Geburtsort:

Hausgeburt

Geburtsbericht T.

4250g schwer 53cm groß und 35cm KU

Samstag der 22.05.21

40+6 geplante Hausgeburt

So langsam wurde ich ungeduldig. Das war die erste Schwangerschaft, bei der das Baby auf sich warten lässt. Die beiden großen Brüder kamen beide spontan bei 40+1 im Krankenhaus und unsere Tochter kam zu früh bei 28+0 per Kaiserschnitt.

Einerseits war ich natürlich sehr froh, dass bei dieser Schwangerschaft bis zum Ende alles gut ging, andererseits war ich auch sehr bereit, unser Baby kennen zu lernen. Ich hab mich durch „Die Friedliche Geburt“ sehr gut vorbereitet gefühlt und war voller Vorfreude auf die Geburt und unser Baby.

Am Vormittag schrieb mir unsere Hebamme, wie es mir denn geht und ich antworte, dass sich nichts tut und ich langsam ungeduldig werde. Daraufhin schrieb sie, dass sie bald mal vorbei kommt. Sie kam um die Mittagszeit und brachte Globoli und Rizinusöl mit, falls ich gerne sanft nachhelfen möchte… Fühlte nochmal den Bauch und meinte, dass das Baby nochmal tiefer gerutscht ist und meinte, als sie wieder ging, dass sie das Gefühl hat, unser Baby werde heute noch kommen. Zwei Tage davor hatte ich darum gebeten, dass sie den Muttermund tastet, der zu dem Zeitpunkt ca. 2 cm geöffnet war. Außerdem hatte ich vor der Geburt bei meiner zweiten Hebamme zwei Akupunktur Sitzungen. Ich entschied mich dann nach dem Mittagessen, die ersten Globoli zu nehmen. Mittags telefonierte ich mit meiner Schwester und, da sie und ihr Mann am Nachmittag in der Nähe waren, lud ich sie spontan zu Kaffee und Kuchen ein. Sie wollten um 16 Uhr zu uns kommen. Mit meiner Schwester war auch ausgemacht, dass sie auf unsere drei Kinder bei uns zu Hause aufpasst, sobald die Geburt losgeht.

Ich nahm weiterhin die Globuli, wie es mir meine Hebamme empfohlen hatte. Spürte aber nicht viel mehr, außer die seltenen Wellen, die ich schon die Tage davor ab und zu hatte. Höchstens fünf am Tag. Um 15 Uhr fuhr ich noch zum DM, um ein paar Dinge zu besorgen und war ca. eine halbe Stunde unterwegs. Als ich wieder zu Hause war, machte ich mir, wie besprochen, zwei Spiegeleier mit ein wenig Rizinusöl, das mir meine Hebamme da gelassen hatte.

Meine Schwester und mein Schwager verspäteten sich um ca. 25 Minuten und ich spürte langsam, dass die Wellen häufiger kamen. Aber schmerzhaft waren sie nicht. Wir saßen zusammen, tranken Kaffee und aßen Kuchen. Um ca. 17:10 Uhr wurde es mir plötzlich zu laut am Tisch und ich wollte mich zurückziehen und meinte, dass ich kurz meine Ruhe brauche und mich auf die Couch lege. Das tat ich und hatte dann das Bedürfnis, mir die Hypnose anzumachen. Als die Wellen mehr wurden, beschloss ich in die Badewanne zu gehen, um zu sehen, ob die Wellen bleiben. Ich sagte meinem Mann und meiner Schwester Bescheid und meinte zu meiner Schwester, dass sie ja vielleicht heute da bleiben könnte, wenn die Wellen wirklich bleiben.

Dann lag ich bis kurz nach halb sechs mit der Hypnose auf den Ohren in der Wanne, bis ich merkte, dass ich auf die Toilette muss. Ich stieg aus der Wanne und mein Darm musste sich entleeren. Die Wellen kamen nun schon ziemlich häufig, aber gut machbar. Ich hatte weiterhin die Geburtshypnose auf den Ohren und wechselte immer wieder von meinem Kraftort in die Gebärmutter, immer nach Gefühl. Ich wollte dann nicht zurück in die Wanne und legte mich wieder auf die Couch. Dort dachte ich mir, dass ich ja doch gerne meine Wellen tracken möchte und lud mir eine Wehen App runter. Allerdings kamen die Wellen dann so häufig und ohne Pause, dass ich mir dachte, dass das jetzt wohl nichts bringt. Komischerweise war ich mir zu dem Zeitpunkt trotzdem nicht bewusst, dass ich schon mitten unter der Geburt war. Ich war so bei mir und hatte zwar ein starkes Körpergefühl, aber keine Schmerzen.

Meinem Mann sagte ich, dass er unserer Fotografin Bescheid sagen soll, dass es heute so weit sein könnte, da sie eine längere Anfahrt hat. Dann begann er mit seiner To Do Liste, die wir für die Geburt aufgeschrieben hatten. Meine Schwester ging mit unseren Kindern ins obere Stockwerk und mein Schwager fuhr nach Hause. Das muss ca. Um 17:45 Uhr gewesen sein.

Ich musste mich immer wieder auf die Hypnose konzentrieren und versuchte die Bauchatmung. Dabei fiel mir wieder auf, dass ich eigentlich keine Pausen zwischen den Wellen hatte, was mich wunderte, ich konnte sie aber trotzdem gut aushalten. Ich stand mal im Wohnzimmer und kreiste mit den Hüften, mal im daneben liegenden Schlafzimmer, dann ging ich nochmal auf die Toilette. Ich war einfach mit mir beschäftigt und ganz bei mir. Ich stand gerade wieder im Schlafzimmer und hielt mich an der Kommode fest. An der Wand hing mein selbstgemalter Kraftort und drum herum meine Affirmationsbilder, die ich mir ansah. Zu dem Zeitpunkt hatte ich eine Wellenpause und mich überkam das Bedürfnis, in den (schon vor ein paar Tagen) aufgebauten Geburtspool zu wollen. Ich sagte meinem Mann Bescheid, dass er bitte den Pool einlassen soll und der Fotografin Bescheid sagt, dass sie sich auf Weg machen kann. Mein Mann wollte gerade die Adapter für den Gartenschlauch am Wasserhahn befestigen, als ich ihm sagte, ich müsse doch vorher nochmal auf die Toilette. Er ging auf den Balkon, um den Gartenschlauch abzuwickeln und ich ins Bad, wo ein kleiner Blutschwall kam und ich mir dachte „okay das ist jetzt wirklich die Geburt“.

Plötzlich spürte ich einen Pressdrang und war total überrascht. Ich fühlte mir zwischen die Beine und spürte die Fruchtblase mit dem dahinter liegenden Köpfchen. Ich stellte mich schnell hin und hielt mich am Waschbecken fest. Ich rief laut nach meinem Mann und rief ihm zu, dass das Baby schon kommt und ich den Kopf schon spüre. Er rief sofort die Hebamme an, um Bescheid zu geben, dass sie schnell kommen soll (sie hatte eine kurze Anfahrt), in der Zwischenzeit war das Köpfchen schon geboren.

Ich nahm meine Kopfhörer aus den Ohren, legte ein Handtuch auf den Badteppich unter mir und ging auf meine Knie und sagte meinem Mann, dass er das Baby entgegen nehmen muss. Ich hatte zu keiner Zeit Angst und fühlte mich total sicher. Dann kam schon die zweite Presswelle und unsere Tochter wurde in die Hände meines Mannes geboren. Die Fruchtblase riss sofort auf, und ich nahm sie zu mir in den Arm. Ich war so überwältigt. Mein Mann sah gleich, dass wir ein kleines Mädchen bekommen haben und sagte es mir. Sie hat gleich geschrien und wir waren total überrascht und konnten es kaum fassen, dass es plötzlich so schnell ging. Um 18:12 Uhr war unsere kleine wunderschöne T. geboren. Mein Mann holte schnell das rote Handtuch damit wir sie wärmen konnten und rief nochmal die Hebamme an, dass sie schon da ist. Nachdem ein paar Minuten vergangen waren, holte mein Mann meine Schwester und die Kinder nach unten. Sie hatten alle nichts mitbekommen und konnten es nicht glauben, da sie ja erst eine halbe Stunde zuvor nach oben gegangen waren. Sie freuten sich so sehr über ihre kleine Schwester.

Kurz darauf war auch schon unsere Hebamme da und half mir hoch, sodass wir ins Wohnzimmer auf die Couch gehen konnten. Mein Mann hatte in der Zwischenzeit, ohne dass ich es merkte, die Kerzen im Wohnzimmer angezündet, die ich für die Geburt bereit gestellt hatte. Es war unglaublich schön, in dieses gemütliche Zimmer zu kommen. Dort kam dann nach kurzer Zeit die Plazenta. Nachdem die Nabelschnur auspulsiert war durchtrennte sie mein Mann und die Hebamme untersuchte und erklärte die Plazenta. Die Kinder schauten bei allem sehr gespannt zu. Wir bestaunten alle unsere kleine T. und waren sehr glücklich, sie endlich kennenzulernen. Dann kam auch unsere Fotografin an und fing unsere erste Kennenlernzeit ein. Wir saßen alle im Wohnzimmer zusammen und sahen unserer Hebamme bei der U1 zu. Dann bestellte mein Mann für alle Pizza und sie zogen sich in die Küche zurück, während mich meine Hebamme versorgte, da ich einen Dammriss hatte und genäht werden musste.

Nachdem sich unsere Fotografin verabschiedet hatte, ging auch bald unsere Hebamme und meine Schwester und wir kuschelten uns mit unseren Kindern ins Familienbett.

Es war unglaublich schön und wir reden noch sehr oft über den schönen Abend, als unsere T. geboren wurde.