Geburtsort:

Klinik

„Liebe Kristin, (…) 

mein errechneter Termin war der 2. August. Da wir seit rund drei Jahren in einer Stadt leben, wo keine Familie von uns ansässig und unser Kleinkind-Netzwerk noch nicht sonderlich stark ausgebaut ist, hatten wir seit dem  26. Juli im wöchentlich wechselnden Rhythmus eine Omi da, um dann im Fall der Fälle auf unseren 20-Monate-alten Sohn aufzupassen. Vorneweg muss ich sagen, dass mich diese Situation leider belastet hat. Es war anstrengend, so kurz vor der Geburt einen Dauergast hier zu haben, mit dem im Wechsel entweder mein Mann oder ich Krach hatte. Seitdem hatte ich auch immer mehr Schwierigkeiten gehabt, mich mittels der Hypnosen in den tiefenentspannten Zustand zu bringen, obwohl ich das schon seit Ende Mai geübt hatte. 

So vergingen also die Tage mit den Omis vor Ort ohne, dass unsere Kleine irgendwelche Anstalten machte, raus zu kommen. Dann kam der 6. August. Es war gegen 18:30 Uhr als ich nach einem Toilettengang bemerkte, dass eine Flüssigkeit meine Oberschenkel hinunter glitt. Ich war mir eigentlich sicher, dass es nur Urin war, den ich aufgrund des weichen Gewebes mal wieder nicht halten konnte, aber auf Anraten meines Mannes rief ich trotzdem im Kreißsaal an, der uns dann sofort herbestellte. Nachdem die Hebamme über den Teststreifen feststellen konnte, dass es tatsächlich Fruchtwasser war, stand fest, dass ich nicht mehr nach Hause gehen durfte.  

Das war für mich der Moment, in dem ich erst mal weinen musste. Mein Sohn hat seit Mai Schwierigkeiten, abends einzuschlafen und ich wusste, dass meine Mutter es nicht schaffen würde, ihn gut ins Bett zu bringen. Da ich keine Wellen hatte und wirklich dachte, dass es drei Tage dauern wird, bis diese eintreten würden, bat ich meinen Mann gegen 20:30 Uhr nach Hause zu fahren, um ihn ins Bett zu bringen. Ein fataler Fehler, wie sich später heraus stellen sollte. Ich selbst hatte an dem Abend nur noch das Bedürfnis, den Schweiß des Tages abzuduschen, Zähne zu putzen und mit Kristins Stimme auf den Ohren einzuschlafen.  Im Bad der Geburtsklinik merkte ich allerdings schon, dass mein Plan nicht aufgehen würde. Mein Körper hatte das unweigerliche Bedürfnis sich zu entleeren, das mit dem Duschen habe ich noch einigermaßen hingekriegt, aber das mit dem Zähneputzen musste ich wegen der rasch eintretenden und intensiven Geburtswellen abbrechen. Ich konnte nur noch meine vorgepackte Kreißsaaltasche packen, und irgendwie habe ich es von dem Stationszimmer in den Kreißsaal geschafft. Das war so gegen 21:15 Uhr. Dort angekommen, wurde ich sofort ernst genommen und in einen freien Kreißsaal gebracht. Nach der ersten vaginalen Untersuchung hieß es, dass ich sofort meinen Mann anrufen sollte, weil ich schon vollständig geöffnet war. Der Gute hatte sein Handy aus, weil er ja unseren Großen ins Bett bringen sollte. Ich erreichte ihn dann über unser Festnetz. Er war dann auch in null Komma nix bei mir.  

Während der gesamten Zeit im Kreißsaal war ich allerdings zu keiner Zeit allein, weil die Hebamme bei mir blieb. Sie wusste wohl, dass es eine schnelle Geburt werden würde. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich annähernd die Möglichkeit gehabt, mir Kristin aufs Ohr zu packen, weil alles so schnell ging. Ich muss aber sagen, dass das gar nicht schlimm war, weil die Hebamme mit ihrer sanften Stimme eine ähnliche Wirkung auf mich hatte wie Kristin. Da hatte ich also Riesenglück gehabt. In dem Moment, als mein Mann den Kreißsaal betrat, setzte er sofort einen der drei Anker und ich wurde direkt ruhiger. Er kam erst in der Austreibungsphase hinzu. Ich atmete die ganze Zeit so, wie mich die Hebamme dazu angeleitet hat und das war auch gut so. Auf was anderes hätte ich mich sowieso nicht konzentrieren können. Den Fokus legte sie mehr auf die Ausatmung als auf die Einatmung, aber in der Austreibungsphase entsprach das ja auch Kristins Empfehlung. Ich empfand mich nicht als ruhig und leise. Mein Mann, der mich ja bei beiden Geburten erlebt hatte, aber schon. Er meinte, dass ich die ganze Zeit bei mir bzw. in meinem inneren Raum geblieben wäre. Ich bezweifle das aber, weil ich während der Geburt sogar noch zu Scherzen aufgelegt war. Das spricht dafür, dass ich wohl sehr entspannt war. Um 23:17 Uhr kam dann unsere S. mit 55 cm und 3.880 g auf die Welt. Nach der 19-Stunden-Geburt unseres Sohnes hätte ich niemals gedacht, dass es möglich wäre, ein Kind innerhalb von zwei Stunden zu gebären. Ich habe diese Geburt nicht in Trance erlebt. Dennoch wird sie mir aufgrund der guten und intensiven mentalen Vorbereitung in positiver Erinnerung bleiben. Ich fand es toll, wie mein Mann mich durch die Ankersetzung während der Geburt unterstützen konnte. Da waren wir ein tolles Team, was wir in den letzten Monaten bestimmt nicht immer waren. Ich bin nur minimal gerissen, was schon heute kaum der Rede wert ist.

Neben der mentalen Vorbereitung habe ich mich körperlich wie folgt auf die Geburt vorbereitet: 

 Heubäder in Form von Sitzbädern 

– Damm-Massage mittels Epi-No 

– Himbeerblätter Tee 

– Sechs Datteln am Tag, gestützt auf diese Studie: https://www.dhz-online.de/news/detail/artikel/datteln-fuer-eine-schnellere-geburt/ 

Da mir Datteln nicht unbedingt schmecken, habe ich sie mir teilweise morgens ins Müsli geschnitten bzw. in diesem leckerem Rezept verarbeitet: https://eatsmarter.de/rezepte/schokoladen-tarte-mit-datteln. Man kann auch Dattel Pralinen machen und die dann verzehren: https://www.lecker.de/dattel-pralinen-selber-machen-so-gehts-71065.html. Wegen dem hohen Fruchtzuckergehalt der Datteln hatte ich zunächst Bedenken wegen meiner Schwangerschafts-Diabetes, aber komischerweise hatte das so gut wie gar keinen Einfluss auf meinen Blutzuckerwert; war also unbedenklich. 

– Geburtsvorbereitende Akkupunktur 

Falls ich nochmal schwanger werden sollte, würde ich mich genauso wieder vorbereiten. Danke, liebe Kristin, dass ich so eine tolle Geburtserfahrung machen durfte. Ich bin mir sicher, dass ich das ohne dich ganz anders wahr genommen hätte. Ich bin sooo begeistert von der Arbeit, die du leistet. (…)