Geburtsort:

Klinik

Geburtsbericht R., *13.06.2021, 40+6, 1. Kind, 2660 g, 51 cm.

Triggerwarnung: Einleitung, PDA

Vorbereitung:

Ab SSW 35 Online-Kurs „Die friedliche Geburt“ und fast täglich die Hypnose-Übungen gemacht, keine spezielle Ernährung oder Diät, gelegentlich Dammmassage.

Nachdem nun einige Zeit vergangen ist, würde auch ich euch gern von der Geburtserfahrung meines ersten Kindes berichten

Ab der ca. 35. Woche meiner komplikationsfreien Schwangerschaft, habe ich mich dazu entschlossen, Kristins Kurs zu machen, um mich mental optimal auf meine Geburt vorzubereiten. Ich hatte schon Meditationserfahrung und dementsprechend fielen mir die Visualisierungen und Vorbereitungen recht leicht. So rückte der Termin der Geburt (7.6.) immer näher und ich war erleichtert zu hören, dass der Kopf meiner Tochter auch schon in Position war und einer natürlichen Geburt nichts im Wege stand. Doch die Kleine ließ auf sich warten und am Tag des ETs hatte ich eine Untersuchung, bei der plötzlich ein sehr hoher Blutdruck und somit der Verdacht auf eine Schwangerschaftsvergiftung bei mir diagnostiziert wurde. Da der ET ja schon erreicht war, wollten die Ärzte auf Nummer sicher gehen und empfahlen eine Einleitung. Diese Nachricht beunruhigte mich erst einmal, da ich mir eine spontane, interventionsfreie Geburt gewünscht hatte.

Ich ging schließlich am ET+1 in die Klinik, ließ mir eine Tablette zur Einleitung legen und wartete ab. Es tat sich aber nichts und ich fühlte mich an sich fit und gesund. Als der Blutdruck abends wieder in Ordnung war, sah ich die Notwendigkeit einer Einleitung nicht ein und ließ mich wieder aus dem Krankenhaus entlassen in der Hoffnung, dass die Geburt in den kommenden Tagen von allein losging. Es folgten jedoch jeden Tag Untersuchungen, bei denen sich der Blutdruck und mein Gesamtzustand nicht besserten. Schließlich war die Plazenta auch nicht mehr besonders üppig und es wurde 6 Tage über dem ET eine erneute Einleitung angeordnet, die ich nun auch durchziehen musste. Obwohl ich enttäuscht war, dass diese Intervention nun unbedingt notwendig war, akzeptierte ich es und hoffte, dass die erneute Tablette bald wirken würde.

Ca. 5 Stunden nach Beginn der Einleitung, bekam ich leichte Wellen, die ich im Liegen und mit Kristins Worten auf den Ohren, veratmete. Die Wellen wurden schnell stärker und ich rief meinen Freund an, dass er nun kommen könne. Als dieser ca. 45 Minuten später eintraf, waren die Wellen schon so intensiv und in solch kurzen Abständen, dass wir den Kreissaal aufsuchten. Obwohl ich schon seit zwei Stunden recht heftige Wellen hatte, war der Muttermund erst 1 cm geöffnet. Ich bekam ein Schmerzmittel über den Tropf, dass mir für eine gewisse Zeit Ruhe verschaffte. Danach wurde es aber schnell wieder heftiger und ich musste mich einige Male übergeben. Auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt geistig schon nicht mehr ganz präsent war, hörte ich nebenbei ständig die Hypnose. Zwar schaffte ich es aufgrund der Schmerzen nicht in Trance, trotzdem war sie aber wie ein kleiner Rettungsanker für mich. Mein Freund, der auch immer wieder die hypnotischen Anker setzte und in jeder Sekunde an meiner Seite war und meine Hand hielt, gab mir die nötige Sicherheit, diese Phase durchzustehen.

Schließlich bekam ich einen Wehensturm, der mich völlig umhaute, woraufhin die Hebamme eine PDA anordnete. Obwohl ich diese im vornherein eigentlich nicht wollte, stellte sie sich nun als absolut rettend für mich heraus. Von da an verbrachte ich die nächsten fünf Stunden mit Dösen und den erträglichen Wellen veratmen, bis der Muttermund schließlich vollständig eröffnet war und ich auch einen starken Druck nach unten hin verspürte. Die Austreibungsphase begann. Ich empfand diese als sehr anstrengend, aber nicht allzu schmerzhaft. Zwischendurch verspürte ich ein leichtes Brennen. Ich wurde intensiv von meinem Partner und der Hebamme angefeuert und als ich schließlich ein letztes Mal meine Kraftreserven sammelte, kam R. in einem Rutsch um 5:04 Uhr, nach insgesamt neun Stunden, auf die Welt. Ich war völlig überwältigt und perplex, als man mir dieses kleine nasse Bündel auf die Brust legte und konnte es gar nicht fassen. Sie lag ein paar Momente auf mir und mein Freund schnitt die Nabelschnur durch. Die Ärztin nahm R. dann aber recht schnell mit, da sie sehr dünn war und man sofort überprüfen wollte, ob alles okay sei.

Ich hatte nur kleine Geburtsverletzungen (…). Diese wurden dann genäht, was ich als nicht wirklich schmerzhaft empfand. Dann wurde uns unsere zwar sehr zierliche, aber Gott sei Dank kerngesunde Tochter wieder übergeben und wir kuschelten zu dritt im Bett und lernten uns das erste Mal als Familie kennen.

Auch wenn die erste Hälfte der Geburt sehr hart war, hat mich die zweite Hälfte dafür entschädigt und im Nachhinein mit etwas Abstand empfinde ich das Geburtserlebnis als wunderschön. Kristins Methode und Vorbereitung haben mir das nötige Wissen und Selbstvertrauen gegeben, die Geburt gut zu meistern und dafür möchte ich mich herzlich bedanken.