037 – Verständnis für Hebammen und Ärzt*innen

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Manchmal sagen Ärzte oder Hebammen Dinge, die einem als Schwangere Angst machen können, sie nehmen Untersuchungen vor, die als störend empfunden werden oder intervenieren bei der Geburt ohne ersichtlichen Grund. Oft fühlen sich Frauen dann ausgeliefert, fremdbestimmt und nicht mehr wohl.

Aber warum ist das so? Warum werden beängstigende Befürchtungen ausgesprochen, warum werden Schwangere verunsichert oder irritiert durch Eingriffe? Ist das Absicht, wollen sie den Frauen Böses? Natürlich nicht!

In dieser Podcastfolge möchte ich dir ein bisschen die Sicht des geburtsbegleitenden Personals nahe bringen, damit du verstehst, welch große Verantwortung sie schultern. Ich bin sehr dankbar, dass sich Menschen dafür einsetzen, Geburten sicher zu machen und Frauen auch medizinisch zu unterstützen. Obwohl das manchmal zu Schwierigkeiten führen kann, die nicht notwendig wären, gibt es doch Gründe für das Verhalten, und wenn man die besser versteht, fällt es auch leichter, in bestimmten Fällen Aussagen zu relativieren und sich respektvoll zu begegnen.

Es gibt vieles, was du tun kannst, damit du bei dir selbst und im Vertrauen bleiben kannst. Beide Perspektiven sind richtig und gut, deine und die der Ärzte und Hebammen. Darum lade ich dich ein, einen kurzen Perspektivwechsel vorzunehmen, um daraufhin für dich gute und kluge Entscheidungen für deine Geburt treffen zu können.

Viel Freude wünsche ich dir bei dieser Folge und bis bald,

Deine Kristin


Das Buch von Jana Friedrich findest Du hier:

https://www.hebammenblog.de/ebook-das-geheimnis-einer-schoenen-geburt/

6 Antworten

  1. Hi!
    Zum Thema Venenzugang möchte ich nur kurz erwähnen, dass ich kurz vor der Geburt meines ersten Sohnes den Tipp bekommen habe , mir diesen in den linken *Unterarm* (als Rechtshänder) legen zu lassen. Dort fand ich ihn nicht störend. Wobei ich ihn tatsächlich gar nicht gebraucht habe. Nachdem ich diese Folge gehört habe, überlege ich, ob ich ihn mir beim zweiten überhaupt noch legen lassen werde. Dennoch finde ich es einen wertvollen Tipp für den Fall, dass ein Zugang gelegt wird.

    1. Liebe Kerstin, ich freue mich über Deine Zeilen & dass Dir die Infos zum Venenzugang als wertvoll erscheinen. Ich wünsche Dir alles Gute für Deine zweite Geburt, Kristin.

  2. Liebe Kerstin, danke für diese großartige Podcast-Folge. Ich bin selber Hebamme und ermutige Frauen auch immer, stopp zu sagen, wenn ihnen was nicht passt und weiß aber selber aus der Klinik, wie sehr wir Hebammen im Zwiespalt zwischen Überzeugung und Leitlinien stehen!! Tausend Dank, ich werde diese Folge an meine Frauen weitergeben! 😉
    Liebe Grüße aus Schleswig-Holstein
    Wiebke

    1. Liebe Wiebke,

      danke für deine lieben Worte! Ich denke auch, dass ein großer Teil der Verantwortung bei der Politik liegt, bessere Arbeitsbedingungen in der Geburtshilfe zu schaffen. bis dahin ist es wichtig, sich gegenseitig mit Respekt und Verständnis zu begegnen. Alles Liebe! Deine Kristin

  3. Liebe Kristin!

    Ich bin großer Fan deines Potcasts und bereite mich aktuell auch mit Hilfe von Hypnose/ Mentaltraining auf meine 3. Geburt vor. Vielen Dank für die vielen hilfreichen Tipps und deine Arbeit.

    Allerdings muss ich dir zum Thema Venenzugang widersprechen. Ich bin selbst Fachärztin für Anästhesiologie und arbeite seit 10 Jahren in einem Krankenhaus mit Geburtshilfe.
    Ja, in den allermeisten Fällen kommen die Kinder auf natürliche Art und völlig gesund zur Welt. Aber es gibt auch immer wieder Notfallsituationen, in denen das Leben von Mutter und Kind innerhalb kürzester Zeit und völlig unvorhersehbar gefährdet ist und das Kind innerhalb weniger Minuten durch einen Kaiserschnitt in Allgemeinanästhesie („Vollnarkose“) geholt werden muss. In den meisten Fällen kann man tatsächlich sehr schnell einen Venenzugang legen, aber es gibt Situationen (z.B. wenn sich die werdende Mutter in einem Volumenmangelschock befindet – zum Beispiel bei einer Uterusatonie), in der es sehr schwierig ist einen Venenzugang zu legen und dieser Prozess längere Zeit in Anspruch nimmt. Diese wertvollen Sekunden bis Minuten fehlen dann aber leider für wichtigere Dinge, sodass das Leben von Mutter und Kind stark gefährdet wird.

    Meiner Meinung ist jeder werdenden Mutter zuzumuten, zu Beginn der Geburt einen Zugang zu bekommen, um für alle Fälle die Möglichkeit zu haben, schnell intervenieren zu können. Ich selbst würde mich niemals auf eine Geburt ohne Venenzugang einlassen.
    Die Aussage, dass dieser Venenzugang nicht nötig ist und jederzeit innerhalb kürzester Zeit gelegt werden kann, ist leider nicht korrekt.
    Zum Beispiel mit dem Auto fahren: ich würde den Venenzugang eher mit dem Sicherheitsgurt vergleichen. Dieser wäre bei unfallfreiem Fahren ja auch nicht notwendig, aber niemand möchte heutzutage darauf verzichten…

    1. Liebe Christina,

      danke für deinen wichtigen Beitrag zu diesem zugegebenermaßen kontroversen Thema!

      Mir ist es besonders wichtig, zu betonen, dass ich selbst keine Medizinerin bin. In meinem Podcast versuche ich in diesem Fall eine Debatte abzubilden und das ist natürlich nicht immer sehr einfach. Ich komme gerade aus Köln zurück und war/bin dort in einem intensiven Austausch gerade zu diesem Thema und ich kann deine Sicht gut nachvollziehen. Was mir nicht ganz klar ist, warum die Macher:innen der S3-Leitlinie in diesem Fall zu einem anderen Schluss kommen. Vielleicht hast du dazu ja auch ein paar Gedanken?

      Alles Liebe

      Deine Kristin

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