064 – Geburtstrauma bei Vätern

Diese Podcastfolge widmet sich den Vätern und ihren Erlebnissen bei der Geburt ihres Kindes. Es ist ein Thema, das leider kaum bekannt ist, aber natürlich kann auch ein Mann, der beispielsweise Angst um das Leben seiner Frau bei der Geburt hat, ein Trauma erleiden.

Hilflos daneben zu stehen, während die geliebte Frau eine traumatische Geburt erlebt, ist für die meisten Männer kaum auszuhalten, schwächt sie stark und es kommt zu einem Trauma. Über dieses Thema will ich schon seit längerer Zeit eine Podcastfolge machen, weil es viel zu wenig öffentlich diskutiert und besprochen wird. Dementsprechend wenig Hilfsangebote gibt es für Väter, die ein Trauma bei der Geburt ihres Kindes erlitten haben.

Diese Podcastfolge soll dazu beitragen, überhaupt einmal genauer hinzuschauen, als Paar darüber zu sprechen und natürlich dann schlussendlich auch gerne Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen.

Der Verein „Schatten und Licht“ hat sich dem Thema Trauma unter der Geburt verschrieben: https://www.schatten-und-licht.de/index.php/de/

Ich erwähne in dieser Folge als eine von vielen Traumatherapie-Methoden die TRE: https://www.tre-deutschland.de/

Sehr empfehlen, um noch tiefer in das Thema Trauma und Traumatherapie einzusteigen, kann ich den Podcast von Petra Drachenberg. Hier insbesondere die Folge 35 „Was ist ein Trauma?“ ihres Podcasts „Innere Landschaften“: https://apple.co/2GzdYWy

Ich wünsche dir, wenn du dich in dieser Folge wiederfindest, dass du einen guten Weg gehen kannst, um dein Trauma aufzuarbeiten! Alles Liebe,

Deine Kristin

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2 Idee über “064 – Geburtstrauma bei Vätern

  1. Nadine sagt:

    hallo kristin,

    danke für den tollen podcast! als ergänzung möchte ich nur hinzufügen, dass traumata
    tatsächlich auch präventiv entgegengewirkt werden kann. du erwähntest die natürliche
    reaktion bei tieren. im prinzip passt das auch ganz schön zu deiner methode. was nämlich
    bei tieren nach einer potentiell traumatischen situation passiert, ist ein kanalysieren der
    traumaenergie durch den körper. bei uns menschen schaltet sich zu oft der cortex dazwischen,
    wir fangen an zu rationalisieren, verleugnen und verdrängen; stehen nach einem fahrrad-
    sturz sofort auf, spielen das geschehene herunter oder schämen uns. du erwähntest, dass
    man nach der geburt sofort für das kind da sein möchte, dass der *mann in der beschützer-
    rolle bleiben möchte, oder man das geschehene verharmlost. hinzu kommt der fehlende support
    der gemeinschaft*, bei der geburt wäre es der partner oder die partner*in, aber wenn es
    ihr nicht gut geht und die leute drum herum sich auch nicht darum kümmern (können), hat man
    noch mehr dieses gefühl des verloren- und hilflos-seins.

    im deutschsprachigen raum leistet fachlich dami charf ganz wundervolle arbeit, im englischen ist
    peter levine sehr empfehlenswert. wichtig ist in jedem fall, alle körperlichen reaktionen zuzulassen,
    zu zittern, krampfen, bewegungen auszuagieren, zb. gibt es oft den reflex, wegzurennen und diese
    reaktionen möglichst nicht durch scham oder sonstiges zu behindern. die besinnung auf die körper-
    empfindungen ist hier essentiell, raus aus dem denken, und in verbindung mit dem körper zu gehen.
    auch ein sicherer ort ist ratsam und sinnvoll dafür.

    symptomatiken, die nach einer traumatisierung auftreten, sind laut peter levine und
    dami charf selbstregulationsstörungen, weil unser körper die energie zum kampf oder
    zur flucht im moment des erstarrens, der ohnmacht speichert. bei entwicklungstraumata,
    wenn kinder zb. immer wieder lange alleine gelassen werden, zeigen sich ebenfalls
    solche muster, zb. als hyperaktivität, depressionen, hochsensibilität uvm.

    letztlich muss der körper die reaktion vollenden. und seine fähigkeit zur selbstregulation wiederfinden.
    trauma ist damit laut levine eigtl. ein rein physiologisches phänomen, kein psychologisches. da gäbe es
    noch so viel mehr zu sagen, aber das war schon einmal das wichtigste zum thema trauma prävention.

    ich finde, das ist ein so wertvolles wissen – egal für welchen lebensbereich, aber vielleicht ist es irgendwann
    auch in der medizin ganz selbstverständlich. unser körper (so levine und charf) reagiert nämlich auch
    unter narkose (ich denke da gerade an einen kaiserschnitt, selbst wenn wir wissen, dass das, was passiert,
    gut und notwendig ist) mitunter wie in einer sehr existenziellen situation, zb. als würde unser bauch
    von einem prädator aufgerissen.

    sucht man therapeutische hilfe, ist es daher eigtl. auch besonders wichtig, eine traumatherapeut*in oder
    körperorientierte therapie zu wählen. weil, so v.a. dami charf, trauma einfach in anderen gehirnarealen
    entsteht und verarbeitet wird, als sprache.

    ich hoffe, dass diese zeilen eine nützliche anregung für deine wundervolle arbeit sein können.

    alles liebe

    nadine

    • Kristin Graf sagt:

      Liebe Nadine, ich danke Dir von Herzen für diese informativen & klugen Zeilen, was für ein wichtiger guter Kommentar! Alles, was Du schreibst, ist richtig und ich stimme Dir zu. In Begien z.B. wird ja auch weitesgehend eine Vollnarkose genau aus den Gründen vermieden; die lokale Amnesie wird oft mit Hypnose unterstützt, um die Folgen zu minimieren… Dankeschön für Deine Zeit & Deine Anregungen und alles Gute für Dich – Kristin.

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