Doch vor allem habe ich mir intensiv Gedanken darüber gemacht, was ich unter der Geburt wünsche und was nicht. Und dies entpuppte sich als sehr wertvoll.  

Die ersten Wellen kamen in der Nacht und wurden im Laufe des Morgens stärker. Bald war klar, dass es wirklich ernst werden würde. Die ersten paar Stunden verarbeitete ich die Wellen in meinem Bett, deine Hypnose auf den Ohren. Ich kam gut zurecht, auch der Weg in die Klinik klappte problemlos. Ermutigt durch deinen Podcast lehnte ich eine völlig unnötige Ultraschall-Routine-Untersuchung ab und blieb lieber bei mir. Das war schwer genug. Die Klinik war voll. Eine Zeitlang (…) mussten wir draußen im Gang warten, weil alle Zimmer belegt waren. Bei Geschwätz, Trubel und Kindergeschrei machten mir die Wellen stark zu schaffen. Irgendwann gelang es mir nicht mehr, mich in den Pausen zu entspannen. Dies markierte den ersten emotionalen Tiefpunkt im Geburtsprozess. Doch endlich konnte ich wieder in ein Vorbereitungszimmer und bald auch in einen Kreißsaal. Ich hatte mir schon im Vorfeld überlegt, dass ich die Wanne gerne ausprobieren würde, und tatsächlich empfand ich das warme Wasser als Segen, welcher mir wieder zur nötigen Entspannung verhalf. Auch die abendliche Ruhe, die endlich einkehrte, tat gut. Ich konnte sogar etwas essen (ich hatte einen Bärenhunger) und wurde von meinem Mann mit Trauben gefüttert und mit einem kalten Waschlappen auf der Stirn verwöhnt. Nach ca. 3 Stunden riet mir die Hebammenschülerin, die Wanne wieder zu verlassen. Das Baby hatte sich in Sterngucker-Position gedreht und ich sollte ihm durch etwas Bewegung helfen, sich vielleicht doch nochmal anders zu positionieren.  

Natürlich hatte ich ständig die Angst im Kopf, dass es wieder zu einem Kaiserschnitt kommen könnte. Erneut fiel es mir schwer, mich zwischendurch zu entspannen. Ich brauchte Hilfe. Und die bekam ich in Form von Lachgas. Auch diese Form der Schmerzlinderung hatte ich bereits im Vorfeld als Alternative zur PDA angedacht und sie half mir aus meinem zweiten Tief. Das Lachgas, welches ich selbstbestimmt während der Wellen einatmete, nahm zwar kaum die Intensität der Empfindung, doch es verhalf mir zu rascher Entspannung in den Wellenpausen. Und plötzlich ging es ganz schnell und die Hebamme erlaubte mir, meinem lange gespürten Pressdrang nachzugeben. Etwa 20 Minuten später und ca. 24 Stunden nach den ersten Wellen war L. geboren. Der Arzt kam erst in den Kreißsaal, als dieser bereits auf meiner Brust lag. Nabelschnur auspulsieren lassen oder nicht? – Mir war es völlig egal. Ich war einfach nur glücklich und stolz, wie alles gelaufen war. Wir blieben noch eine Weile im Kreißsaal, kuschelten und schliefen. Dem Baby und mir ging es so gut, dass wir noch am selben Tag nach Hause fuhren. Auch das hatte ich mir im Vorfeld als Idealfall ausgemalt. Und die ersten Tage als Familie waren wunderschön und intensiv.  

Alles in allem hatte ich bereits direkt nach der Geburt ein sehr positives Gefühl. Auch heute, 10 Monate später, denke ich mit Freude an dieses Erlebnis zurück. Es war eine friedliche Geburt. Ich danke dir, Kristin, von ganzem Herzen für deine Begleitung und Unterstützung. Ich bin überzeugt davon, dass dein Kurs dazu beigetragen hat, dass alles so gut verlaufen ist.  

Dabei habe ich deine Methode letztendlich nur teilweise angewandt. Die Geburtshypnose habe ich einige Stunden lang gehört. Dann ging sie mir irgendwie auf die Nerven und mit den Kopfhörern war mir viel zu heiß. Ich bewegte mich kaum, redete nur das Nötigste und versuchte, mich so viel wie möglich zu entspannen. Doch ich zog mich nicht weit genug zurück, um in tiefe Trance zu fallen. Ich habe wohl nicht fest genug an die Hypnose unter der Geburt geglaubt. Obwohl ich vollste Rückendeckung durch meinen Mann hatte, wollte und konnte ich meinem eigenen Wesen nicht so krass widersprechen und die Kontrolle und Kommunikation völlig aus der Hand geben.
Deine Atemtechnik empfand ich über weite Strecken als sehr hilfreich. Die Visualisierung hingegen wollte nicht so richtig gut klappen. Teile deiner Methode haben für mich also super funktioniert, während andere nicht so richtig gut zu mir passten. Ich schreibe das so klar, um auch Zweiflerinnen wie mich davon zu überzeugen, dass dein Kurs sich meiner Meinung nach lohnt – auch wenn nicht alles 1 zu 1 umgesetzt wird.
Der größte Wert deines Kurses lag für mich nämlich in der mentalen Vorbereitung. Diese Geschichte mit der Maus und dem Elefanten… Die Geburt war nicht schmerzfrei. Sie war kein Spaziergang. Und sie war nicht besonders schnell. Aber sie war genauso gut, wie ich es mir im besten Fall ausgemalt hatte! Ich hatte mir gewünscht, dass es diesmal natürlich klappt. Ich hatte mir Wanne und Lachgas als mögliche Retter in der Not ausgemalt. Ich hatte gehofft, gesund zu bleiben und vielleicht sogar ambulant zu entbinden. Das war das Maximum, was ich mir zu hoffen erlaubt hatte. Und genau so ist es gekommen. Wer weiß, was passiert wäre, wenn ich den Mut gehabt hätte, auch während der Geburt noch mehr auf die Hypnose zu vertrauen? (…) Oder mir erlaubt hätte, an eine schnelle und schmerzarme, gar schmerzfreie Geburt zu glauben? Hinter unserer weiteren Kinderplanung steht aktuell noch ein Fragezeichen. Vielleicht probiere ich es ja irgendwann mal noch aus…  

Liebe Kristin, entschuldige, dass ich mich erst jetzt bei dir melde. Ich bin nicht der Typ, der im Internet Kommentare oder Likes hinterlässt, doch deine Arbeit hat mir sehr geholfen. Ich habe dich inzwischen aus Überzeugung mehreren Freundinnen weiterempfohlen und die ein oder andere hat auch schon deinen Kurs ausprobiert. Ich danke dir für deine tolle und wichtige Arbeit. Mach weiter so!  

Viele liebe Grüße,
Deine Madeleine (und in meinem Kopf höre ich das entspannende Gitarrengeklimper aus deinem Podcast :D)